Hebe deine Porträtfotografie mit dem manuellen Modus auf die nächste Stufe

Porträtspezialist Samuel Sarfati gibt dir Experten-Tipps dazu, wie du die automatischen Einstellungen hinter dir lässt und für deine Porträtfotografie selbstbewusst die Zügel in die Hand nimmst.
Porträtfotograf Samuel Sarfati macht Aufnahmen eines Modells, das in einem hellen Regenmantel vor einer roten Kulisse steht. Im Hintergrund sind unscharf Häuser mit Terrassen zu sehen.

Wenn du bereit bist, für deine Porträts zum manuellen Modus zu wechseln, macht das Canon EOS R System das zu einer nahtlosen Erfahrung – mit zwei Wahlrädern am Kameragehäuse und einem am Objektiv kannst du Blende, Verschlusszeit und ISO unabhängig voneinander einstellen.

Spiegellose Kameras von Canon erleichtern es dir, im manuellen Modus (M) aufzunehmen. Du benötigst kein externes Belichtungsmesser und musst nicht mehr mit mehreren Testaufnahmen herumprobieren. Stattdessen kannst du die Belichtung in Echtzeit im elektronischen Sucher sehen und die Einstellungen anpassen, bevor du auf den Auslöser drückst. Das geht schnell, ist intuitiv und gestaltet den manuellen Modus benutzerfreundlicher als je zuvor. Aber lohnt sich die Mühe überhaupt, die Belichtung von Hand einzustellen?

Manuelles Einstellen sorgt von Aufnahme zu Aufnahme für Konsistenz. Wenn sich die Beleuchtung nicht ändert, bleibt die Belichtung gleich. Das gibt dir die Freiheit, dich bei den Aufnahmen auf Motiv, Komposition und Framing zu konzentrieren, und kann dir außerdem bei der Nachbearbeitung der Fotos viel Zeit sparen.

Im manuellen Modus steuerst du alle drei Komponenten der Belichtung: Blende, Verschlusszeit und ISO – obwohl du ISO auch auf „Auto“ setzen kannst, damit die Kamera die Empfindlichkeit für dich anpasst. Diese Kontrolle über jeden Aspekt der Belichtung ist der Grund, warum der Mode- und Porträtfotograf Samuel Sarfati den manuellen Modus sehr häufig verwendet, selbst bei dynamischen Porträtaufnahmen.

„Ich möchte die vollständige Kontrolle über mein Bild haben“, sagt er. „Es ist einfach toll, dass ich im Sucher sofort sehen kann, was Änderungen an den Einstellungen bewirken. So kann ich mich voll und ganz auf meine Bilder konzentrieren und habe alle Aspekte im Griff.“

Samuel verwendet die manuelle Belichtung schon seit sein Vater ihm die Fotografie an einer Vintage-Filmkamera gezeigt hat. Wenn du es gewohnt bist, deine Kamera im vollautomatischen Modus zu verwenden, scheint die Umstellung auf „Manuell“ vielleicht wie ein zu großer Schritt – insbesondere bei der Porträtfotografie, wo es so viele andere Dinge zu beachten gilt. Hier haben wir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umstieg auf den manuellen Modus für dich zusammengestellt. Zunächst sehen wir uns die automatischen Modi näher an, wie die automatische Motiverkennung, und erläutern halbautomatische Modi wie die Blendenautomatik. Dann helfen wir dir, alle drei Elemente des Belichtungsdreiecks zu meistern, um mit der manuellen Belichtung experimentieren zu können.

Porträtfotograf Samuel Sarfati hält eine Canon EOS R5 Mark II mit einem Canon RF 28-70mm F2L USM Objektiv. Im Hintergrund sind eine rote Kulisse und ein schwarzer Lichtschirm.

Porträtfotograf Samuel Sarfati bevorzugt den manuellen Modus aufgrund der kreativen Steuerung, die für ihn bei jedem Aspekt seiner Bilder möglich ist. Wenn es ihm aber nur darum geht, schnell ein scharfes Bild aufzunehmen, wechselt er zur Automatik und überlässt die Verschlusszeit der Kamera.

1. Beginne mit porträtfreundlichen automatischen Modi

Mache dich als allererstes damit vertraut, was die automatischen Modi bewirken, wenn du sie mit dem Modus-Wahlrad oben an deiner Kamera auswählst. Bei der automatischen Motiverkennung geht es vor allem um Geschwindigkeit, und darum, dir das Leben zu erleichtern. Der Modus kümmert sich um die Belichtung, sodass du dich auf dein Motiv und die gewünschte Optik konzentrieren kannst. Die Kamera erkennt, wenn eine Person im Bild ist, und optimiert automatisch die Einstellungen für ein Porträt. Bei vollautomatischen Modi musst du aber mit Abstrichen bei der kreativen Steuerung rechnen. Zum Beispiel kannst du damit keine Blendeneinstellung vornehmen, um die Tiefenschärfe präzise zu steuern – du kannst aber den Kreativ-Assistenten nutzen, um die Hintergrundunschärfe anzupassen.

