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Tim Flachs außergewöhnliche Vogelporträts

A grey crowned crane with its wings raised.
Tierfotograf Tim Flach hat sich auf Vögel spezialisiert und nimmt beeindruckende Porträts im Magazinstil auf, wie dieses Bild eines Südafrika-Kronenkranichs, die jede Art feiern. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5DS mit einem Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM Objektiv, Verschlusszeit 1/200 Sek., Blende 1:18 und ISO 100. © Tim Flach

Tim Flachs Tierfotografie ist einzigartig. Die meiste Zeit arbeitet er in einem Studio und erstellt Bilder, die das Außergewöhnliche betonen und uns einen neuen Blickwinkel auf bekannte Tiere bieten. Seine Bilder sind nicht nur wunderschön beleuchtet und sehr detailliert, sie helfen uns auch, eine emotionale Bindung zu den Tieren aufzubauen, häufig durch Hervorheben menschlicher Züge oder Ausdrücke.

Flach hat bisher vier Bücher über Tierfotografie herausgebracht. Das erste, „Equus“ (2008), konzentriert sich auf Pferde im darauf folgenden Buch „Dogs Gods“ (2010) fokussierte er sich auf die Studie von Hunden. Dann kamen Bücher, die eine breite Palette von Tieren zeigten: In „More Than Human“ (2012) stellt er „die Beziehung zwischen menschlichen und nicht menschlichen Wesen“ dar. Das Buch Endangered (2017) konzentriert sich auf bedrohte Tierarten.

Flach arbeitet derzeit an einem neuen Projekt, in dem er sowohl seltene exotische als auch heimische Vögel fotografiert. Für seine Aufnahmen verwendet er nur Ausrüstung von Canon. Flachs Bilder zeigen Arten, die er besonders spektakulär oder faszinierend findet – vom Südafrika-Kronenkranich bis hin zur Blaumeise. 2021 hat er vor, sein Projekt als Buch zu veröffentlichen

In diesem exklusiven Interview erklärt Flach seine Techniken, warum er es faszinierend findet, Tiere zu fotografieren, das „kontrollierte Chaos“ seines Studios und seine Ziele für sein fortlaufendes Vogelprojekt.

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Du hast vier Bücher über Tiere veröffentlicht. Was fasziniert dich an der Tierfotografie?

„Es kann manchmal schwierig sein, einen Menschen zu verstehen, aber es ist noch schwieriger, ein Tier zu verstehen. Das hat mich schon immer fasziniert. Ich habe mit Bildern zu tun. Die Frage ist also, wie wir aus diesen Bildern eine Bedeutung gewinnen, die uns die Bedeutung dieser Tiere näherbringt.

„Mich interessiert, wie Anthropomorphismus in Tierporträts eingesetzt werden kann – die Idee dahinter ist, etwas, das wir in der Tierwelt als menschlich sehen, mit unserer Welt zu verbinden. Ich denke, das ist ein starkes Werkzeug. Heutzutage sollten wir uns mehr denn je fragen, wie wir mit Menschen in Kontakt treten und dafür sorgen, dass sie sich für die Natur interessieren.“



Was ist dein Ziel, wenn du Bilder für ein Buch aufnimmst?

„Ich interessiere mich für Möglichkeiten, Menschen mit der Natur zu verbinden. Man muss in Sekundenschnelle handeln – die Aufnahme soll die Leute entweder herausfordern, sie überraschen oder sie von Bild zu Bild begleiten. Es könnte sein, dass ein Bild mehrdeutig ist, sodass du dir nicht ganz sicher bist, was du gerade siehst. Als Fotograf musst du die Aufmerksamkeit des Betrachters immer wieder auf die Dinge lenken, die deiner Meinung nach interessant sind.“

