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US-amerikanische Fotojournalistin gewinnt den Award for Courage

Andrea Bruce, Gewinnerin des Anja Niedringhaus Courage in Photojournalism Award 2018 der International Women's Media Foundation (IWMF). Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark II mit einem Canon EF 50mm f/1.4 USM Objektiv. © Jonathan Levinson

Die ehemalige Fotografin der Washington Post, Andrea Bruce, hat den Anja Niedringhaus Courage in Photojournalism Award 2018 der International Women's Media Foundation (IWMF) gewonnen. Weitere Anwärterinnen waren die Canon Fotografinnen Amber Bracken und Rebecca Conway.

Die Gewinnerin Andrea Bruce (siehe Bild oben) ist eine amerikanische Dokumentarfotografin, die sich auf die Arbeit mit Menschen in kriegsgeschädigten Regionen spezialisiert, insbesondere im Irak und in Afghanistan. Andrea hat acht Jahre lang als Fotojournalistin für die Washington Post gearbeitet und schrieb die Kolumne „Unseen Iraq“ (Ungesehener Irak), in der das Leben der irakischen Bevölkerung und des US-Militärs näher betrachtet wurde.

An elderly woman stands at a colourful shrine’s door, in India.
Hameda Rena, 70, Gläubige aus Kaschmir hält sich an einer Messingplatte fest und spricht einen Vers aus dem Koran während sie an der Tür der heiligen Stätte Shah-i-Hamdan am Ufer des Flusses Jhelam in Srinagar (Indien) für ihre Familie betet (3. Dezember 2015). Viele Kashmiris suchen Trost an heiligen Stätten, die glückverheißenden Heiligen gewidmet sind, oder vertrauen auf Wunderheiler, die Heiltränke segnen und Vorträge halten oder Glücksbringer anbieten, um schützende Kräfte zu verleihen. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark III mit einem Canon EF 35mm f/2 Objektiv. © Rebecca Conway

Sie wurde bei einer Preisverleihung in Amsterdam gegen Ende des World Press Photo Festivals gefeiert, bei dem sie für ihre Empathie, ihre emotionale Bindung mit den Motiven und für die Würde ausgezeichnet, die sich durchwegs in ihrem Portfolio widerspiegelt. Juror Eman Mohammed merkte an, dass Andrea „wo immer sie war, andere Menschen stets zu größerem Einsatz inspirierte.“

Bruce setzte sich gegen 136 Nominierte durch, die höchste Anzahl im vierjährigen Bestehen des Programms. Sie ist nun Teil der prestigeträchtigen Familie von IWMF-Gewinnern wie z. B. auch die Canon Fotografinnen Stephanie Sinclair und Nicole Tung.

Eine Karriere als Fotojournalistin ist möglich, unabhängig davon, wer du bist.

Mit dem Anja Award werden Journalistinnen geehrt, die wichtige Geschichten unter schwierigsten Bedingungen dokumentieren und gleichzeitig bewegende Momente der Menschlichkeit festhalten. Diese Auszeichnung wurde zu Ehren der deutschen AP-Fotografin Anja Niedringhaus ins Leben gerufen, die 2014 in Afghanistan getötet wurde. Anja Niedringhaus wurde 2005 mit dem IWMF Courage in Journalism Award ausgezeichnet.

Bruce bekräftigt, das Engagement, die Leidenschaft und Hingabe von Neidringhaus mache ihr Mut, ihre Arbeit fortzusetzen. „Es ist eine große Ehre, ihr Erbe tragen zu können und Teil der wunderbaren Arbeit des IWMF zu sein“, so Bruce. „Anja hat den Fotografinnen von morgen gezeigt, dass eine Karriere als Fotojournalistin möglich ist, unabhängig davon, wer du bist – ich kann nur hoffen, dass ich darin annähernd so viel Erfolg haben werde.“

A woman tilts her head forward in a dark portrait.
„Ich möchte hier nicht getötet werden. Ich kam hierher, um mit meinen Kindern und Enkelkindern zu leben“, sagt Vonda Long, Nachfahrin von High Hawk, der 1890 im Wounded-Knee-Massaker getötet wurde. Aufgenommen am 13. November 2016 mit einer Canon EOS 5D Mark III mit einem Canon EF 50mm f/1.4 USM Objektiv. © Amber Bracken

Amber Bracken war eine ebenfalls Anwärterin. Die Jury hob dabei die unglaubliche Beharrlichkeit in der Arbeit von Amber und ihren neuen und unvergesslichen Blick auf die indigene Bevölkerung in ihrer Heimatregion und anderswo hervor.

Eine weitere Anwärterin war die britische Fotojournalistin Rebecca Conway. Sie arbeitet in Neu-Delhi und ist bekannt für ihre Aufnahmen vom lang andauernden Kaschmir-Konflikt und dessen Auswirkungen auf die Bevölkerung vor Ort.

„Journalistinnen waren lange Zeit Opfer von Belästigungen am Arbeitsplatz und anderen Bedrohungen, über die erst jetzt gesprochen wird,“ meint Elisa Lees Muñoz, Geschäftsführerin des IWMF. „Mit dieser Auszeichnung sollen diejenigen gewürdigt werden, die in lebensgefährlichen Regionen arbeiten und sich dennoch auf die Personen konzentrieren, die ihrer Meinung nach die wahren Helden sind.“

Verfasst von Emma-Lily Pendleton


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