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5 Expertentipps für selbst erstellte Fotodrucke auf Profiniveau

„Wenn ich jemandem einen Fotodruck übergebe, weiß ich, dass er genau so ist, wie das Bild gesehen werden soll“, so Fotograf Clive Booth. Der Canon imagePROGRAF PRO-1000 druckt Fotos bis A2 und verfügt über vier spezielle Schwarztinten für Schwarz-Weiß-Drucke mit mehr Tiefe. © Oliver Martin

Professioneller Fotodruck bringt Bilder auf ein anderes Niveau, indem er eine weitere Dimension hinzufügt, die Bildschirme einfach nicht bieten können. Und selbst im digitalen Zeitalter kann das Drucken von Fotos geschäftliche Vorteile bringen: Ausdrucke können verkauft, in Galerien ausgestellt, bei Wettbewerben eingereicht werden und vieles mehr.

Millionen von Fotos und Videos werden Tag für Tag allein auf Instagram veröffentlicht – viele von ihnen werden auf Smartphones aufgenommen und kurz auf den Bildschirmen von Mobilgeräten angezeigt. Canon Botschafter Clive Booth sagt, dass die Fotografie unweigerlich abgewertet wird, wunderschön gedruckten Einzelbilder jedoch einen wertvollen Kontrast zu den überfüllten Feeds in sozialen Medien bilden.

„Niemand wird soziale Medien an die Wand hängen. Es ist die schiere Menge an Content, die Monat für Monat, Minute für Minute herausgepumpt wird, die den Druck zu etwas ganz Besonderem macht“, betont Booth, der 20 Jahre als Grafikdesigner arbeitete, bevor er professioneller Fotograf und Filmemacher wurde. „Druck ist greifbar. Druck ist persönlich. Drucke vermitteln ein bestimmtes Gefühl von Qualität... Ich habe Leuten ihre Ausdrucke überreicht, und ihre Reaktion war ziemlich eindrucksvoll.“

„Im Gegensatz zur flüchtigen Erfahrung von Bildern auf einem Bildschirm erkennen die Menschen auch, dass ein hochwertiges Foto zur Aufbewahrung gedacht ist“, so Booth.

Um professionelle Qualität und mehr kreative Kontrolle über gedruckte Fotos zu erhalten, ist es möglicherweise an der Zeit, auf einen professionellen Fotodrucker umzusteigen, mit dem man eigene Ausdrucke erstellen kann. Canon Tintendruckspezialist und Druckexperte Suhaib Hussain betont die Bedeutung der Qualität. „Wenn Fotografen erkennen, dass sie die beste Qualität mit voller Kontrolle über die Art der Bilderstellung benötigen, ist ein professioneller Drucker ein Muss“, sagt er.

Hier verraten Booth und Hussain Expertentipps für die Erstellung professioneller Fotodrucke und die Vorteile eines optimierten vollständig internen Workflows.

A ballet dancer covered by red silk fabric that is billowing around her like a fire.
Nach Clive Booths Aufnahmen der Balletttänzerinnen mit der EOS R produzierte er seine eigenen professionellen Fotodrucke, die die Besucher der Canon Druckgalerie auf der Photokina 2018 beeindruckten. Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit einem Canon RF 24-105mm F4L IS USM Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/200 Sek., Blende 1:4,0 und ISO 640. © Clive Booth
A ballet dancer's profile covered by yellow silk fabric that is billowing around her like a flame.
„Ich habe Leuten ihre Ausdrucke überreicht, und ihre Reaktion war ziemlich eindrucksvoll“, sagt Booth. Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit einem Canon RF 50mm F1.2L USM Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/500 Sek., Blende 1:2,0 und ISO 400. © Clive Booth
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1. Behalte die Kontrolle, indem du Fotos selbst druckst

Wenn Fotografen gedruckte Bilder benötigen, beauftragen sie üblicherweise Dritte mit dem Druck. Selbst zu drucken, kann eine gewaltige Herausforderung sein, und es gibt so viele Optionen, dass es einfacher scheint, den Vorgang auszulagern. Langfristig kann dies jedoch teuer und zeitaufwändig sein, insbesondere, wenn die Anforderungen höher werden.

