Im Fokus der Branche: Buchdruckereien und Verlage

Hier erfahren Sie, wie mit dem Aufkommen der E-Reader die Verlagswelt aus den Fugen geraten ist und wie die Druckbranche auf diese Erschütterung reagiert.

Industry focus: book printing and publishers

Noch vor kurzem haben Experten das Ende des gedruckten Buches verkündet. Sie erklärten, dass innerhalb weniger Jahre bedruckte Seiten zugunsten von E-Readern, Tablets und anderer Geräte verschwinden würden. Doch obwohl diese Technologien sicherlich Auswirkungen auf die Verlagswelt haben, sind Bücher immer noch sehr gefragt und auch dank des Einsatzes von schnellem digitalem Inkjet-Farbdruck rentabel herzustellen.

Während die Auflagen im allgemeinen Buchbereich weiter zurückgehen werden, sind die Aussichten bei digital gedruckten Büchern völlig anders. Hier wird ein deutliches Wachstum vorausgesagt. Caslon schätzt, dass digital produzierte Schwarzweiß- und Farbseiten um 14 % und 18 % zwischen 2014 bis 2019 zunehmen werden.

Digitales Wachstum

Die Verwerfungen in der Verlagsindustrie werden von umfassenden Markttrends verursacht. Es ist nicht nur das Aufkommen von E-Readern und Mobilgeräten, sondern das allgemeine Leseverhalten verändert sich. Es geht auch nicht darum, dass der Leser nicht mehr an gedruckten Büchern interessiert wäre, sondern er will über das Buch verfügen, wo und wann immer er möchte. Neue Spieler auf dem Markt mit Angeboten im Bereich Book on Demand, wie Amazon, Apple oder Google, lassen diesen Wunsch wahr werden. Während das gesamte Druckvolumen bei Büchern sinkt, ist die Zahl der Titel in Europa konstant oder wächst sogar noch. Es gibt auch mehr Titel in Kleinauflagen, was wiederum das Wachstum von Digitaldruck vorantreibt.

Diese Situation ist natürlich für Verlage mit umfangreicher Lagerhaltung besorgniserregend. In Großbritannien beispielsweise werden ungefähr 150.000 neue Titel pro Jahr verlegt. Kurz nach dem Erscheinen tauchen sie in den Bestsellerlisten auf, um dann sehr schnell unter "ferner liefen" geführt zu werden. Genau an diesem Punkt setzen vier neue Geschäftsmodelle an, von denen die Buchverleger erheblich profitieren können.

Neuer Ansatz gefällig?

Bei den Überlegungen, wie man Vorteile aus den Chancen im Buchdruck und Verlagswesen ziehen könnte, sollten sich die Drucker von bestehenden Geschäftsmodellen inspirieren lassen.

Beim Kleinauflagen-Modell geht es um die Verschiebung hin zu einer wirtschaftlicheren digitalen Produktion, denn schneller Inkjet-Druck schließt immer mehr die Lücke zwischen digitaler tonerbasierten- und dem Offset-Bogendruck. Der Vorteil für die Verleger besteht darin, dass Sie heute kleinere Auflagen bestellen und so das Lagerrisiko verringern können.

Das Lebenszyklus-Management-Modell erlaubt die Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette. Das bedeutet, die Auflagenhöhen in der Produktion mit der tatsächlichen Verkaufszahl aller Druckprodukte abzugleichen. Der Vorteil für Verleger: Jeder Buchtitel kann in minimaler Zahl verfügbar gemacht werden, um so maximale Einnahmen zu erzielen.

Das Print-on-Demand-Modell beruht auf dem simplen Prinzip "Erst verkaufen – dann drucken". Amazon hat gezeigt, wie gut dieses Modell funktioniert. Print-on-Demand hat sich mittlerweile völlig etabliert und passt perfekt in die Online-Lieferkette. Ein Buch kann heute bestellt und gedruckt werden und ist morgen bereits beim Kunden. In diesem Fall profitieren die Verleger davon, dass kein Lager mehr notwendig ist und dadurch kein Kapital mehr gebunden wird. Bücher genießen eine weltweite Marktpräsenz. Intelligentes Publishing dreht sich um variable Inhalte für unterschiedliche Nutzergruppen. Dahinter steckt die Idee, Inhalte aus unterschiedlichen Quellen zu filtern und zu verbinden, um sie als Druckprodukt anwendergerecht zu präsentieren. Die Verleger können auf diese Weise gleiche Inhalte in unterschiedlichen Zusammenhängen aufbereiten und so den Lesern exakt auf sie zugeschnittene Informationen bieten.

Ein Misch-Modell

Druckereien müssen sich nicht über Nacht neu erfinden. Sie können sich in einem "Misch-Modell" langsam entwickeln und Offset- oder Digitaldruck dort anbieten, wo er sich am besten eignet. Die richtige Mischung hängt vom Geschäftsvolumen und der Kundennachfrage ab, und die Hauptsache ist, dass man den Markt und die Chancen wirklich kennt.

Unabhängig von den möglichen Margen im Digitaldruck ist dieser Wandlungsprozess nicht immer einfach zu vollziehen. Besonders für die, die über Jahrzehnte mit dem Offsetdruck gut gefahren sind und im Digitaldruck eine Technik mit nur geringen Gewinnchancen sehen. Die Sache wird noch komplizierter, wenn man die Überkapazitäten im heutigen Offsetdruck bedenkt.

Die Fortschritte in der digitalen Inkjet-Technologie haben zu vielen erfolgreichen Installationen im digitalen Buchdruck in den letzten Jahren geführt, aber das ist nur die eine Seite der Gleichung. Der viel größere Durchbruch wird dann kommen, wenn die Verleger ihre bestehenden Prozesse überdenken und Anpassungen vornehmen, um auf die sich ändernden Bedürfnisse der Leser einzugehen. In nächster Zeit werden wir eine generelle Änderung der Denkweise in der Branche erleben.


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