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Sechs Methoden, um mit DPP das Beste aus deinen Bildern herauszuholen

A photo of a woman wearing a straw hat in a garden, with the foreground bokeh being adjusted in DPP.
Mit der kostenlosen Software Digital Photo Professional von Canon stehen dir umfassende Bearbeitungsoptionen für Bilder zur Verfügung, die im Format Dual Pixel RAW (wird von Canon Kameras wie der Canon EOS 5D Mark IV und der Canon EOS R5 unterstützt) aufgenommen sind. Dazu gehören Mikroanpassungen der Position des Schärfepunkts und die Verschiebung von Bokeh-Bereichen im Bild.

Die Nachbearbeitung ist ein wesentlicher Bestandteil der Workflows vieler Profifotografen und ein unverzichtbarer Schritt bei RAW-Aufnahmen. Aber erzielst du dabei auch die besten Ergebnisse? Die RAW-Verarbeitungs- und Fotobearbeitungssoftware Digital Photo Professional (DPP) von Canon ist kostenlos und leistungsstärker, als dir vielleicht bewusst ist.

Warum DPP? DPP ist das ideale RAW-Bearbeitungsprogramm, da es speziell für die Arbeit mit Dateien von Canon Kameras entwickelt wurde und optimale Unterstützung für Canon Funktionen wie Bildstile, Auto Lighting Optimizer (Automatische Belichtungsoptimierung) und Objektiv-Aberrationskorrektur bietet. Das zeigt sich am deutlichsten, wenn du RAW-Bilder mit dem monochromen Bildstil aufnimmst: Wenn du die Datei mit einer anderen Software öffnest, wird sie als Farbbild geöffnet. Du kannst in DPP natürlich auch den Bildstil entfernen oder ändern oder ihn durch einen anderen ersetzen. Das Wichtigste ist jedoch, dass andere RAW-Bearbeitungsprogramme zwar ihre eigenen Annäherungen anwenden, deine Bildeinstellungen aber nicht wirklich verstehen. Das schließt auch den benutzerdefinierten Weißabgleich, die erweiterte Rauschunterdrückung und andere Einstellungen ein. Sie werden einfach nicht wie vorgesehen angewendet.

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Wenn du dein Bild optimieren möchtest, bietet DPP ebenfalls Vorteile gegenüber vielen gängigen RAW-Bearbeitungsprogrammen von Drittanbietern. DPP umfasst beispielsweise exklusive erweiterte Funktionen wie das Tiefenkompositions-Tool für Focus-Stacking (die Kombination aus einer Reihe von Bildern in einer Auslöseserie zu einem einzelnen Bild mit einer größeren Schärfentiefe und somit einem scharfen Fokus, ganz gleich, ob es sich um ein Makroobjekt oder eine Landschaft handelt). Wenn du eine Kamera verwendest, die das Dual Pixel RAW-Format nutzen kann, kann DPP die DPRAW-Schärfentiefedaten interpretieren und Mikroanpassungen an der Position des Schärfepunkts vornehmen. Während einige andere Programme dir die Möglichkeit bieten, deine Einstellungen für die vorherige Konvertierung auf die nächste geöffnete RAW-Datei anzuwenden, kannst du in DPP benutzerdefinierte Anpassungen als Rezepte speichern. Diese Rezepte können beliebig viele Einstellungen enthalten und jederzeit auf andere Bilder angewendet werden.

Hier gehen wir nur auf einige der wichtigsten Funktionen in DPP ein und verraten dir, wie du DPP einsetzen kannst, um das Beste aus deinen Bildern herauszuholen. DPP wird regelmäßig aktualisiert, um neue Kameras und Funktionen von Canon zu unterstützen. Suche also nach der neuesten Version, und lade sie herunter, um das Beste aus deinen Bildern herauszuholen.

A picture of two men at the footplate of a steam locomotive, in colour and in mono in DPP.
Wenn du monochrome Bilder aufnimmst und vielleicht sogar direkt im elektronischen Sucher spiegelloser Canon EOS R Systemkameras komponierst, erweist sich die DPP-Fähigkeit, die Bildstile der Kamera zu verwenden, als besonders nützlich. Software von Drittanbietern ignoriert die Metadateneinstellungen hingegen und liefert nicht das, was du eigentlich erreichen wolltest.
DPP’s Copy Recipe window, showing the settings that can be included in the Recipe or not included.
Wenn ein Bild nach der Bearbeitung deinen Vorstellungen entspricht, kannst du mit DPP ganz einfach die gleichen Einstellungen auf andere Aufnahmen der gleichen oder anderer Sessions anwenden: Speichere deine Korrekturen als Rezept, das du dann mit einem Klick anwenden kannst. Kopiere einfach im Bearbeitungsmenü die ausgewählten Rezepteinstellungen. Dabei kannst du genau angeben, welche Anpassungen im Rezept enthalten sein sollen.

