FILMEN

So erstellst du ein außergewöhnliches Showreel

Du möchtest deine Filmarbeit potentiellen Kunden präsentieren? Profi-Filmemacherin und Zoologin Roxy Furman gibt dir 8 Tipps für bessere Showreels.
Ein von Roxy Furman aufgenommenes Bild von einem Papageitaucher mit ausgestreckten Flügeln – der Papageitaucher in voller Schärfe, die Pflanzen im Vordergrund und der Himmel im Hintergrund verschwommen.

Bei einem Schottland-Trip konnte Roxy Furman Filmaufnahmen und Fotos von unterschiedlichen Motiven machen, wie Rehen, Ottern und Papageitauchern. Die Videos sind das perfekte Aushängeschild für ihre Fähigkeiten, und ihr Showreel zeigt diese Papageitaucher inmitten von anderen Highlights ihrer Naturfilmaufnahmen. © Roxy Furman

Für angehende Filmemacher, Videofilmer, Regisseure und alle, die beruflich Filme drehen wollen, ist ein gut gemachtes Showreel, das die eigenen technischen Fähigkeiten zur Schau stellt und die eigene Persönlichkeit und eigenen Interessen hervorhebt, vielleicht der wichtigste Faktor beim Berufseinstieg.

Welche Art von Showreel du machst, hängt davon ab, in welcher Branche du arbeiten willst: Dokumentarische Showreels sollten beispielsweise deine Storytelling-Fähigkeiten zeigen, während du in der kommerziellen Industrie deine Kreativität und dein technisches Know-how in Szene setzen solltest. Dennoch geht es bei allen Showreels darum, deine Arbeit und dich selbst potentiellen Arbeitgebern vorzustellen.

Die britische freiberufliche Filmemacherin und Fotografin Roxy Furman, die sich auf Inhalte über Tiere und die Natur spezialisiert, schloss im Jahr 2021 ihr Masterstudium zum Thema Naturfilmemachen ab und machte sich daran, ein beeindruckendes Showreel zu schaffen, um sich Kunden zu sichern (ein Clip ihres gesamten Showreels ohne Musik findest du unten). Furman hat sich über ihre Social Media-Kanäle ein enormes Publikum geschaffen, und sie hat bereits mit Organisationen wie dem BBC und RSPB sowie mit Marken wie Rolex und Jack Wolfskin gearbeitet.

Für Furman ist Filmemachen ein besonders wichtiges Medium, um ihre Botschaft über die Umwelt zu vermitteln. „Ich bemerkte, dass Storytelling durch Videos eine große Wirkung haben kann“, sagt sie. „Es gibt in der Wissenschaftsgemeinschaft oft wichtige Erkenntnisse bezüglich Umweltschutz oder Tierwohl, die auf dem Papier aber schwer verdaulich sind. Wenn man sie in Filmen präsentiert, wird dieses Hindernis durchbrochen.“

Furman kann mittlerweile nicht nur mit mehreren Naturfilmen aufwarten, sondern hat auch schon einiges an Wissen darüber gesammelt, wie man draußen aufgenommenes Filmmaterial am besten präsentiert. Alles beginnt mit der Erstellung deines eigenen Showreels, und dazu gibt Furman ihre besten Ratschläge, wie man sich von der Masse abheben kann.

Zwei Personen, die sich zueinander lehnen, um auf die Rückseite einer Canon-Kamera zu schauen.

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1. Fasse zusammen, was du tust

„Ich teilte meine Arbeit online, aber das waren nur ein paar Beträge hier und da in den sozialen Medien, mit der Erwartung, dass die Leute, die sich für meine Arbeit interessieren, gleich online gehen und sie suchen. In Wirklichkeit ist es jedoch so, dass die Personen, bei denen man sich Filmaufträge sichern kann, kaum Zeit haben, um verschiedene Beiträge auf unterschiedlichen Plattformen zu durchsuchen.

