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Antworten auf Fragen rund um das EOS R System: alles über die spiegellose Vollformatserie von Canon

Cross-section showing inside a Canon EOS R camera and RF lens.
Das revolutionäre spiegellose EOS R Vollformatsystem und die RF Objektive von Canon setzen neue Maßstäbe bei der Fotografie.

Das EOS R System, das bahnbrechende spiegellose Vollformat-Kamerasystem von Canon, eröffnet neue kreative Möglichkeiten für Fotografen und Filmemacher. Das Herzstück ist das innovative RF Bajonett, das die Nutzung einer Reihe bahnbrechender neuer RF Objektive ermöglicht. Hierzu zählen das beliebte RF 28-70mm F2L USM Zoomobjektiv sowie die innovativen RF 600mm F11 IS STM und RF 800mm F11 IS STM Objektive mit Festbrennweite.

Die EOS R, die erste spiegellose Vollformat-Systemkamera von Canon, war für Fotografen und Filmemacher eine echte Revolution. Zur EOS R gesellte sich die Canon EOS RP, die die Leistung spiegelloser Vollformat-Systemkameras in einem kleinen, leichten Gehäuse vereint und sich damit ideal für Amateurfotografen eignet, die ihre Fotos auf ein neues Niveau bringen möchten, sowie die Spezialkamera Canon EOS Ra für Astrofotografen.

Die neuesten Modelle der Canon EOS R System Serie setzen im Bereich der spiegellosen Vollformat-Fotografie und -Filmproduktion neue Standards. Die Canon EOS R6 ist eine Hybridkamera, die auch bei wenig Licht eindrucksvolle Bilder und 4K-Videoaufnahmen liefert. Das Flaggschiff-Modell EOS R5 hingegen sorgt für hochauflösende Aufnahmen mit 45 MP und zukunftssichere Filmaufnahmen in 8K.

Ist eine dieser herausragenden Kameras für dich geeignet? Bietet das EOS R System eine bessere Bildqualität als eine DSLR? Kann ich meine vorhandenen Objektive und Zubehörteile verwenden? Mike Burnhill, Professional Imaging Product Specialist bei Canon Europa, beantwortet zwölf häufig gestellte Fragen.

  1. Was ist eine Vollformat-Kamera, und welche Vorteile bietet sie?
  2. Was ist eine spiegellose Systemkamera, und welche Vorteile bietet sie?
  3. Was bedeutet -6.5EV in Bezug auf die Leistung der EOS R6 bei wenig Licht?
  4. Bietet das EOS R System eine bessere Bildqualität als eine DSLR?
  5. Sollte ich eine EOS R Systemkamera oder eine DSLR kaufen?
  6. Kann ich meine vorhandenen Objektive, Blitzgeräte und Zubehörteile zusammen mit EOS R Systemkameras verwenden?
  7. Gibt es Einschränkungen bei der Aufnahme von Videos?
  8. Was bringt es, mit der EOS R5 Videos in 8K aufzunehmen, wenn fast niemand einen 8K-Fernseher hat?
  9. Warum wurde der AF-Joystick der EOS R durch eine Multifunktions-Touchleiste ersetzt?
  10. Warum gibt es bei der EOS R nicht zwei Kartensteckplätze, eine höhere Bildwechselfrequenz oder eine integrierte Bildstabilisierung?
  11. Warum verfügen die EOS R5 und EOS R6 über eine integrierte Bildstabilisierung?
  12. Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen den einzelnen Kameras der EOS R System Serie?

A Canon EOS R camera showing the RF mount.
Das Herzstück des Canon EOS R Systems ist das innovative RF-Bajonett, das einen breiteren Hals, einen kürzeren Flanschabstand und eine superschnelle Kommunikation zwischen Objektiv und Gehäuse bietet.
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1. Was ist eine Vollformat-Systemkamera, und welche Vorteile bietet sie?

„Eine Vollformatkamera ist eine Kamera mit einem Bildsensor, der ca. 24 x 36 mm misst. Der Sensor hat also die gleichen Abmessungen wie das Bild eines herkömmlichen 35-mm-Films. Bei älteren Digitalkameras kamen oft ein kleinerer Sensor, aber Objektive mit der gleichen Größe zum Einsatz. Eine Vollformatkamera kann jedoch den gesamten Bereich der Objektivabdeckung nutzen, daher die Bezeichnung ‚Vollformat‘.“ Das ist der erste Vorteil: Mit dem gleichen Objektiv und der gleichen Brennweite nimmt eine Vollformat-Systemkamera einen größeren Teil der Szene auf, ohne den ‚Brennweitenumrechnungsfaktor‘ einer Kamera mit kleinerem Sensor.“

„Ein weiterer Vorteil ist die simple Tatsache, dass der Sensor größer als ein APS-C-Sensor ist, der ca. 15 x 22 mm misst. Ein Vollformatsensor hat also die 2,5-fache Oberfläche eines APS-C-Sensors. Das bedeutet, dass die Pixel auf dem Vollformatsensor auch dann größer sind, wenn die Sensoren die gleiche Anzahl von Megapixel haben, sodass sie mehr Licht aufnehmen können. Die Bilder haben daher einen größeren Dynamikumfang mit mehr Details sowohl in Schatten- als auch in Highlight-Bereichen. Bei höheren ISO-Einstellungen bedeutet dies auch weniger Bildrauschen.“

„Normalerweise bieten Vollformatkameras eine geringere Feldtiefe und eine bessere Kontrolle über die Feldtiefe als Kameras mit APS-C oder kleineren Sensoren. Insbesondere Porträtfotografen lieben das, weil sie Motive deutlicher von reizvoll verschwommenen Hintergründen abheben können.“
Diagram of the EOS R’s sensor showing the maximum 5,655 AF points.
Dank der Canon Dual Pixel CMOS AF Technologie kann jedes Pixel im Sensor sowohl für die Bildgebung als auch für den AF verwendet werden. So wird die Schärfe über das gesamte Bild hinweg gewährleistet und eine erstaunliche Anzahl wählbarer AF-Messfelder angeboten.
A heron frozen in motion as it rises from the water with a fish in its beak.
Die Canon EOS R5 und EOS R6 setzen in dieser Hinsicht neue Standards. Sie sind mit dem Dual Pixel CMOS AF II System von Canon ausgestattet, das von einem DIGIC X Prozessor gesteuert wird. Der Prozessor nutzt für die erweiterte Motivnachführung das KI-Verfahren Deep Learning, sodass sich selbst schnell bewegende Tiere wie Vögel optimal fotografieren lassen. © Robert Marc Lehmann

