DRUCKE

Deine Fotos für den Druck bearbeiten

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Erzielen der besten Ergebnisse beim Drucken deiner Fotos.
Eine Frau, die in einer Hand eine Packung Canon Druckerpapier hält, begutachtet einige Fotodrucke auf einem Tisch vor ihr, neben denen ein Laptop aufgeklappt ist. Auf einem Sideboard im Hintergrund ist ein Canon Drucker zu sehen.

Fotodrucke eignen sich hervorragend als Geschenk oder Andenken. Du kannst mit deinen Fotos Grußkarten, Kalender, Dekorationen für dein Zuhause oder ein Scrapbook gestalten. Auch das Personalisieren von Gegenständen ist mit deinen Lieblingsfotos auf Stickerpapier gedruckt, eine tolle Einsatzmöglichkeit. Drucke eignen sich auch als bleibende Erinnerung an Reisen, Familientreffen oder die Meilensteine im Leben der Familie.

Es gibt eine Menge an Software und Apps zum Drucken. Bei Karten und Kalendern kannst du mit dem Canon Easy-PhotoPrint Editor die Fotos bearbeiten, zuschneiden, den Hintergrund ändern, Text oder Rahmen hinzufügen und viele andere kreative Werkzeuge wie Vorlagen, Stempel und Symbole verwenden, um sie zu verbessern und anschließend auszudrucken. Auch mit der Canon PRINT App lassen sich verschiedene Druckprojekte ganz einfach erstellen, was eine Welt voller kreativer Möglichkeiten eröffnet.

Vielleicht möchtest du aber nicht nur deine Kreativität ausleben und persönliche Akzente setzen, sondern auch, dass deine Fotodrucke die bestmögliche Qualität mit scharfen Details, einem reichen Tonwertumfang und naturgetreuen Farben haben. Hier erfährst du, wie du mit Canon Digital Photo Professional (DPP) oder einer anderen Bearbeitungssoftware deiner Wahl beim Drucken optimale Ergebnisse erzielst.

Ein Laptop steht aufgeklappt auf einem Schreibtisch, auf dem Bildschirm ist die Canon Easy-PhotoPrint Software zu sehen, links davon befindet sich Canon Papier und rechts ein Canon Drucker.

Mit dem Canon Easy-PhotoPrint Editor kannst du deine Fotos vor dem Druck auf kompatiblen PIXMA und MAXIFY Druckern ganz einfach mit Text, Rahmen, Mustern und anderen kreativen Elementen versehen. Das Programm verfügt sogar über eine automatische Fotooptimierung, mit der Fotos schon mit einem Klick für den Druck optimiert werden.

Ein Mann hält einen Abzug eines Fotos des Canal Grande in Venedig in der Hand, im Hintergrund steht ein Canon Drucker auf einem Schreibtisch.

Wähle eine Papiersorte, die deinen Fotos von Familienausflügen zu besonderen Orten gerecht wird, damit du deine Erinnerung gebührend im Druck festhältst.

Einen Drucker wählen

Welchen Drucker solltest du verwenden? Wenn du dir einen Drucker kaufen möchtest, empfehlen wir unsere Ratgeber zu den besten Canon Druckern für den Fotodruck und Drucker für jede Gelegenheit. Der Einfachheit halber gehen wir hier davon aus, dass du einen guten Allzweck-Tintenstrahldrucker verwendest.

Du solltest jedoch bedenken, dass die Farben naturgetreuer sind, wenn dein Drucker mehr als die vier Standard-Tintenfarben verwendet. Ein Drucker der Canon PIXMA TS8750 Serie beispielsweise verwendet sechs separate Tintenpatronen, darunter fünf Farbstofftinten, für eine hervorragende Fotoqualität mit einem erweiterten Farbraum und Tonwertumfang. Wenn deine Fotos ganz groß rauskommen sollen, empfehlen wir den Canon PIXMA PRO-200, der mit acht separaten Farbstofftinten Großformatdrucke in professioneller Qualität zu einem relativ günstigen Preis ermöglicht.