„Ein Showreel kann man versenden, und es fasst in einem einzelnen gut präsentierten Video zusammen, was du tust und wie gut du in dem bist, was du tust. Es erlaubt Videofilmern, innerhalb einer kurzen Zeit viel von ihrer Arbeit zu zeigen, und das ist gerade, wenn man anfängt, am wichtigsten.“

A still from Roxy Furman's showreel, showing a deer turned away from the camera with a black bird perched on its back.

2. Zeig deine Persönlichkeit

„Wenn man fünf Personen fünf Kameras geben würde und ihnen sagen würde, etwas zu filmen, würden sie es alle auf eine andere Weise filmen. Deshalb ist es wichtig, in deinem Showreel deine Persönlichkeit und deinen Filmstil hervorzuheben. Hier kommen dein Talent für Storytelling und dein eigenes Handwerk zum Einsatz. Als ich mein Showreel zusammenstellte, wollte ich meinen eigenen Blickwinkel auf die Welt zeigen.“

3. Halt dich kurz

„Zeit ist für Showreels von entscheidender Bedeutung, da man die Aufmerksamkeit der Leute behalten und dafür sorgen muss, dass sie sich für deine Aufnahmen interessieren. Mein Showreel dauert weniger als zwei Minuten, aber selbst wenn die Leute sich nur die Hälfte davon ansehen, hoffe ich, dass sie eine Vorstellung davon bekommen, wer ich bin, was meine Herangehensweise ist und was ich erschaffen kann, wenn ich filme.

„Manche sagen, dass Showreels zwischen drei und fünf Minuten lang sein sollten, aber wenn 10 Leute ein fünfminutiges Showreel senden, nimmt das eine ganze Stunde in Anspruch, um sie alle anzusehen.“

4. Bleib bei deinem Thema

„Ich filme ein paar unterschiedliche Genres; neben Naturfilmen habe ich auch Filme über Frauen in der Gesellschaft und ein paar Videos zum Thema Essen gedreht. Bei Showreels funktioniert es aber nicht so gut, solche Projekte auf eine ineinanderfließende Art zu vereinigen. Also habe ich beschlossen, diese Genres aufzuteilen und mein Haupt-Showreel ausschließlich den Naturfilmen zu widmen. Das hat es mir erlaubt, mich darauf zu konzentrieren, welche Videoclips ich zeigen möchte: jene, die die beste Geschichte erzählen.“

5. Variiere dein Filmmaterial

„Es ist wichtig, eine Bandbreite an Aufnahmen in deinem Showreel zu haben, denn das zeigt potentiellen Kunden, dass du eine große Auswahl an unterschiedlichem Filmmaterial produzieren kannst. Für mich hieß das, ein paar technisch schwierigere Szenen einzufügen, wie etwa im Gegenlicht zu filmen. Unterschiedliche Brennweiten, Kompositionen und Beleuchtungsstile tragen alle etwas zu der Mischung bei, die dafür sorgt, dass dein Showreel das Interesse des Betrachters weckt und dass es nicht zu eindimensional wirkt.

„Es darf aber auch nicht zu sehr in Missklang stehen. Der Trick besteht also darin, die Variation beizubehalten und gleichzeitig sicherzustellen, dass jede Szene fließend in die nächste übergeht und sich alles wie ein natürlicher Verlauf über das Showreel hinweg anfühlt; es sollte sich schließlich wie ein vollständiger Film anfühlen und nicht wie eine Sammlung an Videoclips.“

6. Stell dich vor

„Bei deinem Showreel geht es aber nicht nur um die Aufnahmen mit deiner Kamera, sondern auch um dich als Person, also ist es wichtig, dass du einen Weg findest, um dich vorzustellen. Meine Strategie war hier, Aufnahmen von hinter den Kulissen einzuarbeiten, die mich bei der Arbeit mit den Kameras zeigten. Glücklicherweise hatte ich dank des Filmens mit verschiedenen Marken genügend solcher Aufnahmen.

„Wenn du solche Aufnahmen nicht hast, kannst du auch deine eigene Persönlichkeit zeigen, indem du deinen Aufnahmen Voice-Over-Audio hinzufügst. Du kannst das Showreel sogar dazu verwenden, um Elemente deines persönlichen Filmstils einzubringen. Du kannst beispielsweise ein paar detaillierte Nahaufnahmen machen, anstatt dich nur auf die weiten Landschaftsaufnahmen zu fokussieren.“

Eine Person schaut in die Kamera und hält diese auf der rechten Seite des Bildes.