2. Was ist eine Systemkamera, und welche Vorteile bietet sie?

„Wenn wir in diesem Zusammenhang über Systemkameras sprechen, meinen wir eine Kamera mit Wechselobjektiv, die keinen Spiegelreflexmechanismus, sondern einen elektronischen Sucher (EVF) verwendet. Die größten Vorteile ergeben sich dadurch, dass durch den Verzicht auf den Spiegel bestimmte Einschränkungen im Objektivdesign beseitigt werden.“

„Da eine DSLR einen Spiegel enthält, muss genügend Platz vorhanden sein, sodass dieser sich bei der Aufnahme wegklappen kann, um nicht im Weg zu sein. Beim Design des Objektivs muss man daher um das Spiegelsystem herum arbeiten. Wenn man ein 21-mm-Objektiv entwickelt, sollte der Mittelpunkt der Linse 21 mm vom Sensor entfernt sein. Ist dabei jedoch ein 40-mm-Spiegel im Weg, kann die Linse nicht 21 mm entfernt sein. Daher müssen zusätzliche Elemente hinzugefügt werden, um die gesamte Optik nach vorn zu bewegen, und mehr Glaselemente, um den Fokuspunkt zu ändern. Die Objektive werden dadurch wesentlich komplexer. Wenn man auf den Spiegel verzichtet, ergibt sich potenziell ein viel einfacheres Objektivdesign, sodass man sich auf die Bildqualität konzentrieren kann, anstatt sich mit Designproblemen wie dem Retrofokus herumzuschlagen.“

„Bei der Entwicklung des EOS R Systems bestand das Ziel zunächst nicht darin, eine Systemkamera zu bauen. Stattdessen begannen wir mit der Frage: ‚Wie sieht die Zukunft des Objektivdesigns aus? Was wollen wir mit Objektiven erreichen?‘ Das Motto lautetet ‚Reimagining optical excellence‘. Das führte zum internen Codenamen ‚Projekt R‘, weshalb die Kamera den Namen EOS R bekam.“

Cross-section showing inside the Canon EOS R’s EVF.
Ein Vorteil eines spiegellosen Systems mit elektronischem Sucher (EVF) besteht darin, dass der Fotograf genau sieht, was die Kamera sieht, selbst wenn es so dunkel ist, dass man mit bloßem Auge nichts erkennen kann.

„Die wichtigste Entscheidung war die Entwicklung des RF-Bajonetts, des Herzstücks des EOS R Systems. Er hat einen breiten Hals, ähnlich wie das EF-Bajonett, und einen kürzeren Flanschabstand vom Bajonett zum Sensor, sodass wir bahnbrechende neue Objektive entwickeln können, die in optimaler Entfernung zum Sensor arbeiten. Dies ermöglicht die Erstellung schnellerer, hellerer, hochwertigerer Optiken mit einer zukunftssicheren Leistung. Das RF Bajonett verfügt außerdem über eine innovative zwölfpolige Verbindung, die eine deutlich schnellere Kommunikation zwischen Objektiv und Gehäuse sowie zukünftige Erweiterungen ermöglicht. So erreichen wir bei EOS R Systemkameras – mit Ausnahme der EOS RP – den weltweit schnellsten Autofokus für spiegellose Vollformat-Systemkameras mit Wechselobjektiven und eine äußerst effektive digitale Objektivoptimierung in Echtzeit.“

„Ein weiterer Vorteil, der sich durch den Verzicht auf den Spiegel ergibt, ist ein kleineres und leichteres Kameragehäuse. Mit Akku und Speicherkarte wiegt die EOS R 660 g und die EOS RP gerade einmal 485 g – deutlich weniger als eine vergleichbare Vollformat-DSLR wie die Canon EOS 5D Mark IV, die fast 800 g auf die Waage bringt. Es gibt natürlich auch leichtere Kameras (die kompakte spiegellose Canon EOS M zum Beispiel wiegt unter 300 g), aber bei der EOS R bestand das Ziel nicht darin, die leichteste Kamera zu entwickeln. Wir haben uns entschieden, das Gehäuse der EOS R und EOS R5 aus einer robusten Magnesiumlegierung zu konstruieren, die eine professionelle Abdichtung gegen Staub und Wasser bietet. Denn für die Fotografen, für die wir die EOS R und die EOS R5 entwickelt haben, sind Zuverlässigkeit und Widerstandsfähigkeit wichtig.“

„Ein spiegelloses Design bietet einige technische Vorteile, wie die Beseitigung von Vibrationen, die durch das Klappen des Spiegels verursacht werden, aber das ist wahrscheinlich nur unter sehr wenigen Umständen ein Problem. Wichtiger ist, dass das EOS R System durch den Wegfall des mechanischen Spiegels vollständig leise aufnehmen kann. Das ermöglicht diskretere Aufnahmen in jeder Umgebung, von Hochzeiten bis hin zur Tierfotografie. Zudem kann der elektronische Sucher eine Live-Vorschau des Bilds anzeigen, damit du genau siehst, was du mit den aktuellen Aufnahmeeinstellungen aufnimmst – oder unter schlechten Lichtverhältnissen, die in der Vergangenheit keine Aufnahmen zugelassen hätten.“

Diagram showing communications between the lens microprocessor and image processor.
Die in das EOS R System integrierte DLO-Technologie (Digital Lens Optimizer; digitale Objektivoptimierung) nutzt die extrem schnelle Kommunikation zwischen Objektiv und Kameragehäuse des RF-Bajonetts und die Geschwindigkeit des DIGIC 8-Bildprozessors, um das Beste aus deinen Objektiven herauszuholen.