Das Papier wählen

Unabhängig von dem Drucker, den du verwendest, solltest du das passende Fotopapier auswählen, das dem Charakter des Bildes und der Art des gewünschten Drucks entspricht. Grundsätzlich geben glänzende Fotopapiere wie das Canon Glossy Photo Paper „Everyday Use“ GP-501 einen größeren Tonwertumfang wieder als matte Papiere und sind daher eine gute Wahl für lebendig wirkende Farbfotos in Fotolaborqualität. Mattes Fotopapier wie das Canon Matte Photo Paper MP-101 eignet sich hervorragend für stimmungsvolle, kontrastarme Bilder – insbesondere in Schwarzweiß. Papiere auf Textil-Basis, Leinwand und FineArt-Papier sind mit verschiedenen Texturen und Veredelungen erhältlich, und eignen sich perfekt für ein unvergessliches Geschenk oder eine einzigartige Dekoration.

Der springende Punkt ist, dass verschiedene Druckmedien unterschiedliche Tintenabsorptions- und Reflexionseigenschaften haben, weshalb es wichtig ist, beim Drucken die richtigen Einstellungen zu verwenden. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, solltest du außerdem den Verwendungszweck im Auge behalten, und das Bild für das zu bedruckende Medium optimieren.

Jemand hält einen Fotodruck in einer Hand, daneben ein Laptop, auf dem Fotos desselben Anlasses angezeigt werden. Auf dem Schreibtisch befinden sich zu beiden Seiten des Laptops weitere Fotodrucke.

Neuere Laptops neigen dazu, Farben zu kühl (zu blau) darzustellen, und weisen ein Kontrastverhältnis von bis zu einer Million zu eins auf – tausendmal höher als ein Fotodruck. Um eine bessere Übereinstimmung zwischen dem, was du auf dem Bildschirm siehst, und dem, was du gedruckt bekommst, zu erreichen, solltest du die Helligkeit des Bildschirms reduzieren und die Farben kalibrieren. Als Ausgangspunkt sollte das Weiß, das du auf dem Bildschirm siehst, an das Weiß des verwendeten Papiers angepasst werden.

Farbmanagement

Bevor du mit der Bearbeitung der Fotos beginnst, solltest du deinen Computer-Monitor kalibrieren, wenn das möglich ist. So stimmt das finale Druckergebnis besser mit dem überein, was du auf dem Bildschirm siehst, und du vermeidest zeitaufwändiges und verschwenderisches Herumprobieren. Am effektivsten ist die Verwendung eines Kalibrierungs-Kits, aber wenn das eine zu große Investition ist, weil du nur gelegentlichen Fotos druckst, geben wir dir hier auch einige schnelle Lösungen, die du ausprobieren kannst.

Erstens sehen Ausdrucke häufig zu dunkel aus, einfach weil dein Bildschirm in den Schattenbereichen mehr Details zeigt, als gedruckt werden können. Moderne Bildschirme haben gegenüber einem Drucker einen viel größeren Kontrastumfang und in der Regel ein Kontrastverhältnis von mindestens 1.000:1, oft sogar deutlich mehr. Im Vergleich dazu kann das beste Hochglanz-Fotopapier ein Kontrastverhältnis von 200:1 zwischen dem dunkelsten Schwarz und dem hellsten Weiß erreichen, während ein mattes Papier vielleicht nur 100:1 bietet. Um auf dem Bildschirm einen genaueren Eindruck von dem zu erhalten, was du auf dem Druck sehen wirst, regelst du einfach die Helligkeit deines Monitors herunter.

Zweitens neigen moderne LCD-Bildschirme zu einer zu kühlen (blauen) Darstellung, besonders wenn sie neu sind (die Farben werden oft wärmer – gelber – je älter der Bildschirm ist). Unter Windows gehst du dafür zu [Einstellungen] > [Bildschirm] > [Bildschirm-Farbkalibrierung]. Auf einem Mac wählst du [Systemeinstellungen] > [Monitore] > [Farben] > [Kalibrieren]. Bildschirme haben in der Regel einen Standard-Weißpunkt (Farbtemperatur) von D65 oder 6.500 K – versuche hier die Einstellung auf D50 oder 5.000 K zu verändern. Oder anders ausgedrückt: Du stellst den Weißpunkt so ein, dass das Weiß auf dem Bildschirm dem Weiß des zum Druck verwendeten Papiers entspricht, und zwar unter den Lichtverhältnissen, unter denen es normalerweise betrachtet wird – und achtest darauf, dass die Helligkeit des Bildschirms dein Auge nicht täuscht.

