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Ratgeber: Nahaufnahmen

Mit Ihrer EOS-Kamera steht Ihnen das Tor zur Welt der Nahaufnahme (Makrofotografie) offen.

Die Makrofotografie ist für den Herbst oder den Winter – also die Zeit, wenn die Tage kürzer werden und das Wetter weniger vorhersehbar ist – perfekt geeignet, da sie drinnen wie draußen praktiziert werden kann.

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Anemone, © Ueli Grossenbacher, Canon EOS 50D

Erste Schritte
Am Anfang können Sie mit dem im Lieferumfang Ihrer EOS-Kamera enthaltenen Standardobjektiv arbeiten und später ggf. auf ein spezielles Makro-Objektiv umstellen. Zoomen Sie mit dem Teleobjektiv auf maximale Vergrößerung heran, und stellen Sie das Modus-Wahlrad Ihrer EOS auf Nahaufnahme. Hierdurch werden die Belichtungseinstellungen und der Picture Style angepasst. Weitere Informationen zu diesen Einstellungen. Sie werden feststellen, dass Kamerabewegungen sich umso stärker auswirken, je näher Sie an Ihr Motiv herangehen. Die effektivste Methode, dies zu verhindern, besteht in der Verwendung eines Stativs. Jetzt können Sie beginnen.

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Harmonie im Wasser, © Roberto Tacchetto, Canon EOS-1D Mark III

Schärfentiefe und Fokussierung
Bei der Fokussierung von Motiven mit geringem Abstand zum Objektiv wird der Schärfentiefenbereich (der scharfe Bereich vor und hinter dem eigentlich scharf gestellten Punkt) sehr viel kleiner. Unabhängig von der verwendeten Blende ist der Hintergrund in der Regel unscharf. Wenn Sie jedoch eine kleinere Objektivöffnung (größere Blendenzahl) wählen, wird mehr von Ihrem Motiv annehmbar scharf.

Um größtmögliche Kontrolle und Präzision zu erreichen, wechseln Sie zur manuellen Fokussierung. Sie werden bemerken, dass geringfügige Bewegungen sich bei hoher Vergrößerung umso stärker auswirken. Vorsichtige Änderungen am Entfernungsring haben große Auswirkungen auf den Schärfebereich. Mit einem vergrößerten Live View können Sie das Bild am präzisesten scharf stellen.

Beleuchtung
Bei Makroaufnahmen ist die richtige Beleuchtung von entscheidender Bedeutung. Bei Innenaufnahmen sollten Sie immer versuchen, das natürliche Tageslicht in der Nähe von Fenstern zu nutzen. Vermeiden Sie direktes Sonnenlicht (empfehlenswert ist Streulicht etwa bei wolkigem Himmel), und verwenden Sie ein weißes Stück Pappe, um das Motiv gleichmäßig auszuleuchten und so Schattenwurf zu vermeiden. Ein veränderter Abstand des Reflektors bzw. ein anderer Winkel können einen großen Unterschied ausmachen.

Idealerweise sollten alle Bereiche des Motivs gleichmäßig ausgeleuchtet sein, um Details und Farben optimal zu betonen. Die Blitzgeräte Canon Macro Ring Lite und Macro Twin Lite sorgen bei Makrofotografie für besonders ausgewogene Lichtverhältnisse.

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Aufgeschnittene Tomate, © Katherine Watson, Canon EOS 7D

Komposition und Hintergrund
Bei Nahaufnahmen bzw. Makrofotografie kommt es auf jedes Detail an. Nehmen Sie sich also Zeit, und vergewissern Sie sich, dass die Komposition Ihres Motivs in Bezug auf den Bildhintergrund stimmig ist. Der Hintergrund ist wahrscheinlich unscharf. Dennoch können Farben, Helligkeit und Formen im Allgemeinen vom Motiv ablenken.

Wenn Sie nun die Grundlagen verstehen, gehen wir auf der nächsten Seite gemeinsam einen Schritt weiter.

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