3. Was bedeutet -6.5EV in Bezug auf die Leistung der EOS R6 bei wenig Licht?

„Die Canon Dual Pixel CMOS AF Technologie, die in den EOS R Systemkameras zum Einsatz kommt, ermöglicht eine leistungsstarke Schärfenachführung für Einzelbilder und Filme. So erreichen wir einen schnellen, präzisen Autofokus, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen, bei denen es früher zu dunkel war, um zu fokussieren. Im One-Shot-Modus ist der AF bei einem Canon RF 50mm F1.2L USM Objektiv in Kombination mit der EOS R6 bis zu -6.5EV, mit der EOS R5 und EOS R bis zu -6EV und mit der EOS RP bis zu -5EV effektiv.“

„Um eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie dunkel das ist: Stell dir vor, du befindest dich nachts in einer abgelegenen Gegend ohne Straßenbeleuchtung, und die einzige Lichtquelle ist der Mond, der im ersten Viertel steht. Das entspricht ungefähr der Helligkeit von -6.5EV. Die EOS R6 kann unter diesen Bedingungen fokussieren, solange zumindest ein wenig Kontrast vorhanden ist.“ Keine Kamera fokussiert ohne Kontrast – wenn du sie auf eine weiße Wand richtest, ganz gleich, wie hell sie ist, wird sie nicht fokussieren, da sie keine Vergleichsmesspunkte hat.“

4. Bietet das EOS R System eine bessere Bildqualität als eine DSLR?

„Zum Teil hängt das davon ab, was ‚besser‘ bedeutet. Bei einer EOS R sorgt das RF 50mm F1.2L USM Objektiv für ein schärferes Bild als das EF-Äquivalent, das EF 50mm f/1.2L USM. Vielleicht bevorzugst du aber auch einen weicheren Look, beispielsweise für Porträts. Dennoch setzt das EOS R System in Bezug auf den meisten Kriterien einen neuen Standard in der Vollformat-Bildqualität. Der Dual Pixel CMOS AF Sensor bietet eine perfekte Balance aus satten, scharfen Details und unglaublich zuverlässiger Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen. Da fast jedes Pixel im Sensor (100 % vertikal und 88 % horizontal) sowohl für die Bildgebung als auch für den Autofokus verwendet wird, sorgt er für eine herausragende Schärfe über das gesamte Bild hinweg.“

„Das Dual Pixel CMOS AF II System, das mit der EOS R5 und EOS R6 eingeführt wurde, übertrifft diese Werte sogar noch und deckt sowohl im Modus ‚Gesichtserkennung+Nachführung‘ als auch im Modus zur automatischen Wahl 100 % des Sensors ab. Der in diesen Kameras verbaute DIGIC X Prozessor nutzt das KI-Verfahren Deep Learning, mit dessen Unterstützung menschliche Gesichter und Augen erkannt und nachgeführt werden. So werden selbst Köpfe von Personen registriert, die eine Maske und einen Helm tragen. Das System funktioniert sogar bei Katzen und Hunden und zu einem gewissen Grad auch bei Vögeln.

A man holds a Canon EOS R6 in one hand by his side.

Canon EOS R5 oder EOS R6 – welche Kamera passt zu dir?

Canon führt nicht nur eine, sondern gleich zwei bahnbrechend neue spiegellose Vollformatkameras ein. Welche Kamera passt zu dir? Wir vergleichen die EOS R5 mit der EOS R6.

„Viele Menschen mögen die Fototechnologie von Canon, weil ihnen die Art und Weise gefällt, wie wir Farbe verarbeiten. Die eigentliche Nagelprobe für die Bildqualität sind jedoch nicht JPEGs direkt von der Kamera. Wenn du die RAW-Dateien einer EOS R oder EOS RP betrachtest, wird dich die Fülle der vom Sensor erfassten Bilddaten umhauen. Die in das EOS R System integrierte DLO-Technologie (Digital Lens Optimizer; Digitale Objektivoptimierung) nutzt die extrem schnelle Kommunikation zwischen Objektiv und Kameragehäuse, um das Beste aus den bahnbrechenden RF Objektiven herauszuholen. Die Kamera weiß, ob du ein RF oder ein EF Objektiv verwendest. Sie greift direkt auf Objektivprofilinformationen zu, um optische Aberrationen, Beugungen usw. zu korrigieren und so eine optimale Bildqualität zu gewährleisten.“

„Der Canon EOS R Sensor stammt aus der gleichen Familie wie der Sensor der Canon EOS 5D Mark IV – er verfügt über unterschiedliche Filter und eine neue Elektronik für ein besseres Signal-Rausch-Verhältnis und weitere Verbesserungen, die Familie ist aber die gleiche. Wenn man die Bilder der beiden Sensoren vergleicht, insbesondere, wenn sie mit RF Objektiven auf der EOS R aufgenommen wurden, ist die Bildqualität eindeutig besser. Das Ergebnis liegt viel näher als je zuvor an der Szene, wie man sie mit dem bloßen Auge sieht.“

„Der in der EOS R6 verbaute CMOS-Sensor wurde auf Grundlage des Sensors entwickelt, der sich auch in unserer Flaggschiff-DSLR, der Canon EOS-1D X Mark III, befindet. Somit liefern beide Kameras eine ähnliche Bildqualität. Für noch mehr Details und eine besonders hohe Klarheit sorgt die 45-Megapixel-Auflösung der EOS R5. Das wird nur noch von der 50-Megapixel-Auflösung der EOS 5DS und der EOS 5DS R getoppt. Die Unterschiede sind allerdings so minimal, dass sie auf Bildern kaum wahrnehmbar sind. Die Datenmenge ist in beiden Fällen dieselbe. Der geringe Unterschied bei der Anzahl der Megapixel ist darauf zurückzuführen, wie das Sensorsignal der EOS R5 verarbeitet wird. Zusätzlich bietet die EOS R5 einen überragenden Dynamikumfang und eine hohe ISO-Empfindlichkeit.“
Diagram showing in-body and in-lens image stabilisation working in tandem.
Mit der Canon EOS R5 und der EOS R6 führen wir zum ersten Mal eine integrierte Bildstabilisierung in einer EOS Kamera ein. Damit liefern wir eine unvergleichliche achtstufige Bildstabilisierung mit kompatiblen Objektiven, sodass dir Aufnahmen aus der freien Hand jetzt auch in Situationen gelingen, in denen dies vorher schlichtweg unmöglich war.
A Canon DSLR, Canon EOS R and smaller Canon camera.