Nun musst du noch die Farbeinstellungen prüfen. Dafür gehst du in DPP auf die Aktionsleiste > [Voreinstellungen] und dort auf [Farbmanagement]. Die erste Option [Arbeitsfarbraum] können wir unberücksichtigt lassen. Der ist für professionelle Fotografen gedacht, die manchmal in Adobe RGB aufnehmen, das einen größeren Farbraum abbildet – wenn deine Aufnahmen aber im sRGB aufgenommen wurden, hat es keinen praktischen Nutzen, hier irgendwelche Änderungen vorzunehmen. Unter der Option [Druckprofil] erscheint ein Pop-up-Menü, in dem du deinen Drucker auswählst. DPP führt das Farbmanagement mithilfe von ICC-Profilen für die Drucker aus, die diese Profile unterstützen. Sie enthalten Details zur genauen Farbwiedergabefähigkeit der Drucker und ermöglichen so eine bessere Farbtreue.

Bei [Farbanpassung] daneben, wählst du [Relativ farbmetrisch]. Wenn ein Bild Farben enthält, die außerhalb der Farbskala oder des Farbbereichs des Druckers liegen, werden sie mit dieser Einstellung in die nächstliegenden druckbaren Farben umgewandelt, der Rest des Bildes bleibt jedoch unverändert. Wenn du [Perzeptiv] wählst, werden alle Farben im Bild so angepasst, dass das Verhältnis zwischen ihnen erhalten bleibt. Das führt oft dazu, dass die Farben weniger gesättigt sind und stumpf wirken. Die Farben verändern sich im Allgemeinen weniger, wenn man [Relativ farbmetrisch] verwendet.

Ein Screenshot der Canon Software DPP zeigt, wie die Helligkeit im Bild eines frisch vermählten Paares, das sich umarmt, verbessert wird.

Die Canon Digital Photo Professional (DPP) Software bietet umfangreichere Möglichkeiten als die gängigen Smartphone-Apps. So lassen sich beispielsweise bestimmte Farben mit Reglern für Farbton, Sättigung und Helligkeit für jeden Farbbereich gezielt anpassen.

Grundlagen der Bildbearbeitung

Wenn du mit einer RAW-Datei arbeiten kannst, ist das ideal, da sie alle vom Sensor erfassten Farb- und Tonwertdaten enthält und du mehr Spielraum für die Nachbearbeitung hast. Wenn das Foto jedoch nicht im RAW-Format aufgenommen wurde, kannst du das Bild trotzdem mit DPP für den Druck optimieren (auch wenn dann einige Werkzeuge und Optionen nicht zur Verfügung stehen). Wenn du mit einer TIFF- oder JPEG-Datei arbeitest, machst du am besten zunächst eine Kopie dieses Bildes, um das Original zu erhalten.

Bei RAW-Dateien ist ein guter erster Schritt die Korrektur optischer Aberrationen mit der Funktion [Digitale Objektivoptimierung] von DPP (vorausgesetzt du hast eine Kamera und ein Objektiv verwendet, die diese unterstützen) oder du verwendest die [Werkzeugpalette für Objektivkorrektur], mit der du Objektivfehler wie [Vignettierung] und [Verzeichnung] beheben kannst. Bei JPEGs werden diverse Objektivkorrekturen bereits kameraintern durchgeführt.

Mit DPP 4.17 wurde die neue Funktion [Auf neuronalen Netzen basierende Bildverarbeitung] (Abonnement erforderlich) eingeführt, die eine durch maschinelles Lernen trainierte KI einsetzt, um die verschiedenen Bereiche jedes Bildes intelligent zu analysieren und dann selektive Verbesserungen auf der Grundlage des Bildinhalts vornimmt. Sie kann Detailbereiche verfeinern, eine leistungsfähigere Rauschunterdrückung in weniger detaillierten Bereichen anwenden und durch Objektivfehler verursachte Mängel und Verzeichnungen korrigieren. Wenn du häufig Fotos ausdruckst oder wenn du Aufnahmen von besonders wichtigen, einmaligen Anlässen wie einer Hochzeit ausdrucken willst, lohnt es sich, hierfür so ein Abonnement abzuschließen.

