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Ein Zufall mit Folgen

Dieses Druckverfahren basiert zwar konzeptionell auf den von Lord Kelvin ca. 1860 gewonnenen Erkenntnissen zur Kapillarwirkung - aber erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde eine Anwendung realisiert.

In einem Canon Forschungslabor kam ein Mitarbeiter versehentlich mit einem Lötkolben an die Spitze einer Injektionsspritze, in der sich Tinte befand. Zu seinem Erstaunen wurde hierbei ein Tropfen Tinte mit hohem Druck aus der Kanüle hinausbefördert.

Diese Begebenheit führte zur Entdeckung der Bubble-Jet-Technologie und seit 1977 zu über 10.000 Patenten. Canon brachte die Entwicklung 1981 zur Marktreife und stellte bereits 1985 mit dem legendären BJ-80 den ersten Drucker mit dieser Technologie vor.

Das Druckverfahren

Beim Tintenstrahl-Druck werden kleine Farbtröpfchen von feinen Düsen auf das Papier übertragen. Jeder Tropfen ist das Ergebnis eines in sechs Phasen ablaufenden Prozesses.

  • Phase 1:
    Die Düsenkammer füllt sich aufgrund der Kapillargesetze mit Tinte. Das Heizelement wird aktiviert und erhitzt die Tinte sehr schnell.
  • Phase 2:
    Wenn die Tinte erhitzt ist, bilden sich kleine Gasblasen - ähnlich wie auf dem Boden eines Topfes mit siedendem Wasser auf der Herdplatte.
  • Phase 3:
    Bei zunehmender Erhitzung formiert sich in der Tinte eine so genannte "Super-Bubble". In diesem Moment wird Tinte mit hohem Druck aus der Düsenmündung gepresst.
  • Phase 4:
    Die Tinte löst sich von der Düsenmündung und bewegt sich in Tropfenform Richtung Papier.
  • Phase 5:
    Das Heizelement wird abgeschaltet. Die Gasblase zieht sich innerhalb der Düsenkammer wieder zusammen.
  • Phase 6:
    Die Blase ist vollständig in sich zusammengefallen und hat dabei frische Tinte aus dem Reservoir nachgezogen. Der Vorgang startet nunmehr von vorn.

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