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6 Funktionen der Canon EOS R und Canon EOS RP, von denen du noch nie gehört hast

Die AF Augenerkennung kann bei der Canon EOS R und Canon EOS RP im One-Shot-AF-, Servo-AF- und Movie-Servo-AF-Modus eingesetzt werden, sodass sowohl statische als auch bewegliche Motive mit präzisem Fokus auf das Auge festgehalten werden.

Die meisten von uns kennen die vielbeworbenen Merkmale der Canon EOS R: Wir wissen, dass es sich um eine spiegellose Vollformatkamera mit 30,3-MP-Sensor, Dual Pixel CMOS AF für schnellen, präzisen Autofokus und revolutionärem RF-Bajonett handelt, das die Entwicklung einer Reihe von schnellen, leistungsstarken RF Objektiven ermöglichte.

Wahrscheinlich ist auch hinlänglich bekannt, dass sie weitere wichtige Merkmale bietet, wie einen schwenkbaren Touchscreen, völlig geräuschlose Aufnahmen, eine anpassbare Multifunktionsleiste und einen optionalen Bajonettadapter mit Einsteckfiltern zur Verwendung mit vorhandenen EF-Objektiven. Und viele dieser Merkmale sind auch bei der kleineren, leichteren Canon EOS RP mit 26,2 Megapixel verfügbar.

Diese beeindruckenden Merkmale haben jedoch andere technologische Innovationen in den kompakten Gehäusen der Canon EOS R und Canon EOS RP aus dem Rampenlicht gedrängt. Um uns genauer mit den Vorteilen dieser Kameras vertraut zu machen, haben wir uns mit Mike Burnhill unterhalten, seines Zeichens Professional Imaging Product Specialist von Canon Europe.

Laut Burnhill gibt es noch viel mehr zu entdecken, was diese bahnbrechenden Kameras bieten können. „Wenn eine neue Kamera eingeführt wird, heben wir die wichtigsten Funktionen hervor, aber ihn ihnen stecken noch viele andere Dinge, die tatsächlich eine große Wirkung haben“, sagt er. „Einige dieser wirklich coolen, interessanten Technologien verstecken sich in den technischen Daten.“

Hier stellen wir dir sechs weniger bekannte, aber dennoch bemerkenswerte Merkmale der Canon EOS R und Canon EOS RP vor, von denen du vielleicht nie gehört hast.

A close-up view of the Canon EOS RP's display.
Das Display der Canon EOS RP zeigt den Autofokus-Rahmen um das Gesicht des Motivs und den AF Augenerkennungs-Rahmen um das Auge herum. Du kannst die AF Augenerkennung auch dann verwenden, wenn du die Bewegung des Motivs verfolgst.
A portrait of a smiling woman with foreground foliage and background detail both out of focus.
Ein Porträt mit wundervoll unscharfem Vorder- und Hintergrund und den Augen des Motivs in scharfem Fokus. Aufgenommen mit einer Canon EOS 6RP mit einem Canon EF 50mm f/1.8 STM Objektiv, Verschlusszeit 1/400 Sek., Blende 1:2,2 und ISO 100. © Jitka Smelhausova

1. AF Augenerkennung im Tracking-Modus für gestochen scharfe Augen

Die Gesichtserkennungs- und Tracking-Funktion ist schon seit mehr als einem Jahrzehnt auf dem Markt, aber mit der AF Augenerkennung, die mit der Canon EOS RP eingeführt wurde und über ein Firmware-Update auch auf der Canon EOS R verfügbar ist, geht Canon noch einen Schritt weiter. Sie ermöglicht es der Kamera, die Augen des Motivs zu erkennen und zu fokussieren, was natürlich ein wichtiger Bestandteil von Porträts ist.

„Bei jedem Portrait müssen in erster Linie die Augen scharf sein“, sagt Burnhill. „Der Gesichtserkennung-AF eignet sich hervorragend für Porträtaufnahmen aus einer gewissen Entfernung. Je näher man sich aber dem Motiv nähert, desto deutlicher wird das Auge und desto auffälliger wird die Feldtiefe. In diesem Moment ist die Fokussierung auf die Augen wesentlich wichtiger als auf das Gesicht als Ganzes.“

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„Die AF Augenerkennung stellt sicher, dass die Augen scharf sind. Das bedeutet, dass du viel schneller mit deinem Motiv interagieren und den Ausdruck und die Emotion des Motivs festhalten kannst, sodass die Kamera kein störendes Hindernis zwischen dir und deinem Motiv mehr ist. So kannst du dich beispielsweise bei der Aufnahme von Hochzeiten voll und ganz auf die Bildkomposition und die Umgebung konzentrieren.“

