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Insider-Story: So startest du deine Werbevideo-Karriere

Videographer Quentin Caffier holds a Canon camera filming a woman in a hairdressing salon.
Kameramann und Fotograf Quentin Caffier wurde als Regisseur eines Musikvideos berühmt und hat sich inzwischen auf Porträts, Mode und Werbung spezialisiert. Seiner Meinung nach sind Fotografen, die Erfahrung mit Porträtaufnahmen haben, perfekt geeignet, Videos für soziale Netzwerke im neueren vertikalen Format zu produzieren. © Quentin Caffier

Licht, Kamera, Action! Das Drehen von Filmen hat noch immer nichts von dem Reiz verloren, den diese berühmten Worte aus dem goldenen Zeitalter des Kinos heraufbeschwören. Doch auch wenn sich am Nervenkitzel, bewegte Bilder zu produzieren, nichts geändert hat, könnte der Karriereweg heute unterschiedlicher nicht sein. Durch Online-Nachfrage, benutzerfreundliche Software und immer hochwertigere Kameras im erschwinglichen Preissegment wagen immer mehr Einzelunternehmen den Schritt in die Werbevideobranche.

Doch wie stellt man das am besten an? Hier geben die Canon Botschafter Jörg Kyas und Quentin Caffier ihre Top-Tipps für professionelle Aufnahmen und den Einstieg in die Branche.

1. Verbessere deine Geschäftsfähigkeiten

Für seine unkonventionelle und kreative Ästhetik berühmt, betreibt Kyas ein erfolgreiches Atelier in seiner Heimatstadt Hannover, wo er sich auf Porträt-, Mode- und Werbefotografie und Video spezialisiert hat. Seinen Durchbruch schaffte er mit einer Reihe von Archivbildern zum Thema Musik. Der Kunde beauftragte ihn, ein Video mit den Fotos zu erstellen, was ihm den Weg in die Welt der TV-Werbespots ebnete.

„Heute kann jeder Ausrüstung auf Profiniveau nutzen, also braucht man nur noch Talent“, erklärt er. „Talent heißt allerdings nicht nur, gute Videos erstellen zu können. Auch mit Netzwerken, Buchhaltung und sozialen Medien muss man sich auskennen. Es gibt so viele Aspekte des Geschäfts, die man heute beherrschen muss, um erfolgreich zu sein.“

Jörg Kyas stands on a segway holding a Canon camera to film a band playing.
Kyas lebt seine Kreativität in Fotos und Videos aus und arbeitet gerne mit Bands an Musikvideos. © Jörg Kyas
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2. Starte ein persönliches Portfolio

Der Weg des französischen Fotografen und Videokünstlers Quentin Caffier war persönlicher – er drehte und produzierte ein Video als Begleitung einer von ihm ausstellten Fotoserie. The Hourglass ging viral und zog die Aufmerksamkeit mehrerer Werbeagenturen auf sich. Heute ist Caffier bekannt für seine glamourösen und geheimnisvoll anregenden Fotos und Videos. Er ist auf Porträtfotografie, Mode und Werbung spezialisiert. Seiner Meinung nach ist das Teilen persönlicher Werke eine gute Möglichkeit, in die Branche einzusteigen.

„Mein „großer Durchbruch“ kam ein Jahr nach The Hourglass, als der preisgekrönte Musiker Arnaud Rebotini von der Band Black Strobe mich bat, Regie bei einem Musikvideo zu führen“, erzählt er. Caffier drehte The Girl from the Bayou auf der damals neu erschienenen Canon EOS C500 (mittlerweile ersetzt durch die Canon EOS C500 Mark II) und ließ sich dabei von Saul Bass und James-Bond-Filmen inspirieren. „Ich knüpfte Kontakte in diesem Bereich und konnte bald Musikvideos für andere Künstler drehen. Später kamen dann Werbevideos für Modekunden.“

3. Nutze die sozialen Medien

Mit der digitalen Welt bieten sich Enthusiasten besonders gute Chancen, sagt Caffier, der sich auf Social Media-Videos spezialisiert hat. „Es gibt einen riesigen Markt für Videos mit Markeninhalten“, erklärt er. „Diese kleinen Filme eignen sich gut für soziale Netzwerke wie Instagram und Facebook und erkunden das neuere vertikale Videoformat. Ein aufstrebender Regisseur mit fotografischem Hintergrund ist perfekt aufgestellt, um diese Art von Inhalten zu produzieren.“

