Funkelnde Sterne: Fünf Tipps für Aufnahmen vom Sternenhimmel

Unter dem Nachthimmel zu stehen und zu den Sternen aufzublicken, ist ein wahrhaft magisches Erlebnis. Dank der Fortschritte in der Kameratechnik ist es jetzt noch einfacher als je zuvor geworden, raus zu gehen und ein paar tolle Fotos zu machen. Hier sind unsere Top-Tipps für die besten Möglichkeiten, die Schönheit des Sternenhimmels zu erfassen.

Lichtshow der Natur von Bernhard Stoll

1. Der Standort ist entscheidend

Für die besten Aufnahmen müssen Sie in die Natur gehen – weit weg von jeder Lichtverschmutzung. Die Lichter der Stadt und sogar das Licht des Halbmonds sind stärker als das Sternenlicht. Es gibt einige sehr bekannte Orte in der Welt, wo man unglaubliche Aufnahmen von der Milchstraße machen kann (wie zum Beispiel im Death Valley in Arizona). Aber bereits außerhalb der Stadt finden sich Orte ohne künstliches Licht. Warum nicht einfach Blue Marbles praktisches Hilfsmittel verwenden, um den dunkelsten Ort in der Gegend zu finden?

Honeymoon Starlights von Christoph Justen

2. Achten Sie auf die Wettervorhersage

Vergessen Sie nicht, zuerst auf das Wetter zu achten, denn Sie benötigen für großartige Bilder vom Sternenhimmel eine wolkenlose Nacht. Eine leichte Bewölkung kann jedoch Ihren Bildern einen gewissen Reiz geben – es hängt von Ihrer Kreativität ab, dies zu Ihrem Vorteil zu nutzen. Wenn die Wolken ruhig am Himmel stehen, haben Sie bei langer Belichtungszeit weniger Probleme damit, dass sie unscharf aussehen. Wie bei allen Langzeitbelichtungen ist die Kamera stabil zu halten, um unerwünschte Lichtspuren oder Unschärfe zu vermeiden. Verwenden Sie für gestochen scharfe, klare Bilder vom Nachthimmel ein Stativ und achten Sie auf Wind, der die Wolken in den Bildausschnitt treiben könnte.

Look at the stars von Marta Diarra

3. Unterschiedliche Einstellungen ausprobieren

Für Aufnahmen vom Sternenhimmel müssen Sie die Kontrolle über Ihre Kamera haben. Stellen Sie den Modus auf Manuell und probieren dann einige der verschiedenen Einstellungen wie nachfolgend beschrieben aus.

Schärfe: Stellen Sie die Schärfe auf Unendlich (∞). Das machen Sie manuell nach Abschaltung der automatischen Fokussierung am Objektiv. Verwenden Sie die Entfernungsanzeige (sofern am Objektiv vorhanden) oder schauen Sie durch den Sucher und drehen dann den Fokusring, bis ein Gegenstand in der Ferne scharf abgebildet ist. Sobald das Objektiv auf ein Objekt in mehr sechs Metern Entfernung fokussiert, ist es in der Unendlich-Einstellung und die Sterne werden scharf abgebildet.

Blende: Wenn Sie wollen, dass die Sterne als Punkte und nicht als Lichtspuren abgebildet werden, müssen Sie eine größere Blendenöffnung wählen. Dies lässt so viel Licht wie möglich in die Kamera und ermöglicht eine relativ kurze Belichtungszeit. Bei einer großen Blendenöffnung ist die Schärfentiefe gering und alles im unmittelbaren Vordergrund wird unscharf sein.

Belichtungszeit: Das Sternenlicht ist nicht konstant. Damit Aufnahmen von Sternen oder der Milchstraße so statisch wie möglich wirken, wählen Sie eine Belichtungszeit von maximal 20 Sekunden. Eine längere Belichtungszeit hält das Licht der Sterne als Lichtspur fest – wenn Sie an der Herausforderung interessiert sind, die Sterne in Bewegung zu erfassen, lesen Sie weiter!

ISO: Der dritte Faktor, der die Belichtung Ihrer Fotos beeinflusst, ist die ISO-Einstellung. Je höher die ISO-Zahl, umso empfindlicher ist der Sensor für das Licht, das durch die Blende im Objektiv eintritt. Wenn Sie mit der Blende und der Belichtungszeit für den gewünschten Effekt zufrieden sind, beginnen Sie mit den ISO-Einstellungen zu experimentieren.

Starten Sie mit ISO 1.600 und schauen Sie sich das Ergebnis an. Dann ändern Sie den Wert, bis bei gewählter Blende und Belichtungszeit das Bild entsteht, das Ihner Vorstellung entspricht. Sie können dann die ISO-Einstellung nach oben anpassen (bis 3.200 oder so hoch wie es Ihre Kamera ermöglicht), um zu sehen, welchen Einfluss dies auf das Ergebnis hat.

Escape von Jackie Tran

4. Den Bildausschnitt festlegen

Ein mit leuchtenden Sternen gefüllter Himmel ist eines der auffälligsten Dinge, die man fotografieren kann. Um die Bildwirkung zu steigern, sollten andere Elemente in das Bild einbezogen werden – zum Beispiel Gebäude, Berge, Teile der Landschaft oder eine reflektierende Wasseroberfläche. Manchmal sind die Sterne für sich genommen nicht ausdrucksstark genug, deshalb sollten Sie nach etwas Einzigartigen suchen.

Old barn under the galaxy von Jackie Tran

Lost in the wild von Mario Castro Gómez

5. Sternenspuren erfassen

Sternenspuren können sehr dramatisch und faszinierend aussehen. Sie brauchen viel Zeit und Geduld, ein Stativ und einen Fernauslöser. Der Effekt wird durch die Rotation der Erde ausgelöst – die Sterne bleiben stets an der gleichen Stelle!

Die Erfassung dieser fantastischen Lichtlinien ist zwar eine Herausforderung – aber eine, die mit erstaunlichen Ergebnissen verbunden ist. Zunächst müssen Sie den Nordpol finden. Sie können ihn mit dem Smartphone und einer entsprechenden App finden. Aufnahmen mit zum Nordpol ausgerichteter Kamera zeigen bei entsprechend langer Belichtungszeit ein kreisförmiges Muster um einen zentralen Ort – wie im Beispielbild zu sehen.

Sterne sind keine starke Lichtquelle, deshalb wählen Sie eine hohe ISO-Einstellung (800, 1.600 oder mehr), um die Bewegung einzufangen. Beachten Sie beim Experimentieren mit der ISO-Einstellung, dass es bei der Wahl hoher Werte zum „Bildrauchen“ kommen kann.

Die maximale Belichtungszeit ist bei vielen Kameras 30 Sekunden – für eine längere Belichtung verwenden Sie die Langzeitbelichtung im manuellen Modus. Hierbei kann der Verschluss so lange geöffnet bleiben wie Sie wollen – durch einfaches Drücken auf den Auslöser. Die Schärfe auf Unendlich stellen (∞). Experimentieren Sie und überprüfen Sie Ihre Aufnahmen, bevor Sie eine längere Belichtungszeit von etwa 30 Minuten ausprobieren. Dann erneut Ihre Aufnahme überprüfen. Es kann ein paar Versuche kosten – und ein paar geduldige Nächte – bevor Sie die lohnenden Ergebnisse erhalten, die Sie haben wollen.

Rotate Earth von Michal Krawiec

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