„Outsourcing kann teuer sein, und man genießt nicht das gleiche Maß an Kontrolle“, sagt Booth. „Oft stimmt das, was man aus dem Fotolabor zurückbekommt, nicht mit dem überein, was man auf dem Bildschirm sieht.“

Für seinen Druck-Workflow arbeitet Booth immer mit Original-RAW-Bilddaten, die ihm maximale Kontrolle bei der Bearbeitung geben. So erhält er die beste Möglichkeit, Drucke mit genau den Farben und Details zu erstellen, die ihm vorschwebten.

Hussain stimmt zu. „Wenn Fotografen einen Print in bester Qualität liefern und dabei die Farbreproduktion so genau wie möglich gestalten müssen, beginnen sie zu überlegen, ob sie den Druckvorgang selbst in die Hand nehmen sollten“, sagt er.

„Wer Ausdrucke auf höchstem Niveau mit einer hohen Langlebigkeit und Genauigkeit abliefern muss, benötigt einen professionellen Fotodrucker. Möglicherweise möchten Fotografen ihre Drucke verkaufen oder für Ausstellungen, Galerien oder Wettbewerbe bereitstellen, sodass die Qualität und Langlebigkeit gewährleistet sein muss.“

Die Kontrolle über den Druckprozess macht das Endprodukt zudem persönlicher. „Vor allem sollte ein Ausdruck zeigen, was der Fotograf ursprünglich mit seinen Augen oder der Kamera erfasst hat und wie das Bild von anderen gesehen werden soll“, fügt Hussain hinzu. „Um dies zu erreichen, ist es immer am besten, den Druck selbst zu steuern und einen Fotodrucker zu verwenden, der hochwertige Ausdrucke liefert.“

Das Print Studio Pro-Plug-in von Canon stellt die ideale Workflow-Einbindung zwischen Bild und fertigem Druck dar. Diese einzigartige Software, die speziell für Canon Pro Fotodrucker entwickelt wurde, ermöglicht die Feinabstimmung des Bilds und erleichtert Benutzern die Erstellung von professionellen Fotodrucken. Print Studio Pro zeigt eine Live-Vorschau des endgültigen gedruckten Produkts sowie der Veränderungen je nach Medien- oder Papiertyp an. So erhält man mehr Kontrolle bei der Erstellung eines Ausdrucks.

An image of a ballet dancer being edited in Print Studio Pro.
„In Print Studio Pro gibt es eine Soft-Proof-Funktion. Wenn man einen kalibrierten Monitor besitzt, erreicht man durch den Soft-Proof mit dem Papierprofil eine sehr gute Emulation des [gedruckten] Bilds“, empfiehlt Booth. © Clive Booth
Clive Booth takes a photo of a ballet dancer surrounded by flame-like silks.

Vom Konzept bis zum Druck: Clive Booths Ballett-Shooting

Der Canon Botschafter zeigt, wie er mit dem Canon EOS R System ausdrucksstarke Publicity-Bilder als Ausdruck für das Birmingham Royal Ballet erstellte.

2. Kalibriere den Bildschirm und nutze Farbmanagement für deinen Workflow

„Eines der größten Probleme, das beim ersten Drucken sehr häufig vorkommt, ist, dass die Anzeige auf dem Bildschirm nicht mit dem auf Papier gedruckten Bild übereinstimmt“, sagt Booth. „Dafür gibt es zwei Gründe. Der eine ist die Farbtemperatur, d. h. wenn der Bildschirm zu kalt (blau) oder zu warm (gelb) eingestellt ist. Der zweite ist die Helligkeitsstufe. Wenn der Bildschirm beispielsweise sehr hell eingestellt ist, ergibt sich möglicherweise ein sehr dunkler Ausdruck.“

Aus diesem Grund ist es wichtig, den Bildschirm zu kalibrieren und idealerweise einen Workflow zu implementieren, der eine durchgehende Farbverwaltung von der Kamera bis zum Drucker bietet. „Das geht ganz einfach und ziemlich kostengünstig mit einem Kalibrierkit“, so Booth. Alternativ kann man in ein professionelles Farbmanagementsystem investieren, mit dem man benutzerdefinierte Kamera-, Monitor-, Projektor- und Druckerprofile erstellen kann, um eine möglichst genaue und konsistente Farbkalibrierung und Profilerstellung von der Aufnahme bis zum Druck zu erzielen.

