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Auftragsfreie Zeiten optimal nutzen

Canon Ambassador Ilvy Njiokiktjien holding a Canon camera.
Canon Botschafterin Ilvy Njiokiktjien nutzt ruhige Phasen, um Verwaltungsaufgaben nachzuholen, etwa um ihr Archiv zu aktualisieren, Bilder mit Stichwörtern zu versehen und Bildunterschriften zu übersetzen.

Selbst die erfolgreichsten Fotografen und Videofilmer haben hin und wieder Phasen mit wenigen oder ganz ohne Aufträge. Es gibt viele Gründe für solche Flauten: Pläne ändern sich, Aufträge fallen weg, Events werden storniert usw. Diese Situationen können Frustration hervorrufen.

Außerdem können solche Zeiten schwierig sein, insbesondere, wenn die Fotografie deine Haupteinnahmequelle ist. Aber sie haben auch positive Aspekte. Eine auftragsfreie Zeit bietet uns die Möglichkeit, uns anzupassen, arbeitsbezogene Aufgaben nachzuholen, die wir vernachlässigt haben, und über zukünftige Projekte nachzudenken.

Hier verraten Canon Fotografen und Canon Botschafter ihre Tipps, wie du ruhige Zeiten effektiv nutzen kannst, um deine Fähigkeiten zu verbessern.

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1. Bringe deine Verwaltung auf Vordermann

Wenn du im Alltag und in täglichen Aufträgen gefangen bist und dazu noch Treffen mit Freunden und der Familie dazwischen quetschst, werden Verwaltungsaufgaben gerne hintangestellt. Aber wie Beauty-Fotografin Tina Eisen betont: „Ruhige Zeiten bieten dir die Gelegenheit, endlich deinen Rückstand an Arbeits-E-Mails, Retuschen und Fleißaufgaben zu bewältigen, die du vor dir her schiebst.“

Diese kleinen Arbeiten können sich in geschäftigen Zeiten schnell ansammeln. Ruhige Phasen sind daher die perfekte Gelegenheit, einige davon abzuarbeiten. „Ich versuche, mein Archiv zu aktualisieren, Bildunterschriften von Niederländisch auf Englisch zu übersetzen und Stichwörter in beiden Sprachen hinzuzufügen“, sagt Fotojournalistin und Canon Botschafterin Ilvy Njiokiktjien. „Das sind die Dinge, vor denen ich mich sonst gerne drücke!“

Dokumentarfotografin und Canon Botschafterin Mashid Mohadjerin stimmt ihr zu. „Ich hoffe immer, dass ich Zeit finde, um mein Archiv neu zu organisieren, Bilder und Geschichten an meine Agentur zu senden und meine Website zu aktualisieren – aber diese Zeit gibt es nur selten.“

A photobook open on a table.
Nutze unerwartete freie Zeiten, um zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen, z. B. indem du ein hochwertiges Fotobuch erstellst, um deine Arbeit zu präsentieren oder es an Kunden zu verkaufen.

2. Suche nach neuen Einkommensquellen

Als professioneller Fotograf geht es nicht nur darum, Bilder aufzunehmen und zu verkaufen. Ganz gleich, in welchem Sektor der Branche du tätig bist, gibt es viele andere Möglichkeiten, Geld zu verdienen – und diese Momente sind eine großartige Gelegenheit, sie zu erkunden.

Fotojournalistin und Canon Botschafterin Georgina Goodwin nutzt ihre freien Tage während der Covid-19-Krise, um die Dienstleistungen zu erweitern, die sie ihren Kunden anbietet. „Ich teile mein Fotografiewissen, indem ich auf verschiedenen Onlineplattformen für Fotografie und Kunst Rezensionen schreibe und Schulungen abhalte“, sagt sie. Auch selbst nutzt sie derartige Tutorials gerne, um ihre Fähigkeiten zu erweitern, beispielsweise in Programmen wie Lightroom.

„Ich habe zudem ein kleines Einkommen erzielt, indem ich Abzüge online verkauft habe. Außerdem habe ich mich an meine Kunden gewendet, um zu schauen, ob wir vielleicht einige der Bilder, die ich für sie aufgenommen habe, erneut veröffentlichen können, sodass ich eine Lizenzgebühr bezahlt bekomme.“

Auch Tina Eisen nutzt die Möglichkeiten von Onlineschulungen. „Livestreams, Tutorials, Podcasts – all diese Plattformen bieten uns die Möglichkeit, unsere kreativen Gedanken mit anderen zu teilen und uns mit einer Community von Gleichgesinnten auszutauschen“, sagt sie.

