Treffen Sie Daniel Rueda und Anna Devís auf ihrer Suche nach der Geometrie.

Porträt von Anna & Daniel

© Francesc Planes

Begleiten Sie uns zum Gespräch mit den Architekturfotografen Anna Devís und Daniel Rueda.

Entdecken Sie, was sich hinter ihrer fantasievollen und abstrakten Art des Geschichtenerzählens versteckt und wie sie ihre Liebe zu Gebäuden und Reisen zu Stars bei Instagram gemacht hat.

Wie hat alles für euch beide angefangen? Wie seid ihr zur Fotografie gekommen?

D: Als ich aufwuchs, gab es immer Kameras zuhause. Die Fotografie war etwas, mit dem ich schon in jungen Jahren experimentieren konnte. Es war sehr oft das typische Ausprobieren und aus Fehlern lernen – ich war aber immer sehr daran interessiert, die Bilder über MySpace und Flickr mit anderen zu teilen. Es half mir, herauszufinden, wie sich mein eigener persönlicher Stil entwickelte. Alle meine Bilder waren dort beisammen und tauchten als Themen in meinen Feeds auf.

A: Ich bin Einzelkind, also habe ich immer nach kreativen Wegen gesucht, um mich mit was beschäftigen zu können. Als mich das Malen anfing zu langweilen, ging ich zur Fotografie über. Bald wurde mir klar, dass es dabei so viel mehr gab, was ich mit einer Kamera machen konnte.

Offensichtlich spielt die Architektur in deinen Bildern eine wichtige Rolle. Wie stark war dieser Einfluss auf deinen Fotostil?

D: Nun, wir sind beide Architekten, deshalb finden wir die Aspekte der Architektur insgesamt sehr interessant und faszinierend. Es ist etwas, für das wir beide sehr viel Leidenschaft empfinden. Aber es ist nicht unbedingt etwas, was andere Leute, die keine Architekten oder Designer sind, schätzen würden. Aus diesem Grund mögen wir es, wenn unsere Bilder etwas naiv oder verspielt wirken – aber vor allem eine Geschichte erzählen.

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© Daniel Rueda & Anna Devis

Wir lieben das menschliche Element in eurer Fotografie. Welche Art von Geschichten versucht ihr zu erzählen?

D: Wenn man in Sachen Architektur was macht, ist es wirklich wichtig, einen Sinn für den Maßstab zu vermitteln – so fing übrigens alles an. Aber dann fingen wir an, zu experimentieren und haben die menschliche Komponente auf eine abstraktere Art und Weise einbezogen. Die naive, menschliche Abstrahierung des Maßstabs oder der Einheitlichkeit eines Gebäudes hilft uns, eine Empathie zwischen dem Betrachter und der Architektur aufzubauen.

A: Wir versuchen alles es so minimalistisch und gleichzeitig so fantasievoll wie möglich zu gestalten. Man könnte fast sagen, dass dies unser Storytelling-Stil geworden ist: Fantasievoller Minimalismus. Wir möchten unsere Leidenschaften mit anderen Menschen auf eine ganz einfache, schöne Weise teilen, die jeder verstehen und schätzen kann. Es ist wichtig, dass alles zugänglich bleibt.

Eure Geschichten wirken alle sehr sorgfältig komponiert. Wie habt ihr euch auf die Aufnahme vorbereitet?

D: Ich bin eher so der Perfektionist. Ich denke immer darüber nach, wie die Aufnahme gemacht wird. Was ist mit ISO, sind die Ebenen perfekt oder nicht – so in der Art. Anna ist kreativer. Sie interessiert sich weniger für die Zahlen und nähert sich den Dingen eher konzeptionell und intelligenter an. Ich glaube, dass der Hauptgrund, warum unsere Bilder so gut funktionieren, darin liegt, dass wir zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten sind.

A: Wir planen ungefähr 90% unserer Aufnahmen schon zu Hause, bevor es los geht. Alle unsere Kreationen gehen aus Überlegungen hervor, das wir vorher angestellt haben. Wir wissen immer, welche Hilfestellungen wir für welches Bild brauchen. Einige Elemente sind spontaner – aber wir reisen immer mit einem Plan.

Habt ihr ein Lieblingsbild, das ihr zusammen gemacht habt?

A: Wir glauben, dass unser bestes Bild noch vor uns liegt. Aber wir scheinen stets unser neuestes Bild am meisten zu mögen, da wir das Gefühl haben, dass wir immer weiter lernen und uns verbessern.

D: Wir stecken in jedes Bild so viel Zeit und Planung – und auch die Fehler gehören dazu. Wenn man endlich die gewünschte Aufnahme hat und sie teilen kann, wird sie sofort zum neuen Favoriten. Dagegen kann man nicht wirklich angehen – denn es wird immer der Schuss sein, der dem erlebten Moment am nächsten kommt.

Anna-mit-Schirm

© Daniel Rueda & Anna Devis

Gibt es einen Lieblingsort?

D: Es gibt viele, einige sind sehr berühmt auf Instagram – wie La Muralla Roja. Es ist dieses riesige Labyrinth aus wunderbaren Pastellfarben, das hier in Spanien bei Calpe liegt. Leider ist dies ein privates Anwesen und der Zugang ist heutzutage nicht gestattet.

A: Einige andere sind einfach gut versteckte Juwelen innerhalb der Stadt – wie das L'Atrium de Jussieu. Einen mehrfarbigen Raum haben wir bei unserer letzten Reise nach Paris in der Universität Pierre und Marie Curie entdeckt.

Anna-mit-Orange-Hut

© Daniel Rueda & Anna Devis

Welchen Rat würdet ihr jemandem geben, der in diesem Sommer seine erste Stadtgeschichte fotografieren möchte?

A: Der beste Rat ist, die Gegenden zu erkunden, die nicht im Reiseführer erwähnt werden. Man wird nichts entdecken, was nicht schon jemand in der Nähe der wichtigsten Sehenswürdigkeiten entdeckt hat. Deshalb sollte man seine Recherchen vor der Anreise machen. Man bekommt dann eine Vorstellung davon, wo die interessantesten Gebiete liegen. Dort macht man dann einfach die schönsten Bilder.

D: Und es einfach halten!

Guter Rat! Zum Abschluss: Was kommt für euch beide als nächstes dran?

D: Für den Anfang wollen wir in diesem Jahr unsere eigenen Drucke verkaufen. Die Leute haben uns schon seit Ewigkeiten darum gebeten, unsere Bilder zu kaufen. Ich denke, es ist jetzt an der Zeit. Wir sind auch sehr aufgeregt, an vielen spannenden Projekten mit unterschiedlichen Marken zu arbeiten. Aber es ist so viel los, wir wissen echt nicht, wo wir anfangen sollen. Außerdem sind wir erst kürzlich aus Los Angeles zurück gekommen. Wir haben den Jetlag nicht wirklich hinter uns – müssen aber schon wieder packen. In ein paar Tagen unterrichten wir auf einem Workshop in Wien. Gleich danach besuchen wir Amsterdam. Also: Bleibt dran für weitere Geschichten von uns!

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Daniel & Annas Kameratasche

Kameras:

Canon EOS 5D Mark III

Canon EOS M6

Objektiv:

Canon TS-E 24mm 1:3,5L II

Drucker:

Canon PIXMA PRO-10S

Die Antworten wurden zur besseren Klarheit überarbeitet.



Rechte am Interview: Verfasst von Donna Williams