Durchbrecher: die neue Generation der Filmemacher

Die jungen Kreativen Ashleigh Jadee, Jack Harries und Irene Cruz verschieben die Grenzen des Films, indem sie sich Herausforderungen stellen, Wert auf Zusammenarbeit legen und die klassischen Produktionswege umgehen.
Ein Foto von Roxy Furman, das sie mit der Canon EOS 5D Mark IV aufgenommen hat und auf dem ein fliegender Flamingo, umgeben von winzigen Wassertropfen, zu sehen ist.

Furman schlägt vor, die Kompositionen und Stile in deinem Filmmaterial zu variieren. Vergiss nicht, sowohl Nahaufnahmen als auch weiter entfernte Blickwinkel einzubinden, um dein Showreel ansprechender zu machen. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV und einem Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM Objektiv bei 182 mm, Verschlusszeit 1/1.000 Sek., Blende f/5 und ISO 100. © Roxy Furman

Filmemacherin Roxy Furman steht in einem Wald, neben ihr eine Canon EOS R5 C Kamera auf einem Stativ.

Furman verwendet ihre Canon EOS R5 C, um eine Spannbreite an Naturfilmmaterial aufzunehmen, welches nicht nur Teil ihres Showreels ist, sondern auch in Filmen für Marken auf der ganzen Welt verwendet wird. © Roxy Furman

7. Vergiss die Musik nicht

„Die Aufnahmen zu machen ist nur die halbe Arbeit, denn der Schnitt des Showreels dauert mindestens genauso lange. Ich fange immer damit an, alle Aufnahmen, die ich verwenden möchte, in einem Ordner zu sammeln. Ich sehe mir die gemachten Aufnahmen an und markiere die Start- und Endzeiten der Ausschnitte, von denen ich denke, dass sie gut ins Showreel passen würden. Danach wähle ich die Musik aus, was enorm wichtig ist, weil das Filmmaterial auf das Timing und den Takt der Musik angepasst werden muss, und nicht umgekehrt.

„Wenn ich ein Showreel oder ein anderes kürzeres Video erstelle, verwende ich Musik von einer Archivmusik-Seite. Wenn ich aber längere Videos mache, dann arbeite ich mit einem Komponisten zusammen, um ein perfekt angepasstes Musikstück zu bekommen, das als Soundtrack für den Film fungiert. So habe ich mehr Spielraum, um den Stil und die Länge der Musik auf das Filmmaterial anzupassen. Denk genau darüber nach, welchen Ton und Rhythmus die Musik haben soll – passt sie zu dem Feeling der Aufnahmen und der Message, die du mit deinem Film oder Showreel vermitteln willst?“

8. Der letzte Feinschliff

„Wenn du dein Showreel erstellt hast, vergiss nicht, ihm den letzten Feinschliff zu verpassen, wie etwa durch Farbkorrektur des Filmmaterials. Ich habe bisher die Canon EOS R5 C verwendet, die mir viele Möglichkeiten bezüglich des Aussehens meiner Aufnahmen bietet. Ich kann beispielsweise in einem der Standard-Bildstile aufnehmen, was es mir erlaubt, den Aufnahmen hier und da ein stilistisches Gefühl zu geben, damit ich es sehen kann, während ich filme. Alternativ dazu kann ich mit den Canon Log-Profilen aufnehmen, welche ich später am Computer bearbeiten kann.“

Furmans Tipps sollten dir zu einem fokussierteren Ansatz beim Erstellen deines Showreels verhelfen, welches als 24/7-Werbung für deine Videographie fungieren wird. Das ist deine Gelegenheit, zu zeigen, wer du bist, was deine Leidenschaft ist, und wie gut du das Gefilmte in Szene setzen kannst; aber auch um zu zeigen, dass du das Meiste aus den Eigenschaften und Funktionen der neuesten Hybrid- und Cinema-Kameras herausholen kannst.

Matty Graham

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