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„Die beste Person, die ich je fotografiert habe, ist:…“ – die Antwort wird Sie überraschen

Jörg-Kyas

Jörg Kyas ist ein Werbe-, Porträt-, Beauty- und Modefotograf.

In seinen Anfängen als Freelance-Fotograf in der Musikbranche war er überall auf der Welt unterwegs, um interessante Künstler zu fotografieren. Heute ist er vielbeschäftigt, betreibt ein Studio in seiner Heimatstadt Hannover und arbeitet für zahlreiche nationale und internationale Kunden. Seine Philosophie ist es, auch da noch die Kamera einzusetzen, wo andere schon Retuschieren.

Also Jörg, an wen haben Sie die schönsten Erinnerungen?

Natürlich gibt es viele Menschen, die ich fotografiert habe und an die ich mich gern zurück erinnere. Aber der eine, der mir dabei sofort einfällt, ist Eric Burdon, der Lead-Sänger von The Animals in den Sechzigerjahren.

Ich habe ihn zweimal fotografiert, einmal in Hannover und das andere mal in Paris. Das war ganz am Anfang meiner Karriere und seine gesamte Einstellung hat mich nachhaltig beeindruckt.

Warum beeindruckt?

Ich war ja ganz neu als Profi-Fotograf unterwegs und entsprechend nervös. Aber ich hätte mir keine Sorgen machen sollen. Ich war sofort beeindruckt, dass er mich und das Shooting so ernst nahm. Er hat mich einfach respektiert. Nicht nur als Fotograf, sondern auch als Mensch.

Sein Verhalten hat mich wirklich überrascht, denn trotz seines Rufs als Rockstar war er unglaublich freundlich.

Ist eine solche Einstellung für Sie wichtig?

Sie ist in der Tat wichtig für das Endergebnis. Ich sagte ihm nur, wo er sich hinstellen soll und schon hatte er jede Menge Ideen, wie er dort aussehen könnte. Alles aus der selben Aufnahmeposition. Ich habe mich relativ schnell beruhigt als ich merkte, dass er das Shooting so anging, als wäre er auf der Bühne.

© Jörg Kyas

Also hat er für Sie geschauspielert?

Genau, absolut professionell. Ich brauchte ihm nicht eine Anweisung zu geben. Ich musste nur hinter der Kamera stehen und auslösen.

Und ganz plötzlich kam seine ganze Persönlichkeit im Bild rüber und ich war begeistert von den Ergebnissen. Und das war er auch. Er wollte, dass eines davon das Cover für sein nächstes Album wird. Das war ein ziemlich großes Kompliment.

Was sollten Ihre Bilder über Eric aussagen?

Da war dieser Mann, der den vollen Rock-Lifestyle lebte, dabei Millionen gewonnen und verloren hatte und mindestens genauso viele Geschichten zu erzählen hat. Das wollte ich mit den Bildern ausdrücken. Darum habe ich auch in Schwarzweiß fotografiert. Das betont die Linien in seinem Gesicht und macht den Betrachter hoffentlich neugierig, mehr über ihn und sein Leben zu erfahren.

Viele Menschen im Musikgeschäft – dazu gehören Noel Gallagher, Eric Burdon und seine Band The Animals – sind eine echte Inspiration und ich denke gern, dass die Bilder das ausdrücken.

Ist Schwarzweiß Ihr favorisiertes Format?

Ich fotografiere gern in Schwarzweiß, weil das viel mehr über das Leben einer Person aussagt. Aber leider gibt es dafür nicht so viel Nachfrage von Kundenseite. Da will man jede Menge Farbe und verschiedene Looks. Zu schade.

Porträt-Eric-Burdon-Industriell-Hintergrund© Jörg Kyas

Was ist sonst noch wichtig?

So nah ran gehen, wie irgend möglich. Ich verwende nicht viele verschiedene Objektive. Ich nehme meist nur die, die einen dazu zwingen, direkt auf das Gesicht des Motivs zu gehen und alles andere ausblenden.

Das EF 50mm 1:1,8 STM ist dafür ein großartiges Objektiv. Ich glaube, es bringt einem bei ein guter Porträtfotograf zu werden. Mein Ansatz ist es immer die Nähe zu der Person vor der Kamera zu suchen, mit ihr zu reden, Gemeinsamkeiten zu finden und dafür zu sorgen, dass sie sich wohl fühlt. Und das kann man nicht so gut, wenn man 10 Meter von ihr entfernt steht.

Und das war so mit Eric?

Genau so. Er fühlte sich richtig wohl. Ich denke, das kann man sehen.

Portät-Eric-Burdon-Verdecktes-Gesicht© Jörg Kyas

„Was in meiner Kameratasche ist?“

Ich habe zwei EOS 5D Mark II Gehäuse.

Meine Lieblingsobjektive für Porträtaufnahmen sind das EF 50mm 1:1,2L USM und das EF 85mm 1:1,2L II USM. Wie schon gesagt, ich will ganz nah an mein Motiv heran gehen und damit geht das hervorragend.

Ich verwende auch das EF 24-70mm 1:2,8L USM und das EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM.

Und ich habe ein paar Blitzgeräte, vier Speedlite 550EX und einen ST-E2 Speedlite Transmitter.

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