Ana Pratas erläutert ihren Ansatz zur Familienfotografie

Porträt-Rondell

@anapratasfotografia

Vom Wutanfall bis zur Gute Nacht Geschichte – Ana Pratas hält all das im Bild fest. Lernen Sie die Familienfotografin kennen, die dokumentarische Stilelemente einsetzt, um authentische Momente festzuhalten.

Wie lange bist du schon Fotografin und wie bist du dazu gekommen?

Ich habe vor langer Zeit angefangen, als Hobby zu fotografieren. Im Jahr 2011 begann sich meine Fotografie zu etwas Größerem zu entwickeln – und als mein Job zu Ende ging, begann ich, in Vollzeit zu fotografieren.

Allerdings machte die Fotografie schon immer einen großen Teil meines Lebens aus. Meine Mutter hat von mir als Kind viele Fotos gemacht, die ich heute sehr schätze. Sie druckte und klebte sie in Fotoalben, um sie für sich selbst, für mich, für unsere Freunde und die Familie zu bewahren. Ich bin wirklich froh, dass sie das gemacht hat.

Hast du schon immer Familien fotografiert?

Nein, als ich zum ersten Mal eine Kamera in die Hand nahm, fotografierte ich ohne konkretes Ziel. Dann klickte es eines Tages in mir und ich entdeckte die Familienfotografie. Mir wurde klar, dass es mir wirklich Spaß macht – und ich war auch gut darin. Ich begann, alles über das Handwerk zu lernen und nahm so viele Informationen auf, wie ich konnte – ich probierte auch viel aus. Ich fing an, die Familien zu fotografieren, die ich kannte, und fotografierte meinen ersten Kunden bereits im Jahr 2011.

Meine Liebe zur Familienfotografie hat komplett mit meiner Kindheit zu tun. Ich hatte eine sehr glückliche Kindheit. Familie und Fotografie – das ergibt für mich einfach einen Sinn.

Zwei Jungen mit identischer Kleidung

@anapratasfotografia

Ist es für dich wichtiger, das Leben der Kinder für sie selbst zu erfassen, zu drucken und zu bewahren oder für die Eltern?

Ich denke, es ist wichtig für beide, aber persönlich fotografiere ich mehr für die Kinder als für die Eltern. In Zukunft – sagen wir mal in zwanzig bis dreißig Jahren – werden die Kinder diese Bilder wirklich schätzen. So, wie ich die aus meiner Kindheit schätze. Es sind Dinge, an die sie sich normalerweise nicht erinnern, die Gewohnheiten und die Haustiere – oder wie ihre Eltern damals aussahen. Auch Räume sind wichtig, wie die Erinnerung an ihr erstes Zuhause, den Garten, in dem sie Fahrrad fahren gelernt haben, oder das Schlafzimmer, das sie mit ihren Geschwistern geteilt haben.

Die Kinder stehen einfach im Mittelpunkt.

Wir lieben die Authentizität deiner Fotografie – etwa die Bilder von Kindern mit Wutanfällen. Fühlst du dich dafür verantwortlich, so realistisch wie möglich zu sein?

Ich versuche das – ja. Während der Shootings verbringe ich ganze Tage zusammen mit den Familien. Ich führe keine Regie oder bitte sie, irgendwie zu posen. Ich benehme mich einfach wie ein Freund. Ich will alles so natürlich sehen, wie es ist. Ich will sie nicht stören – es ist wichtig, dass sie echt und authentisch sind. Wenn ich anfange, zu lenken oder zu stören, verliere ich die Aussage über ihr tägliches Leben.

Weinendes Kind

@anapratasfotografia

Welche Ausrüstung benutzt du für die Familienfotografie?

Ich nehme die Canon EOS 6D und das Canon EF 100mm f/2.8 Macro USM. Ich mag es, mit leichter Ausrüstung unterwegs zu sein, weil ich mich viel bewege und ich finde, dass die Canon EOS 6D wirklich sehr leicht ist.

Ich liebe die Tiefe, die ich mit den 100mm erreiche; sie ist immer sehr gut, besonders bei Dokumentaraufnahmen im Freien. Die Qualität der Bilder im Verhältnis zum Preis – das ist das beste auf dem Markt, das ich gefunden habe.

Wie kann man ehrliche Geschichten einfangen, ohne einzudringen?