Ein Screenshot von Canon DPP, der das Bild einer Braut bei ihren Vorbereitungen zeigt. Unterbelichtete Bereiche werden blau, überbelichtete Bereiche rot hervorgehoben.

DPP verfügt über eine sehr hilfreiche Warnanzeige für Spitzlichter und Schatten, die dich auf Bereiche aufmerksam macht, in denen die Gefahr von Clipping-Effekten (Verlust von Tonwert-Details) besteht. Eine rote Hervorhebung zeigt Spitzlicht-Bereiche an, die möglicherweise als unscharfes Weiß gedruckt werden, und eine blaue Hervorhebung zeigt Schattenbereiche, bei denen die Gefahr besteht, dass sie ohne erkennbare Details gedruckt werden. Diese Anzeige hilft dir dabei, die Helligkeit und den Farbton richtig einzustellen.

Zuschneiden und Optimieren der Bildkomposition

Als nächstes solltest du dich um die Bildkomposition kümmern. Wenn du einen Druck mit einem anderen Seitenverhältnis als das Originalbild planst, z.B. ein quadratisches Porträt oder eine Landschaft im 16:9 Querformat, solltest du das Bild entsprechend zuschneiden, damit der Bildausschnitt deinen Vorstellungen entspricht und keine wichtigen Bildelemente verloren gehen. Du kannst so auch einen kreativen Effekt erzielen, indem du unerwünschte oder ablenkende Bereiche der Aufnahme entfernst oder die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Element lenkst. Oder du drehst dass Bild, um es interessanter zu machen oder einen ungeraden Horizont auszugleichen.

Bildkompositionstechniken wie die Drittel-Regel können dabei helfen, einen effektiven Bildausschnitt zu schaffen, der das Auge gezielt durch das Bild leitet. Bei einem Porträt kann ein enger Bildausschnitt die Wirkung verstärken. Außerdem ist es in der Regel am besten, das Motiv nicht genau in der Mitte des Bildes zu positionieren – asymmetrische Kompositionen wirken dynamischer.

Vermeide es, ein Bild auf einen sehr kleinen Bereich zuzuschneiden, da so möglicherweise nicht genügend Auflösung und damit Details für einen zufriedenstellenden Druck übrig bleiben. Für solche Fälle hat Canon das bahnbrechende Neural Network Upscaling Tool (Abonnement erforderlich)1 eingeführt, das die Auflösung eines Bildes verdoppeln kann, und zwar mit wesentlich fotorealistischeren Ergebnissen als beim herkömmlichen Skalieren. Dieses Tool basiert auf der Canon Deep-Learning-Bildverarbeitungstechnologie und ist ideal, wenn ein Foto stark beschnitten wurde oder einfach nicht genügend Auflösung (Pixel) für den Großformatdruck hat.

Anstatt einen zu detaillierten Hintergrund auszuschneiden, kannst du ihn auch einfach unscharf machen. Nun kannst du auch kreativere Bearbeitungen vornehmen, z.B. Farbtöne mit der DPP Funktion [Einstellung Weißabgleich] verändern, Unreinheiten oder unerwünschte Details retuschieren oder Filter und Bildstile einsetzen, um dem Bild ganz schnell einen besonderen Look zu geben. Du kannst zum Beispiel ein Bild so aussehen lassen, als wäre es mit einer alten Einwegkamera aufgenommen worden, oder ihm einen Vintage-Sepia-Look verleihen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Ein Screenshot der Canon DPP Software zeigt das [Histogramm] und andere Optionen für die [Gamma-Einstellung].

Wenn das Bild entweder zu dunkel oder zu verwaschen aussieht, klickst du im Werkzeug für die [Gamma-Einstellung] auf die Schaltfläche [Auto] (A) oberhalb des Histogramms für eine schnelle Korrektur. Vergewissere dich, dass das Histogramm von links nach rechts verläuft und an beiden Enden ausläuft. Bleibt es kurz vor einem der beiden Enden stehen (wie in diesem Beispiel), ziehst du die Markierungen darunter (B) nach innen, bis beide Enden den Rand des Diagramms knapp überragen. Dadurch werden die dunkelsten Schatten komplett schwarz und die hellsten Lichter rein weiß dargestellt. Durch den vollen Bereich von ganz hell bis ganz dunkel wirkt das Bild im Druck satter und intensiver – insbesondere auf glänzendem Fotopapier.