1. Arbeite mit neuen Dateiformaten

Die Canon EOS-1D X Mark III kam im Januar 2020 auf den Markt und führte erstmals das HEIF-Bildformat ein, das einen größeren Dynamik- und Farbumfang als JPEG sowie Kompatibilität mit den neuesten HDR-Displays auf mobilen Geräten, Monitoren und HDTVs bietet.

A macro shot showing the inside of a yellow poppy with dew droplets on the petals.

Focus-Stacking für eine höhere Feldtiefe

Drei Canon Fotografen, die Makro- und Landschaftsfotos aufnehmen, erklären, wie sie mithilfe der Focus-Stacking-Technik (auf Deutsch „Fokus-Stapelung“) einen größeren Bereich von vorn nach hinten im gesamten Bild scharf abbilden können.

Wenn du im HEIF-Format aufnimmst, werden deine Bilddateien wie JPEG-Dateien in der Kamera verarbeitet. „HEIF-Dateien ähneln JPEGs stark, besitzen aber 10-Bit-Daten und damit einen größeren Dynamikumfang. Außerdem können sie mehr Leistung ohne Posterisation herausholen“, so Mike Burnhill, Professional Imaging Product Specialist bei Canon Europe.

Mit dem Canon HEVC-Codec kannst du HEIF-Dateien in DPP bearbeiten und sogar RAW-Dateien als HEIFs speichern.

Ein neuer HDR-Monitor mit hoher Helligkeit, der den breiten Rec. 2020-Farbraum unterstützt, ermöglicht dir, das erweiterte Farbspektrum und die glattere Abstufung der Highlights von HEIF-Dateien optimal zu erleben. Wenn du jedoch keinen dieser Bildschirme hast, kann DPP den Effekt auf älteren Monitoren (SDR-Monitore, wie sie jetzt genannt werden) effektiv simulieren.

An interior shot with a warm colour cast being corrected in DPP.
DPP verfügt über eine Reihe leistungsstarker Werkzeuge zur Korrektur von Farbstichen, für Schnellkorrekturen mit einem Klick und zur präzisen Farbtemperaturanpassung sowie erweiterte Farbbalanceregler.

2. Entferne Farbstiche

Eine einfache und effektive Methode zur Korrektur eines Farbstichs in deinen Bildern ist die Weißabgleichautomatik in der Werkzeugpalette für Grundeinstellungen und Tonanpassungspalette. Wähle das Pipettensymbol aus, und klicke auf einen Bereich im Bild, der weiß sein sollte, Details aufweist und nicht überbelichtet ist. Die gesamte Farbe im Bild wird entsprechend angepasst. Wenn das Bild kein Weiß enthält, kannst du stattdessen einen Bereich verwenden, der einem neutralen Grau entspricht.

Zur Feinabstimmung oder für kreative Effekte kannst du den Farbtemperaturregler verwenden oder die Temperatur sogar in Grad Kelvin (in Schritten von 10 K) angeben. Alternativ kannst du die Blau/Bernstein- und Magenta/Grün-Schieberegler im Feinanpassungsfenster bewegen oder eine Farbe aus dem Farbfeld neben den Reglern hineinziehen.

Wenn du im kabelgebundenen Modus (per Fernzugriff mit einem Kabel) arbeitest und das ergänzende EOS Utility installiert hast, kannst du DPP verwenden, um die Farben basierend auf den genauen Umgebungsbedingungen deines Shootings zu korrigieren. „DPP 4 liest den Weißabgleich aus RAW-Dateien, wie sie von deiner Canon Kamera geschrieben wurden, sodass du einen Punkt auswählen kannst, um den Weißabgleich in der Bildvorschau auf dem Computerbildschirm einzustellen. Dieser wird dann in der Kamera selbst registriert und in den RAW-Dateien der Kamera gespeichert“, erklärt Burnhill.

A photo of a young girl running along the beach, with selective colour adjustments being made in DPP.
Eine allgemeine Sättigungserhöhung könnte dazu führen, dass die helle Kleidung des Motivs zu grell wird. Stattdessen wurden selektive Farbkorrekturen verwendet, um die Farben des Himmels und Meers zu verstärken und andere Farbtöne im Bild zu verfeinern.

