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Das Farbmanagement in den Griff bekommen

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Think Digital sprach mit Tom Lloyd, einem Canon Unternehmensberater, der sich auf Farbmanagement spezialisiert hat, über die Herausforderungen, vor denen Druckdienstleister und ihre Kunden im Zeitalter der Mehrkanal-Kommunikation stehen.

Lloyd gehört zu einem Canon Team, das mit Firmen, Markenmanagern, Agenturen und Druckereien zusammenarbeitet, um bequeme Farbworkflows für Print, Web, Mobilgeräte und andere Veröffentlichungsformate zu entwickeln. Die Lösungen setzen auf farbgesteuerte Workflows, die die Arbeit in der Druckvorstufe leichter machen und druckfertige standardisierte Daten erzeugen. Auch leistet Canon Schulungen für Druckdienstleister und deren Kunden und Mitarbeiter.

Was ist die größte Herausforderung im Farbmanagment heute?
Wir leben in einer multimedialen Welt mit einer stetig wachsenden Anzahl von Kanälen, über die wir kommunizieren können. Das geht von Offset- und Digitaldruck zu Desktop- und Tabletcomputer, und weiter zu Socialmedia, Smartphones und mehr. Jedoch, wenn man zu den meisten Unternehmen heute geht und um eine Ausgabe ihrer Markenleitlinien bittet, dann werden das fast immer Dokumente aus dem vergangenen Jahrhundert sein, in denen Multichannel-Publishing nicht berücksichtigt ist. Diese Leitlinien werden sich häufig auf das Pantone® Matching System beziehen, das 13 Grundfarben verwendet und damit eine breitere Farbskala bietet als CMYK (das Vierfarbmodell für konventionelle Druckmaschinen). Die Dateien müssen stets im Hinblick auf das Endprodukt vorbereitet werden, und dies wird am besten erreicht durch die Automatisierung dieses Prozesses mit maßgeschneiderten PDF-Ausgabeworkflows. Die Lösung ist zu kommunizieren, zu schulen und zu automatisieren.

Warum ist das ein Problem?
Wenn Sie grafische Anwendungen auf die eine Art einrichten und einen Druckworkflow eine andere, dann landen Sie am Ende zwangsläufig bei einer Dateikonvertierung. Je häufiger dies mit einer Datei geschieht, je mehr geht bei der Übersetzung verloren und umso wahrscheinlicher ist es, dass die ursprünglich gewünschte Farbe nicht erreicht wird.  Viele Anwender sind sich der "verborgenen" Farbeinstellungen bei Adobe CS und Acrobat nicht bewusst und nutzen die Standardeinstellungen, doch die sind für Bildschirme und nicht für den Druck optimiert. Wenn man mit korrekten Farbvoreinstellungen arbeitet, die Monitore kalibriert und verstanden hat, wie Softproofen funktioniert, spart man nicht nur Zeit und Geld, sondern man erhält auch präzise, vorhersagbare Ergebnisse.

Was bedeutet das für Marken und Unternehmen?
Viele Organisationen haben nicht genug darüber nachgedacht, wie sie ihre Markenidentität über die verschiedenen Publishing-Kanäle bewahren. Das ist nicht nur eine Herausforderung im Sinne von Markenkontrolle und Durchgängigkeit, sondern auch im Hinblick auf Kosteneffizienz und Abfall, wenn es zu zeitaufwändigen Korrekturen oder zu Farbfehlern in den Druckdateien kommt. Unternehmen geben sehr viel Geld für die Kreierung einer Marke und für deren Pflege und Schutz aus, doch wenn man den Produktionsprozess außer Acht lässt, kann dies das Endergebnis in Frage stellen - das Druckprodukt, das der Kunde zu Gesicht bekommt.

Und was bedeutet das für Druckanbieter?
Ohne Zweifel sind die größten Farbmanagementprobleme die Dateien, die die nicht fit für die Ausgabe sind. Schlecht vorbereitete Dateien sind zwangsläufig schlecht zu drucken. Wenn beim Preflighting einer ungeeigenten Datei Fehler entdeckt werden, steht man vor der Wahl: Entweder man lehnt die Datei ab und bittet den Kunden, sie korrekt neu zu liefern, oder man steckt Zeit rein und versucht, die Fehler selbst zu beheben. Während die erste Lösung zu Verspätungen führt, übernimmt die Druckerei bei der zweiten das Risiko, dass das Endergebnis nicht den Erwartungen des Kunden entspricht und es zu Reklamationen kommt. Deshalb gibt es einen echten Bedarf danach, dass Druckereien wissen, wie gute Druckdateien erzeugt werden, damit sie den Kunden beraten können, warum die Dateien korrekt angelegt werden müssen. Möglicherweise können sie hierfür sogar Schulungen anbieten.

Wie können Markenunternehmen und Druckanbieter zusammen diese Herausforderung meistern?
Aus Sicht des Markenunternehmens haben die meisten Probleme ihren Ursprung in der Phase der Dokumenterstellung, so dass die richtigen Workflows an dieser Stelle viele dieser Probleme beseitigen. Das bedeutet, der gesamte Workflow muss von Anfang bis Ende analysiert werden, um dann verschiedene Farbworkflows zu generieren, die es einfach machen, die richtige Farbe je nach gewünschtem Ergebnis auszuwählen - ob Druck oder Online. Dadurch dass sichergestellt wird, dass die Dateien mit den korrekten Farbeinstellungen verpackt sind, haben die Verantwortlichen die Gewähr dafür, dass die Markenidentität durchgängig über alle Medienkanäle transportiert wird.

Auf Seiten der Druckerei ist es wichtig, den Produktionsworkflow im Griff zu haben, das bedeutet Farbkalibrierung über alle am Prozess beteiligten Systeme. Allerdings wird häufig missverstanden, dass man mit Farbmanagement in der Druckerei alles noch retten kann. Doch wenn die Dateien schlecht vorbereitet sind, dann lässt sich das auch durch das beste Kalibrieren nicht beheben.

Im wesentlichen läuft es auf die drei wichtigsten Elemente hinaus: Kommunikation, Schulung und Automation. Sprechen Sie mit Ihren Kunden um deren Anforderungen an den Druck zu verstehen, beraten Sie sie dahingehend, wie sie die Dateien optimal vorbereiten sollen und bieten Sie an, maßgeschneiderte Acrobat PDF-Workflows zu erstellen, die sie nutzen können und die die Durchgängigkeit garantieren.

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