Videographer Quentin Caffier stands behind a Canon camera filming a woman in a bikini stood by the side of a swimming pool.
Caffier dreht regelmäßig Werbevideos, zum Beispiel dieses für die Dessousmarke Isabelle de Paris. Er findet, dass das Teilen eigener Werke in den sozialen Medien eine guter Weg zum Einstieg in die Branche ist. © Quentin Caffier

4. Arbeite nicht kostenlos

Es wird heftig darüber diskutiert, ob man beim Wechsel in eine andere Kreativbranche kostenlos arbeiten sollte, um das eigene Portfolio aufzubauen. Kyas hat hierzu eine klare Haltung: „Egal wie du es hältst – man sollte immer daran denken, dass es keinen Sinn macht, Aufträge kostenlos zu erledigen in der Hoffnung, dass sich das eines Tages bezahlt machen könnte. All das senkt das Ertragspotenzial des Unternehmens, das eines Tages Gewinne abwerfen soll.“

A drone holding the Canon EOS C500 Mark II soars over the Spanish countryside.

Erweiterung des Portfolios um Video

Modefotograf Javier Cortés nimmt Videos für Kunden auf der ganzen Welt auf und entlarvt damit den Mythos, dass man nicht beides gleichzeitig machen kann.

5. Verwende DSLR-Kameras für professionelle Aufnahmen

Für professionelles Arbeiten bei Werbevideos ist keine Top-Kinokamera nötig. Caffier verwendet die tragbare Canon EOS M6 (mittlerweile ersetzt durch die Canon EOS M6 Mark II), um Filmmaterial für Markeninhalte aufzunehmen. „Sie ist leicht, bietet aber hervorragende Leistung, die man von einer DSLR erwartet“, sagt er. Für größere Produktionen bevorzugt er die Canon EOS 6D Mark II. Für ihn ist sie eine „erschwingliche Vollformat-DSLR, die Bilder in ausgezeichneter Qualität aufnimmt“.

Ebenso glaubt Kyas, dass professionelle kommerzielle Videoqualität auch mit Kameras möglich ist, die man bereits besitzt. „Ich könnte 95 % meiner Arbeit mit zwei DSLR-Kameras und drei Objektiven erledigen“, erklärt er. „Ich mag die Canon EOS-1D X Mark II [mittlerweile ersetzt durch die Canon EOS-1D X Mark III], weil der große Sensor den Aufnahmen einen besseren filmischen Ausdruck verleiht und mehr Kreativoptionen bietet.“

Videographer Quentin Caffier holds a Canon camera.
Caffier verwendet die tragbare Canon EOS M6 bei kleineren Aufträge für Markenaufnahmen und die Canon EOS 6D Mark II für größere Produktionen.
Jörg Kyas shows a model her image on his Canon camera.
Kyas verwendet auch gerne DSLRs, wobei er häufig auf die Canon EOS-1D X Mark II zurückgreift. „Ich könnte 95 % meiner Arbeit mit zwei DSLR-Kameras und drei Objektiven erledigen“, erklärt er.

6. Nutze die Vorteile deiner EF-Objektive

„Bei einem knappen Budget sind die Objektive meiner Meinung nach wichtiger als das Kameragehäuse. Wenn du später auf eine Kinokamera aufrüstest, kannst du die EF-Objektive trotzdem weiter verwenden“, so Caffier. „Das ist mit ein Grund, warum es von Vorteil ist, seine Ausrüstung von einer Marke wie Canon zu beziehen – man kann seinen Workflow überarbeiten, wenn die Karriere Fahrt aufnimmt.“

Bei kommerziellen Videoaufnahmen setzt er in der Regel auf das vielseitige Canon EF 24-105mm f/4L IS II USM und das Canon EF 50mm f/1.2L USM Objektiv, das bei schlechten Lichtverhältnissen sehr effektiv ist. „Ich habe auch das neue Canon EOS R-System und die HF-Objektive ausprobiert“, erzählt er. „Dank des schnellen Autofokus und des intuitiven Designs des Steuerrings sind sie fantastisch für Videos. Meine Kaufempfehlung ist der EF-EOS R Adapter, damit du die EOS R auch mit EF-Objektiven verwenden kannst.“

Kyas bevorzugt Objektive mit Festbrennweite, wie das Canon EF 50mm f/1.2L USM und das Canon EF 35mm f/1.4L II USM wegen ihrer „brillanten Bildqualität und den wunderbar weiten, offenen Blenden“. Dieses minimalistische Kit kombiniert er für Filmaufnahmen mit einem Gimbal, Reflektoren sowie Licht- und Tontechnik – „nur ein Bruchteil der Ausrüstung, die wir in der Vergangenheit brauchten“, fügt er hinzu.