Dies ist einer der größten Vorteile professioneller Prints im Vergleich zur Anzeige von Fotos auf dem Bildschirm. „Ich kann nicht alle Bildschirme steuern. Aber ich kann sowohl die Helligkeit als auch die Farbtemperatur eines Drucks steuern“, fährt Booth fort. „Und wenn ich jemandem einen Fotodruck übergebe, weiß ich, dass er genau so ist, wie das Bild gesehen werden soll.“

Multiples of the same ballet dancer image on-screen being prepared for printing.
Print Studio Pro zeigt vor dem Drucken eine Vorschau des Bilds beim Druck auf verschiedenen Papiertypen an. © Clive Booth

3. Bewerte die finanziellen Vorteile von professionellem Fotodruck

Ein hochwertiges Farbmanagementsystem ist nicht billig, die Ausgabe kann sich aber lohnen, wenn man viel drucken möchte. Es vermeidet verschwendete Zeit und Kosten durch wiederholte Testdrucke. „Ein Workflow mit Farbmanagement spart also im Grunde Geld, Papier und Zeit“, betont Booth. „Das ist sehr wichtig.“

„Die Anfangsinvestition in einen Drucker ist meiner Meinung, relativ gesehen, nicht so hoch“, sagt Booth. Selbst wenn man noch keinen umfassenden Workflow mit Farbmanagement benötig, kann ein professioneller Fotodrucker eine kluge Investition sein.

„Der imagePROGRAF PRO-1000 ist großartig, weil er auf einem Schreibtisch nur wenig Platz einnimmt und ein randloses A2-Format bietet“, so Booth. „Es ist wirtschaftlich, da die Patronen größer sind, und er ist relativ schnell.“

„Wenn man eigene Drucke verkaufen möchte, ist der imagePROGRAF PRO-1000 definitiv die richtige Wahl, um langfristig Kostenvorteile zu erzielen. Ein einzelner Print ist in der Herstellung im Vergleich zum letztlichen Verkaufspreis relativ günstig. Der Unterschied kann mehrere Hundert Pfund [oder Euro] betragen.“ Booth schätzt, dass die Kosten in Großbritannien für einen A2-Druck mit seinem Setup auf einem imagePROGRAF PRO-1000 auf Canon Pro Platinum Papier 2 % unter dem möglichen Verkaufspreis liegen. Auch wenn er FineArt-Papier von Hahnemühle mit Perleffekt und einem Gewicht von 285 g/m2 verwendet, liegen die Kosten dennoch 3 % unter dem Verkaufspreis für einen Ausdruck, der Jahre hält.

A close up of professional printing paper.
Die Wahl des richtigen Papiers ist fast genauso wichtig wie die Wahl des Objektivs. © Clive Booth

4. Unterschätze die Bedeutung der Papierauswahl nicht

Für den Fotodruck ist die Wahl des richtigen Papiertyps äußerst wichtig. Laut Canon Druckexperte Hussain ist ihre Wichtigkeit mit der Wahl des Objektivs bei der Aufnahme des Fotos vergleichbar.

„Mattes Papier eignet sich in der Regel gut für Bilder mit einer weicheren Farbpalette sowie für Schwarz-Weiß-Bilder oder Bilder mit geringerer Sättigung. Seidenmattes oder glänzendes Papier eignet sich gut für kontrastreiche, detailreiche und gesättigte Bilder. Hochglänzendes eignet sich hervorragend für farbenfrohe Bilder“, sagt er.

