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Vögel des Meeres: Fergus Kennedy über das Filmen von Riffmantas

Fergus Kennedy schwamm nahe an einem „außerirdisch“ wirkenden Riffmanta, als er die Tiere mit seiner Canon EOS 5D Mark IV in einem Unterwassergehäuse in 4K filmte. Aufgenommen mit einer Canon EOS 7D Mark II mit einem Canon EF 8-15mm f/4L Fisheye USM Objektiv. © Saeed Rashid

Die Unterwasserwelt hat den Fotografen und Videofilmer Fergus Kennedy schon seit der Kindheit fasziniert. Als er daher die Chance bekam Riffmantas – eine gesellige Art von küstenliebenden Rochen, deren flügelartige Brustflossen ihnen den Spitznamen „Vögel des Meeres“ eingebracht haben – vor der Küste des Nationalparks Komodo in Indonesien zu filmen, zögerte er nicht lange.

„Seit ich etwa vier Jahre war, wollte ich mich immer unter Wasser aufhalten“, sagt Kennedy, ein studierter Meeresbiologe, der nun den Großteil seiner Zeit mit dem Fotografieren und Filmen der Natur verbringt. „Ich war wirklich fasziniert von [der Unterwasserwelt] und vor allem von solch seltsamen Wesen wie Mantas. Es kam mir wie ein großes Abenteuer vor, tauchen zu gehen. Meine ersten ernsthaften Videoaufnahmen basierten auf dem Wunsch, einige der Bewegungen unter Wasser zu erfassen.“

Bei diesem Filmprojekt für das Outdoor Photography Magazine hatten Kennedy und seine Crewmitglieder der Produktionsfirma Verri Media fünf Tage Zeit, um 4K-Aufnahmen der Riffmantas zu filmen. Diese Tiere sind kleiner sind als die im Meer lebenden Riesenmantas, was Kennedys Faszination aber keinen Abbruch tut. „Mantas waren für mich schon immer etwas ganz Besonderes“, sagt er. „Ihre Art, sich zu bewegen, und ihr Aussehen haben einfach etwas Erstaunliches an sich. Auf der ganzen Welt gibt es nichts Vergleichbares. Ich wollte diesen fremdartigen Charakter einfangen.“

Zuerst musste das Team Mantas finden, was einige Zeit in Anspruch nahm. Ähnlich war es Kennedy bei der Suche nach Komodowaranen auf der nahegelegenen Insel Rinca ergangen. Hier musste das Team im Kampf gegen starke Strömungen bis zu vier Tauchgänge pro Tag absolvieren, um die knappe Zeit optimal zu nutzen.

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„Jeden Tag standen wir auf, schnappten uns eine Tasse Kaffee, sprangen für einen einstündigen Tauchgang ins Wasser, kamen wieder hoch und frühstückten dann erst“, so Kennedy. „Man muss zwischen den Tauchgängen eine Pause einlegen, um den Körper zu dekomprimieren und das Stickstoff aus dem Blut entweichen zu lassen (da ansonsten eine gefährliche Dekompressionskrankheit droht, die auch als „Taucherkrankheit“ bekannt ist). Dann starteten wir einen weiteren Tauchgang. Während unserer Pausen – vor allem, wenn ich wirklich aufgeregt über das war, was ich auf dem Tauchgang gesehen hatte – holte ich die Speicherkarte heraus, sicherte sie und sah mir die Bilder und Videos an.“

Kennedy nutzte früher separate Kameras zum Fotografieren Videos und Einzelbildern unter Wasser. Zwei Kameras können jedoch unter der Oberfläche schwer zu handhaben sein. „Die Canon EOS 5D Mark IV war die erste Kamera, die mir erstklassige Videoaufnahmen und wirklich gute Einzelbilder bot. Das ist fantastisch, wenn man unterwegs ist“, erklärt er. Er fügt hinzu, dass nur eine DSLR-Kamera statt einer schweren Kinokamera „sich stark auf die Übergepäckgebühren auswirkt, die man am Ende bezahlen muss“.

