Tutorial für EOS

Städte sind vielfältige Orte. Die Gefühle, die sie bei Bewohnern und Besuchern hervorrufen, sind so komplex wie ihre Infrastruktur. Unsere Tutorials zeigen in diesem Monat, wie man die Gefühle der Menschen erfasst und eine Perspektive vermittelt, die etwas über das urbane Leben enthüllt. Wenn Menschen Bestandteil Ihrer Bilder sind, können Sie viel intensivere Geschichten über das Stadtleben erzählen – anstatt einfach nur Aufnahmen von Gebäuden oder Sehenswürdigkeiten zu machen.

• Eine Einführung in die Porträtfotografie
• Ganz nah ran ans Motiv
• Unterschiedliche Objektive ausprobieren
• Porträts bei Nacht machen
• Porträts und der Bezug zum Umfeld
• Mit dem Blitz leicht aufhellen
• Kurze Synchronzeit verwenden
• Beste Vorbereitung für scharfe Aufnahmen


Eine Einführung in die Porträtfotografie

City Porträts – Canon
Paul Stein
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Portraits zeigen oft eine Person als das einzige Objekt im Bild, das scharf abgebildet wird. Um dies zu gewährleisten, wählen Fotografen am Objektiv eine möglichst große Blendenöffnung.

Die meinsten Canon EOS Kameras haben einen Porträt Modus. Am Modus-Wahlrad ist es der mit dem Kopfsymbol.

Im Porträt Modus optimiert die Kamera ihre Grundeinstellungen für die Aufnahme von Porträts. Es wird eine größere Blendenöffnung gewählt, damit sich das Motiv besser vom Hintergrund abhebt und sie macht Reihenaufnahmen, damit der optimale Moment im Bild festgehalten wird. Dies ist nützlich, wenn Sie das Gesicht einer Person vor einem unruhigen Hintergrund in der Stadt scharf abgebildet sehen möchten und der unscharfe Hintergrund nicht davon ablenkt.

Alle AF-Messfelder werden verwendet, um das Motiv im Bildausschnitt zu finden – warum nicht mal ein paar Aufnahmen von einer Person machen, die sich am Bildrand befindet? Ordnen Sie im Bildausschnitt die Person am rechten Bildrand an und zeigen dabei die Perspektive auf eine im Hintergrund verlaufende Straße der Stadt.

Tipp: Achten Sie darauf, dass für die Reihenaufnahmen genügend Platz auf der Speicherkarte ist.


Ganz nah ran ans Motiv

Wenn Sie sich nah am Motiv befinden, könnte auch eine etwas kürzere Brennweite gewählt werden. Das ermöglicht Ihnen, mehr von der städtischen Umgebung in das Bild einzubeziehen – eine Straße, im Park oder wo man sich gerade befindet.

City Porträts – Canon
Ephraim Roosignol
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Weil die Trennung des Motivs vom Hintergrund ein wesentliches Qualitätsmerkmal bei Porträtaufnahmen ist, sollte der Abstand zwischen dem Motiv und dem Hintergrund möglichst groß sein.


Unterschiedliche Objektive ausprobieren

Wenn Sie das Zoomobjektiv auf Weitwinkel stellen, können Sie näher an das Motiv heran gehen – hierbei verringert sich die Schärfentiefe und das Motiv hebt sich dann besser vom Hintergrund ab.

Bitte beachten Sie: Im Gegensatz zum normalen Betrachtungswinkel führt ein extremer Weitwinkel bei Porträtaufnahmen aus geringem Abstand zu unnatürlich wirkenden Verzerrungen.

City Porträts – Canon
Farhad Sadykov
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Umgekehrt wäre es ein alternativer Ansatz, eine längere Brennweite zu verwenden. Ideal wäre etwas im Bereich zwischen 55 bis 200 mm Brennweite. Sie können es im Porträt Modus der Kamera einsetzen und sollten dann die Person bildfüllend fotografieren. Dies trägt ebenfalls dazu bei, dass sich das Motiv vom Hintergrund abhebt – wichtig ist ebenfalls der Gesichtsausdruck der Person, schließlich kommt es hierauf bei einem Porträt besonders an.


Porträts bei Nacht machen

Wenn Sie Porträt am späten Nachmittag bei nachlassendem Tageslicht machen, ist es verlockend, den Blitz zu verwenden, um das Motiv zu beleuchten und Verwacklungen zu vermeiden. Wenn Sie Ihre Kamera im Vollautomatikmodus belassen, wird sie verwacklungsfreie Bilder bei schlechtem Licht priorisieren.

Allerdings führt ein Gleichgewicht aus Tageslicht und Blitzlicht zu sehr reizvollen Ergebnissen.

