A long jetty, viewed from water level at dusk, stretches into the sea.

GRUNDLAGEN DER FOTOGRAFIE

Verbessere die Bildkomposition deiner Fotos

Eine der Besonderheiten bei der Fotografie ist der unglaubliche Spielraum, den du für deine Kreativität und die emotionale Ausdrucksweise hast. Daher mag es dir einschränkend vorkommen, wenn wir hier von den „Regeln“ der Bildkomposition reden. Wenn du aber einige einfache Kompositionsregeln anwendest, wirken deine Bilder attraktiver.

Hier zeigen wir, wie die Bildkomposition dir hilft, die Dinge richtig im Bild anzuordnen – und wie du die Regeln für dich nutzen kannst.

1. Vor dem Druck auf den Auslöser nachdenken

Vom Urlaub oder einem Wochenende möchtest du natürlich tolle Fotos machen und die Orte zeigen, an denen du dich aufgehalten hast. Anstatt einfach mit der Kamera drauf zu halten, machst du eine kleine Pause vor dem Druck auf den Auslöser, um darüber nachzudenken, was du im Sucher oder dem LC-Display siehst.

Ein kurzer Moment und eine schnelle Beurteilung des Bildausschnitts lässt dich Details im Bildes erkennen, die gar nicht notwendig sind. Schon eine leichte Bewegung der Kamera oder eine Änderung des Zooms entfernt die störenden Details und verbessert die Wirkung des Bildes.

2. Ein Fenster unterstützt die Bildkomposition

Wenn du das nächste Mal in einer Stadt unterwegs bist, achte auf die Fenster in den Gebäuden um dich herum. Sie sind eine große Hilfe bei der Bildkomposition und helfen dabei, einen einzigartigen Blick zu erfassen. Die Herausforderung besteht in der Wahl des geeigneten Standorts, um durch die im Fenster gespiegelte Szene eine noch stärkere Bildwirkung zu erzielen.

3. Interessante Schwerpunkte setzen

Nutze das aus und setze drei relevante Motive zueinander in Bezug: jeweils eines im Vordergrund, in der Mitte und im Hintergrund. Die drei Objekte stellen eine visuelle Führung durch das Bild dar.

Wenn du unterwegs Landschaften und Stadtlandschaften fotografierst, solltest du deutliche Kompositionslinien einbeziehen, die das Auge des Betrachters durch das Bild vom Vordergrund zum Hintergrund führen. Beispiele dafür sind Pfade, Flüsse, Bahnlinien oder Straßenmarkierungen. Du musst deine Kamera an einem geeigneten Standort positionieren, um die natürlichen Linien im Bild zu erfassen – das kann zur Folge haben, dass du zur Verbesserung der Wirkung eine niedrige oder höhere Aufnahmeposition wählen musst.

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A close-up of a butterfly on a yellow flower, with the background blurred.

4. Motive in verschiedenen Positionen zeigen

Kameras haben in der Regel eine Markierung oder einen AF-Bereich in der Mitte des Bildes – aber die Positionierung des Motivs in der Bildmitte ist nicht immer eine gute Entscheidung.

Für einfache Motive – wie eine bunte Blume in einem Meer von dunkelgrünen Blättern – sieht die zentrale Anordnung gut aus. Der zentrale Teil eines Fotos muss stark genug sein, um die Aufmerksamkeit des Betrachters anzuregen. Ein Porträt mit einem hell ausgeleuchtetem Gesicht vor einem dunklen Hintergrund sieht ebenfalls gut aus.

5. Die Umgebung natürlich erfassen

Versuche dein Bild mit einem natürlichen Rahmen abzugrenzen. Wenn du eine Aufnahme machst, überlege, wie die Ränder des Bildes dein Hauptmotiv umrahmen könnten. Eine Tür oder ein Fenster sind hierfür eine gute Wahl, da die dunkleren Ränder die Aufmerksamkeit auf die helleren Elemente im Bildausschnitt lenken. Du kannst beispielsweise die Tür des Hotels nutzen oder aus dem Fenster einer Wohnung die Aussicht auf die Stadt interessant gestalten. Es ist am besten, wenn das Fenster oder die Tür geöffnet ist, um Reflexionen auf dem Glas zu vermeiden.

6. Eine andere Perspektive ausprobieren

Viel zu häufig wird die Kamera bei der Aufnahme in normaler Augenhöhe gehalten. Es stehen jedoch wesentlich mehr kreative Sichtweisen zur Verfügung, wenn du deine Kamera entweder niedriger oder höher positionierst.

Wenn Kinder fotografieren, zeigen die Ergebnisse den Erwachsenen eine andere Sicht auf die Welt; Gebäude, Bäume, Pflanzen und Erwachsene wirken aus der niedrigen Perspektive viel größer. Wenn deine Kamera ein dreh- und schwenkbares Display hat oder per WLAN mit deinem Smartphone verbunden ist, kannst du deine Kamera auf den Boden legen, um die Aufnahmen zu machen.

In einer Stadt mit vielen hohen Gebäuden solltest du mit einem Weitwinkelobjektiv oder Standardobjektiv einmal in Richtung Himmel fotografieren. Am besten wählst du die Zeitautomatik (Av) und eine Blende von etwa 8 oder 11. Wenn die Kamera in den Himmel zeigt, wählst du den Bildausschnitt so, dass die Gebäude zusammenlaufen. Da diese Bilder oft sehr kontrastreich sind, musst du möglicherweise die Helligkeit bei der Aufnahme über die Belichtungskorrektur anpassen. Es kann auch hilfreich sein, die in der Kamera integrierte HDR-Funktion zu verwenden.

