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Hacken Sie sich durch das Problem

  • Gepostet vor 2 Jahren
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Das Wort "Hackathon" (eine Zusammensetzung aus "hacken" und "Marathon") hätte Unternehmensverantwortliche einst in Panik versetzt: Gruppen junger Hacker, die sich zusammenrotten, um mit ihren Programmierkenntnissen meist für großen Schaden zu sorgen. Warum hätten Chefs dies unterstützen sollen!

Doch mittlerweile kristallisieren sich die guten Seiten heraus, und viele Verantwortliche möchten diese Vorteile nutzen.

Facebook gilt als Musterbeispiel dafür, was aus einem Hackathon werden kann. Und das Phänomen wird zunehmend zu einem seriösen Geschäftsprozess – der allerdings noch in der frühen Entwicklungsphase steckt. Es gibt allerdings schon einige Pioniere, die das große Potenzial der Methode ausgemacht haben.

Nestlé zum Beispiel organisiert bereits entsprechende Events mit Teams, denen die Aufgabe gestellt wird, neue Marketingideen und -lösungen zu entwickeln, mit dem Fokus auf der Wirksamkeit in sozialen Netzwerken. Die Teams messen die Reaktionen auf den Inhalt, bevor sie entscheiden, welcher aufgrund seiner Wirksamkeit weiter beworben wird. Diese Hackathons binden auch die Verantwortlichen aus Marketing und IT ein, die gemeinsam die Lösungen bewerten, testen und verbessern. Auf diese Weise kann ein Hersteller nicht nur herausfinden, welche Lösung am besten funktioniert, sondern auch, welche am besten die Anforderungen des Unternehmens berücksichtigt.

In vielen Unternehmen profitieren die unterschiedlichen Funktionsbereiche von den Zusammenkünften, bei denen die wechselseitigen Bedenken aufgebrochen werden können. Das Problem muss mit Enthusiasmus erklärt werden, damit die Teams sich herausgefordert fühlen, es zu lösen. Die Themen können dabei von "Wie erhalten wir ein möglichst einheitliches Bild unseres Kunden?" über "Wie wirken sich soziale Netzwerke auf unsere Retourenquote aus?" bis hin zu "Wie können wir innerhalb unseres Bestell- und Versandprozesses einen Tag einsparen?" reichen.

Der Hackathon kann, je nach Aufgabenstellung, ein starkes Werkzeug darstellen, mit dem Verantwortliche Probleme lösen können, neben den alten Klassikern wie Brainstorming. Aber warum ist das so? Weil die Lösungen nicht einfach nur als Gedankengebilde vorliegen, sondern praktisch als ausführbarer Code geliefert werden. Und gerade das macht die Sache so attraktiv. Denn es gibt wohl kaum einen Verantwortlichen, der nicht an einem Plan Gefallen fände, der sich direkt realisieren lässt, im Gegensatz zu einer "netten Idee", die man noch ausarbeiten muss.

Diese intensiven kollektiven Arbeitssitzungen sind auch frischer Wind für Mitarbeiter, die mal außerhalb ihrer täglichen Routine und im Sinne der unternehmensweiten Ziele denken dürfen. So entsteht für die Unternehmen die großartige Chance, in der ungewohnten Zusammenarbeit aller Abteilungen Informationen zu nutzen, um Probleme zu lösen.

Außerhalb des Dunstkreises digitaler Existenzgründer ist die Nutzung von Hackathons immer noch Neuland, doch die Beispiele einiger etablierter, aber zukunftsorientierter Unternehmen zeigen, dass dies auch in großen Firmen funktionieren kann. So werden Hackathons hoffentlich bekannter. Also, wie sieht das Problem aus, durch das Sie sich "hacken" möchten?