Ein Screenshot der Canon DPP Software zeigt die Einstellmöglichkeiten im Bedienfeld [Erweiterte Werkzeuge], einschließlich [Kontrast], [Farbsättigung] und [Schärfe].

Die erweiterte Werkzeuge von DPP enthalten Steuerelemente zum Anpassen von [Tonwert], [Farbe] und [Schärfe]. In DPP ist es nicht möglich, Bereiche zu maskieren und nur dort zu schärfen, wie es in einigen Bearbeitungsprogrammen wie z.B. Adobe Photoshop möglich ist2. Wenn du aber die DPP Option [Unschärfemaske] (verfügbar für RAW-Dateien) verwendest, die [Feinheit] niedrig hältst und die [Schwelle] erhöhst, kannst du den Schärfeeffekt auf deutliche Kanten beschränken und vermeiden, dass die Hauttextur und andere eher weniger detaillierte Bereiche des Bildes unnatürlich rauh erscheinen.

Farbtöne und Dynamikumfang einstellen

Wenn das Bild zu dunkel oder der Kontrast zu gering ist, lässt sich das mit der Funktion [Automatische Belichtungsoptimierung] automatisch korrigieren. Wenn du mehr selbst einstellen möchtest, öffnest du das DPP Werkzeugfenster [Gamma-Einstellung]. Hier zeigt DPP (genau wie deine Kamera) das Histogramm – eine grafische Darstellung der Farbtöne des Bildes, vom dunkelsten zum hellsten. Ist diese Kurve an einem der beiden Enden abgeschnitten, bedeutet dies, dass dieses Bild unter einem Clipping-Effekt leidet, also Tonwertdetails in den hellsten Lichtern oder dunkelsten Schatten verloren gehen.

Klicke zunächst auf [Auto] (direkt über dem Histogramm), um den Weißpunkt, den Schwarzpunkt und den Mittelpunkt automatisch einzustellen und die [Automatische Belichtungsoptimierung] und den [Kontrast] zurückzusetzen. Du kannst dann die Helligkeit, den Weißabgleich und andere Einstellungen manuell anpassen.

Viele Anwender erhöhen gerne die Farbsättigung und den Kontrast, um ihren Bildern mehr Ausdruckskraft zu verleihen – wähle dazu die erweiterte DPP Werkzeugpalette aus. Du kannst die Gesamtbelichtung auch mit dem Schieberegler für die Helligkeit ändern. Es ist manchmal eine gute Idee, das Bild insgesamt aufzuhellen, wenn es auf mattem Papier gedruckt wird, das weniger weiß erscheinen kann, aber übertreibe es nicht: Höre auf, wenn weiße Bereiche eher weiß als leicht grau aussehen. Wenn das Bild unnatürlich wirkt, verringerst du den Grad der Schatten- und Lichteranpassung mit den Schiebereglern.

Wenn nötig, kannst du mit der Registerkarte [Werkzeugpalette für Teilanpassungen] in DPP eine Feinabstimmung von [Helligkeit], [Kontrast], [Farbton] und [Farbsättigung] bestimmter Bereiche im Bild vornehmen.

Ein Screenshot der Canon DPP Software zeigt den Ausschnitt eines Fotos von einem Flussufer in der Abenddämmerung mit deutlichem Bildrauschen in den Wolken, wie im Detailfenster von DPP zu sehen.

Fotos, die bei wenig Licht aufgenommen wurden, können vor allem in den Schattenbereichen unter Bildrauschen leiden. Ein Überschärfen kann dieses Rauschen noch verstärken, wie das Detailfenster im rechten Bedienfeld von DPP in Großaufnahme zeigt.

Ein Screenshot der DPP Software von Canon zeigt dasselbe Foto von einem Flussufer in der Abenddämmerung mit stark reduziertem Bildrauschen.

