Entscheiden Sie sich beim Wandel für kalkulierbares Risiko

Canon EXPO 2015

Zahlreiche Druckereien haben sich erfolgreich verändert oder gar neu erfunden. Viele positionieren sich nun als Marketingdienstleister.

Als Strategie, den Verlust von Druckaufträgen durch digitale Formate zu kompensieren, kann dies sehr sinnvoll sein. In Bereichen wie variabler Datendruck, Großformatdruck und Transaktionsdruck bestehen äußerst gute Aussichten, neue Umsätze zu generieren. Also, was hält Sie ab, mit dem Wandlungsprozess zu beginnen?

Eine Reihe von Fragen, wenn die Ergebnisse einer Studie, die InfoTrends 2015 durchführte, zutreffen.1 InfoTrends befragte zahlreiche Druckdienstleister und Hausdruckereien, ob sie den Wandlungsprozess hin zu einem Marketingdienstleister planen oder schon begonnen haben. Die Antworten spiegelten eine Verlangsamung in beiden Kategorien wider, wobei der Rückgang bei den Hausdruckereien von 30 auf 9 % besonders stark war.

Angesichts dieser offensichtlichen Zurückhaltung ist es nicht verwunderlich, dass die Umfrage einen zweiten Trend in Richtung, wie es InfoTrends nennt, "einer erneuten Konzentration auf die Kerndienstleistungen", erkennt. Hier sind digitales Drucken, Großformatdruck und konventionelle Druckverfahren, die am schnellsten wachsenden Bereiche in den befragten Unternehmen.

Was soll man von diesem Revival nach dem Motto "Tinte oder Toner auf Papier" halten? Ein Teil der Antwort liegt sicher in den Herausforderungen, die der Weg von der Druckerei zum Marketingdienstleister bietet. Für die von InfoTrends befragten Unternehmen waren dies die drei schwierigsten: Erlernen neuer Verkaufstechniken, fehlendes Personal und fehlende Wachstumsstrategie. Die technischen Herausforderungen folgten erst später.

Ein weiteres Argument für die Zurückhaltung war für einige auch das Ausbleiben hochkarätig "visionärer" Aufträge. Für Außenstehende und Wettbewerber machten diese Unternehmen alles richtig: Sie erkannten ihre Chancen und entwickelten die Strategien und Fähigkeiten, um sie zu nutzen, dennoch reichte es nicht.

Oftmals war die Vision die richtige, doch es haperte an der Ausführung. In einer Branche wie der Druckindustrie, wo der Wandel schnell und stürmisch ist, kommt man allein mit Fantasie nicht weit; ab einem gewissen Punkt zählt nur noch harte Arbeit. Das Unternehmen umzuwandeln bedeutet nicht nur, alle beschriebenen Herausforderungen zu meistern, sondern nachdem das geschafft wurde, wachsam zu bleiben, den Wettbewerb zu beobachten, nahe beim Kunden zu sein und Herr über die Technik zu bleiben.

Das erfordert großes Engagement. Man kann verstehen, dass einige Druckereibesitzer diesen Wandel am liebsten verschieben würden. Doch Tatsache ist, dass die Zukunft des Drucks – und damit auch die der Druckanbieter – darin liegt, an der "Kommunikationsfront" Seite an Seite mit anderen Kanälen zu arbeiten. Unternehmen, die dies nicht verinnerlichen, werden die Felle davonschwimmen. Sie können die Entscheidung zum Wandel aufschieben, doch irgendwann werden Sie ein Risiko eingehen müssen.

Wichtig ist, dass Sie dieses Risiko kalkulierbar machen. Neue Geschäftsideen zu entwickeln – so großartig sie auch sein mögen – ist bloß ein Anfang. Sie müssen Ihr Unternehmen und Ihr Personal stets kritisch hinterfragen und diese Fragen offen und ehrlich beantworten. Schauen Sie nicht nur dorthin, wo Sie hinwollen – sondern auch dahin, wo Ihr Unternehmen momentan steht. Welche Art von Arbeit und welche Kunden sind die rentabelsten? Analysieren Sie stets nach der 80/20-Regel, in welchen Bereichen sich Ihre Anstrengungen am meisten lohnen. Und zögern Sie nicht, sich von Arbeitsbereichen – und damit auch von Kunden – zu trennen, die nicht ausreichend zum Gesamtergebnis beitragen. Denken Sie immer daran, dass Sie wie ein Gärtner die toten Triebe abschneiden müssen, damit die neuen Geschäftsideen gedeihen können.

Die Aussicht auf höhere Gewinne sind verlockend, aber verlieren Sie darüber nicht den Kopf – vor allem dann nicht, wenn es dabei um Investitionsentscheidungen geht. Die jüngere Vergangenheit der Druckbranche ist gespickt mit Unternehmen, die dachten, dass die gekaufte Digitallösung allein schon den Wandel ihrer Unternehmenskultur bewirken würde. Einige haben ihren Bedarf überschätzt und in eine Maschine investiert, die zu schnell, mit zu vielen Funktionen ausgestattet und dadurch viel zu teuer war, um eine gute Rendite zu erzielen. Der Satz “Baue es und sie werden schon kommen" mag für Kevin Costner im Film "Feld der Träume" funktioniert haben, doch Filme sind reine Fiktion...

Das klingt alles einleuchtend, doch im heutigen Geschäftsleben gilt es so viele Dinge zu beachten. Und idealerweise sollten Sie sich von jemandem beraten lassen, der Ihr Unternehmen von außen betrachtet. Das kann natürlich ein Unternehmensberater sein, doch die guten sind nicht eben preiswert. Eine bessere Option – die übrigens bei Druckereien zunehmend beliebter wird – könnte der Hardwarelieferant sein. Genau wie die Druckereien selbst unterliegen die Lieferanten dem Zwang sich zu verändern. Sie haben längst erkannt, dass sie mehr machen müssen, als nur Hardware oder Software hin und her zu schieben. So wie ihre Kunden bewegen sie sich in der gleichen schnelllebigen Branche, in der intelligente Lösungen gefragt sind – und jede dieser Lösungen wird von einem höchst individuellen Unternehmen mit eigener Geschichte, eigenem Anspruch und einzigartigen Menschen gekauft.

Thomas Edison hat einmal festgestellt, dass Erfolg aus 10 % Inspiration und 90 % Transpiration besteht.. Im Wandlungsprozess liegen die 10 % allein bei Ihnen, doch in der Partnerschaft mit dem richtigen Lieferanten können Sie sich den Rest teilen.



1 US Production Software Investment Survey 2015, InfoTrends, April 2015.

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