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So hält man Bewegung in einem Foto fest

Bei Actionfotografie dreht sich alles um Drama, Bewegung und Geschwindigkeit. Allerdings stehen viele Fotografen vor dem Problem, wie man diese Geschwindigkeit in einem Einzelbild festhalten soll.

Eine kurze Belichtungszeit ist wichtig, um die Action einzufrieren und scharfe Ergebnisse zu bekommen. Nimmt man allerdings ein Auto, das mit einer Geschwindigkeit von über 300 km/h an einem vorbei rast, mit einer extrem kurzen Belichtungszeit auf, kann man auf dem Bild den Eindruck bekommen, dass das Auto steht. Es wird für den Betrachter schwer, einen Eindruck von der Geschwindigkeit zu erhalten.

In dem Artikel über Schwenken erfahren Sie alles über die Technik, bei der man mit einer längeren Belichtungszeit die Bewegung der Motivs verfolgt. Das ist eine hervorragende Möglichkeit, um Geschwindigkeit auszudrücken, jedoch ist sie nur in bestimmten Situationen anwendbar. Außerdem braucht man dafür etwas Übung, um wirklich gute Ergebnisse zu erzielen.

Action-Karting-Kurze-Belichtungszeit
Action-Karting-Kurze-Belichtungszeit-Nahaufnahme
Aufgenommen mit einem EF 70-300mm 1:4-5,6 IS USM, Belichtungszeit 1/800 Sek., Blende 5,6 und ISO 200. Brennweite 300mm

Schauen Sie im Beispiel oben auf die Nahaufnahme der Räder des Karts. Durch eine leichte Verlängerung der Belichtungszeit auf 1/800 Sek., was immer noch recht kurz ist, wird die Bewegung durch die Räder des Karts ausgedrückt. Auch wenn er sehr subtil ist, so hat dieser Effekt doch einen großen Einfluss auf das finale Bild, besonders wenn man es im Großformat ausdrucken möchte.

Nach dem Prinzip des Schwenkens können Sie die Belichtungszeit einsetzen, um Bewegung darzustellen, selbst wenn Sie keinen vollen Schwenk durchführen. Versuchen Sie, die Belichtungszeit von 1/1.000 Sek. auf 1/640 Sek. zu verlängern. Selbst diese geringe Verlängerung der Belichtungszeit kann eine leichte Bewegungsunschärfe in den sich schnell bewegenden Elementen des Bildes verursachen, wie es hier bei den Rädern des Karts der Fall ist oder auch bei den Flügelspitzen eines Vogels. Versuchen Sie sich anzugewöhnen selbst bei kurzen Belichtungszeiten während der Aufnahme beim Blick durch den Sucher das Motiv mit der Kamera zu verfolgen. So erhalten Sie vielleicht selbst bei kurzen Belichtungszeiten eine Spur Bewegungsunschärfe und bei langen Belichtungszeiten ist das ohnehin ausschlaggebend.

Neben der Veränderung der Belichtungszeit gibt es noch andere Techniken, mit denen man Bewegung ausdrücken kann. Finden Sie die Schlüsselszene der Veranstaltung. In unserem Beispiel sehen Sie eine großartige Aufnahme eines einzelnen Karts auf der Rennstrecke. Die Aufnahme mit den zwei Karts, die um den Platz kämpfen zeigt viel deutlicher, dass hier schnelle Bewegung und Action im Spiel sind.

Action-Einzelner-KartISO 400, 1/1.250 Sek., Blende 5,6 aufgenommen mit 200mm
Action-Zwei-Karts-RennenISO 400, 1/1.600 Sek., Blende 5,6

Sehen Sie sich diese Beispiele an, die im Abstand von nur wenigen Runden entstanden. Die Körpersprache unterscheidet sich im zweiten Bild deutlich vom ersten. Man spürt hier viel mehr, dass es sich um ein Rennen handelt, obwohl die Geschwindigkeit der Karts und die Kameraeinstellungen nahezu identisch sind.

Neben solchen Aspekten des Wettbewerbs sollten Sie auch auf Erscheinungen achten, die von Geschwindigkeit und Bewegung verursacht werden. Der Qualm durchdrehender Reifen, die Gischt bei Wassersportarten oder von Pferdehufen aufgeworfener Dreck sind gute Beispiele für solche Elemente, die Bewegung ausdrücken.

Action-Rennen-Kart-SchwarzweißISO 200, 1/1.600 Sek., Blende 5,6 aufgenommen mit 200mm mit einem EF-S 55-250mm 1:4-5,6 IS STM

Im Bild oben drückt der Qualm, den die Reifen beim harten Bremsen verursachen die Geschwindigkeit aus. Ihr Gehirn weiß, dass das nicht von stehenden oder besonders langsamen Fahrzeuge kommen kann und sagt Ihnen, dass in diesem Bild schnelle Action zu sehen ist. Wir haben dieses Bild für Sie nach Schwarzweiß konvertiert. Lesen Sie hier, warum.

Man kann auch durch die Bildkomposition ein Gefühl von Bewegung in ein Foto bringen. Schauen wir uns einige Beispiele an.

Action-Rennen-KartsISO 100, 1/30 Sek., Blende 8 aufgenommen mit 24mm

Dieses Foto entstand bei 1/30 Sek. mit etwas Schwenken, um Bewegungsunschärfe zu generieren und uns damit ein Gefühl für die Action zu geben. Als nächstes sehen wir, wie die Bildkomposition einen weiteren Aspekt der Bewegung hinzufügt. Im ersten Foto ist das Motiv bildfüllend abgebildet und die Kamera ist parallel zum Horizont ausgerichtet. Im zweiten Beispiel haben wir den Fahrern etwas mehr Raum gegeben, in den sie hineinfahren können. Das unterstreicht die Aussage, dass es in diesem Rennen um etwas geht. Im letzten Bild haben wir die Kamera etwas gedreht, um eine diagonale Bildkomposition zu erreichen. Diagonalen werden von uns mit Bewegung assoziiert, so dass hier die Action noch besser zum Ausdruck kommt.

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