3. Selektive Farbkorrekturen

Anstelle eines allgemeinen Farbstichs möchtest du oft bestimmte Farben anpassen, um beispielsweise einen stumpfen Himmel zu verstärken, ohne Hauttöne unnatürlich erscheinen zu lassen. Rufe dazu die Farbanpassungs-Werkzeugpalette auf, in der eine Reihe von acht Farbfeldern mit jeweils drei Einstellungsschiebereglern angezeigt wird. Mit diesen Reglern kannst du den Farbton, die Sättigung und die Luminanz des spezifischen Farbumfangs im angrenzenden Farbfeld anpassen. Klicke unter jedem Farbfeld auf den nach Rückwärtspfeil, um alle an diesem Farbumfang vorgenommenen Anpassungen wieder zu entfernen.

Selektive Korrekturen sind eine gute Möglichkeit, Farben zu optimieren, die vielleicht nicht ganz so dargestellt sind, wie du sie in Erinnerung hast. „Himmel, Laub und Hauttöne sind naheliegende Beispiele dafür. Sie können alle separat angepasst werden, ohne die anderen Bereiche zu beeinträchtigen“, sagt Burnhill. „Um beispielsweise den Himmel dunkler zu gestalten, bewege die Schieberegler ‚Aqua‘ und ‚Blue L‘ (Luminanz) von der mittleren Position aus nach links.“

„Oben in der Palette befinden sich zwei Schieberegler für Farbton und Sättigung“, fügt Burnhill hinzu. „Diese nehmen globale Anpassungen vor. Sie können zwar nützlich sein, um beispielsweise die Sättigung schnell zu erhöhen, sollten nach der selektiven Anpassung aber als Hauptsteuerung verwendet werden.“

A landscape photo in DPP with a red overlay on highlights in the clouds and blue on clipped shadows in the dark foreground.
Die Überbelichtungs- und Schattenwarnung in DPP (rot bzw. blau) kann dich auf Bereiche hinweisen, die zu Clipping neigen. Du kannst den Schwellenwert anpassen, um während der Arbeit einen besseren Eindruck der Auswirkungen deiner Anpassungen zu gewinnen.
Deeply shadowed buildings lightened in DPP to reveal detail without blowing out highlight areas in the sky behind.
Der Schattenregler in DPP kann Details in Schattenbereichen wiederherstellen, ohne andere Töne zu beeinträchtigen, die du nicht ändern möchtest.

4. Stelle Schatten wieder her

Wenn du Szenen mit hohem Kontrast aufnimmst und die Belichtung an den Highlights ausgerichtet hast, damit die Details erhalten bleiben, möchtest du wahrscheinlich die Informationen in den Schatten wiederherstellen, die unterbelichtet erscheinen. DPP bietet verschiedene Werkzeuge, die hier hilfreich sein können. Eine gute Option sind die Schatten- und Belichtungsregler im Bereiche „Erweitert“ der Werkzeugpalette für Basisanpassungen von DPP. Diese Regler bieten eine fein abgestimmte Steuerung der Helligkeitsstufen in den angegebenen Bereichen des Tonwertbereichs, während eine allgemeine Helligkeitsanpassung andere Töne beeinflussen würde, die du nicht ändern möchtest.

Bevor du Anpassungen vornimmst, solltest du die Schatten- und Überbelichtungswarnung aktivieren, um zu sehen, welche Bereiche zu Clipping neigen. „Ändere den Clipping-Schwellenwert, um dir einen zusätzlichen Sicherheitspuffer zu verschaffen“, empfiehlt Burnhill. „Natürlich kannst du selbst experimentieren, aber ein guter Ausgangspunkt ist eine Schatteneinstellung von 5 und eine Überlichtungseinstellung von 250. Damit deckst du Glanzlichter ab, damit diese eher wie bei Schwarzweiß-Aufnahmen gedruckt werden.“

A photo of a church and gravestones being processed in DPP’s Digital Lens Optimizer.
Die leistungsstarke digitale Objektivoptimierung in DPP kann eine Reihe von Aberrationen automatisch korrigieren, indem sie objektivspezifische Canon Objektivprofile verwendet.

5. Objektivkorrekturen

Mit den Objektivkorrekturwerkzeugen von DPP kannst du auf sehr effektive Weise chromatische Aberrationen, Verzerrungen und andere objektivbezogene Fehler manuell korrigieren. Der Prozess lässt sich jedoch auch automatisieren, und du kannst zusätzliche Korrekturen basierend auf den Objektivmetadaten mithilfe der digitalen Objektivoptimierung anwenden. Lade dazu einfach das kostenlose Objektivprofil für jedes verwendete Objektiv herunter.

