Tutorial für EOS

Tipps und Tricks mit Ihrer EOS DSLR

Wenn man vertraute Orte fotografiert, läuft man häufig mit Scheuklappen herum und macht die gleichen Fotos, die bereits andere Fotografen an der selben Stelle gemacht haben. Wenn Sie vor Ort sind und das Motiv vor Augen haben, erinnert sich Ihr Gehirn an alle anderen Bilder, die Sie vorher von dort gesehen haben.

Werfen Sie Blick um sich herum und suchen dann im Sucher nach alternativen Details. Es hilft wirklich, sich dabei Zeit zu nehmen, Ihr Umfeld zu studieren und sich dann ein Bild vorzustellen, das Sie vorher nicht gesehen haben. Erst dann greifen Sie zu Ihrer Kamera. Wählen Sie eine frische Perspektive, beziehen Sie Menschen in das Bild ein oder steigern Sie die Bildwirkung, wenn Sie zu einer anderen Tageszeit die Aufnahme machen. Warum nicht mal zur Abwechslung eine Aufnahme von den Leuten machen, die mit ihrer Kamera in der Hand die Sehenswürdigkeit fotografieren?


  • Wählen Sie für Ihr Bild einen ungewöhnlichen Aufnahmestandort
  • Sinnvoller Einsatz der Belichtungsspeicherung
  • Bildkomposition mit Tiefenwirkung
  • Porträts aus der Entfernung machen
  • Panoramabilder machen


Wählen Sie für Ihr Bild einen ungewöhnlichen Aufnahmestandort

Viele Fotografen machen ihre Aufnahmen aus einer identischen Perspektive. Machen Sie es einmal anders. Versuchen Sie, von unterschiedlichen Aufnahmestandorten zu fotografieren.

bekannt – Canon
Guian Bolisay – Pocket Tree VOL. Rockefeller
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Wenn Ihre Kamera ein schwenkbares Display hat, richten Sie es so aus, dass es zum Boden zeigt. Aktivieren Sie die Livebildansicht und halten Sie die Kamera für eine interessante Stadtansicht über dem Kopf. Schauen Sie dann nach oben, um über das Display den Bildausschnitt festzulegen. Dann machen Sie an belebten Orten eine Aufnahme über die Köpfe der Menschenmenge hinweg.

bekannt – Canon
Antonio Thomás Koenigkam Oliveira – Rio de Janeiro
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Wenn Sie das Display noch oben schwenken und die Kamera dicht über dem Boden halten, erhalten Sie ebenfalls eine ungewöhnliche Perspektive, die sich von herkömmlichen Bildern unterscheidet. Eventuell finden Sie einen Aufnahmestandort in Bodennähe und beziehen mit einer Weitwinkeleinstellung die um Sie herum befindlichen Menschen in den Bildausschnitt ein.

Tipp: Wählen Sie den Einzelfeld-AF, um die Schärfe nicht auf die Menschen im Vordergrund, sondern auf ein weiter entferntes Motiv zu legen


Sinnvoller Einsatz der Belichtungsspeicherung

bekannt – Canon
Darren Flinders – The Temple of Saturn, Rome
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Während der frühen Morgenstunden und am späten Abend ist zwar oft das beste Licht des Tages – es ist aber an einigen Standorten nicht immer ratsam, dort zu diesen Zeiten zu fotografieren. Vermeiden Sie auch möglichst Aufnahmen um die Mittagszeit – obwohl es selbstverständlich auch bei hellem Sonnenlicht möglich ist, interessante und atmosphärische Aufnahmen zu machen. Im Gegensatz zu Kameras passen sich Ihre Augen sehr gut an die großen Helligkeitsunterschiede der Szene an. Deshalb machen Sie bessere Aufnahmen, wenn Sie die Entfernungs- und Belichtungsspeicherung an der Kamera nutzen.