Diese Funktion ist besonders nützlich bei Porträtaufnahmen mit großen Blendenöffnungen bei Objektiven wie dem Canon RF 50mm F1.2L USM oder Canon RF 85mm F1.2L USM. Burnhill erklärt: „Jetzt kannst du mit diesen schönen schnellen Objektiven die Magie der Porträtaufnahmen erleben, ohne dir Gedanken darüber zu mache, ob die Augen deines Motivs scharf sind.“

Die AF Augenerkennung lässt sich über das Menü aufrufen, wenn du das AF-Messfeld auswählst. Du kannst optional die Gesichtserkennung auswählen und dann die Infotaste drücken, um die AF Augenerkennung ein- oder auszuschalten. Wenn du die AF Augenerkennung verwendest und die Augen des Motivs für kurze Zeit nicht sichtbar sind, kehrt die Kamera automatisch zum Gesichtserkennung-AF zurück. Wenn dein Motiv dann wieder auf die Kamera blickt, kehrt sie zur AF Augenerkennung zurück.

A cutaway image of a Canon EOS R body with an RF lens.
Das spiegellose Canon EOS R Vollformatsystem in Kombination mit den bahnbrechenden RF Objektiven bietet eine Reihe von innovativen Technologien und eröffnet Fotografen und Filmemachern neue kreative Möglichkeiten.

2. Fv: Ein neuer, flexibler Belichtungsmodus

Jeder kennt die vorhandenen Belichtungsmodi der Canon Kameras: P (Programm), Av (Zeitautomatik), Tv (Blendenpriorität) und M (Manuell). Die Canon EOS R und Canon EOS RP bieten jedoch einen zusätzlichen Modus namens Fv (Flexible Automatik). Aber wie unterscheidet er sich von den vorhandenen Belichtungsmodi?

„Um zwischen verschiedenen Modi zu wechseln, z. B. von P zu Av, musst du in der Regel die Modustaste drücken und dann von einem Modus zum anderen wechseln“, sagt Burnhill. „Das kann unpraktisch sein, wenn die Situation eine schnelle Reaktion erfordert. Mit dem Fv-Modus kannst du innerhalb des gleichen Modus zwischen der Steuerung von Blende, Verschlusszeit, Belichtungskompensation und ISO wechseln.“

„Mir persönlich reicht der Av-Modus bei 90 % meiner Fotos aus, aber gelegentlich hat man es mit Konstellationen zu tun, die den Belichtungsmesser täuschen. Jetzt kannst du im Fv-Modus schnell vom Av-Modus zur Anpassung der Belichtungskompensation oder sogar zur Auswahl einer vollständig manuellen Belichtung wechseln. Dann kannst du mit nur einem Tastendruck wieder in den Av-Modus zurückkehren, ohne das Auge vom Sucher zu nehmen.“

Wenn du eine Einstellung im Fv-Modus anpasst, werden die verbleibenden automatisch angepasst, um eine korrekte Belichtung beizubehalten. Die Steuerung der Belichtung zwischen diesen Variablen ist daher viel schneller und einfacher.

A close-up image of the back of a lens and the image sensor inside a Canon EOS R System camera.
Das Herzstück des Canon EOS R Systems ist das innovative RF-Bajonett, das die Entwicklung neuer Objektive mit beispielloser optischer Qualität ermöglicht.

3. Hervorragender IS dank RF-Bajonett

Ein wichtiges Merkmal des Canon EOS R Systems ist das innovative RF-Bajonett, das einen kurzen Flanschabstand hat und die Entwicklung bahnbrechender neuer Objektive ermöglicht. Darüber hinaus besitzt es eine revolutionäre 12-polige Verbindung, die eine schnellere Kommunikation zwischen Objektiv und Gehäuse mit höherer Bandbreite ermöglicht und die Bildqualität auf verschiedene Weise verbessert.

„Zu den Vorteilen dieser verbesserten Kommunikation gehört die Echtzeitoptimierung digitaler Objektive, mit der sich Verzerrungen, Abweichungen und Beugungen korrigieren lassen und die den Puffer nicht beeinträchtigen“, so Burnhill. „Wenn man diese Funktionen bei früheren Kameras aktivierte, verlangsamten sie die Kamera. Man konnte nicht mehr so schnell aufnehmen, oder der Puffer schrumpfte auf die Hälfte, während er Bilder verarbeitete. Jetzt gibt es keinen Leistungsunterschied mehr, egal ob die Funktion ein- oder ausgeschaltet ist. Du erhältst einfach nur erstklassige Bilder.“

A cutaway image showing a cross-section inside a Canon EOS R camera and RF lens.