Interagieren. Ich spiele mit den Kindern, ich esse mit der Familie Mittag- und Abendessen, ich bin überall dort, wohin sie auch gehen. Nach ein paar Stunden gewöhnen sie sich an mich, und die Dinge laufen ganz natürlich ab. Meine Anwesenheit wird immer ein wenig stören – es ist manchmal auch etwas schwierig. Aber es gibt einen Unterschied zwischen einfach da sein und mit ihnen zusammen sein. Deshalb versuche ich zu interagieren, anstatt wie eine „Fliege an der Wand“ aus dem Abseits zu beobachten – nur so erhalte ich ganz natürliche Momente.

Du musst regelmäßig mit stolzen Eltern zusammenarbeiten, die bereit sind, Geschichten über ihre Kinder zu erzählen. Hast du Tipps für sie zum Drucken und die Rahmung der Bilder?

Ich ermutige die Familien immer, ihre Fotos zu drucken und aufzubewahren. Wir können jetzt Bilder machen, die über 100 Jahre haltbar sind – und mit der aktuellen Technologie halten sie sogar noch länger. Aber es geht es nicht nur darum, die Bilder zu haben – es geht auch darum, sie zu ergänzen.

Es ist wichtig, dafür ein Fotoalbum zu kaufen – es ist eine schöne Möglichkeit, die Bilder anzuschauen. Ein Album bedeutet, dass man es öfter anschaut und die Geschichten leichter in der Familie und den Freunden zeigen kann – und dann natürlich auch den Kindern selbst.

Hast du das Gefühl, dass sich deine innige Beziehung zu den Familien auf deren Innenverhältnis überträgt?

Ich denke schon, ja. Ich habe festgestellt, dass Familien, die mich engagieren, um ihr Leben zu erfassen, in der Regel bereits eng miteinander verbunden sind. Ich versuche, die Momente festzuhalten, die wir nicht bemerken. Etwa eine spontane, zärtliche Geste zwischen Geschwistern oder ein Detail, das die Persönlichkeit des Kindes betont. Ich denke, diese Momente zu sehen, lässt die Menschen definitiv erkennen, was sie aneinander haben.

Was ist dein Lieblings-Familienfoto und warum?

Ich habe sogar zwei. Das erste war während eines gestellten Fotoshootings entstanden. Ich versuchte, die Familie zusammenzubringen – aber es endete im Chaos. Ein Kind lief weg, die Mutter versuchte, es aufzuhalten, und der Vater war im Schlepptau mit einem Baby, das er zwischen seine Arme geklemmt hatte – das ist ein echtes Familienbild. Es ist nicht perfekt, niemand lächelt die Kamera an, aber es macht Spaß und ist realistisch.

Das andere zeigt, wie eine Mutter ihren Sohn ins Bett bringt. Das Bild ist wirklich dunkel und die ISO-Einstellung ist sehr hoch – es ist ein sehr verrauschtes Bild. Es ist nicht mein bestes Foto, aber es ist ein sehr intimer Moment – und es fühlt sich wertvoll an.

Hast du irgendwelche Tipps zum Fotografieren von Kindern?

Es gibt ein Spiel, das ich mit Kindern spiele, um ihnen zu helfen, sich wohl zu fühlen – es wird „das ernste Spiel“ genannt. Im Grunde genommen sagst du den Kindern, dass sie sehr ernst sein müssen und nicht lächeln oder lachen dürfen. Die meisten können sich nicht halten und es dauert nicht lange, bis sie ihr Lachen nicht mehr zurück halten können.

Ich versuche immer, meine Aufnahmen in lustigen Umgebungen wie Parks oder am Strand zu machen – oder irgendwo, wo sie sich wohl fühlen, etwa zu Hause. Ich denke jedoch, wenn man Kinder mag, ergibt sich das von selbst.

Ansonsten – üben, üben, üben!

Junge sitzt auf einer Bank

@anapratasfotografia

Anas Kameratasche

PIXMA TS8250 Modelle

Canon EF 100mm 1:2,8 Makro USM

Canon EOS 6D*

Die Antworten wurden zur besseren Klarheit überarbeitet.

*Die Canon EOS 6D ist nicht mehr erhältlich; suchen Sie nach Canon EOS 6D Mark II für weitere Informationen zum aktualisierten Modell.



Geschrieben von Sasha Newbury