Two divers stand on a seabed, pointing their cameras up at a huge reef manta ray swimming above them.
Ein Riffmanta gleitet dicht am Meeresboden vorbei, während Kennedy und seine Crewmitglieder von Verri Media ihn mit der Kamera festhalten. Riffmantas leben oft nahe an der Küste, vor allem in der Nähe von Korallen- und Felsenriffen, wo sie sich von treibenden Organismen ernähren, dem so genannten Zooplankton. Aufgenommen mit einer Canon EOS 7D Mark II mit einem Canon EF 8-15mm f/4L Fisheye USM Objektiv. © Saeed Rashid

In Bezug auf Objektive sagt Kennedy: „Unter Wasser nehme ich meist in einem breiten Format mit einem Fischaugenobjektiv (wie dem Canon EF 8-15mm f/4L Fisheye USM oder dem Canon EF 11-24mm f/4L USM, die beide wirklich gute Unterwasserobjektive sind) auf. Ich mache aber auch Makroaufnahmen mit dem Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM. Ich habe ein Unterwassergehäuse mit einem 23-cm-Dome-Port (9 Zoll) aus Glas an der Vorderseite. Auf den Tauchgängen, bei denen ich Videoaufnahmen machte, hatte ich zwei LED-Videoleuchten mit 10.000 Lumen dabei.“

Für Makroaufnahmen wechselte er zu einem flachen Port (der eine genauere Fokussierung als ein Dome-Port ermöglicht) an der Vorderseite des Objektivs. Bei einigen Videoaufnahmen verwendete Kennedy zudem einen kleinen Unterwasser-HDMI-Monitor, um besser erkennen zu können, was er gerade aufnahm.

Herausforderungen bei Dreharbeiten unter Wasser

Unter Wasser waren die sich verändernden Lichtverhältnisse in unterschiedlichen Tiefen die größte Herausforderung. „Der Weißabgleich war ein großes Problem, weil sich die Farbe des Lichts so drastisch verändert. Je tiefer man geht, desto blauer wird das Licht, und alle anderen Farben werden vom Meerwasser ausgefiltert. Also habe ich ein wenige orangefarbenes Filtergel, auch ‚Zauberfilter‘ genannt, in den Filterhalter an der Rückseite des Objektivs gegeben. Das ermöglichte eine gewisse Farbkorrektur und filtert das starke Blau effektiv aus.“

A coral reef has small orange fish, some striped fish and purple fish swimming around it.
Auf der Suche nach Riffmantas filmten und fotografierten Kennedy und seine Crewmitglieder auch andere Meerestiere rund um das Korallenriff im Nationalpark Komodo. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 11-24mm f/4L USM Objektiv. © Fergus Kennedy

Kennedy empfiehlt zudem bei jedem Tiefenwechsel die Einstellung eines individuellen Weißabgleichs für Unterwasseraufnahmen. Zudem sollte die Farbbalance bei Bedarf geändert werden, um Farbstiche zu vermeiden.

Gegen Ende des Projekts kam das Team einigen Riffmantas in relativ seichtem Wasser sehr nahe. Kennedy bemerkt: „Wir haben alles im Canon Log Modus aufgenommen, der in einer Unterwasserumgebung gut geeignet war, da besonders in flachem Wasser oft helles Sonnenlicht durch die Oberfläche in das obere Viertel oder Drittel des Bilds einfällt. Der Meeresboden ist oft ein bisschen dunkler, sodass sich ein großer Dynamikumfang ergibt, und C-Log [mit einem maximalen Dynamikumfang von 12 Stufen] hilft dabei definitiv.“

A large hawksbill turtle is seen swimming past some coral, with divers carrying lights and cameras in the background.
Eine Echte Karettschildkröte genießt die tropischen Gewässer in der Nähe der Riffmantas. Um die Motive in dieser Tiefe zu beleuchten, nutzte Kennedy zwei LED-Videoleuchten mit 10.000 Lumen, die hier im Hintergrund zu sehen sind. Aufgenommen mit einer Canon EOS 7D Mark II mit einem Canon EF 8-15mm f/4L Fisheye USM Objektiv. © Saeed Rashid