Durch einen leichten Druck auf die Auslösertaste wird die Entfernungs- und Belichtungsspeicherung aktiviert. Ein Signalton und ein entsprechendes Symbol im Sucherbild signalisieren, dass die Belichtungsspeicherung aktiviert wurde. Für den Fall, dass Sie die Kamera dabei in Richtung Himmel oder Sonne gehalten haben, ist der gespeicherte Wert jedoch möglicherweise für eine korrekte Belichtung des gewünschten Bildausschnitts ungeeignet. Passen Sie den Bildausschnitt entsprechend an und wiederholen dann die Entfernungs- und Belichtungsspeicherung durch leichten Druck auf die Auslösertaste. Dies ist speziell dann erforderlich, wenn Sie bei der Aufnahme eines hohen Gebäudes aus nächster Nähe die Kamera nach oben geschwenkt halten, um die Spitze des Gebäudes im Bild zu haben.


Bildkomposition mit Tiefenwirkung

bekannt – Canon
Montse PB – À pied de l'Arc de Triomphe
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Um langweilig wirkende Aufnahmen zu vermeiden, suchen Sie nach einer Perspektive, bei der bestimmte Elemente im Bildausschnitt das Auge des Betrachters durch die Szene führen. Zum Beispiel fotografieren Sie ein interessantes Gebäude – aber ohne ein vertrautes Element im Bild fehlt dem Betrachter die Relation zu dessen tatsächlicher Größe. Wenn sich eine Person im Vordergrund des Bildes befindet, kann sich der Betrachter eine bessere Vorstellung von der Größe des Gebäudes machen. Mit einem Weitwinkelobjektiv kann dieser Effekt gesteigert werden. Achten Sie auf die Schärfentiefe – dafür wählen Sie die Zeitautomatik (Av), eine Blende zwischen 8 und 16 und achten dann auf die Belichtungszeit. Die Belichtungszeit sollte kürzer als 1/125 Sek. sein, um ein verwackeltes Bild zu vermeiden. Sollte sie länger sein, passen Sie die ISO-Empfindlichkeit an.


Porträts aus der Entfernung machen

Touristenattraktionen ziehen viele Besucher an, die wiederum ein großartiges Fotomotiv darstellen. Mit einer langen Brennweite können Sie bei der Aufnahme einzelne Personen von der Menge isolieren. Lange Brennweiten stauchen die Tiefenwirkung des Bildes – die Personen scheinen sich unmittelbar vor dem Gebäude zu befinden. Deshalb sollten Sie eine Möglichkeit finden, wie sich die Person besser vom Hintergrund abhebt. Mit einer langen Brennweite ist ein größerer Abstand zum Hauptmotiv verbunden. Ein Teil des Umfelds sollte sich nach Möglichkeit im Bildausschnitt befinden. Mit einer möglichst offenen Blende sorgen Sie dann dafür, dass sich die Person vom Hintergrund abhebt.

Tipp: Mit einer kleinen Blendenöffnung (hohe Blendenzahl) wird der Hintergrund schärfer abgebildet – die Person wird dabei zum Bestandteil des Umfelds.


Panoramabilder machen

bekannt – Canon
See-ming-Lee – Chinese University of Hong Kong
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Sie können eine Szene in mehreren Einzelbildern erfassen und daraus ein beeindruckend detailliertes Panoramabild erstellen. Wenn Sie ein Panoramabild machen wollen, sollten Sie die Kamera im Hochformat ausrichten. Das steigert die Bildwirkung. Mit der geeigneten Software werden die Einzelbilder nachträglich zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Vermeiden Sie bei den Einzelbildern ein Neigen der Kamera nach oben oder unten – das erschwert das nachträgliche Zusammenfügen. Sie können in einem oder mehreren Einzelbildern eine Person mit einbeziehen. Sie warten dann einfach ab, bis sie sich in den neuen Bildausschnitt der Panorama-Sequenz bewegt hat und stellen sicher, dass sich die Einzelbilder gut überlappen.