Spiegellos oder Spiegelreflex? Welches EOS System sollte man wählen?

Profifotograf Richard Walch führt Dich durch die verschiedenen EOS Systeme und hilft dir bei der Entscheidung, welche Kamera mit Wechselobjektiven für Dich die Richtige ist.

„Als professioneller Fotograf hast du vielleicht den Eindruck, dass es Vorteile gegenüber den klassischen Canon DSLRs gibt: Man hat die Wahl zwischen verschiedenen bewährten Gehäusen und Objektiven, profitiert von der Zuverlässigkeit und der Robustheit des EOS Systems, und es gibt einen herkömmlichen optischen Sucher, den manche Benutzer aufgrund der unmittelbaren Verbindung zum Motiv bevorzugen.“

„Der in spiegellosen Systemkameras verbaute elektronische Sucher hat viele Vorteile. So kannst du etwa ein Bild auch bei wenig Licht komponieren und die Aufnahme mit den gewünschten Einstellungen in der Vorschau anzeigen. Allerdings erfolgt die Darstellung des Bilds mit einer zeitlichen Verzögerung. Das Bild im elektronischen Sucher wird nicht in Echtzeit dargestellt, wohingegen du über den optischen Sucher einer DSLR alles live verfolgen kannst.“

„Mit einer Auflösung von 5,76 Millionen Bildpunkten und einer Bildwechselrate von bis zu 120 B/s bietet der elektronische Sucher der EOS R5 eine deutliche Verbesserung, obgleich eine Verzögerung von wenigen Millisekunden weiterhin hingenommen werden muss. Bei der Aufnahme eines Tennisspielers etwa, der gerade seinen Schläger auf einen Ball zubewegt, kann das bedeuten, dass der Ball entweder gut zu sehen ist oder aber nicht mal mehr im Bildausschnitt auftaucht. Daher muss man hier etwas stärker vorausschauend agieren.“

„Aber auch professionelle Fotografen packen die Canon EOS R Systemkameras in ihre Kameratasche, oft als Zweitkamera für Situationen, in denen sich diese Modelle besser eignen. Das ist z. B. der Fall, wenn die hervorragenden RF Objektive zum Einsatz kommen sollen, die revolutionäre Leistung des EOS R Systems bei wenig Licht benötigt wird oder der völlig geräuschlose Verschluss gefragt ist, der es möglich macht, auch in Situationen zu fotografieren, die früher als schwierig betrachtet worden wären.“

„Canon bietet beide Lösungen an. Welches System für dich das Richtige ist, hängt von einer Vielzahl von Überlegungen ab und davon, welche Faktoren für deine speziellen Anforderungen am wichtigsten sind.“

6. Kann ich meine vorhandenen Objektive, Blitzgeräte und Zubehörteile mit EOS R Systemkameras verwenden?

„Obwohl es in vielerlei Hinsicht revolutionär ist, baut das EOS R System auf der 30-jährigen Tradition von Canon auf. Die Bezeichnung ‚EOS‘ haben wir aus gutem Grund beibehalten, denn die EOS R Systemkameras sind nach wie vor Teil der EOS Familie und bieten die gewohnte Kompatibilität. Wir sind uns bewusst, dass viele Fotografen und Filmemacher erhebliche Investitionen in EF und EF-S Objektive getätigt haben, weshalb sie diese Objektive über eine Reihe von EF-EOS R Bajonettadaptern mit ihrer EOS R Systemkamera verwenden können – und zwar ohne Einbußen bei Qualität oder Funktionen.“

„Mit dem standardmäßigen EF-EOS R Bajonettadapter kannst du deine EF und EF-S Objektive nahtlos mit EOS R Kameras verwenden. Bei EF-S Objektiven, die für EOS DSLRs mit dem kleineren APS-C Sensor entwickelt wurden, erhältst du Bildausschnitte, die dem kleineren Bildkreis der EF-S Optik entsprechen.“

„Der Bajonettadapter mit Objektiv-Steuerring EF-EOS R verfügt über einen Objektiv-Steuerring, der einfach zu bedienen ist, ohne die Kamera vom Auge nehmen zu müssen. Dies ermöglicht eine taktile manuelle Steuerung verschiedener Einstellungen, genau wie bei den RF Objektiven. Du kannst ihn nach Belieben anpassen, um die Blende, Verschlusszeit, ISO-Empfindlichkeit oder Belichtungskompensation zu steuern. In diesem Sinne kannst du also noch mehr aus deinen vorhandenen Objektiven herausholen.“

Alternativ bietet der EF-EOS R Bajonettadapter mit Einsteckfilter zusätzlich die Möglichkeit zur Anbringung von Einsteckfiltern. Damit muss der Filter nicht mehr vorn am Objektiv angebracht werden – was besonders bei der Verwendung von Weitwinkelobjektiven mit einer großen Frontlinse sehr vorteilhaft ist. Er ist entweder mit einem variablen Neutraldichtefilter oder einem Zirkularpolfilter erhältlich.“

A photographer changes lenses on the Canon EOS R.
Deine vorhandenen EF und EF-S Objektive kannst du mit dem EOS R System ganz einfach verwenden, wie Canon Botschafter Brent Stirton auf seiner anstrengenden fünftägigen Reise nach Namibia herausfand, wo er Tierwelt, Landschaft und Menschen des Landes dokumentierte.

