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Der digitale Wendepunkt [Teil 2]

David Preskett, Canon Europe Marketing Director Professional Solutions, erklärt, dass Druckbetriebe die Wahl zwischen klaren Alternativen haben, wenn es um die Ausstattung mit digitalen Drucksystemen geht.

Der „Canon-Insight-Report” hat einen detaillierten Blick auf die Richtung der Druckbranche in den nächsten zwölf Jahren geworfen. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf die Rolle der digitalen Drucktechnologien gelegt sowie auf deren Einfluss auf Druckbetriebe und Druckeinkäufer im 21. Jahrhundert. Der Insight-Report kam zu dem zentralen Ergebnis, dass im Jahr 2020 der Digitaldruck die vorherrschende Technologie sein wird. Analoge Technologie wird immer noch eine Rolle spielen, aber digitale Drucksysteme werden Druckbetrieben weiterhin dabei helfen, über die Nutzung einer ganzen Bandbreite an neuen Technologien neue Märkte zu erschließen, die letztendlich zu neuen laufenden Einnahmen führen werden. Die eigentliche Frage ist, wie die Druckbetriebe das Wachstum im digitalen Markt für sich nutzen können.

Während die überwiegende Mehrheit der Druckbetriebe weltweit sich immer noch der Offset-Technologie verschrieben hat, gibt es keinen Zweifel daran, dass die digitale Bildverarbeitung zu einer Revolution führen wird. Jedes Jahr führen Fortschritte in der Technologie dazu, dass der Digitaldruck verbessert und schneller sowie qualitativ hochwertiger wird. Diese Entwicklung können Druckbetriebe nicht ignorieren, selbst wenn sie eine starke Tradition im Offsetdruck haben. Unternehmen, die der digitalen Technologie keine Beachtung schenken, riskieren von ihren Mitbewerbern abgehängt zu werden.

Laufende Einkünfte

Wenn Sie als Druckbetrieb in die digitale Technologie investiert haben, sind Sie in einer guten Ausgangsposition um sich zukünftigen Entwicklungen zu stellen. Nach dem von Professor Frank Romano geleiteten Canon-Insight-Report, wird der Digitaldruck die treibende Kraft für neue Investments und Einkommensströme für Druckanbieter in den kommenden Jahren sein. Die Studie zeigt, dass heute weltweit mehr als 80 Prozent der Druckdienstleister erwarten, dass der größte Ertragszuwachs über die nächsten fünf Jahre aus dem digitalen Vollfarbdruck heraus entstehen wird. Um dem Wettbewerbstrend zu entsprechen, suchen und entwickeln Druckbetriebe weltweit neue Einkommensströme auf der Basis von Mehrwert-Dienstleistungen – vorwiegend wegen des zusätzlichen Werts, den ergänzende Services bereit stellen können.

Unter dem Aspekt des Marktanteils wird der Offset-Lithografie ein relativ schneller Rückgang von 80 Prozent aller Einkünfte im Jahr 2000 auf rund 30 Prozent bis 2020 vorausgesagt. Ihren Platz einnehmen wird der Digitaldruck, dessen Marktanteil von 15 Prozent auf etwas über 30 Prozent wachsen wird. Die Lücke wird geschlossen durch das Wachstum der zusätzlichen Dienstleistungen als Ergänzung zum Druck – also durch digitales Marketing, Datenbankanwendungen und integrierte Dienstleistungen, die sämtlich der Schlüssel zu einer hohen Profitabilität sein werden. All dies wird untermauert durch die Fähigkeit auf die Produktion personalisierter Kleinauflagen in hochwertiger Farbqualität zugreifen zu können.

Die Produktion von farbigen Kleinauflagen und komplexen Dokumenten – meist mit hoher Seitenzahl – verzeichnet eine steigende Nachfrage. Bereits 48 Prozent aller Druck- und Kopiervorgänge betrifft Auflagen unter 2.000 Exemplaren oder weniger – ein Trend der nach der Vorhersage zukünftig noch weiter zunehmen soll. Die Komplexität von Druckjobs steigt ebenfalls; ein Trend, der zu begrüßen ist, denn er führt zu höherer Profitabilität, da Aufträgen, die das Binden, Finishen oder andere Dienstleistungen mit einschließen von Druckeinkäufern ein höherer Wert zugemessen wird. Ob Marketing-Materialien in Kleinauflage, Direkt-Mailings, Bücher in Kleinauflage, Kataloge die statische und dynamische Inhalte verknüpfen, Visitenkarten und Briefköpfe, Transpromo-Materialien oder Farbkennzeichnungen und Etiketten – dies alles werden Wachstumsmärkte für digitale Druckverfahren sein.