A close-up portrait of a vibrant blue tit.
Flachs Nahaufnahme einer Blaumeise lässt den kleinen Gartenvogel groß und einschüchternd erscheinen. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5DS mit einem Canon EF 180mm f/3.5L Macro USM Objektiv, Verschlusszeit 1/200 Sek., Blende 1:20 und ISO 400. © Tim Flach
A brown and white speckled Jacobin pigeon.
Die gefleckte Perückentaube ist vor allem für ihre Federmähne bekannt. Durch Hervorheben der „menschlichen Züge“ der Vögel möchte Flach uns stärker animieren, die Natur zu achten. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5DS mit einem Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM Objektiv, Verschlusszeit 1/160 Sek., Blende 1:20 und ISO 250. © Tim Flach

Wie ist dein aktuelles Projekt über Vogelfotografie entstanden?

„Ich untersuche gemeinsam mit Forschern, welche Bilder die Leute am meisten beeinflussen und eine emotionale Bindung auslösen. Ich interessiere mich für Tierporträts, also dachte ich daran, mich nicht wie bei meinen anderen Projekten an einen besonderen Ort zu begeben. Ich möchte mich auf Vögel als Motiv konzentrieren, ohne ablenkenden Hintergrund.

„Als ich gemeinsam mit dem Ornithologen und britischen Vogelmaler John Gould und dem amerikanischen Ornithologen und Illustrator John James Audubon arbeitete, wollte ich unbedingt herausfinden, wie man den Vögeln Persönlichkeit und Charakter verleiht, um stilisierte Bilder zu erstellen, in denen die jeweilige Art gefeiert wird. So habe ich einen wirklich kleinen Vogel wie die Blaumeise aufgenommen und eine Nahaufnahme ihres Kopfes gemacht.“



Wie stellst du sicher, dass die Vögel keinen Stress erleiden?

„Ich fotografiere in der Regel keine Vögel, die in freier Wildbahn leben. Manchmal begebe ich mich dorthin, wo sie gehalten werden, aber die meisten wurden in meinem Studio fotografiert. Ich habe ein mobiles Vogelgehege gebaut, das so gestaltet ist, dass die Vögel mich nicht sehen können. Ich habe auch eine Drehplatte installiert, die wirklich gut funktioniert. Die Vögel sitzen auf einem Ast, der sich bewegt und das scheint ihnen nichts auszumachen. Dadurch kann ich die Vögel in stilvollerem Licht aufnehmen als es bisher möglich war. Ich habe hauptsächlich Studiobeleuchtung verwendet, aber bei einigen der größeren Vögel kam natürliches Licht zum Einsatz. Ich finde Tageslicht besonders schön. Es ist also gut, eine Mischung zu haben.“

An owl swooping low onto the snowy ground.

Raubvogelaufnahmen bei Dämmerung mit der EOS-1D X Mark III

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Welches Kameragehäuse und welche Objektive verwendest du?

„Ich nehme alles mit der Canon EOS 5DS auf, weil sie eine Auflösung von 50,6 Megapixel hat. Bei Tieren kann ich nicht immer im Voraus bestimmen, wie das Bild zugeschnitten werden soll – z. B. im Flug – daher ist die Dateigröße ein hoher Anreiz. Selbst bei statischen Motiven muss ich das Bild manchmal zuschneiden, um das zu bekommen, was ich möchte. Ich nutze hauptsächlich drei Objektive: ein Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM, ein Canon EF 180mm f/3.5L Macro USM und ein Canon EF 200-400mm f/4L IS USM Extender 1.4x.“

Wie lange dauert es, jeden Vogel zu fotografieren?

