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„Die beste Sportveranstaltung, die ich je fotografiert habe, ist…“ – die Antwort wird Sie überraschen

Eddie-Keogh

Der in Großbritannien geborene Eddie ist ein freischaffender Fotograf, der für die Agentur Reuters Sportveranstaltungen fotografiert. Zuvor arbeitete er als Sportfotograf für nationale Zeitungen.

Also Eddie, an welches Ereignis erinnern Sie sich am liebsten?
Ich glaube, dass ich Sie wirklich überraschen werde, denn es sind nicht die Olympischen Spiele oder das WM-Finale. Nein, es ist das Eton Wall Game. Kennen Sie das?

Ich habe zwar davon gehört, aber Sie müssen mir mehr davon erzählen.
Es könnte nicht weiter entfernt von diesen Spektakeln sein. So großartig wie es auch ist ein Teil davon zu sein, echter Sport ist häufig weit weg von dem ganzen Geld und von der Politik und es ist einfach eine Gruppe von Leuten, die den Nervenkitzel des Wettbewerbs genießen. Gleichzeitig trieft das Eton Wall Game regelrecht vor Tradition und Geschichte.

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© Eddie Keogh

Das Eton College ist die berühmte englische Schule, aus der viele britische Premierminister kamen und seine Geschichte geht zurück bis ins Jahr 1440. Das Spiel stammt aus dem Jahr 1766 und das sieht man, denn die Kleidung der Spieler wirkt wie aus einem anderen Zeitalter.

Wie wird es gespielt?

Das Spiel wird auf einem schmalen Streifen von 110 Metern Länge gegen eine Wand gespielt. Die Idee ist, mit den Füßen den Ball entlang der Wand zu spielen und am anderen Ende steht ein Tor.

Tore sind sehr selten – das letzte fiel vor über hundert Jahren im Jahr 1909.

Ich war eigentlich auf dem Weg zum nahe gelegenen Twickenham, um ein internationales Spiel zwischen England und Australien zu fotografieren, als ich anhielt und diese Bilder machte. Der Kontrast könnte nicht größer sein.

Obwohl das Spiel auf dem Universitätsgelände gespielt wird, konnte ich es beobachten und von einem öffentlichen Fußweg aus Aufnahmen machen. Alle waren dabei ziemlich entspannt. Und ich fühlte mich in eine andere Zeit zurück versetzt.

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© Eddie Keogh

Waren die Aufnahmen schwierig?

Offensichtlich stellt die Wand ein großes Merkmal dar. Aber ich konnte mich so positionieren, dass die Wand den Betrachter in das Spielgeschehen führt. Das passiert nicht oft! Die Jungs, die auf der Mauer sitzen, unterstreichen die ungewöhnliche Art des ganzen Ereignisses, können sich aber nicht sehr vom Spiel selbst ablenken lassen.

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© Eddie Keogh

Die Action muss stets gut überlegt sein. Speziell, wie stark man hinein zoomt. In diesem Fall nahm ich das EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM Objektiv, ein großartiges Zoomobjektiv für jede Gelegenheit. Ich wollte einen großen Teil der Szene einfangen, ganz im Gegensatz zum Bericht vom Rugbyspiel später an diesem Tag.

Man muss sich entscheiden: will ich die ganze Szene und die Atmosphäre einfangen oder will der Zuschauer die Nahaufnahmen sehen? Wenn man weniger formelle Sportarten fotografiert, denke ich, dass man alles zeigen muss, während man auch noch die Emotionen der Teilnehmer einfängt.

Gibt es noch irgendwelche anderen Tipps für Leute, die Sportfotos machen wollen?

Gehen Sie zu den Sportvereinen vor Ort und üben Sie dort das Fotografieren. Dort kommt man viel näher ans Geschehen als bei organisierten Veranstaltungen und kann in aller Ruhe üben. Natürlich muss man vorher die notwendigen Genehmigungen einholen.

Es kommt darauf an, unterschiedliche Aufnahmen zu machen – einige Nahaufnahmen und einige aus der Entfernung. Bei Zoomaufnahmen sollte die Kamera gut abgestützt sein und man sollte unterschiedliche Einstellungen ausprobieren, um zu sehen, was am besten funktioniert.

Und jede Menge Bilder machen. Haben Sie keine Angst die Speicherkarte auszureizen. Stellen Sie Serienaufnahme an der Kamera ein und halten Sie einfach mal drauf. Man sieht erst später am Computer, ob alles so gelaufen ist, wie es sein sollte.

Machen Sie am PC viele nachträgliche Änderungen an Ihren Bildern?

Eher umgekehrt. Ich fummle etwas am Bildausschnitt herum und das war es schon. Ich arbeite viel für Reuters und es ist uns nicht erlaubt die Bilder zu überarbeiten. Wir speichern die Bilder als JPEG und dürfen im Bild nichts löschen oder hinzufügen. Ich mag das, weil man dann auch das sieht, was die Leser sehen.

Was ist in meiner Kameratasche?

Hängt davon ab, was ich fotografiere. Ins Stadion nehme ich ein Kameragehäuse mit, sehr oft die EOS-1D X und ca. drei Objektive. Und einen Extender. Man muss einfach sicher sein dicht genug dran zu kommen. Damit das Bild voller Action ist.

Zwei Objektive habe ich immer dabei: Das EF 24-70mm 1:2,8L II USM und das EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM. Das ganz große EF 400mm 1:2,8L IS II USM Objektiv lasse ich im Wagen – nur für den Fall, dass ich es brauchen sollte.

Ich fotografiere viel Wintersport und häufig ist es sehr regnerisch. Das Wetter sollte einen nicht vom Fotografieren abhalten. Ich habe immer ein Handtuch dabei, um das Objektiv darin einzuwickeln und es zu schützen. Nichts wirklich überragend anspruchsvolles. Der Regen ist allerdings für die Stimmung der Bilder wichtig.

Beim Regen kann man mit den Tropfen die Bildwirkung beeinflussen. Bei einer Belichtungszeit von einer 1/60 Sek. oder noch länger werden die Regentropfen im Bild sichtbar.


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