Training

Die Druckbetriebe sind heute sowohl bei Mitarbeitern als auch im Management personell schlanker aufgestellt. Zugleich haben sich die Fähigkeiten nach denen die Unternehmen suchen vom traditionellen Profil weit entfernt. Das Drucken leidet sowohl unter einer Qualifikationslücke – wodurch vorhandene Arbeitskräfte ein niedrigeres Niveau an Qualifikationen besitzen, als es erforderlich ist, um die Geschäfts- oder Branchenziele zu erfüllen – sowie unter einem Fachkräftemangel, wodurch dem Arbeitsmarkt nicht ausreichend viele ausgebildete Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

Die Qualifikationslücke wird durch den Digitaldruck verschärft, der zu einem Umbruch bei Personal, Kompetenzen, Technologien und der Vermarktung von druckbasierter Kommunikation geführt hat. Als Unternehmen ist es Ihre Aufgabe sich diesen Herausforderungen zu stellen. Genau wie die Buchdruck-Druckdienstleister sich damals neu erfinden mussten, als in den sechziger Jahren die Offset-Lithografie zur vorherrschenden Technologie wurde, haben sich heute Druckbetriebe auf neue Technologien, Workflows, Druckprodukte und Mehrwertdienstleistungen des Digitaldrucks einstellen müssen.

Alte Techniken wie die Plattenherstellung, Druckassistenten und Scanner-Bediener werden ersetzt durch Designer, Vorstufentechniker, Bildspezialisten, IT- und Netzwerkspezialisten, Digitaldrucktechniker, Datenbankanalysten und Marketingexperten. Die Vermarktung des Digitaldrucks erfordert ebenfalls eine ganz neue Art von Vertriebsmitarbeitern, die verstehen, wie man die Drucksysteme mit einem konstanten Nachschub an Kleinauflagen-Jobs versorgt, sowie Manager, die in der Lage sind, die durch Mehrwertleistungen entstehende Kosten mit einzuberechnen.

Während der Digitaldruck das Drucken in vieler Hinsicht zugänglicher gemacht hat, indem er den Vorgang zu weiten Teilen automatisiert, muss trotzdem weiterhin immer sichergestellt sein, dass ein Bediener ein genaues Auge für Farbe hat, Computersprachen beherrscht und ein gründliches Verständnis der Maßnahmen besitzt, die zu ergreifen sind, wenn etwas schief läuft.

Ein Blick auf die besonders profitablen Druckbetriebe zeigt weltweit eine Gemeinsamkeit – sie investieren in die Ausbildung. Internes Training ist die weltweit primär verwendete Methode, um Mitarbeitern Fähigkeiten zu vermitteln, gefolgt von Trainings durch die Anbieter, wie es beispielsweise Canon durch das Canon Essential Business Builder Programm (CEBBP) zur Verfügung stellt. Alarmierend an den Ergebnissen des Insight-Reports ist, dass drei Viertel aller Druckanbieter glauben, dass die Fähigkeiten potentieller Mitarbeiter nicht ausreichen, um die Anforderung ihres Unternehmens zu erfüllen. Jedoch gaben nur 20,8 Prozent an, dass sie ihre Trainingsbudgets in naher Zukunft erhöhen werden. Training ist ein entscheidender Faktor, wenn Druckbetriebe die Rentabilität ihrer neuen digitalen Technologien maximieren wollen.

Canon versucht sich der Qualifikationslücke anzunehmen und zeigt Druckanbietern, wie sie mit einer Reihe von speziell entwickelten Trainingsmodulen, die über CEBBP zugänglich sind, den Digitaldruck zu ihrem Vorteil einsetzen können. Diese Module zielen darauf, die Lücke zu füllen zwischen der existierenden Wissensbasis und dem Niveau, das erreicht werden muss, um die Komplexitäten eines modernen digitalen Drucksystems zu beherrschen.

CEBBP geht auf die Anforderungen moderner Druckdienstleister ein, was den Vertrieb und die Vermarktung des Digitaldrucks unter Verwendung von Web-to-Print, Cross-Media-Anwendungen und allen Arten weiterer Anwendungen angeht. Immer mehr Druckbetriebe in Europa erkennen darin ein unschätzbares Werkzeug, um die Leistung ihres eigenen Betriebs zu verbessern.

Dem Mangel an Qualifikationen muss von außen durch Fachschulen und berufliche Ausbildung begegnet werden. Wir glauben dass, wenn wir die Druckindustrie wieder attraktiver machen, indem wir die falsche Auffassung adressieren, das Druckgeschäft sei ein altmodischer Handwerksberuf, dann können wir potentielle neue Berufseinsteiger von den Schulen wieder für unsere Branche gewinnen. Die Computerisierung und eine Höherqualifizierung durch ein IT-basiertes Investment in die Betriebsausstattung ist der Weg, um dies anzugehen.

