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Tipps zum Fotografieren von Stadtlandschaften

Wenn die Sonne untergeht, sollten Sie eine ganz andere Art von Stadtfotografie ausprobieren: Millionen von Lichtern geben Ihnen die Chance für einzigartige Bilder von Stadtlandschaften bei Nacht.

Sehen Sie diesem Fotografen zu, wie er verschiedene Techniken demonstriert, während er London bei Nacht fotografiert.

Das Fotografieren im Dämmerlicht und bei Nacht ist in Städten besonders wirkungsvoll. Allerdings braucht man für Aufnahmen bei wenig Licht eine spezielle Ausrüstung und etwas Fachwissen.

Zunächst einmal braucht man eine gute Aussichtsposition. Versuchen Sie, sich oberhalb der Dächer zu positionieren, damit Sie einen guten Blick auf die Skyline haben; fotografiert man von unten aus, so erhält man beeindruckende Effekte, wenn man die Skyline im Kontrast zu Wasser wie einem Fluss oder einem Hafen fotografiert.

Meist ist die beste Zeit für Nachtaufnahmen direkt nach dem Sonnenuntergang, bevor die Stadt komplett im Dunkeln liegt. Bei solchen Aufnahmen hat der Himmel dann einen leichten Blauton und wirkt damit angenehmer, als wenn er ganz schwarz oder nur von den Lichtern der Stadt beleuchtet ist.

London Stadtlandschaft8 Sek., Blende 5,6, ISO 100, bei 24mm
Mit einem Weitwinkelobjektiv und Belichtungszeiten im Sekundenbereich fängt man den Glanz der Stadt und reichlich Himmel ein.


Um das Bildrauschen gering zu halten und die Bildqualität zu maximieren, setzt man am besten eine geringe ISO-Empfindlichkeit und eine Blende von ca. 5,6 ein. Das bedeutet aber, dass man eine lange Belichtungszeit wählen und daher die Kamera stabil positionieren muss, um Kamerawackler zu vermeiden.

London Skyline4 Sek., Blende 5,6, ISO 100, bei 50mm
Mit einem Objektiv, das eine Brennweite von 50mm bietet, kann man sehr schön die Lichter der Stadt fokussieren. Eine Verkürzung der Belichtungszeit verdunkelt den Himmel und betont die Londoner Skyline.


Nutzen Sie für die Bildkomposition die Livebildansicht. Das beleuchtete Display ist ideal, um bei Dunkelheit alles zu erkennen. Die Belichtung können Sie entweder über die Belichtungskorrektur oder im Manuellen Modus anpassen und das Ergebnis auf dem Display prüfen.

Zum Fokussieren nutzen Sie entweder den Live View AF oder Sie stellen das Objektiv in den Manuellen Modus und betrachten das Ergebnis auf dem vergrößerten Livebild.

Benutzen Sie einen Fernauslöser oder eine andere Möglichkeit zur Fernbedienung der Kamera, um Kamerawackler beim Auslösen zu vermeiden. Alternativ können Sie auch eine 2-sekündige Auslöseverzögerung einstellen, damit die Kamera erst kurz nach Betätigung des Auslösers das Bild aufnimmt. Verfügt Ihre Kamera über integriertes WLAN, so können Sie mit der Canon Camera Connect App auf einem Mobilgerät die Einstellungen steuern, die Belichtung prüfen und die Aufnahme auslösen. Das bietet zusätzliche den Vorteil, dass man die Bilder auf das Mobilgerät übertragen und von dort aus direkt auf soziale Medien oder einen Blog hochladen kann.

Lichter einer Stadtlandschaft bei Nacht Dieses beeindruckende Foto von Herrn Jackie Tran ist ein sehr schönes Beispiel für eine Stadtaufnahme in Zusammenhang mit Wasser: Es ergänzt das Bild durch Lichtreflexe und einen interessanten Vordergrund für die Stadtansicht.


Die Veränderung des Weißabgleichs führt zu unterschiedlichen Effekten. Setzt man ihn auf „Kunstlicht“, so bekommt das Bild einen eher kühlen Blauton, auf „Tageslicht“ wirken die Farben wärmer. Für beste Ergebnisse und mehr Flexibilität sollten Sie im RAW-Format fotografieren und den Weißabgleich später bei der Nachbearbeitung festlegen.

London Stadtlandschaft Blau Gelb Diese beiden Fotos der Londoner Skyline wurden mit der selben Belichtung aufgenommen, jedoch mit unterschiedlichen Weißabgleich-Einstellungen für einen kreativen Effekt. Das Bild links wurde mit der Einstellung „Kunstlicht“ und das Bild rechts mit „Tageslicht“ aufgenommen.


Nutzen Sie den Effekt langer Belichtungszeiten aus, indem Sie Bewegung in Ihre Bildkomposition einbauen – beispielsweise Fahrzeuge, die an einer bekannten Sehenswürdigkeit vorbei fahren. Stellen Sie die Belichtung auf Basis einer Belichtungszeit von ein paar Sekunden ein. Warten Sie vor dem Drücken des Auslösers, bis der Verkehr sich in Bewegung setzt. Im Ergebnis werden die Fahrzeuge bis zur Unkenntlichkeit verschwommen sein und die Front- und Rücklichter zeichnen kreative Lichtspuren über den gesamten Bildausschnitt. Verändern Sie die Belichtungszeit, um den Effekt zu variieren.

Amsterdam Lichtspuren Dieses Foto von Adrie van Bijsterveldt nutzt die lange Belichtungszeit, um die Lichtspuren eines schwimmenden Schiffes auf einem Kanal in Amsterdam festzuhalten.


Setzt man die Lichter einer Stadt als Hintergrund ein, so ist das eine großartiger Art, ganz besondere Porträtaufnahmen zu machen. Dafür müssen Sie die Kamera auf einem Stativ montieren und den Blitz der Kamera aktivieren bzw. ein externes Blitzgerät auf die Kamera setzen. Verwenden Sie dabei ähnliche Belichtungseinstellungen wie beim Aufnahmen von Lichtspuren. Eventuell passen Sie jedoch die ISO-Empfindlichkeit so an, dass Sie nicht mehr als eine oder zwei Sekunden belichten, damit Ihr Modell nicht allzu lange ganz still stehen muss. Sofern Ihre Kamera das anbietet, können Sie alternativ auch den Modus „Nachtporträt“ auswählen, um ein ähnliches Ergebnis zu erzielen.

Porträt Lichtspuren2 Sek., Blende 14, ISO 200, bei 35mm
Das Verhältnis vom Licht der Stadt und dem Blitzlicht ist ebenfalls eine interessante Option für ganz besondere Nachtporträts.


Eine Stadt bietet zu jeder Jahreszeit unredlich viele kreative Möglichkeiten und Motive. An einem nassen Abend, gleich nachdem der Regen aufgehört hat, bilden sich auf feuchten Oberflächen wunderschöne Reflexionen und in kristallklaren Nächten ist die Lichtverschmutzung besonders gering – beides lohnenswerte Aufnahmebedingungen.

Aber egal welche Bedingungen herrschen, Sie sollten bei Ihrem nächsten Städtebesuch auf jeden Fall einmal die Nachtfotografie ausprobieren. Vergessen Sie nicht, Ihre besten Nachtaufnahmen in die Canon Galerie hochzuladen.

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Anmerkung: In einigen Fällen dienen die für die Aufnahmen angegebenen Werte der Illustration der Unterschiede in den einzelnen Aufnahmen.