„Wenn man seiner Kreativität mit verschiedenen Papiertypen freien Lauf lassen möchtest, kann man mit Print Studio Pro die ICC-Papierprofile für jeden Typ hinzufügen, den man verwenden möchte,“ fügt Booth hinzu. „Wenn man Canon Papier verwendet, ist das Profil bereits installiert. In Print Studio Pro gibt es zudem eine Soft-Proof-Funktion. Wenn man einen kalibrierten Monitor besitzt, erreicht man durch den Soft-Proof mit dem Papierprofil eine sehr gute Emulation des [gedruckten] Bilds.“

A print of a ballet dancer covered by red silk being printed on a printer.
„Der imagePROGRAF PRO-1000 ist großartig, weil er auf einem Schreibtisch nur wenig Platz einnimmt und ein randloses A2-Format bietet“, so Booth. „Es ist wirtschaftlich, da die Patronen größer sind, und er ist relativ schnell“, sagt Booth. © Clive Booth

5. Bedenke die Vorteile eines professionellen Canon Fotodruckers

Wenn du einen optimierten, nahtlosen Workflow erstellen möchtest, solltest du deinen Drucker und deine Kamera aufeinander abstimmen. Die Druckertechnologien von Canon sind so konzipiert, dass sie verstehen, was die Kameras von Canon bieten. „Wenn sowohl die Eingabe als auch die Ausgabe von Canon stammt, profitiert man vom HDR-Druck und von den Schärfungsfunktionen im Drucker“, so Booth. „Die Ausdrucke sehen fast dreidimensional aus.“

Die professionellen Fotodrucker von Canon sind mit fortschrittlichen Technologien ausgestattet, die die häufigsten Druckprobleme lösen und den anspruchsvollsten Anforderungen gerecht werden. Hussain weist beispielsweise darauf hin, dass der imagePROGRAF PRO-1000 „über ein integriertes System zur Kompensation von Düsenauslösungsfehlern verfügt, das Ersatzdüsen verwendet, wenn eine Düse verstopft ist, und so Streifenbildung verhindert. Außerdem besitzt er ein Vakuum-Papiereinzugssystem, das eine gleichmäßige Papierzufuhr verschiedener Papiertypen und -gewichte gewährleistet.“

Der imagePROGRAF PRO-1000 verwendet mikroskopisch kleine Tintentröpfchen, um die Präzision und Detailgenauigkeit des Drucks zu verbessern. In Kombination mit der Chroma Optimizer-Technologie wird so eine präzise Platzierung der Tintentröpfchen erreicht, die einen reduzierten „Bronzierungseffekt“ im Endprodukt bewirkt.

Hussain fügt hinzu, dass „professionelle Drucker tendenziell einen breiteren Farbumfang haben, da sie mehr Farben verwenden. Dadurch kann ein größerer Farbbereich in einem Druck reproduziert werden, was eine genauere Darstellung des aufgenommenen Bilds ermöglicht. Darüber hinaus unterstützen professionelle Drucker in der Regel größere Papiergrößen und eine Vielzahl von Papierformaten, sodass Fotografen mit größeren Prints eine höhere Wirkung erzielen und mit verschiedenen Papiertypen unterschiedliche Farbtöne erreichen können.“

Natürlich hat auch die Wahl der Tinten Einfluss auf Farbgenauigkeit, Farbsättigung und Farbstabilität. „Die neu formulierten Mattschwarz- und Fotoschwarz-Tinten von Canon sorgen für Schwarztöne mit hoher Dichte auf mattem Papier und Fotopapier“, erklärt Hussain.

Mit einem professionellen Fotodrucker, hochwertigen Tinten und Papiertypen sowie einer sorgfältigen Vorbereitung erzielt man wunderschöne Drucke, die lange halten. „Einen Druck kann man auch archivieren. Er hält mindestens 150 Jahre“, sagt Booth. „Wenn Menschen deine Arbeit bewundern, ist das Beste, was man ihnen geben kann, einen Ausdruck.“

Verfasst von Annabel Miller


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