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Das perfekte Gespräch mit einem Fotoredakteur

Freelance photo editor and photographer for CNN, Sarah Tilotta. © John Hooper/CNN International

Sarah Tilotta arbeitet sowohl als freiberufliche Fotoredakteurin für digitale Nachrichten als auch als Fotografin für CNN. Sie kennt daher beide Seiten der Auftragsvergabe. 2014 machte sie ihren Master in Fotojournalismus an der University of Ohio und arbeitete als Praktikantin bei National Public Radio und der Dokumentarfotografie-Agentur Noor.

„Die Einblicke in den Alltag eines Fotoredakteurs haben mir ein besseres Gefühl dafür vermittelt, wie ich Kontakt aufnehmen und in welchem Format ich meine Arbeiten senden sollte – eben für all die praktischen Dinge, die man nicht an der Universität lernt“, sagt sie. Hier sind Sarah Tilottas fünf wichtigste Dinge, die Sie perfektionieren sollten, bevor Sie Ihre Arbeiten vorstellen.

1. Ein gut durchdachtes Konzept

„Betrachten Sie den Zweck Ihrer Arbeit – Was ist Ihre Motivation? Und denken Sie dann an Ihre Zielgruppe. Wer soll Ihre Arbeit zu Gesicht bekommen? Stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Werke der richtigen Person vorstellen, die diese Zielgruppe vertritt. Berücksichtigen Sie auch, welche Wirkung Ihre Arbeit haben soll. Möchten Sie Leute dazu bringen, ihre Meinung zu einer Sache zu ändern, möchten Sie Bewusstsein schaffen, sollen Leute Geld spenden oder wollen Sie Einfluss auf die Politik nehmen?“

„Wie präsentieren Sie Ihre Arbeit? Wie soll die Zielgruppe mit dem Format interagieren? Dabei kann es sich um eine digitale Publikation, eine Ausstellung oder ein Buch handeln. Vielleicht haben Ihre Arbeiten ja auch mehrere Zielgruppen oder Formate. In jedem Fall benötigen Sie eine Strategie, wie Ihr Werk in den unterschiedlichen Formaten funktionieren soll und die Zielgruppe anspricht, die Sie erreichen möchten.“

Fotoredakteure wollen Arbeiten sehen, die hervorstechen

2. Eine herausstechende Geschichte

„Persönliche Projekte sind sehr wichtig. Sehen Sie sich an, wie gesättigt der Fotografiemarkt derzeit ist. Fotoredakteure wollen Arbeiten sehen, die hervorstechen. Nachrichtenunternehmen besitzen Abonnements für Agenturfotos. Als neuer Fotograf müssen Sie also etwas anderes bieten, das diese Agenturen nicht liefern können. Beispielsweise haben wir vor Kurzem eine Reportage von Diego Ibarra Sánchez gebracht, die die Auswirkungen des IS auf das Schulsystem im Irak zeigt. Indem er sich auf dieses eine Problem des Konflikts konzentriert hatte, schuf er einen Zugang zu diesem Thema und zeigte die langfristigen Auswirkungen auf eine gesamte Bevölkerung. Das sind nicht einfach nur Bilder der Zerstörung und von Flüchtlingen.“

3. Fachwissen

„Wählen Sie Ihr Thema. Dabei kann es sich um einen Sachverhalt oder eine Region handeln, über den bzw. die Sie berichten. Etablieren Sie sich als Experte für ein bestimmtes Thema oder einen bestimmten Ort, um sich Aufträge zu sichern – zumindest in diesem Bereich. Sie können Ihr Feld später immer noch erweitern.“

4. Ein starkes Netzwerk

„Über Empfehlungen erhalten Sie Aufträge. Niemand möchte jemanden beauftragen, den er überhaupt nicht kennt. Es ist daher wichtig, Festivals zu besuchen oder zumindest in den sozialen Medien mit anderen zu interagieren. Bemühen Sie sich, innerhalb Ihrer Branche Kontakte zu knüpfen, nicht nur mit anderen Fotografen oder Redakteuren. Tauschen Sie sich auch mit Autoren und Verlagen in verschiedenen Bereichen aus. Nur wenn Sie sich einen Ruf aufbauen, werden Sie dauerhaften Erfolg haben.“

Viele Menschen können tolle Fotos machen, aber nicht mit jedem lässt sich auch gut zusammenarbeiten

5. Professionalität

„Seien Sie zuverlässig. Seien Sie nett. Die Branche ist klein. Diese Dinge sorgen dafür, dass Sie wieder beauftragt werden, sobald Sie einen Fuß in der Tür haben. Viele Menschen können tolle Fotos machen, aber nicht mit jedem lässt sich auch gut zusammenarbeiten. Stellen Sie sicher, dass Sie eine professionelle, zuverlässige und integre Person sind, mit der man gerne zusammenarbeitet.“

Verfasst von Rachel Segal Hamilton


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