Die Wiedergeburt des kleinen „Digital”-Druckdienstleisters

Genau wie in den sechziger und siebziger Jahren eine große Zahl von neuen Druckbetrieben gegründet wurden, getrieben von der Einführung der Offset-Duplikator-Druckmaschinen als Ersatz für Gussmetall- und Hochdruck-Druckmaschinen, passiert das gleiche nun zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Diesmal wird der Wandel von der Einführung der rein digitalen Druckdienstleistungen durch eine Generation von Unternehmern getrieben. Genau wie das Internet kleinere Unternehmen in die Lage versetzt, es mit etablierten Marken aufzunehmen, erlaubt die digitale Drucktechnologie dem Copy-Shop, sich ein Stück vom Kuchen der größeren Betriebe abzuschneiden. Einige sind Anbieter neuer Dienstleistungen oder Ableger von existierenden Geschäften und andere sind aus Copy-Shops, Fotogeschäften oder Schildermachereien entstanden.

Das Phänomen wiederholt sich weltweit bei Copy-Shops, Geschäftspapier-Druckereien, Schnelldruckern oder kleinen gewerblichen Druckereien – bei allen setzt sich das Phänomen des Digitaldrucks durch. Viele haben als gemeinsames Charakteristikum, dass sie eine Zahl von weniger als 20 Mitarbeitern beschäftigen und als vollständig digitale Betriebe operieren. Wenn Sie diese neuen Betriebe in Betracht ziehen, von denen viele nicht von den traditionellen Branchenvereinigungen mitgerechnet werden, dann können wir das Druckgewerbe als expandiere Branche betrachten. Während große und mittlere Druckbetriebe ihr Geschäft konsolidieren oder sogar einschränken, sprießen viele Tausende kleinere Druckbetriebe hervor.

Der Weg in die Zukunft

Obwohl sie harten Zeiten in den weltweiten Finanzmärkten gegenüber steht, ist die langfristige Zukunft für die Druckbranche positiv. Es existieren die Technologien, die den Druckbetrieben helfen auf den digitalen Zug aufzuspringen. Diese bilden sicherlich einen zentralen Schwerpunkt von Canon bei der Unterstützung unserer Kunden auf dem Weg zum einem profitablen Geschäft.

Bei Canon glauben wir an einen Zehn-Punkte-Aktionsplan für die Zukunft Ihres digitalen Geschäfts, der auf den Erkenntnissen des Insight-Reports basiert. Dazu zählt:

  • Verstehen Sie, warum eine personalisierte Seite mehr wert ist – gezielte werbliche Aktivität besitzt eine höhere Wirkung; sie ist wertvoller; sie sollte für einen höheren Absatz sorgen

  • Maximieren Sie Produkte und Dienstleistungen mit Mehrwert – wir sind keine Druckbetriebe mehr; wir sind Dienstleister für gedruckte Kommunikation. Verkaufen Sie nicht länger Auflagen, verkaufen Sie Produkte und Dienstleistungen, die den Kunden Ergebnisse liefern

  • Werden Sie zum Datenbank-Experten – Daten sind Macht. Verstehen Sie, wie Sie die Daten benutzen, bevor Sie ein Angebot zusammenstellen

  • Werden Sie zum digitalen Marketing-Experten: Druckeinkäufer brauchen keine Druckerzeugnisse mehr, sie brauchen Marketing-Kampagnen

  • Trainieren, trainieren, trainieren – investieren Sie in Ihre Mitarbeiter und diese werden für geschäftliches Wachstum sorgen

  • Vermarkten Sie, verkaufen Sie nicht – lernen Sie das Geschäft Ihrer potentiellen Neukunden verstehen. Unterbreiten sie Ihnen Ideen, zeigen Sie Beispiele und regen sie ihre Vorstellungskraft an. Konkurrieren Sie nicht um Aufträge, helfen Sie Aufträge zu generieren.

  • Werden Sie super effizient – legen Sie sich einen Plan zu, wie Sie jeden Euro an Kosten aus dem System verbannen

  • Rüsten Sie auf – halten Sie Ihre Systeme auf dem neuesten Stand der Technik

  • Kombinieren Sie Druckerzeugnisse mit elektronischen Lösungen – planen Sie Webseiten und E-Mail-Aktionen ebenso mit ein wie Druckaufträge. Stellen Sie das Internet bei jedem Aspekt ihres Geschäfts in den Mittelpunkt.

  • Sorgen Sie für Innovation und Integration – finden Sie die richtigen Ideen und die richtige Zusammenstellung von Systemen, um ihre Pläne erfolgreich umzusetzen.

Weitere Informationen:

2020 - Was Canon für die Zukunft des Digitaldrucks erwartet
Die ganze Studie herunterladen (PDF, 859kB) [PDF, 930 KB]

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