Laut Kennedy war der Brennweitenumrechnungsfaktor ein weiterer Vorteil der Canon EOS 5D Mark IV für die Aufnahme von 4K-Videos unter Wasser. „Das Canon EF 11-24mm f/4L USM Objektiv bietet an sich schon Superweitwinkel. Bei der Aufnahme von 4K-Videos verwandelt der Brennweitenumrechnungsfaktor von 1,7x es in einen nützlichen Zoom für Unterwasseraufnahmen – fast als hätte man eine kürzeste Brennweite von 17 mm, sodass man effektiv ein 17-40-mm-Objektiv erhält.

Es ist sehr vielseitig und ermöglicht breite, malerische Aufnahmen von Korallenriffen oder den Mantas, die groß sind und ziemlich nahe kommen. Andererseits kann man aber auch einzoomen und Detailaufnahmen von Fischen oder Korallen am Ende des Zoombereichs machen.“

A fisheye lens shot shows an aerial view of a boat’s deck, taken from above.
Das Schiff, auf dem Kennedy und die Crew vier Tage lang lebten. Das Team betrachtete seine Aufnahmen und nahm erste Bearbeitungen an Bord vor. Die umfassende Bearbeitung wurde dann von Kennedys Kollegen vor Ort bei Verri Media vorgenommen. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 8-15mm f/4L Fisheye USM Objektiv. © Fergus Kennedy
A colourful banded cleaner shrimp is shown close-up, in among pink coral.
Neben Breitbildaufnahmen von größeren Meerestieren nahm Kennedy auch Makrofotos der kleineren Riffbewohner auf. Diese Gebänderte Scherengarnele entfernt totes Gewebe, Algen und Parasiten von größeren Meerestieren. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM Objektiv. © Fergus Kennedy

Kennedy und die Crew lebten und schliefen während der Riffmanta-Aufnahmen auf einem Schiff, sodass sie am Ende eines Aufnahmetags etwas Zeit für die Bearbeitung aufbringen konnten. „Wir hatten eine Stromversorgung, also packten wir die Laptops aus und nahmen grobe Bearbeitungen vor“, erinnert er sich. „Es war großartig, die Karte einfach auf den Computer zu laden, sofort einen Farbabgleich durchzuführen und zu überprüfen, ob auch alles so aussah, wie wir es uns erhofft hatten.

Leerlauf hatten wir eigentlich nicht. Entweder wir tauchten oder wir bearbeiteten. Und man verbringt so viel Zeit mit der Einstellung der Ausrüstung unter Wasser, da selbst etwas [auf dem trockenen Land so Einfaches] wie ein Objektivwechsel viel mehr Aufwand als normal ist. Man muss den Port und die Zahnräder ändern, um den Zoom und den Fokus durch das Gehäuse hindurch zu bedienen.“

Obwohl er sich nun seinen lebenslangen Traum, Mantas zu filmen, erfüllt hat, will Kennedy noch mehr Aufnahmen der anmutigsten Wesen des Meeres machen. „Ich wünsche mir immer etwas bessere Lichtverhältnisse oder etwas ruhigere Bedingungen“, sagt er. „Das ist Teil meiner Leidenschaft für die Fotografie: Ich will immer wieder zurückkommen und es nochmal machen.“

Verfasst von Steve Fairclough


Fergus Kennedys Ausrüstung

Das Kit, das die Profis für ihre Fotos verwenden

Fergus Kennedy is underwater in goggles and diving gear, though he has removed his breathing mask to smile for the camera. Behind him is a manta ray and two other divers.

Kamera

Canon EOS 5D Mark IV

Diese Vollformat-DSLR mit 30,4 MP erfasst unglaubliche Details selbst bei extremem Kontrast. Reihenaufnahmen mit 7 Bildern/Sek. helfen dabei, den perfekten Moment abzupassen, während 4K-Video hochauflösendes Filmmaterial liefert.

Objektiv

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