DPP verfügt über sehr wirksame Werkzeuge zur Rauschunterdrückung, die sowohl das [Helligkeitsrauschen] (Körnigkeit) als auch das [Farbrauschen] (Farbsprenkel) reduzieren. Vergleiche die Nahaufnahme hier mit dem Original.

Anpassen der Bildschärfe für den Druck

Das Schärfen des Bildes sollte immer der letzte Schritt sein. Die besten Ergebnisse erzielst du natürlich, wenn das Bild von Anfang an so sauber wie möglich ist. Beseitige also zunächst jegliches Bildrauschen (und vermeide es, JPEGs immer wieder neu zu öffnen und zu speichern – die Bildqualität wird jedes Mal schlechter). Wenn du das Bild schärfen oder das Rauschen reduzieren möchtest, solltest du es mit 100% Vergrößerung betrachten, damit du die Auswirkungen deiner Korrekturen deutlich erkennen kannst.

Alle Fotos profitieren von einer gewissen Schärfung, da der Druck die Bilder von Natur aus etwas weicher aussehen lässt, was jedoch auch von der Papiersorte abhängt – je mehr Tinte absorbiert und abgeleitet wird, desto stärker ist dieser Weichzeichnungseffekt. Das bedeutet, dass ein Druck auf Leinwand mehr Schärfung erfordert als ein Druck auf seidenmattem oder glänzendem Papier, und ein Druck auf glänzendem Fotopapier erfordert sogar noch weniger.

Das DPP Werkzeug zur Anpassung der [Schärfe] verstärkt den Kontrast entlang der Bildkanten, um den Eindruck größerer Schärfe zu erwecken. Die Option [Unschärfemaske] bietet eine noch feinere Kontrolle: Dort gibt es separate Regler für [Stärke], [Feinheit] und [Schwelle]. Im Gegensatz zu seinem Gegenstück in Software wie Photoshop (hier: Unscharf maskieren) ist das Werkzeug [Unschärfemaske] in DPP jedoch nur bei RAW-Dateien verfügbar.

Welche Werkzeuge du auch immer verwendest, du solltest immer selektiv schärfen – vermeide es, dort zu schärfen, wo sanfte Übergänge, weiche Hauttöne oder unscharfe Hintergründe gewünscht sind. Das Schärfen von Bereichen mit einheitlichen Farbtönen kann zu unschönem Bildrauschen führen. Mit der [Auf neuronalen Netzen basierende Bildverarbeitung] ab der DPP Version 4.17 können Feindetails automatisch nachgeschärft werden, um die bestmöglichen Effekte zu erzielen. Gleichzeitig erhalten Bildbereiche ohne Details saubere Farbübergänge ohne Bildrauschen.

Einstellungen für die optimale Druckausgabe

Bereit zum Drucken? Anstatt einfach auf [Drucken] zu klicken, solltest du [Datei] > [Drucken mit detaillierter Einstellung] wählen. Belasse die Auflösung bei 350 dpi, der DPP Standardeinstellung für den Druck. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du die [Druckqualität] [Hoch] wählst. Mit den richtigen Einstellungen in den Voreinstellungen (siehe oben) sollte die Farbanpassung gewährleistet sein. In der Dropdown-Liste [Medientyp] musst du aber unbedingt noch das von dir verwendete Papier auswählen – eine falsche Einstellung kann deine gesamte Arbeit zunichte machen.

Befolge diesen Leitfaden, um optimale Ergebnisse beim Fotodruck zu erzielen und Bilder zu erhalten, die du gerne ausstellen oder verschenken magst. Am besten schaust du dir dazu auch gleich noch die besten Tipps für die Präsentation von Familienfotos von unseren Profis an.


Geschrieben von Alex Summersby

  1. Das „Neural Network Upscaling Tool“ ist nur für Windows verfügbar und erfordert ein Abonnement (eine einmonatige kostenlose Testversion ist verfügbar). Wenn du das „Neural Network Processing Tool“ bereits abonniert hast, ist kein zusätzliches Abonnement für das „Neural Network Upscaling Tool“ erforderlich.
  2. Adobe und Photoshop sind entweder Marken oder eingetragene Marken von Adobe in den USA und/oder anderen Ländern.

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