„Egal, für welchen dieser Adapter du dich entscheidest, deine EF und EF-S Objektive sind vollständig kompatibel. Technisch gesehen gibt es nur wenige Objektive, die nicht vollständig kompatibel sind, etwa das Canon 35-80mm Power Zoom Objektiv, das 1990 rund ein Jahr lang erhältlich war. Zwar funktioniert der Autofokus des Objektivs, und die Belichtung ist identisch, aber der Power-Zoom ist nicht nutzbar. Bei Superteleobjektiven, die vor 2010 auf den Markt kamen, funktioniert außerdem der Schärfenspeicher nicht. Alles andere ist jedoch voll funktionsfähig.

„In Bezug auf das Zubehör verfügt die EOS R aufgrund ihrer abweichenden Abmessungen im Vergleich zu anderen EOS Kameras über einen eigenen, modellspezifischen Akkugriff BG-E22 für längere Aufnahmen. Die EOS R5 und die EOS R6 sind beide mit dem Akkugriff BG-R10 kompatibel, der über einen Multi-Controller-Joystick verfügt, mit dem du bei Aufnahmen im Hochformat das AF-Messfeld auswählen kannst. Da jedoch die EOS R Systemkameras Teil der EOS Produktfamilie sind, sind all deine Speedlites kompatibel, und du kannst die Kameras an den üblichen Standardstativen usw. befestigen.“

„Bei der EOS R5 und der EOS R6 ist außerdem ein LP-E6NH Akku mit höherer Kapazität eingebaut. Damit beläuft sich die Lebensdauer des Akkus bei der EOS R5 auf ca. 490 Aufnahmen und bei der EOS R6 auf ca. 510 Aufnahmen (jeweils im LCD-Stromsparmodus). Der Akku ist zudem abwärtskompatibel und kann mit jeder Kamera verwendet werden, die seit der Einführung 2008 mit einem LP-E6 Lithium-Ionen-Akku betrieben wird. Dazu gehören die EOS R, die EOS 5D Mark IV und die EOS 6D Mark II. Die EOS R, die EOS R5 und die EOS R6 sind auch mit älteren LP-E6 Akkus kompatibel, wobei die Akkuleistung bei diesen Kombinationen etwas geringer ausfällt.“

„Die kompaktere EOS RP verwendet den gleichen LP-E17 Akku wie die Canon EOS 750D und die Canon EOS 200D.“

Filming 8K and oversampled 4K on the Canon EOS R5

Filmaufnahmen in 8K und 4K-Oversampling mit der Canon EOS R5

Bei den ersten Videoaufnahmen mit der Canon EOS R5 testeten Martin Bissig und Ivan D’Antonio, wie die 8K-Funktionen zusätzliche kreative Möglichkeiten eröffnen.

7. Gibt es Einschränkungen bei der Aufnahme von Videos?

„Wir sind überzeugt, dass Filmemacher das EOS R System ebenso lieben werden wie Fotografen. Alle Kameras der Serie bieten die Möglichkeit, eindrucksvolle 4K-Videos aufzunehmen – die EOS R5 bietet sogar bahnbrechende 8K –, sowie zahlreiche Funktionen für kreative Filmaufnahmen. Du kannst den Fokus dank manuellem Fokus Peaking, Gesichtserkennung und Autofokus mit Augenerkennung mit hoher Genauigkeit steuern, und der Dual Pixel CMOS AF ermöglicht dir, den Fokuspunkt über den Touchscreen gleichmäßig und präzise zu steuern und so professionelle Fokus-Pull-Effekte zu erzielen.“

„Auch bei aus freier Hand aufgenommenen Videos kommt auf der EOS R Systemkamera dasselbe intelligente Bildstabilisierungssystem zum Einsatz, das bei Fotos Verwacklungen verhindert. Zusätzlich ermöglicht die erweiterte Digital Movie IS Technologie eine fünfachsige Bildstabilisierung, die für gelungene, verwacklungsfreie Aufnahmen sorgt (mit Ausnahme von 8K-RAW-Aufnahmen mit der EOS R5). Mit einem externen Recorder haben Filmemacher die Möglichkeit, für professionelle Qualität und Farbkorrekturfunktionen unkomprimierte HDMI-Ausgänge mit Timecode (YCbCr 4:2:2, 8 Bit bei der EOS RP und 10 Bit bei der EOS R5, EOS R6 und EOS R) zu nutzen. Bei der EOS R5, EOS R6 und EOS R kannst du mit Canon Log einen Dynamikumfang mit bis zu zwölf Stufen bei ISO 400 aufnehmen. So kannst du bei der Nachbearbeitung selbst kleinste Farbnuancen und Details in dunkleren und helleren Bereichen extrahieren. Die EOS R und EOS R6 bieten zudem hohe Bildwechselfrequenzen von bis zu 120p in HD. Die EOS R5 erzielt auch bei 4K-Aufnahmen bis zu 120p und kann RAW-Filme in 8K aufnehmen. Sowohl die EOS R5 als auch die EOS R6 verfügen über HDR PQ für einen größeren Dynamikumfang bei der Farbkorrektur. Alle Modelle sind extrem leistungsstarke Kameras für die Filmproduktion.

„Natürlich erhältst du nicht alle Funktionen, die bei einer professionellen Cinema EOS Kamera zu finden sind. Dennoch sind die EOS R, die EOS R5 und die EOS R6 dank professioneller Workflow-Funktionen wie 10-Bit-Ausgabe und Canon Log ideal für den Einsatz als B-Kameras bei Großproduktionen geeignet, wo ein kompaktes und flexibles System unerlässlich ist.“

Diagram showing the EOS R control ring’s communications.
Der innovative Steuerring an RF Objektiven stellt eine vielseitige zusätzliche Möglichkeit dar, um verschiedene Einstellungen vorzunehmen.
Nicolai Briz holds the Canon EOS R ready to video.