Alles, was du über die Canon EOS R wissen musst

Mike Burnhill von Canon Europe beantwortet 10 Fragen zum Canon EOS R System, etwa: was eine Systemkamera eigentlich ist und warum sie keine zwei Kartensteckplätze hat.

Dank der schnelleren Kommunikation mit höherer Bandbreite können Fotografen in Echtzeit auf Informationen zur Fokusentfernung zugreifen, die im Sucher angezeigt werden. Bei älteren Objektiven war diese aufgrund der Zeitverzögerung durch die langsamere Übertragungsgeschwindigkeit nicht genau. Außerdem lassen sich die Blendeneinstellungen von RF Objektiven schneller und in kleineren Schritten anpassen.

Ein weiterer großer Vorteil der verbesserten Kommunikationsgeschwindigkeit ist eine bessere Bildstabilisierung. „Das IS-System, das Canon verwendet, ist sehr effektiv, erfasst aber geringe Vibrationen nicht so gut“, sagt Burnhill. „Die Gyroskope im Objektiv erkennen Bewegungen wie ein leichtes Zittern der Hände, aber geringe Vibrationen wie Herzschlag und Vibrationen durch die Atmung sind nicht so leicht zu erfassen.“

„Bei der Canon EOS R und Canon EOS RP kann der Sensor diese Faktoren erkennen und die zusätzlichen Informationen an das System übertragen, was zu einem besseren Bildstabilisierungseffekt führt. Obwohl wir sagen, dass es sich um einen 5-Stufen-Bildstabilisator handelt, ist er eigentlich viel besser als andere ähnliche Systeme, da er sowohl die kleinen als auch die großen Vibrationen beseitigt, wodurch die Bildschärfe verbessert wird.“

A diagram showing communications between the lens microprocessor and image processor in the Canon EOS R System.
Dank der extrem schnellen Kommunikation zwischen Objektiv und Gehäuse des RF Objektivs kann das Canon EOS R System ausgeklügelte Technologien nutzen, die die Bildqualität noch weiter verbessern, einschließlich einer besseren Bildstabilisierung und einer noch reaktionsschnelleren Steuerung.

4. HDR-Movie-Aufnahmen mit Lichtregistrierung

Mit der Canon EOS R und Canon EOS RP können Fotografen Filme in HDR aufnehmen, wodurch der Kontrastbereich zwischen den hellsten Highlights und den dunkelsten Schatten vergrößert wird. Aber wie funktioniert die HDR-Filmaufnahme mit diesen Kameras?

Burnhill erläutert: „Die EOS R und die EOS RP nehmen HDR-Videos mit 60 Bildern/Sek. auf. Wenn sie jedoch mit dieser Geschwindigkeit aufnehmen, nehmen sie eigentlich zwei 30 Bilder/Sek. mit zwei unterschiedlichen Belichtungen auf – eine Hälfte unterbelichtet und die andere normal belichtet. Die Kamera kombiniert diese beiden Videos automatisch. So bleiben die Highlights erhalten, der Dynamikumfang wird erweitert, und du erhältst ein Full HD 30p-Video.

„In einer Aufnahmesituation mit hohem Kontrast, z. B. eine Person in einem Auto mit Himmel im Hintergrund, macht HDR einen großen Unterschied. Das Fahrzeuginnere ist ein sehr dunkler, schattiger Bereich, und ohne HDR wird der Himmel überbelichtet, da die Belichtung so stark abweicht. Mit Aufnahmen im HDR-Filmmodus auf der EOS R oder EOS RP bekommt man wirklich schöne, editierbare Videoclips, die sofort und ohne zusätzliche Verarbeitung verwendet werden können. So lassen sich sehr einfach professionelle Ergebnisse erzielen!

