Mit Ihrer EOS DSLR die Reportagefotografie entdecken

Fotojournalistische Techniken von Brian Worley, Canon Tutor

Fotojournalisten verwenden häufig viele verschiedene Kameras – von professionellen digitalen Canon Spiegelreflexkameras bis zu tragbaren Canon Kompaktkameras. Eine EOS Spiegelreflexkamera gibt Ihnen mehr Vielfalt und Kontrolle über Ihre Bilder, auch wenn eine Canon Kompaktkamera oft unscheinbarer ist und ebenfalls hervorragende Ergebnisse liefert. Welche Kamera Sie auch nutzen – denken Sie immer daran, dass die besten fotojournalistischen Werke eine Tiefe und Langlebigkeit ausstrahlen, die sie von den täglich auf Nachrichtenwebsites veröffentlichten Bildern unterscheiden.
Neben den folgenden technischen Kenntnissen verfügt ein guter Fotojournalist über hervorragende soziale Kompetenzen und natürlich über fotografisches Können. Eine bedachte Auswahl des Bildausschnitts ist genauso wichtig wie das Einfangen von Emotionen, Energien oder dem Außergewöhnlichen. In einigen der besten fotojournalistischen Werke wurden unerwartete Momente eingefangen – Sie sollten also immer eine Canon Kompaktkamera wie eine IXUS oder PowerShot in der Tasche haben, falls Sie zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein sollten.

© Geraint Rowland

© Geraint Rowland machte diese Aufnahme mit einer Canon EOS 5D Mark II und einem EF 85mm 1:1,8 USM Objektiv

Weitwinkelobjektive optimal nutzen

Wenn sie eine ganze Geschichte mit einem Foto erzählen möchten, nutzen viele Fotojournalisten ein Weitwinkelobjektiv, z. B. EF 35mm f/1.4L USM.

© Jimmy Baikovicius

© Jimmy Baikovicius machte diese Aufnahme mit einer Canon EOS 5D Mark II und einem EF 15mm 1:2,8 Fisheye Objektiv

Sie werden häufig feststellen, dass sie mit dem Objektiv nah an das Hauptmotiv herangehen. Scheuen Sie sich also nicht, nah an die Protagonisten Ihrer Geschichte heranzugehen und vielleicht mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Da ein Weitwinkelobjektiv mehr Schärfentiefe bietet, können Sie die Umgebung zusammen mit dem Hauptmotiv erfassen: So könnten Sie etwa einen Demonstrationszug in seiner vollen Länge aufnehmen und das Bild dennoch auf eine Person fokussieren.

Viele Canon EOS Kameras verfügen über ein Zoomobjektiv ab 18 mm. Stellen Sie das Objektiv auf eine Brennweite um 22 mm ein, und üben Sie ein wenig mit dieser Einstellung. Anstatt sich nur auf den Zoom zu verlassen, können Sie selbst Ihre Position verändern, um die Motive optimal einzufangen. Das mag zunächst schwierig erscheinen, bietet aber mehr Flexibilität bei bewegten Szenen – und hält gleichzeitig auch noch fit.

Unterstützung durch den Autofokus

Authentischer Fotojournalismus muss an sich eine reale und genaue Wiedergabe der aufgenommenen Situation bieten. Damit ein Bild als echt gilt, darf es nicht zugeschnitten und erst recht nicht in Photoshop nachbearbeitet worden sein. Da Sie das Bild also später nicht verändern können, müssen Sie schon durch den Sucher präzise den Bildausschnitt wählen.

Stellen Sie dazu auf der Kamera ein einziges Autofokus-Messfeld ein, anstatt das mittlere AF-Messfeld zu verwenden. Stellen Sie das AF-Messfeld entweder auf die linke oder auf die rechte Bildseite ein, um den Bildausschnitt anhand der Drittelungsregel wählen zu können (eine einfache Methode zur Wahl des Bildausschnitts durch gedankliches Dritteln des Bildes). So bringen Sie Dramatik und Interesse in Aufnahmen mit Personen, z. B. von einer Demonstration, einer Preisverleihung oder einer Menschenmenge bei einem Festival.

© Jimmy Baikovicius

© Jimmy Baikovicius machte diese Aufnahme mit einer Canon EOS 5D Mark II und einem EF 15mm 1:2,8 Fisheye Objektiv

Schwarzweiß-Bilder machen

Obwohl Farben ohne Zweifel wichtig sind, werden viele fotojournalistische Bilder in Schwarzweiß aufgenommen. Im Kreativ-Automatikmodus oder einem der Kreativprogramme können Sie den Bildstil „Monochrome“ (Monochrom) auswählen. Die Kamera macht dann Schwarzweißaufnahmen.

Kamera und Objektiv genau kennen lernen

Eine der wichtigsten Fertigkeiten eines Fotojournalisten besteht darin, aus Kamera und Objektiv ein Werkzeug zu machen, das einen bestimmten Moment einfängt, ohne ihn zu zerstören. Deshalb ist es wichtig, die Kamera immer bereit zu halten und Einstellungen nach Gefühl schnell ändern zu können. Bevor Sie also Ihre erste Geschichte fotografieren, üben Sie das Ändern der Kameraeinstellungen rein nach Gefühl. Sie können dazu z. B. Ihre EOS Spiegelreflexkamera in eine Tasche legen und das Wahlrad verstellen, ohne hinzusehen. So werden Sie bald lernen, Änderungen schnell vorzunehmen und Bilder einzufangen, ohne den geringsten Moment der Szene zu verpassen.

Experimentieren Sie auch mit einem Objektiv mit fester Brennweite. Mit etwas Übung wissen Sie bald, wie das Bild aussehen wird, ohne durch den Sucher zu sehen.

Monochrom-Bilder

Nachdem Sie die Grundlagen beherrschen, können Sie den Bildstil „Monochrome“ (Monochrom) Ihrer EOS Spiegelreflexkamera ausprobieren. Damit erhalten Sie ein Schwarzweißbild auf dem LCD, mit dem Sie das Motiv betrachten können, ohne von den Farben abgelenkt zu werden. Wenn Sie ein Bild auf dem LCD in Schwarzweiß betrachten, sehen Sie die Bildkomposition ohne Farben sehr viel deutlicher. Unterwegs kann das eine sehr hilfreiche Referenz sein.

© Geraint Rowland

© Geraint Rowland machte diese Aufnahme mit einer Canon EOS 500D und einem EF 50mm 1:1,4 USM Objektiv

Einige EOS Spiegelreflexkameras können RAW-Bilder intern verarbeiten. Im RAW-Bildverarbeitungsmenü können Sie die RAW-Bilder entweder in Schwarzweiß- oder in Farbbilder konvertieren.

Informiert bleiben

Demnächst: Die Welt ohne Sucher sehen

Den Newsletter abonnieren