„Manchmal habe ich an einem Tag fünf verschiedene Arten fotografiert, aber andere nehmen mehr Zeit in Anspruch. Mit Kolibris mussten wir beispielsweise Hunderte von Aufnahmen machen, um nur drei Bilder zu erhalten. Ein Vogel, den ich für das Projekt fotografieren möchte, ist ein Tragopan, auch bekannt als Satyrhuhn. Es hat einen wunderbaren farbigen Latz. Ich habe Tage darauf gewartet, dass eins in Belgien verfügbar ist, aber das ist nicht geschehen. Diese Vogelart ist so überraschend, dass ich wahrscheinlich noch ein paar Tage damit beschäftigt sein werde – ich werde für ein Bild fast eine Woche brauchen.“

A pink Major Mitchell's cockatoo with its crest of feathers raised.
Diese Aufnahme eines exotischen Tukans, der während des Rufens fotografiert wurde, zeigt die Helligkeit seines Schnabels und auch die gezahnte Kante, die er zum Zerlegen seiner Beute verwendet. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5DS mit einem Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM Objektiv, Verschlusszeit 1/200 Sek., Blende 1:20 und ISO 200. © Tim Flach
A portrait of a toucan with a bright orange beak.
Auf dieser Aufnahme in leuchtenden Farben sieht es fast so aus, als würde der Inka-Kakadu lächeln. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5DS mit einem Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM Objektiv, Verschlusszeit 1/200 Sek., Blende 1:18 und ISO 200. © Tim Flach

Du hast einige Ihrer Tieraufnahmen als „kontrolliertes Chaos“ beschrieben. Ist das beim Fotografieren von Vögeln so?

„Ja, und ich glaube, dass musst du akzeptieren. Das einzige, was du tun kannst, ist, die Bühne zu bereiten, auf der etwas passieren könnte. Wie heißt es so schön: Wer nicht angeln geht, fängt auch keinen Fisch. In diesem Sinne: Wenn du die Zutaten zusammen hast, müsste hoffentlich etwas geschehen, das außerhalb deiner Vorstellungskraft liegt. Ich denke, dass es die Überraschung ist, die sich am meisten lohnt.



Warst du auch überrascht darüber, wie sich das Gesamtprojekt entwickelt?

„Es ist wirklich faszinierend, wenn man bestimmte Arten von Aufnahmen in einem Buch wiederfindet. Ich habe damit begonnen, Porträts von kleinen Vögeln zusammenzustellen, obwohl ich mein Projekt nicht so beginnen wollte. Ich dachte, ich würde viele Bilder von großen Greifvögeln haben – tatsächlich habe ich einige, aber nicht wirklich viele. Die Vögel, die mir die interessantesten Bilder geliefert haben, waren nicht diejenigen, von denen ich das zu Beginn erwartet hätte.“



Was möchtest du mit deinem Vogelprojekt erreichen?

„Das Buch war nie als Feldbuch oder Enzyklopädie gedacht. Ich hoffe, dass ich einige der Strukturen und Formen dieser Vögel so dargestellt habe, dass sich Textil- und Modedesigner möglicherweise für sie begeistern werden. Außerdem hoffe ich, dass dieses Buch über Vögel eine ungewöhnlich breite Reichweite haben wird.

„Es gibt 10.800 Vogelarten, und ich werde insgesamt nur etwa 80 Vogelarten aufnehmen. Ich erkunde diese Vogelarten nur visuell. Ich hoffe, dass dieses Gefühl der Verwunderung die Menschen über die Situation der Vögel nachdenken lässt. Das Buch wird auch emotionaler als bisherige Projekte, da den Vögeln Charakter und Personalität verliehen wird.“

Verfasst von David Clark


Tim Flachs Ausrüstung

Die Ausrüstung, die Profis für ihre Fotos verwenden

A Canon EOS 5DS camera.

Kamera

Canon EOS 5DS

Schnelles, intuitives DSLR-Handling mit einer Auflösung von 50,6 Megapixeln für eine außergewöhnliche Detailvielfalt in jeder Aufnahmesituation. „Die Dateigröße ist ein hoher Anreiz“, sagt Flach.

Objektive

Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM

Dieses vielseitige Objektiv ermöglicht großartige Ergebnisse bei Porträt- und Videoaufnahmen aus der Hand, da es den Einsatz einer attraktiven Hintergrundunschärfe ermöglicht und einen Hybrid Bildstabilisator bei geringem Gewicht bietet.

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