The sun rising over a hilly landscape, with fields of crops in the foreground. Photograph by David Noton.
Dieses Standbild von David Noton zeigt den Sonnenaufgang an einem Sommermorgen über der Landschaft in der Nähe von Compton Pauncefoot, Somerset, England. Die Aufnahme im HDR-Film-Modus eignet sich ideal für Videos mit kontrastreichen Szenen wie dieser. Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit einem Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM Objektiv bei 200 mm, Verschlusszeit 1/8 Sek., Blende 1:11 und ISO 200. © David Noton

5. Zeitrafferaufnahmen in 4K UHD oder Full HD

Zeitraffervideos, die Minuten oder Stunden in Sekundenschnelle zeigen, sind eine beliebte und kreative Alternative zu Fotos, insbesondere für Genres wie Natur- oder Straßenfotografie. In der Vergangenheit war ihre Erzeugung jedoch kompliziert. Traditionell wurde dazu ein externes Intervallmessgerät an eine Kamera angeschlossen und als Fernauslöser verwendet. Es ermöglichte die Einstellung der Belichtungshäufigkeit und der Dauer, über die die Kamera mit der Belichtung fortfahren soll. Nach der Aufnahme musste man dann die einzelnen Bilder mithilfe einer Bearbeitungssoftware zusammenfügen, um ein Zeitraffervideo zu erstellen.

Mit der Canon EOS R und Canon EOS RP kannst du Zeitraffervideos in 4K UHD oder Full HD direkt in der Kamera erstellen. Die integrierte Software ermöglicht Aufnahmen mit Intervallen von einer Sekunde oder mehr für bis zu 99 Stunden, 99 Minuten und 99 Sekunden bei einer endgültigen Aufnahmedauer von bis zu 3.600 Bildern. Einer der großen Vorteile von Aufnahmen mit der Canon EOS R oder Canon EOS RP besteht darin, dass das Zeitraffervideo dann in der Kamera zusammengefügt wird.

Burnhill sagt: „Diese Kameras verfügen über einen integrierten Intervall-Timer. Du richtest deine Kamera ein, nimmst die Bilder auf, speicherst sie alle und fügst sie zusammen, um am Ende den Film zu erstellen. Du benötigst also kein Zubehör, sondern nur eine permanente Stromversorgung oder einen Akku, je nachdem, wie lange deine Aufnahme sein soll.“

„Für längere Zeitraffervideos benötigst du auch weiterhin ein spezielles externes Intervallmessgerät, wie das Canon TC-80N3, aber die Canon EOS R und Canon EOS RP bieten eine großartige Gelegenheit, sich mit Zeitrafferaufnahmen und dem damit verbundenen Prozess vertraut zu machen. Du berechnest einfach, wie groß der Abstand zwischen den Bildern sein soll und wie lange du aufnehmen möchtest, und die Kamera erledigt den Rest – und das mit dem zusätzlichen Vorteil von 4K UHD- oder Full HD-Qualität.“

6. Fokus-Bracketing: Schärfe von vorne bis hinten auf Knopfdruck

Wenn man durchgehend scharfe Bilder vom Vordergrund bis zum Hintergrund erstellen möchte, kann man die Blende verringern und eine lange Belichtung verwenden. „Traditionell“, sagt Burnhill, „erreicht man so eine maximale Feldtiefe. Dabei tritt jedoch ein sogenannter Beugungseffekt auf, sodass man die Schärfe verliert, je kleiner die Blende wird. Das Problem bei der Makrofotografie besteht auch darin, dass die Feldtiefe selbst bei einer Einstellung von 1:22 sehr gering ist.“

Fokusreihen mit Fokus-Bracketing werden vor allem in Genres wie Stillleben oder Architekturfotografie verwendet. Im Wesentlichen wird dabei dasselbe Bild sehr schnell mehrmals aufgenommen, wobei der Fokuspunkt in sehr kleinen Schritten geändert wird. Anschließend werden diese Bilder gemischt oder aufeinandergelegt, um eine gestochen scharfe Aufnahme zu erzeugen. Dabei kann es sich um ein Bild von einem großen Objekt, wie einem Gebäude, oder einem sehr kleinen Objekt, wie einer Blume oder einem Insekt, handeln.

„Diese Technik gibt es schon eine ganze Weile, aber bisher haben Fotografen den Vorgang manuell durchgeführt“, sagt Burnhill. „Es war eine Technik, die man erst erlernen und dann meistern musste. Mit der Canon EOS RP kannst du jetzt einfach die Kamera einschalten, ausrechnen, wie groß das Objekt ist und wie viele Belichtungen erforderlich sind, und schon kann es losgehen.“

Mit der Canon EOS RP kann man bis zu 199 Aufnahmen machen, wobei der Fokus automatisch wie erforderlich erhöht wird, sodass die Bilder in der Canon Software Digital Photo Professional übereinandergelegt werden können.

„Wie bei den anderen Funktionen des Canon EOS R Systems geht es beim Fokus-Bracketing vor allem darum, die neueste Technologie zu verwenden, um es Fotografen zu erleichtern, ihr kreatives Potenzial zu entfalten und großartige Ergebnisse zu erzielen.“

Verfasst von David Clark


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