Erste Eindrücke des EOS R Systems: Filmemacher Nicolai Brix berichtet

Der dänische Videofilmer und Fotojournalist Nicolai Brix war der erste Filmemacher, der Videos mit dem Canon EOS R System aufnahm. Hier erfährst du, was er davon hält.

„In den sozialen Medien war der ‚Brennweitenumrechnungsfaktor‘ bei der Aufnahme von 4K-Videos mit der EOS R ein heiß diskutiertes Thema. Das Gesichtsfeld des Objektivs wird mit einem Faktor von 1,74 umgerechnet. Wenn also das auf dem Sensor maximal mögliche 16:9-Standbild 6.720 x 3.776 Pixel beträgt, entspricht das 4K-Video einem Bereich in der Mitte, also 3.840 x 2.160 Pixel. Zur Klarstellung: Dabei handelt es sich um eine 4K-Auflösung. Die Beschwerde bezieht sich jedoch darauf, dass nicht das gesamte Gesichtsfeld des Objektivs genutzt wird.“ „Dies liegt an den technischen Einschränkungen des Sensors und des Bildprozessors, die in der EOS R und EOS RP verbaut sind.

„Mit dem neuen Prozessor und Sensor übertrifft die EOS R6 die 4K-Videoqualität der EOS R. Die EOS R6 erreicht eine Abdeckung von 94 %, sodass praktisch ein Vollformatbild entsteht. Zudem ermöglicht das Modell 4K-Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde und wird von der Dual Pixel CMOS AF II Fokussierung abgerundet, die Gesichts-, Augen- und Tiererkennung sowie -nachführung bietet.“

„Eine weitere Videoeinschränkung, die Nutzer kommentieren, ist die maximale Aufnahmezeit von 29 Minuten und 59 Sekunden. Dies ist eine gängige Dauer bei videofähigen Fotokameras und hängt von den Besteuerungsregeln der WTO ab: Jedes Gerät, das länger aufzeichnen kann, wird als Videokamera eingestuft und daher mit einem höheren Steuersatz belegt.“

Photographer Ulla Lohmann holds an EOS R5 at arm’s length over a precipice and frames her shot on the vari-angle screen.
Canon Botschafterin und Abenteuerfotografin Ulla Lohmann, hier bei ihren ersten Naturaufnahmen mit der Canon EOS R5 zu sehen, nutzte das dreh- und schwenkbare Display, um aus interessanten und ungewöhnlichen Blickwinkeln zu fotografieren.

8. Was bringt es, mit der EOS R5 Videos in 8K aufzunehmen, wenn fast niemand einen 8K-Fernseher hat?

„Die Aufnahme in 8K bietet mehr Optionen bei der Bearbeitung. So kann man bei Weitwinkelaufnahmen in 8K hinterher einen kompakteren Bildausschnitt auswählen, schwenken oder zoomen und erhält weiterhin ein Bild mit 4K-Auflösung. Das ist aktuell wahrscheinlich die Auflösung, die den meisten ausreicht.“

„Wer sich auch mit einer Full-HD-Auflösung zufriedengibt, der hat bei der Bildbearbeitung effektiv die Möglichkeit, einen 16-fachen Zoom einzusetzen. Wenn man in Material mit einer Auflösung von 8K hineinzoomt, erhält man einen unglaublich natürlichen Zoom ohne all die negativen Effekte, die der Einsatz eines Objektivs mit voller Zoomeinstellung mit sich bringt. Damit wirkt das Ergebnis so, als hätte man ein extrem hochwertiges parfokales Cinema-Zoomobjektiv verwendet und dabei weder geatmet noch die Vergrößerung oder Belichtung verändert. Dadurch erhält man das qualitativ beste Zoomergebnis überhaupt.“

„Die EOS R5 verfügt außerdem über einen 4K-HQ-Modus, der ein Oversampling von 8K-Videos ermöglicht, sodass besonders detailreiche 4K-Bilder entstehen. Bei nativen Aufnahmen in 4K werden eigentlich nur 25 % der Daten für den Rot- und Blau-Anteil erfasst, da der Sensor nach dem Konzept der Bayer-Matrix funktioniert. Dadurch, dass die restlichen Daten fehlen, kann es zu Moiré-Effekten, Artefakten und Unschärfen kommen.“

„Bei 8K-Aufnahmen erhält man für den Rot- und Blau-Anteil Daten, die quasi einer 4K-Auflösung entsprechen, was insgesamt ein qualitativ deutlich besseres 4K-Signal ergibt. In der Theorie ist dies das maximal erzeugbare 4K-Signal. Man erzielt damit massive Verbesserungen bei Schärfe und Farbe sowie weniger Bildrauschen. Die Dateigröße ist dabei außerdem genauso groß wie bei Standard-4K-Aufnahmen.“

9. Warum wurde der AF-Joystick der EOS R durch eine Multifunktions-Touchleiste ersetzt?

„Die Entwicklung einer ganz neuen Kamera gibt uns die Möglichkeit, verschiedene Ideen auszuprobieren. Einige lieben die Multifunktions-Touchleiste der EOS R, die für die Steuerung von Funktionen wie AF- oder ISO-Einstellung oder Weißabgleich angepasst werden kann. Es ähnelt dem bekannten EOS Wahlrad, bietet aber den zusätzlichen Vorteil einer geräuschlosen Bedienung und einer verbesserten Witterungsbeständigkeit. Wir sind uns jedoch bewusst, dass manche Menschen sie nicht besonders mögen. Andere Innovationen, wie der anpassbare Steuerring, wurden allgemein gut aufgenommen. Das gilt auch für das Touchscreen-AF-System, das dir eine wesentlich bessere Steuerung bietet als ein Joystick. Kannst du dir vorstellen, mit einem Joystick zwischen 5.655 AF-Punkten zu wählen, wie es bei der EOS R möglich ist (oder zwischen 4.779 wie bei der EOS RP)?“