Auch Aufnahmen aus einer höheren Sicht von oben von Gebäuden oder mit einer über dem Kopf gehaltenen Kamera sind sehr empfehlenswert.

7. Die Drittel-Regel

Optisch interessante Bilder haben oft eine klare Komposition mit Raum für das Hauptmotiv. Den meisten Fotografen hilft es, wenn sie das Hauptmotiv einfach leicht neben der Bildmitte positionieren.

Um dies zu tun, musst du dir vorstellen, dass dein Sucher oder LC-Display durch vier Linien in eine 3 x 3 Gitteranordnung aufgeteilt ist. Positioniere dein Motiv auf dem rechten oder linken Drittel des Bildausschnitts und nicht direkt in der Mitte. Dies trägt in der Regel dazu bei, dass dein Bild interessanter und attraktiver wirkt, als bei einer Anordnung des Motivs in der Bildmitte.

A coastal village in South Africa viewed from a high vantage point, with hills in the distance and the sea stretching to the horizon.

8. Das Beste aus Gitterlinien machen

Sobald du mit der Drittel-Regel vertraut bist, kannst du mit den Gitterlinien bessere Fotos komponieren. Viele EOS Kameras bieten die Möglichkeit, die Gitterlinien anzuzeigen – entweder im Sucher oder auf dem rückseitigen LC-Display. Aktiviere die Gitterlinien für die einfache Komposition deiner Bilder. Wenn du eine Aufnahme machst, bei der eine Horizontlinie im Bild ist, sollte sie entlang einer der beiden Gitterlinien im unteren oder oberen Bilddrittel verlaufen – und nicht durch die Bildmitte.

9. Gitterlinien auch für Videoaufnahmen verwenden

Wenn du draußen filmst, kannst du das Ergebnis durch eine korrekte horizontale Ausrichtung verbessern, wenn du die Gitterlinien einblendest.

Videos mit nur leicht geneigter Horizontlinie wirken nicht besonders attraktiv. Man denkt dann, es rutscht etwas aus dem Bild. Du kannst jedoch absichtlich die Perspektive zu einem steileren Winkel verändern und damit eine interessante Bildwirkung erzielen. Diese absichtliche Schrägperspektive wird auch als „Dutch Angle“ bezeichnet und dient dazu, dem Betrachter einen unwirklichen oder desorientierenden Eindruck zu vermitteln – man sollte sie also lieber nicht für Familienbilder verwenden. Wenn du eine Einstellung mit nach links gekippter Kamera drehst, sollte die nächste mit einer Neigung nach rechts gemacht werden.

Du kannst das machen, um die Spannung und den Spaß beim Entdecken einer neuen Stadt zu vermitteln – man sollte es jedoch nicht übertreiben und zwischendurch immer wieder eine normale Einstellung einstreuen.

10. Spiralen verwenden

Eine Kompositionstechnik, die als „Goldener Schnitt“ bekannt ist (manchmal auch Fibonacci Spirale benannt), ist ein natürlicher kompositorischer Ansatz für sehr interessant wirkende Bilder. Schon rund 1.200 Jahre v. Chr. hat der italienische Mathematiker Fibonacci zum ersten Mal bemerkt, dass in der Natur häufig Proportionen vorkommen, die vom menschlichen Auge als angenehm empfunden werden. Dieses proportionale Teilungsverhältnis wird oft als die Drittel-Regel vereinfacht, das exakte Verhältnis ist jedoch 61,8% zu 38,2%.

Man kann eine Bildkomposition verbessern, wenn sich im Bildausschnitt aus den wichtigsten Details eines Motivs eine Linie ergibt, die das Auge des Betrachters wie auf einer Spirale zum Hauptthema führt. Diese Gesetzmäßigkeiten lassen sich bei vielen unterschiedlichen Bildern anwenden – bei Landschaften, Porträts und vielem mehr.

11. Dreiecke verwenden

Wenn du bei der Komposition deiner Szene die Form von Dreiecken berücksichtigst, steigert dies die Attraktivität deiner Bilder. Versuche, die in der Ferne verschwindenden Linien der Straße zu erfassen – links und rechts verbleiben dreieckige Abschnitte im Bild.

Selbst bei einem Porträt von einer Person am Tisch solltest du die Person dazu anregen, den Kopf auf den Armen abzustützen, so dass sich sich aus dem Kopf und den auf dem Tisch befindlichen Ellenbogen ein Dreieck bildet. Durch diese Anordnung wirkt das Bild sehr ästhetisch.

12. Die Drucke für den optimalen Effekt zuschneiden

Wenn du deine Aufnahmen mit einem PIXMA Drucker druckst, kannst du deine Bilder mit der Canon My Image Garden Software zuschneiden und so die Bildkomposition verbessern. Lass dir ruhig etwas Zeit, um die unterschiedlichsten Zuschnitte auszuprobieren. Für Landschaftsbilder wählst du am besten einen Ausschnitt, der die Weite des Panoramas unterstreicht. Auch die Anordnung mehrerer gut gelungener Bilder in einer Reihe vermittelt einen Panorama-Effekt.

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