Daniel Etter sitting in the sun outside his farmhouse.
Fotojournalist Daniel Etter entspannt sich in der Sonne. In der Freizeit erledigt er Aufgaben auf seinem Bauernhof – eine Arbeit, die er selbst als eine Art Meditation beschreibt. © Daniel Etter
Daniel Etter's farmhouse surrounded by trees and rolling hills.
Die Aussicht von Etters Bauernhof. Das Fotografieren deiner Umgebung ist eine großartige Möglichkeit, deine Zeit in ruhigen Phasen sinnvoll zu nutzen und neue Ideen für Projekte zu entwickeln. Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit einem Canon RF 50mm F1.2L USM Objektiv, Verschlusszeit 1/1000 Sek., Blende 1:3,2 und ISO 100. © Daniel Etter

3. Finde neue Inspiration

Es ist immer wichtig, zwischen geschäftigen Phasen neue Energie zu sammeln. Manchmal entwickeln sich dabei auch neue kreative Ideen für zukünftige Projekte und Aufträge. Wenn der Druck wegfällt, den aktuellen Auftrag zum Abschluss zu bringen, bietet sich dir die Chance, neue Ideen zu verfolgen.

„Du solltest dir unbedingt Zeit nehmen, die Arbeiten von Menschen zu betrachten, die du bewunderst“, sagt Goodwin, die dadurch oft selbst neue Inspiration findet. „Je tiefer du ganz in Ruhe in einen Bereich eintauchst, in dem du dich selbst gerne bewegen würdest, desto besser kannst du ihn erkunden und selbst darin aktiv werden.“

Fotojournalist und Canon Botschafter Daniel Etter nutzt die Zeit zum Nachdenken, während er praktische Arbeiten auf seinem Bauernhof erledigt. „Ich mache viel im Garten – Obstbäume beschneiden, Sträucher und Gemüse pflanzen, Holz hacken usw. Das ist für mich fast wie eine Meditation. Wenn ich hier bin, versuche ich, so viel wie möglich zu lesen, mich inspirieren zu lassen und Ideen für zukünftige Geschichten zu entwickeln.“

A man leans over a desk and points at an image of a woman's face on a monitor. A Canon camera and lenses are also on the desk.

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4. Pflege deine professionellen Beziehungen und baue neue auf

Viele der Fotografen, mit denen wir gesprochen haben, betonten, wie wichtig der Kontakt mit anderen Kreativen ist. Auftragsfreie Zeiten bieten dir die perfekte Gelegenheit, dich mit alten Kollegen auszutauschen und neue Verbindungen zu knüpfen, indem du Kontakt zu Fotografen und Videofilmern aufnimmst, die du bewunderst.

„Ich genieße derzeit Gespräche mit anderen Fotografen aus Großbritannien und der ganzen Welt“, sagt der Reisefotografin Lottie Davies. „Es sind so viele tolle Gruppen entstanden, die nun auch die entsprechenden Onlineversionen gebildet haben. Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt mehr Gespräche über Fotografie, Fotobücher, Fotoausbildung und Inspiration im Allgemeinen führe als je zuvor.“

Ilvy Njiokiktjien empfindet es aufgrund des hohen Drucks durch Aufträge auf der ganzen Welt als schwierig, regelmäßig mit ihren Kollegen in Kontakt zu bleiben, sodass sie sich über jede Gelegenheit freut, die sich dazu bietet. „Oft arbeiten wir an den unterschiedlichsten Orten auf der ganzen Welt verstreut“, sagt sie. „In ruhigen Zeiten versuche ich daher so oft wie möglich, mich mit Kollegen zu treffen und über das Leben und die Arbeit zu sprechen.“

Georgina Goodwin playing the piano with her baby daughter on her lap.
Fotojournalistin Georgina Goodwin spielt während der Covid-19-Pandemie zu Hause in Nairobi, Kenia, Klavier mit ihrer Tochter. Unerwartete Freizeit ist die ideale Gelegenheit, um eine Pause einzulegen und neue Fähigkeiten zu erlernen oder alte Hobbys wiederaufleben zu lassen. © Georgina Goodwin

5. Verfolge andere Leidenschaften

Es ist einfach, sich in der Arbeit zu verlieren. Vergiss daher nicht, dass es im Leben auch noch andere Dinge gibt. Wenn dein Arbeitsleben ruht, nutze die Zeit, um deinen anderen Leidenschaften nachzugehen und dich zu erholen.

„Ich versuche, jeden Tag mindestens 20 Minuten zu schwimmen oder Yoga zu machen“, sagt Goodwin. „Während meiner aktuellen Auszeit probiere ich neue Kochrezepte aus. Außerdem habe ich nach 20 Jahren wieder angefangen, Klavier zu spielen. Vor allem aber genieße ich die kostbaren Momente mit meinem Mann und meinem Baby.“

Diese Momente sollten dir auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen bereiten. „Du musst nicht jeden Tag volle Leistung bringen“, sagt Eisen. „Zeiten wie diese sind die perfekte Gelegenheit, neue Interessen jenseits der Arbeit zu finden oder einfach nur deinen hart arbeitenden Geist zu entspannen. Es ist kein Beinbruch, wenn du deine beruflichen Ziele nicht jeden Tag erfüllst.“

Verfasst von Will Salmon


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