Das Motivprogramm Nachtporträt trägt auf vielen Canon EOS Kameras dazu bei, das vorhandene Licht und das vom Blitz beleuchtete Motiv automatisch auszugleichen. Ihr Porträt vermittelt dann etwas über den Ort der Aufnahme und das Motiv ist gut belichtet und scharf abgebildet. Diese Methode eignet sich für Aufnahmen von Büroangestellten, die Ihren Spaziergang nach Feierabend machen, von Köchen in der Pause außerhalb ihrer Küche oder um die Emotionen von Hobbysportlern im Park zu erfassen.

Tipp: Achten Sie darauf, die Kamera ruhig zu halten. Sie benötigen eventuell eine lange Belichtungszeit, um die richtige Balance des Lichts zu erhalten.


Porträts und der Bezug zum Umfeld

Die Geschichte einer Stadt ist unzertrennlich mit den Menschen verbunden, die dort arbeiten, leben oder spielen. So können häufig unvergessliche Bilder der Menschen aus der Stadt machen, wenn Sie den Zusammenhang zu ihrem Umfeld einbeziehen.

City Porträts – Canon
Joe Hunt
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Eine Bildgeschichte von Fußballspielern beim improvisierten Spiel nach der Arbeit ist wesentlich interessanter, wenn auch der Ort des Spiels erkennbar ist. Büroangestellte, die auf ihren Zug nach Hause warten, sollten ebenfalls im räumlichen Zusammenhang gezeigt werden.

Diese Art von kontextbezogenen Porträts werden häufig mit Weitwinkelobjektiven aufgenommen. Die Motive sind im Bildausschnitt zwar klein, aber ein wesentlicher Teil der Geschichte. Ein Weitwinkel-Zoom-Objektiv ist die ideale Wahl für diese Art von Porträts.


Mit dem Blitz leicht aufhellen

Ein Speedlite Blitz oder der integrierte Blitz Ihrer EOS Kamera kann so eingestellt werden, dass er bei Porträts in hellem Licht oder dunklen Bedingungen einen Lichtakzent hinzufügt – besonders hilfreich ist dies an grauen Tagen in der Stadt, bei Aufnahmen in der Dämmerung oder wenn Gebäude die Sonne verdecken.

So verwenden Sie den Blitz bei Porträts in der Stadt:

• Stellen Sie die Kamera auf Zeitautomatik (Av) und wählen Sie die Blende, die Sie für die gewünschte die Schärfentiefe benötigen.
• Wenn der Blitz auf E-TTL eingestellt ist, gleicht die Kamera automatisch die Blitzleistung an das Umgebungslicht an.
• Für ein ausdrucksstarkes Bild kann die Helligkeit des Umgebungslichts gesenkt werden – der Blick des Betrachters wird dann auf die im Bildausschnitt befindliche helle Person gelenkt. Stellen Sie hierfür die Belichtungskorrektur auf -1EV oder mehr, um den Hintergrund dunkler erscheinen zu lassen – das in der Nähe des Blitzes befindliche Motiv wird dann korrekt belichtet.


Kurze Synchronzeit verwenden

Bei extrem hellem Licht könnten sich im Gesicht Ihres Motivs tiefe Schatten abzeichnen. Sie können ein externes Speedlite verwenden, um die Schatten aufzuhellen. Wählen Sie am Speedlite die High-Speed-Synchronisation (HSS) Einstellung und die Kamera arbeitet dann mit einer kürzeren Verschlusszeit als der Blitzsynchronzeit – typischerweise 1/200 bis 1/250 Sek. – um das Umgebungslicht im Bild zu beeinflussen.


Beste Vorbereitung für scharfe Aufnahmen

Stellen Sie den AF/MF-Schalter auf Ihrem Objektiv auf MF, um manuell die Schärfe einzustellen. Verwenden Sie eine moderate Weitwinkel-Einstellung und legen dann den Fokus auf 3 Meter. Stellen Sie die Kamera auf Manuell (M) oder Zeitautomatik (Av) und wählen Sie Blende 8. Bei normalen Lichtverhältnissen wird das gewünschte Motiv in einer Entfernung von ca. 1,7 bis 7 Metern auch ohne den Autofokus scharf abgebildet.

Diese Vorfokussierung vereinfacht den Weg zu scharfen Aufnahmen. Das ist ideal für Schnappschüsse aus der Hüfte oder für die Straßenfotografie ohne Blick durch den Sucher – den richtigen Moment können Sie so nicht mehr verpassen. Idealerweise sollten Sie ein moderates Weitwinkel-Objektiv von ca. 35 mm (mit Vollformatsensor) oder 22 mm (mit APS-C-Sensor) einsetzen.


Senden Sie uns Ihre Bilder für die You Connect Galerie

Wenn wir Sie inspirieren konnten, Porträts von Leuten in ihrer Stadt zu machen, dann sollten Sie uns Ihre Fotos für die You Connect Galerie zukommen lassen. Hier stellen wir die besten Bilder aus, die uns von der Canon Community zugeschickt wurden. Fotos hochladen.