Ihre Fotos, unsere Favoriten: Meine Stadt

Auf Basis der Inspiration, die unsere Story 24 Stunden auf der Galatabrücke Ihnen gegeben hat, riefen wir Sie auf, auch Ihre Stadt im Wechsel von 24 Stunden festzuhalten und Ihre Bilder auf die come and see Galerie in der Kategorie „Meine Stadt“ hochzuladen. Aus den zahlreichen exzellenten Einsendungen haben wir die drei Bilder ausgewählt, die unserer Meinung nach das Thema am besten darstellen und Sie zum Betrachten aufgefordert: Come and See. Jedes Bild weist auf eine ganze Geschichte hin, die darüber erzählt werden könnte und zeigt die Vielfalt der jeweiligen Stadt zu einem Zeitpunkt der einen Übergang darstellt. Um mehr über diese Bilder herauszufinden, haben wir mit den Fotografen eine Weile gechattet.


Lissabons Cais das Colunas von Carla Brito

Cais das Colunas in Lissabon von Carla Brito

Uns gefielen die Farben und das Gefühl für Zeit, das dieses in Lissabon aufgenommene Bild ausdrückt. Carla Brito, die dieses Bild aufgenommen hat, erklärt uns die Szene und wie dieses Bild zustande gekommen ist.

„In der Vergangenheit war Cais das Colunas in Lissabon der Ort, an dem die noblen Herrschaften mit Ihrem Boot ankamen. Die Marmorstufen führten wie ein Teppich zum Ufer des Tejo und begrüßten die Besucher am königlichen Palast. Heute ist Cais das Colunas eine reine Touristenattraktion. Tausende von Personen verschiedener Kulturen und Einflüsse, Anwohner und Besucher, gehen Tag für Tag an diesem Ort vorbei.

Von Cais das Colunas aus kann man nun Terreiro do Paço sehen, die Fährboote auf dem Fluss, die Stadt Almada am Südufer und das Monument Cristo Rei sowie die Brücke „25 de Abril“.

Am Ende eines Wintertages ging ich hier spazieren und erfreute mich an dem Anblick, als ich entschied, dass ich dies im Bild festhalten muss. Die Sonne ging gerade unter unter und ich musste diesen Moment einfach unsterblich machen.

Die Aufnahme machen

Um dieses Bild aufzunehmen, nutzte ich das Gegenlicht mit einer kurzen Belichtungszeit. Zum Einen wollte ich die Umrisse festhalten – die Säulen, die Treppe, die Menschen, die hier sitzen und die Nähe des Wassers suchen, die Möwen, die Brücke und Cristo Rei – und zum Anderen den Fluss mit den warmen Farben des Sonnenuntergangs und dem blaue Himmel eines kalten Tages.

Ich habe die Farbtemperatur so angepasst, dass alles ganz natürlich wirkt und die Belichtungszeit so gewählt, dass der Himmel nicht überbelichtet wird und der Fluss etwas unterbelichtet ist. So bekam ich genau das Bild, das ich mir vorgestellt habe und wenn ich es anschaue, möchte ich diesen Ort wieder und wieder besuchen.“


San Francisco von Mark Sherrat

San Francisco von Mark Sherrat

Uns gefiel das sich verändernde Licht und die Perspektive bei diesem Foto von San Francisco, das Mark Sherrat aufgenommen hat. Er erzählt uns die Geschichte zu diesem Bild.

„Meine Frau und ich hatten das Glück, drei Monate lang durch die USA reisen zu können. Wir machen einen Halt in San Francisco, wo wir meinen Bruder und seine Freundin besuchten. Sie empfahlen uns, den Coit Tower zu besuchen, ein Art Deco Turm, der in den 1930ger Jahren erbaut wurde und einen fantastischen Ausblick bietet. Dummerweise hatten wir viel zu viel Zeit damit verbracht, das sensationelle Essen in China Town in uns hinein zu stopfen und mit den Hippies in The Haight abzuhängen, so dass wir zu spät loskamen und ein wahren Zeitrennen hinlegten (auf einen der höchsten Berge der Stadt), um den Turm vor seiner Schließung zu erreichen.

Als wir ankamen, hatten wir nur noch wenige Minuten Zeit und wurden oben auf dem Turm mit einem unglaublichen Blick und einem ebenso unglaublichen Licht belohnt, das der Sonnenuntergang über die Stadt warf.