„Es geht darum, die größtmögliche Benutzerfreundlichkeit für die verfügbaren Funktionen zu bieten. Wir haben versucht, die neuen Funktionen mit der vertrauten EOS Handhabung, den Menüs usw. abzustimmen, damit du kein völlig neues System erlernen musst, sondern so schnell wie möglich loslegen kannst. Es mag uns nicht immer gelingen, die perfekte Balance zu finden. Daher ist Feedback bei uns immer willkommen.“

„Tatsächlich fiel die Entscheidung für den Joystick bei der EOS R6 u. a. aufgrund von Benutzerfeedback. Auch die EOS R5 ist mit einem Joystick ausgestattet, wobei das von Anfang an Teil des Designs dieser Kamera war. Das Gehäuse ist typisch für die 5er-Serie. Daher wussten wir, dass das Modell Benutzer der Canon EOS 5D Mark IV ansprechen würde, die den Joystick bereits kennen.“

Diagram of the sealing materials and high-precision parts front and back on an EOS R6.
Jede EOS R Systemkamera weist dasselbe professionelle Niveau von Wetterversiegelung und Staubschutz auf, wie man es von anderen Kameras der EOS Familie kennt.

10. Warum gibt es bei der EOS R nicht zwei Kartensteckplätze, eine höhere Bildwechselfrequenz oder eine integrierte Bildstabilisierung?

„Wir verstehen vollkommen, warum Profis zwei Kartensteckplätze schätzen. Die Canon EOS-1D Mark II war die erste Kamera mit zwei Kartensteckplätzen. Wir wissen, dass einige Menschen diese für Backups, flexiblere Workflows oder einfach nur für ein sicheres Gefühl als wichtig empfinden. Bei der EOS R ging es darum, für den Zielmarkt Kompromisse zu finden. Bei der Entwicklung von Kameras achten wir in der Regel darauf, wer der Kunde für dieses Produkt ist und was er möchte. Das ist unser Ausgangspunkt. Wir fügen daher basierend auf dem von uns beobachteten Bedarf unserer Kunden einige Funktionen hinzu bzw. lassen andere weg, anstatt zu versuchen, einfach alles hineinzupacken.“

„Das Problem bei der EOS R ist, dass sie so gut ausgestattet ist, dass sie neben der eigentlichen Zielgruppe auch für fortgeschrittenere Benutzer attraktiv ist. Professionelle Hochzeitsfotografen möchten sie beispielsweise für ihre Arbeit verwenden, da sie so kompakt ist, leise Aufnahmen ermöglicht usw. Und das ist großartig! Aber die EOS R wurde für Fotografie-Begeisterte entwickelt und bietet daher nicht alles, was man von einer erstklassigen professionellen Kamera erwartet.

„Im Hinblick auf die integrierte Bildstabilisierung verfügt das EOS R System sehr wohl über integrierte Technologie, wie den fünfachsigen Digital Movie IS. Ebenso bietet die EOS RP ein leistungsstarkes Dual Sensing IS-System, das Verwacklungen bei handgeführten Aufnahmen reduziert.“

A photographer adjusts the settings on an EOS R6.
Die EOS R6 hat oben auf der Kamera ein Modus-Wahlrad und bietet darüber hinaus einen AF Multi-Controller Joystick – beides Bedienelemente, die man von anderen EOS Kameras kennt.
A photographer adjusts the settings on an EOS R5 on a tripod, viewed from behind. © Remo Leonzi
Die EOS R5 verfügt ebenfalls über einen AF-Joystick, bietet auf der Oberseite statt eines Modus-Wahlrads jedoch eine Modustaste und ein LC-Display. Die Ausstattung ist also ähnlich wie bei der EOS R, nur dass die EOS R auf der Rückseite zusätzlich eine Multifunktions-Touchleiste besitzt.

11. Warum verfügen EOS R5 und EOS R6 über eine integrierte Bildstabilisierung?

„Wie effektiv die beiden Arten der Bildstabilisierung sind, hängt vom jeweiligen Objektivtyp ab. Für Weitwinkelaufnahmen ist die integrierte Bildstabilisierung besser geeignet, für Teleaufnahmen eignet sich die objektivbasierte Bildstabilisierung besser. Die eigentliche Kunst besteht jedoch darin, beide Systeme so miteinander zu kombinieren, dass man auch über eine Vielzahl von Brennweiten hinweg optimale Ergebnisse erzielt. Genau das haben wir uns bei der EOS R5 und EOS R6 zum Ziel gesetzt. Die integrierte Bildstabilisierung allein hätte das Stabilisierungsniveau, das das Objektiv bietet, nicht wesentlich erhöht. Indem jedoch beide Systeme zusammenarbeiten, lässt sich das Gesamtergebnis deutlich verbessern.“

„Wir haben das System so konzipiert, dass es mit jedem RF oder EF Objektiv mit Bildstabilisierung kompatibel ist. Bei einem RF Objektiv erhält man mit der integrierten Bildstabilisierung allerdings ein deutlich besseres Ergebnis, was der schnelleren Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv zu verdanken ist. Der Grad der Verbesserung hängt vom Objektiv ab. Das RF 85mm F1.2L USM und das RF 28-70mm F2L USM haben beispielsweise sehr große Bildkreise, sodass das Bildstabilisierungssystem mehr Spielraum hat. Von diesen Objektiven verfügt keines über eine integrierte Bildstabilisierung, aber in Kombination mit der EOS R5 oder der EOS R6 erhält man bis zu acht Stabilisierungsstufen.“

„Wenn man an diese Kameras ein RF Objektiv mit integrierter Bildstabilisierung anbringt, erhält man zwar ebenfalls bis zu acht Stabilisierungsstufen. Aber da Gehäuse- und Objektivsystem zusammenarbeiten, wird eine höhere Leistungsoptimierung erzielt, als die Einzelwerte vermuten lassen. Wir halten uns beim Messen der Stabilisierungswerte an den CIPA-Standard. Die Messung erfolgt allerdings maschinell. Dadurch bleiben minimale Erschütterungen unberücksichtigt, die beispielsweise entstehen können, wenn jemand atmet oder einen erhöhten Puls oder Schmerzen im Arm hat. In Wirklichkeit wird also eine noch höhere Bildqualität erzielt, da unser kombiniertes Bildstabilisierungssystem verschiedene Arten von Erschütterungen ausgleicht, die beim CIPA-Standard möglicherweise nicht berücksichtigt werden.“

The EOS R System camera range and RF lens range.
Die Familie der EOS R Systemkameras ist auf die Anforderungen unterschiedlicher Benutzer ausgerichtet. Zusätzlich bieten wir eine stetig wachsende Serie erstklassiger RF Objektive.

12. Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen den einzelnen Kameras der EOS R System Serie?

„Die Auflösung von 45 Megapixel und die Möglichkeit, 8K-RAW-Videos im Vollformat aufzunehmen, machen die EOS R5 aus offensichtlichen Gründen zur Flaggschiff-Kamera der EOS R System Serie. Mit der EOS R5 und der EOS R6 führen wir unseren DIGIC X Prozessor der nächsten Generation ein, der dreimal leistungsstärker ist als der in der EOS R verbaute Prozessor. Mit DIGIC X steigern wir die Verarbeitungsfähigkeiten exponentiell. Neben der Verarbeitung von 8K-Aufnahmen bietet uns der Prozessor auch die Möglichkeit, das Deep-Learning-AF-System zu nutzen. Die Sensordaten werden dabei verarbeitet und mit einer integrierten Datenbank abgeglichen.“

„Mit DIGIC X ließen sich an der Kamera selbst zahlreiche Kleinigkeiten optimieren. Beispielsweise können auf der einen Karte Videos und auf der anderen Fotos gespeichert werden, und Ordner lassen sich direkt über die Kamera umbenennen. Außerdem stehen mehr Optionen für die individuelle Anpassung zur Verfügung. Eine, die ich besonders nützlich finde, ist die Möglichkeit, die Auswahl des AF-Bereichs direkt am RF Objektiv-Steuerring einzustellen. Ich nutze für das AF-Messfeld nur noch zwei Modi – Einzelfeld und automatische Nachführung –, und kann durch einfaches Drehen des Steuerrings zwischen beiden hin- und herwechseln.“

„Der neue Prozessor bietet ebenfalls zusätzliche kamerainterne Funktionen zur Bildverarbeitung. Die Dual Pixel RAW Funktion der EOS R5 bietet nun Porträtaufhellung – eine Option, mit der du den Effekt eines Reflektors nachahmen kannst, – sowie Hintergrundklarheit, wodurch der Kontrast des Hintergrunds auf einem Bild selektiv erhöht wird, ohne sich auf das Motiv auszuwirken.“

„Die EOS R6 reiht sich zwischen der EOS R5 und der EOS R ein. Sie bietet zwar eine geringere Auflösung als die EOS R, mit ihrem erweiterten AF-System und ihrer hohen Empfindlichkeit von bis zu ISO 102.400 ist sie für Aufnahmen bei wenig Licht aber sogar noch besser geeignet. Der mechanische Verschluss der EOS R6 schafft bis zu 12 B/s, der elektronische bis zu 20 B/s. Das Modell ist im Vergleich zur EOS R zudem stärker auf Videoaufnahmen ausgerichtet und kann 4K-Videos im Vollformat mit bis zu 60 B/s aufnehmen. Darüber hinaus ist die EOS R6 mit einem besseren Sucher, zwei Kartensteckplätzen und einem Joystick ausgestattet und bietet somit gegenüber der EOS R eine ganze Reihe von Optimierungen.“

„Die Canon EOS R wurde für Fotografie-Begeisterte entwickelt. Die Canon EOS RP ist eine kleinere, leichtere Kamera für anspruchsvolle Amateure, die noch einen Schritt weiter machen und zum spiegellosen EOS R Vollformatsystem wechseln möchten. Es ist die leichteste Vollformat-Systemkamera, die Canon je hergestellt hat, und daher eignet sie sich ideal für Reise-, Landschafts- und Porträtaufnahmen sowie für Videoaufnahmen und alle Arten von kreativen Bildern unterwegs.“

„Einige der Unterschiede zwischen der EOS RP und der EOS R hängen mit der kompakteren Größe der EOS RP zusammen. Der dreh- und schwenkbare Touchscreen der EOS R ist etwas größer, hat eine höhere Auflösung und bietet eine höhere Anzahl wählbarer AF-Messfelder (obwohl die 4.779 der EOS RP im Vergleich zu Modellen anderer Hersteller immer noch eine phänomenale Abdeckung bedeuten). Das größere Gehäuse der EOS R bedeutet einen größeren Akku und damit eine längere Akkulaufzeit als bei der EOS RP.“

„Andere Unterschiede beruhen darauf, dass die EOS R für ambitioniertere Benutzer entwickelt wurde. Sie verfügt daher über einen Sensor mit mehr Megapixeln und unterstützt erweiterte Funktionen wie Filme mit hoher Framerate, 10-Bit-C-Log-Ausgabe über HDMI und Dual Pixel RAW. Die EOS RP besitzt auch nicht die Multifunktions-Touchleiste der EOS R oder ein OLED-Display auf der Oberseite des Gehäuses. Stattdessen ist die EOS RP mit einem vertrauteren Modus-Wahlrad ausgestattet.“

„Andererseits bietet die EOS RP einige neue interessante Funktionen wie Fokusreihen sowie einen AF mit Augenerkennung bei kontinuierlicher Fokussierung im Servo AF-Modus (mit dem Firmware-Update 1.20 für die EOS R erhältlich). Sie umfasst auch etwas andere Bildstile und AF-Modusoptionen.“

„Weitere Informationen findest du in unserem Artikel zum Vergleich von EOS R5 und EOS R6 sowie auf den Produktseiten der EOS R5, EOS R6, EOS R und EOS RP, auf denen wir alle technischen Daten und Modellvergleiche zur Verfügung stellen.“

Verfasst von Alex Summersby and Marcus Hawkins


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