„Diese Funktion ist unglaublich leistungsstark“, sagt Burnhill. „Die digitale Objektivoptimierung mit dem Objektivprofil ist in der Lage, Dinge wie Beugung und Tiefpassfilter, die von der Kamera verwendet werden, sowie alle Objektiv-Aberrationen für dieses Objektivmodell zu korrigieren. Sie verarbeitet wesentlich mehr Artefakte als die meisten anderen Objektivprofile von Dritten wie Halo-Effekte, Koma und axiale Farbsäume.“

Vergewissere dich, dass in der Objektivkorrektur-Werkzeugpalette neben den Objektivdaten „Ja“ angezeigt wird. Wenn nicht, klicke auf den gebogenen Pfeil links, gib das Objektiv an, mit dem das Bild aufgenommen wurde, und klicke auf „Start“, um das fehlende Objektivprofil herunterzuladen. Wenn du fertig bist, aktiviere die digitale Objektivoptimierung (Digital Lens Optimizer). Passe bei Bedarf die Stärke der automatischen Profilkorrekturen mit dem Regler an, und entscheide, ob du weitere hinzufügen möchtest.

„Wenn du diese Korrekturen aktivierst, werden sie vollständig angewendet. Du kannst sie bei Bedarf jedoch anpassen“, sagt Burnhill. „Manchmal ist beispielsweise eine geringe Vignettierung wünschenswert. Lasse das Kontrollkästchen aktiviert, und verschiebe dann den Regler, um die Anpassung vorzunehmen. Stelle außerdem die Bildschärfung auf Null ein, oder deaktiviere sie, bevor du die digitale Objektivoptimierung ausführst, da es so einfacher ist, die Korrekturen zu beurteilen.“

A close-up photo of a red admiral butterfly being sharpened in DPP using Unsharp Mask.
Mit den Optionen für die Unscharfmaskierung von DPP kannst du Bilder genauer scharf stellen und Artefakte wie Halo-Effekte und Bildrauschen vermeiden.

6. Stelle Details scharf

„Die standardmäßigen Schärfeeinstellungen variieren je nach Kamera, basierend auf dem Tiefpassfilter und Verbesserungen der Verarbeitung in der Kamera, die möglich sind“, sagt Burnhill. Mit dem Bildschärfungswerkzeug von DPP in der Basisanpassungs-Palette kann der Kontrast entlang der Bildkanten verbessert werden, um einen Eindruck von mehr Schärfe zu erhalten. Die Unscharfmaskierung (verfügbar für RAW-Bilder) bietet jedoch eine detailliertere Kontrolle.

Da DPP die Fokuspunktinformationen deiner Canon Kamera beibehält, kannst du mit dieser Funktion überprüfen, wo fokussiert wurde. Klicke auf die Schaltfläche unter dem Bildfenster mit einem AF-Gittersymbol und wähle die Option zum Anzeigen von AF-Messfeldern im Fokus aus. Vergrößere nun die Ansicht, um die Schärfe bei 100 % Vergrößerung zu überprüfen. Verwende im Bereich „Erweitert“ der Werkzeugpalette das Popup-Menü, um von „Schärfe“ zu „Unschärfemaske“ zu wechseln.

Hier findest du drei Schieberegler. Die Stärke bestimmt den Umfang der Bildschärfung (d. h. wie stark der Kantenkontrast erhöht wird), während die Feinheit die Ausbreitung des Kontrasts an den Kanten steuert und verwendet werden kann, um Halo-Effekte und andere Artefakte zu steuern. Der Schwellenwert bestimmt, wie groß der anfängliche Kontrastunterschied sein muss, ab dem ein Bereich als Kante betrachtet wird. In der Praxis steuert dieser Regler also die Effekte der beiden anderen. Eine gute Strategie besteht darin, den Schwellenwert zunächst auf Null zu setzen und die anderen beiden Regler zu bewegen, um die gewünschte Schärfe mit den wenigsten Artefakten zu erzielen. Erhöhe dann den Schwellenwert auf 1,0 oder 2,0. „Es funktioniert genau anders herum, wie man anfangs denkt. Um den Effekt zu verringern, musst du also den Regler nach rechts bewegen“, erklärt Burnhill.

Wenn du ein Bild mit der Dual Pixel RAW-Funktion auf einer Kamera aufgenommen hast, die diese Funktion unterstützt, kannst du die Position des Schärfepunkts mithilfe der Tiefeninformationen in der DPRAW-Datei anpassen. Öffne ein DPRAW-Bild, das möglicherweise etwas zu weit vorne oder hinten fokussiert ist, und wähle dann im Werkzeugmenü den Dual Pixel RAW Optimizer aus. Aktiviere die Bild-Feinanpassung, und verschiebe dann die Position des Schärfepunkts mit dem Regler nach vorne bzw. hinten, bis der gewünschte Teil des Motivs scharf gestellt ist.

Verfasst von Kevin Carter & Alex Summersby


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