Die Aufnahme machen

Ich griff sofort zu meiner Kamera und begann von einem Fenster zum anderen zu eilen, um das beste Bild einzufangen, bevor die Sonne ganz unter ging. Ich wählte den Modus Zeitautomatik. um mit einer relativ kleinen Blende soviel Schärfentiefe wie nur möglich in das Bild zu bekommen. Ich musste aufpassen, genau die richtige Menge der Lichtreflexe ins Objektiv zu bekommen. Und dabei musste ich mich die ganze Zeit durch die Menschenmengen drängeln, die ebenfalls hier oben waren, um den wundervollen Blick zu genießen. Als ich mir am nächsten Morgen die Bilder anschaute, war dieses die Aufnahme, die aus allen hervor stach. Es war einfach eine unglaubliche Kombination: Am richtigen Platz, zur richtigen Zeit, mit der richtigen Ausrüstung – für ein großartiges Bild von einer berühmten Stadt aus einem ganz neuen Blickwinkel.“


Mailand von Amedeo Gamber

Pizzeria in Mailand von Amedeo Gamber

Das Foto von Amedeo hält wunderbar das Gefühl von Bewegung fest, das eine geschäftige Straße in Mailand selbst bei Nacht auszeichnet. Hier erzählt er uns die Geschichte zu diesem Bild.

„Ich begab mich zu der berühmten Straße Brera im historischen Stadtkern Mailands, um in einem Restaurant zu Abend zu essen. Der konstante Fluss von Menschen, die durch diese alte Straße flanierten, hat mich einfach fasziniert.

Die Atmosphäre war warm und lebendig und der Kontrast zwischen den historischen Gebäuden und der modernen LED-Straßenbeleuchtung sprang mir regelrecht ins Auge. Also entschied ich, ein Foto zu machen, das ausdrückt, wie ich mich genau in diesem Moment fühlte. Zum Glück hatte ich meine Canon 650D, mein lichtstärkstes Objektiv, ein Canon 50mm 1:1,4 und ein Stativ dabei, weil ich vorhatte, nach dem Essen einige Fotos zu machen.

Zunächst versuchte ich, die Aufnahme mit den Stativ auf einem kleinen Platz an der Straße zu machen, aber das war eine ziemliche Herausforderung, weil so viele Menschen um mich herum waren. Viele Leute schauten mich an, als wäre ich ein Alien! So ging ich weiter und fand eine kleine, dunkle Ecke, die einfach perfekt für meine Aufnahme war. Aus dieser Position konnte ich eine lange Reihe an Lichtern festhalten, die das Auge bis zum Fluchtpunkt führen und so die Perspektive betonen. Am Fluchtpunkt kamen die Lichter und die Menschenmenge zusammen. Dank meiner Position konnte ich auch den Schriftzug „Ristorante Pizzeria“ mit einbeziehen – ein typisches Symbol für eine italienische Stadt.

Die Aufnahme machen

Um die konstante Bewegung der Menschenmenge festzuhalten, habe ich mit einer relativ langen Belichtungszeit gearbeitet. Sie musste so lang sein, dass die Menschen wie „umher schwebende Geister“ aussahen, jedoch nicht zu lang, damit die Menschen immernoch gut zu erkennen waren. Nach ein paar Testaufnahmen, befand ich die Belichtungszeit von 3,2 Sekunden als geeignet. Ich habe die Aufnahme ganz bewusst in Schwarzweiß gemacht, damit Schatten und Lichter perfekt betont werden.

Etwas anderes an diesem Bild ist auch ganz außergewöhnlich: Man kann kein einziges Gesicht erkennen. Entweder ist die Person von hinten im Bild oder die Leute haben während der 3,2 Sekunden Belichtungszeit ihr Gesicht bewegt.

Ich hoffe, mit diesem Bild die geheime Seele von Mailand enthüllt zu haben: eine hektische Stadt, in der Jahrhunderte alte Geschichte mit dem Fortschritt verschmilzt. Es ist eine lebendige Stadt, die in heißen Sommernächten immer aktiv und in Bewegung ist.


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Wir danken allen, die Fotos ihrer Stadt im Wandel von 24 Stunden mit uns geteilt haben.
Jeden Monat bieten wir eine neue Challange an. Also: Kamera schnappen – egal was für eine –, kreativ werden und Fotos hochladen, damit jeder sie sehen kann. Come and see: Unsere neue Challange und Ihre einzigartigen Perspektiven gibt es hier.