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Schwarz kommt wieder in Mode

von David Preskett, European Marketing Manager, Professional Print Solutions, Canon Europe

Lassen Sie uns ehrlich sein – Farbe ist meist aufregender als Schwarzweiß. Das gilt für das Kino, die Fotografie oder für die Kleidung. Es gilt gewöhnlich auch für den Digitaldruck: so ist es der Bereich des digitalen Farbdrucks, aus dem am häufigsten von Druckanbietern zu hören ist, die neue Märkte erkunden auf innovativen Feldern wie Multichannel-Marketing und kundenspezifischen Kommunikationsmaßnahmen.

Wer aber genauer hinsieht, erkennt, dass der Schwarzweiß- Digitaldruckmarkt eindeutig Potenzial bietet, den Puls zu beschleunigen. Nehmen Sie die vom Marktforschungsinstitut Pira in „The Future of Printing Markets to 2015“ aufgedeckte Tatsache, dass 33 Prozent des gesamten Produktionsdrucks in Schwarzweiß erzeugt wird und davon 42 Prozent digital gedruckt wird. Und obwohl die Zahl der installierten digitalen Farbdrucksysteme und die Höhe der Auflagen schnell steigen, ist das s/w-Volumen in den Bereichen Werbedruck, Publishing und Transaktionsdruck noch immer viel höher– und es wächst weiter. Eine Info-Trends-Studie von 2008 zeigt eine durchschnittliche Steigerung der digital gedruckten Schwarzweiß-Auflagen um 10,3 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

Die treibenden Kräfte sind allgemein die gleichen wie die für Farbe. Die Auflagenhöhen fallen (80 Prozent der gedruckten Auflagen liegen unter 20.000 A4-Seiten), die Terminvorgaben werden knapper und Modelle bei denen Dokumente zunächst elektronisch verteilt und dann gedruckt werden, finden zunehmend Verbreitung. Das führt dazu, dass der Digitaldruck für einen größeren Teil des traditionellen Schwarzweiß-Markts praktikabel wird. Die Hersteller reagieren, indem sie ihre Sortimente durch Schwarzweiß-Digitaldrucksysteme ergänzen. Diese Systeme werden durch neue Workflow-Lösungen unterstützt, mit denen die Produktion von Aufträgen auf mehreren Druckern (Farbe und Schwarzweiß) optimiert wird. Und was besonders wichtig ist: sie machen es mithilfe von Web-to-Print einfacher über das Internet für die Auslastung der Drucker zu sorgen.

Die stärkste Nachfrage nach digitalem Schwarzweißdruck findet sich in denjenigen Segmenten, in denen auch Farbe am erfolgreichsten ist. Innerhalb der breiten Palette von Schwarzweiß-Anwendungen (InfoTrends unterscheidet 15 Kategorien) entfallen die größten Auflagen auf Direkt-Mailings (17 Prozent) und Transaktionsdruck (16 Prozent). Beide Segmente sollen in den nächsten Jahren wachsen. Es gibt noch enormes Potenzial für den Einsatz des variablen Datendrucks zur Produktion von Direkt-Mailings, der sich nur digital realisieren lässt. Während Marketing-Spezialisten das Kommunikationspotenzial von Transaktionsdokumenten erkennen, wird die Zahl der fünf Milliarden Belege, die 2008 auf Einzelblatt-Laserdruckern produziert wurden, wahrscheinlich wachsen. Die anderen wesentlichen Märkte – technische Dokumentation (14 Prozent) sowie Bücher und Unterrichtsmaterialien (14 Prozent) – stehen für die traditionelle Rolle, die der Schwarzweißdruck bei der Verbreitung von Informationen spielt.

Für einige Anwender bietet der Schwarzweißdruck Kostenvorteile. Während Farbe ganz klar die Wirkung von Direkt-Mailings und Transaktionsdokumenten verstärkt, können die entsprechenden zusätzlichen Kosten im aktuellen wirtschaftlichen Klima ein Problem sein. Damit wird der Schwarzweißdruck für Aufträge praktikabel, die nicht auf Farbe angewiesen sind, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Schwarzweiß-Produktionssysteme kosten weniger in der Anschaffung und haben niedrigere Click-Preise.

Es gibt Raum für weiteres Wachstum bei der beträchtlichen Zahl der europäischen Hausdruckereien – oder CRDs für Corporate Reprographics Departments – die Schwarzweiß-Seiten auf digitalen Farbsystemen drucken: Dem Canon Insight Report: Corporate Reprographics Trends and Opportunities zufolge, der Anfang dieses Jahres von Wissenschaftlern des Rochester Institute of Technology erstellt wurde, erfolgt die Ausgabe von über 20 Prozent der digital gedruckten Schwarzweißseiten auf Farbsystemen. Während den Anwender damit Flexibilität geboten wird, können diejenigen mit steigenden Schwarzweiß-Auflagen durch die Investition in einen schnelleren, dedizierten Schwarzweißdrucker mit niedrigeren Kosten ihre Gewinnsituation verbessern.