7. Verstehe den Bildablauf

Für Caffier ist der Schlüssel zum technischen Erfolg, den Unterschied zwischen Fotografie und Video zu beachten. „Videos erzählen eine Geschichte in mehreren Frames, während die meisten Werbefotos für sich stehen – ohne Kontext. Ich musste lernen, eine Geschichte mit drei, fünf oder 20 Frames und einer beweglichen Kamera zu erzählen. Man kann das aus Filmen und Werbespots lernen, doch mein größter Einfluss waren Comics, denn auch Graphic Novels drücken Emotionen und Bedeutung in aufeinanderfolgenden Bildern aus.“

Wenn du den Bildablauf verstehst, kannst du beim nächsten Mal bessere Aufnahmen machen“, merkt er an. „Beim Schnitt muss dir klar sein, welche Aufnahmen du brauchst, um deinen Film verständlich zu machen. Mit diesen Entscheidungen – was nötig ist und was nicht – kannst du dein Handwerk verfeinern.“

Jörg Kyas looks at the back of his Canon camera, where we see a woman being splashed with water.
Kyas bei der Arbeit in seinem Atelier. Konsistente Beleuchtung ist eine wichtige Fähigkeit, die man für Videoaufnahmen beherrschen muss. © Jörg Kyas

8. Mach dich mit Beleuchtung und Farbkorrektur vertraut

Durch bedienerfreundliche Schnittsoftware sind die Hürden für den Einstieg erheblich kleiner geworden, doch es gibt noch immer viel zu lernen. „Wer mit der Farbkorrektur von Filmen beginnt, erkennt, wie wichtig es ist, das Set richtig zu beleuchten“, erklärt Caffier. „Konsistenz ist entscheidend – du musst deine Beleuchtung mit Bedacht wählen und sie die ganze Zeit konsistent halten.“

Es ist auch nützlich, die passende Terminologie zu lernen, wenn du deine Vision erklären musst. „Ich habe einmal mit einem Regisseur zusammengearbeitet, der „knackige“ Beleuchtung wollte“, schildert Caffier. „Es dauerte eine Weile, bis ich verstanden hatte, dass er kräftige Schatten und satte Farben wollte.“

Beide Fachleute sind sich einig, dass Enthusiasten als Erstes lernen müssen, richtig mit der Ausrüstung umzugehen. „Man muss die technischen Fähigkeiten gut genug beherrschen, um sie vergessen zu können“, so Caffier. „Erst dann kann man darüber nachdenken, sein Konzept visuell kreativ auszudrücken.“

Verfasst von Natalie Denton


Die Ausrüstung von Kyas und Caffier

Die Ausrüstung, die Profis für Videoaufnahmen verwenden

Canon cameras and lenses are laid out on a wooden surface.

Kameras

Canon EOS-1D X Mark II

Die professionelle Vorzeige-DSLR-Kamera von Canon mit 20,2-Megapixel-Vollbildsensor, 61-Punkt-AF-System, bis zu 14 Bildern/Sek. und einem ISO-Wert von bis zu 409.600. „Der große Sensor verleiht den Aufnahmen einen besseren filmischen Ausdruck und bietet mehr Kreativoptionen“, erklärt Kyas.

Canon EOS M6 Mark II

Die kompakte und leistungsstarke spiegellose Systemkamera mit 32,5 Megapixeln und Reihenaufnahmen mit bis zu 14 B/s. „Sie ist leicht, bietet aber die großartige Leistung, die man von einer DSLR erwartet“, so Caffier.

Canon EOS 6D Mark II

Ob du ambitionierte Projekte realisieren oder den Schritt in die professionelle Fotografie wagen willst – die EOS 6D Mark II gibt dir alles was du brauchst, um spannende neue Wege einzuschlagen. „Eine erschwingliche Vollformat-DSLR, die erstaunliche Bildqualität liefert“, schwärmt Caffier.

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