Urban Exploration - Ruhrgebiet

Unser Urbexer Thiemo Ehlert ist ein echtes Kind des „Ruhrpotts“. Er wurde in Oberhausen geboren und lebt mittlerweile in Bottrop. Entsprechend geprägt ist seine Vorliebe für Motive aus den Bereichen der verarbeitenden Industrie.

Der Student hat die Fotografie vor ca. 7 Jahren für sich entdeckt. Den Anfang machte eine Polaroid Kamera, es folgte recht bald die Digitaltechnik. Wie bei vielen seiner UrbEx Kollegen entdeckte auch Thiemo Ehlert das Feld des Urban Exploring durch die neuen Möglichkeiten, die ihm seine Kamera erstmals eröffnete (damals eine Canon EOS 50D). Verlassene Industriegelände in seiner Umgebung boten ihm die außergewöhnlichen Motive, an denen er sich ausprobieren konnte.

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Heute ist sein Antrieb die Suche nach Bildern, die noch niemand gemacht hat. „Es ist eine Art Jagdinstinkt“, erklärt Thiemo. „Ein Bild von einem Ort, den noch niemand auf diese Art fotographisch dokumentiert hat, ist etwas Einzigartiges. Eine Jagdtrophäe wenn man in dieser Terminologie bleiben möchte“. Das ist jedoch nur ein Teil der Geschichte.

Der andere Teil ist die historische Ausstrahlung, die von diesen Orten ausgeht. Der vielzitierte Hauch der Geschichte der in verlassenen Gebäuden zu finden ist, fasziniert Thiemo besonders.

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„Ich kenne wie die meisten meiner Mitmenschen den 2. Weltkrieg nur aus Erzählungen, einigen Bildern oder Dokumentarfilmen. Orte zu betreten, die den Krieg erlebt haben, Teil davon waren, ist wie eine Zeitreise. Es fühlt sich an wie begehbare Geschichte. Ungeheuer beeindruckend. Die Bilder, die ich davon mache, brennen sich tief in mein Gedächtnis“ erklärt der Student seine Faszination.

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Besonders nachhaltig ist ihm ein Besuch eines alten Bunkers in Erinnerung geblieben. Der Bunker war von einer Bombe getroffen worden, die Folgen des Einschlags wurden nie beseitigt. „Der Schock der Menschen, die damals vor Ort waren, hing immer noch in der Luft“ erinnert er sich. Solche Motive sind für ihn mehr als Bilder, sie erzählen eine lange Geschichte.

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Thiemo Ehlert sucht seine Motive intuitiv, er folgt keinen klaren Richtlinien. Sein einziger Grundsatz: Die Suche nach etwas Positivem. „Verfall ist in der Regel nichts Positives. Verlassene Gebäude erzählen meistens eine traurige Geschichte – aufgegebene Betriebe, verlorene Arbeitsplätze, verlassene Ortschaften. Aber in allen Dingen steckt auch immer etwas Positives. Ich versuche die Lichtblicke zu finden und festzuhalten“, erklärt er.

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Wenn er Bilder von verlassenen Betrieben veröffentlicht, kommt es gelegentlich vor, dass ehemalige Angestellte sich bei ihm melden und ihre Erinnerungen mit ihm teilen. „So etwas kann nur die Fotographie“ meint er. „Es gibt kaum etwas, das Erinnerungen besser bewahren kann als ein gutes Bild“.

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Thiemo Ehlert fotografiert derzeit mit einer Canon EOS 600D.


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