Fünf Tipps für atemberaubende Porträtfotos

Großartige Porträtfotos sind vor allem auf der Straße nicht ganz einfach. Es hängt von vielen Faktoren ab – sie reichen vom passenden Licht, über den richtigen Abstand zum Motiv, bis hin zum schnellen Umgang mit der Kamera. Ansprechende Porträts lassen sich mit jeder Kamera einfangen, allerdings bevorzugen viele Fotografen eine DSLR, mit der sie mehr Kontrolle über ihre kreativen Möglichkeiten haben. Welche Kamera Sie auch immer haben, wir hoffen, dass diese fünf Tipps Ihnen helfen, bessere Porträts zu machen – sei es von Freunden, der Familie oder von Menschen, denen Sie unterwegs begegnen.


1. Verwenden Sie für Porträts die Belichtungskorrektur

Die Belichtungskorrektur mag kompliziert klingen – aber sie ist ein einfacher Weg, Dinge in Ihrem Foto heller oder dunkler zu machen. Sie ist besonders nützlich bei der Erfassung von hellen Hauttönen und stellt sicher, dass Ihr Motiv nicht ausgewaschen aussieht. Sie sorgt auch bei dunklen Hauttönen für ein natürliches Aussehen. Fast alle DSLR-Kameras, die meisten Kompaktkameras und viele Smartphones haben eine Belichtungskorrektur. Schauen Sie einfach mal im Handbuch nach. Mit +1 sorgt die Belichtungskorrektur für ein helleres Ergebnis und mit -1 werden helle Gesichter etwas dunkler abgebildet.

Two Sides von Deveion Acker

Deveion Acker, Two Sides,


2. Nah ran gehen

Es klingt so einfach, aber stets ganz nah am Motiv kann die größte Herausforderung sein – vor allem, wenn es ein Fremder ist oder jemand, der ständig in Bewegung ist. Wenn Sie sich mit der Kamera nähern, machen Sie ein Porträt mit der Intensität des momentanen Ausdrucks, den Falten im Gesicht oder dem Glanz in den Augen.

Verwenden Sie eine Standard- oder Weitwinkel-Festbrennweite anstelle eines Zoom-Objektivs – das zwingt Sie dazu, näher zu kommen und Ihr Motiv wird auch das kleine Objektiv als weniger einschüchternd empfinden. Fragen Sie Freunde oder in der Familie, wer sich mal in der Nähe der Kamera in Pose werfen möchte. Wenn Sie Porträts von Fremden machen, fragen Sie um Erlaubnis – oft sind sie geschmeichelt, dazu gebeten zu werden, außerdem gibt es Ihnen etwas Zeit, sich vorzubereiten. Wenn Sie sich mit der Technik vertraut gemacht haben, verwenden Sie den Autofokus-Modus und eine kurze Verschlusszeit, damit Sie sich vollständig auf Ihr Motiv konzentrieren können.

von Cappugino

Cappugino,


3. Unbemerkt fotografieren

Um natürlich aussehende und authentische Porträts zu machen, machen Sie ein paar Aufnahmen bevor und nach dem Moment, wenn Ihr Motiv bereit ist. Menschen fühlen sich dann wohler und Sie haben eine bessere Gelegenheit, ihr natürliches Lächeln oder einen schelmischen Blick genau dann einzufangen, wenn sie nicht erwarten, fotografiert zu werden. Hat Ihre Kamera eine Serienbildfunktion, probieren Sie es damit aus. Sie könnten auch ein Zoomobjektiv nehmen und fotografieren aus der Distanz – Ihre Porträts sehen dann weniger gezwungen und natürlicher aus.

Good Morning von Vinoth Chandar

Vinoth Chandar, Good Morning,


4. Die Person im Umfeld zeigen und eine Geschichte erzählen

Ein Porträt von jemandem in seiner gewohnten Umgebung erzählt eher eine Geschichte als eine Aufnahme nur vom Gesicht. Zum Beispiel können Sie ein Weitwinkelobjektiv verwenden, um einen Koch bei seiner Arbeit in der Küche zu fotografieren oder Sie zeigen einen Bauern auf seiner Kuhweide. Warum nicht mal einen musikalisch talentierten Freund vor einem unscharf abgebildeten Gitarrenladen im Hintergrund fotografieren? Überlegen Sie sich, was im Hintergrund Ihres Fotos sein kann und warum. Ziel ist es, ein optisch stark ansprechendes Bild zu machen – mit einer zusätzlichen Bedeutung, die den Betrachter dazu anregt, mehr zu erfahren.

Chief Chef von Meena Kadri

Meena Kadri, Chief Chef,


5. Experimentieren und mit Konventionen brechen

Neben der Anpassung der Kamera-Einstellungen gibt es einige einfache Möglichkeiten, das Interesse zu stärken Ihre Porträtaufnahmen interessanter zu gestalten. Zum Beispiel könnten Sie Ihr Motiv bitten, nicht in die Kamera zu schauen. Stattdessen kann sich sein Blick auf etwas in der Ferne oder auf etwas innerhalb des Bildausschnitts richten. Sie könnten auch einmal versuchen, die Aufnahme von oben von einer Stehleiter zu machen – oder Sie gehen in die Hocke und nehmen das Bild aus Hüfthöhe auf. Brechen Sie die Regeln der Komposition und positionieren Sie das Motiv vollständig in der Mitte des Bildausschnittes. Oder Sie setzen eine Lichtquelle im Hintergrund ein, betonen die Schatten und wählen eine lange Verschlusszeit, um mehr Stimmung in Ihren Porträts zu erzeugen. Ziel ist es, zu experimentieren und zu lernen – für Ergebnisse, mit denen Sie zufrieden sind und die Sie gerne herumzeigen möchten.

What I Never See von See-ming Lee

See-ming Lee, What I Never See,


Fühlen Sie sich inspiriert? Teilen Sie Ihre Porträts mit der Canon Community

Jetzt ist die Zeit gekommen, diese Tipps in die Tat umzusetzen und atemberaubende Porträts zu machen, auf die man stolz ist. Sobald Sie ein paar gemacht haben, warum nicht einfach mal in unsere Galerie hochladen? Sie teilen dann Ihre Arbeit mit anderen Liebhabern der Fotografie, schauen sich deren Arbeiten an und nehmen an unserem monatlichen Fotowettbewerb teil.


Titelbild: Joe Hunt, Ashbourne Festival