Workflow steht auf der Einkaufsliste

Das Drucksystem ist jedoch nur ein Faktor in der Investitionsbetrachtung. Genauso wichtig ist der Workflow vor und hinter dem Drucksystem. Als InfoTrends die Druckanbieter im letzten Jahr zu ihren für die nächsten zwei Jahren geplanten Investitionen befragte, standen Software und Lösungen ganz oben auf der Liste. Besonders die Bestellungen für Schwarzweiß-Drucksysteme schließen zunehmend den Workflow ein und spiegeln so einen feinen, jedoch wichtigen Unterschied zwischen dem Schwarzweiß- und dem Farb-Digitaldruckmarkt wider. Anders als im Farbsektor, in dem der Akzent auf der Entwicklung neuer Produkte und Wege der Zusammenarbeit mit Marketing-Spezialisten liegt, geht es im Schwarzweißsektor grundsätzlich um effizientere Wege der Produktion bestehender Angebote, einschließlich anderer Arten der Zusammenarbeit mit den Kunden.

Dieses Motiv der Effizienz war ein Grund, warum Canon im letzten Jahr seine imagePRESS Schwarzweißdrucksystem-Serie  zusammen mit Helix Production Workflow eingeführt hat. Die Kunden suchen nicht nur nach neuen Drucksystemen, sie suchen ebenfalls nach automatisierten Workflows, die Effizienzsteigerungen mit der Möglichkeit der Entwicklung neuer Services wie Web-to-Print kombinieren. Mit der Verwendung von Helix Production Workflow beispielsweise, können Druckanbieter jeder Art – CRDs, Print-for-Pay-Betriebe, Kreativdienstleister und gewerbliche Druckbetriebe – Schwarzweiß und Farbdrucksysteme nahtlos in den selben Workflow integrieren. So lassen sich Aufträge per Color-Splitting und Load-Balancing auf verschiedene  Systeme verteilen, um sie effizient zu drucken. Die erzielbare Effizienz zeigt sich am Beispiel mehrerer Canon Kunden, die ihre hochvolumigen Schwarzweiß-Drucksysteme durch mehrere Drucksysteme für mittlere Auflagen ersetzt haben, die flexiblere Produktionskapazitäten und niedrigere Gesamtbetriebskosten bieten. Die Steuerung dieser Systeme erfolgt mithilfe der leicht bedienbaren Print-Management-Werkzeuge von Helix Production Workflow. Aufträge lassen sich einfach per “Ziehen und Klicken” einer Gruppe von Drucksystemen zuweisen. Dabei übernimmt die Software die Zuordnung der Aufträge zum optimalen System.

Die Leistungsfähigkeit dieser Workflows lässt sich durch die Ergänzung um Web-to-Print (W2P) weiter verstärken. Dies führt nicht nur zu einer noch weiteren Effizienzsteigerung, sondern bildet gleichzeitig den Schlüssel zur Entwicklung neuer Services für bestehende Kunden – unabhängig davon, ob es sich um ein CRD oder eine gewerbliche Druckerei handelt. Print-Einkäufer betrachten die Möglichkeit, Aufträge über das Internet zu vergeben und zu verfolgen als selbstverständlich. Im CRD-Sektor beispielsweise entwickelt sich W2P für die leistungsstärksten Hausdruckereien zu einem unverzichtbaren Serviceangebot.

Neueste Studien des Rochester Institute of Technology haben ergeben, dass  mit Web-Portalen ausgestattete CRDs, ihren internen Kunden den besten Service bieten: 55,3 Prozent wurden als “exzellent” bewertet, 39,2 Prozent als “befriedigend” und nur 5,5 Prozent als “mangelhaft” eingestuft. Die 70 Prozent der CRDs, die noch über keine W2P-Lösung verfügen, werden die Investition tätigen müssen, um ihr Geschäft gegenüber externen gewerblichen Druckanbietern zu schützen. Diese werden ihrerseits den Web2Print-Weg verfolgen müssen, um im Wettbewerb zu bestehen. W2P wird eher früher als später zum Standard werden.

Ebenso wie vielleicht das interne Finishing, das bei der Infotrends-Studie zu den Investitionsplänen von Druckbetrieben den zweiten Platz belegte. Die Käufer von Canon imagePRESS Schwarzweiß-Systemen entscheiden sich zunehmend für einen optionalen internen Finisher und verwenden ihn ebenfalls, um die Ausgabe ihrer Farbsysteme zu sortieren und weiterzuverarbeiten. Möglichkeiten wie Sattelheftung und Dreiseiten-Beschnitt haben sich von wünschenswerten Funktionen zu Ausstattungsmerkmalen entwickelt, auf die es schwer fällt zu verzichten. Dabei handelt es sich um einen Trend, der sich unserer Einschätzung nach im Markt für digitalen Farbdruck wiederholen wird, während gewerbliche Druckereien damit beginnen, den Bestand der veralteten externen Finishing-Ausrüstung, die sie während der Offset-Ära aufgebaut haben, zu ersetzen.

Die Botschaft zum Thema Schwarzweiß ist klar und sie findet Gehör. Der Markt ist riesig, er ist reif für den Digitaldruck, die digitalen Drucksysteme und die Workflows sind verfügbar und bieten gegenüber dem Farbdruck Kostenvorteile in der Anschaffung und im Betrieb. Diejenigen Druckanbieter, die sich richtig aufstellen, können davon profitieren.

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