Der Modus „Besondere Szene“ optimiert die Einstellungen für Porträts. Eine große Blendenöffnung sorgt hier für einen unscharfen Hintergrund, während Hauttöne und Haare weicher gezeichnet werden. Wie bei der automatischen Motiverkennung kannst du hier Blende, Verschlusszeit und ISO nicht direkt einstellen, dieser Modus beschränkt dich also mehr als erweiterte Aufnahmemodi. Du kannst aber die RAW-Bildqualität auswählen und so die Belichtung anpassen, wenn du deine Bilder in der Bearbeitungssoftware Digital Photo Professional von Canon verarbeitest.

Porträtfotograf Samuel Sarfati fotografiert ein Modell in einem cremefarbenen Mantel, das vor einem roten Hintergrund auf einem Dach steht, mit einer hellen Box auf der einen und einem schwarzen Lichtschirm auf der anderen Seite.

Mit der Verschlusszeitautomatik kannst du anhand der Blende die Schärfentiefe einstellen, was bei Porträtaufnahmen oft Priorität hat. Die Kamera legt dann automatisch die Verschlusszeit fest, und kann auch den ISO-Wert anpassen, wenn „Auto ISO“ aktiviert ist. Die Belichtungskorrektur ermöglicht die Feinanpassung der Gesamtbelichtung.

2. Mach dich mit Verschlusszeit- und flexibler Automatik vertraut

Wie der Name schon sagt, geben dir Kreativ-Programme mehr kreativen Spielraum. Du kannst hier manuell eines oder mehrere Elemente der Belichtung anpassen, um einen gewünschten Effekt zu erzielen. Die Verschlusszeitautomatik ist ideal für die Porträtfotografie, da du die Schärfentiefe in diesem Modus anhand der Blende anpassen kannst. So hebt sich dein Motiv vom Hintergrund ab. Die Kamera passt automatisch die Verschlusszeit an (und auch den ISO-Wert, wenn „Auto ISO“ aktiviert ist), sodass du eine Standardbelichtung erhältst. Bei den meisten Canon Kameras kannst du bei „Auto ISO“ eine minimale Verschlusszeit angeben. Die Kamera wählt dann keine langsamere Verschlusszeit aus, was dir hilft, Unschärfen durch Verwacklungen und ein sich bewegendes Motiv zu vermeiden.

Allerdings liefern halbautomatische Modi weniger konsistente Ergebnisse, als die manuelle Einstellung. Wenn der Hintergrund deines Porträts heller oder dunkler wird, bietet die Kamera ggf. eine andere Gesamtbelichtung. In diesem Fall kann die Belichtungskorrektur Abhilfe schaffen.

„Ich arbeite am liebsten manuell, weil ich normalerweise genügend Zeit habe, die Szene aufzubauen und mir Gedanken zu machen“, sagt Samuel. „Doch manchmal habe ich es eilig; bei der Street-Fotografie während der Fashion Week hat man vielleicht 40 Sekunden Zeit, Porträts von den Menschen um einen herum aufzunehmen – in solchen Momenten ist es nützlich, einfach nur die Blende einzustellen, und die Kamera erledigt den Rest.“

Der Modus „flexible Automatik“ steht auf ausgewählten Kameras des EOS R Systems zur Verfügung. Er ist perfekt, wenn du mit etwas mehr manueller Steuerung experimentieren möchtest, bevor du dich an den vollständig manuellen Modus wagst. Bei der „flexiblen Automatik“ kannst du Blende, Verschlusszeit und ISO der Kamera überlassen (wie bei der automatischen Motiverkennung), eines oder zwei dieser Elemente manuell steuern (wie bei der Verschlusszeitautomatik) oder alles von Hand festlegen (wie im manuellen Modus). Wenn du dich in den manuellen Änderungen verlierst, genügt ein Knopfdruck, um alles wieder vollautomatisch einzustellen.

Ein Techniker mit lilafarbenen Handschuhen arbeitet an einem Tisch an der Schaltung einer Canon Kamera.

Besitzt du eine Canon Ausrüstung?

Registriere deine Ausrüstung, um mit Canon Professional Services (CPS) Zugang zu Expertentipps, Gerätewartung, inspirierenden Veranstaltungen und exklusiven Sonderangeboten zu erhalten.
Porträtfotografie Samuel Sarfati stellt den Steuerungsring an einem Canon RF 28-70mm F2L USM Objektiv ein, das an einer Canon EOS R5 Mark II in seiner anderen Hand angebracht ist.

Die Mehrheit der Canon RF Objektive verfügt über einen eigenen Steuerungsring oder einen Fokus-/Steuerungsring. Diesen Steuerelementen kannst du deine bevorzugte Belichtungseinstellung (ISO, Blende oder Verschlusszeit) oder die Belichtungskorrektur zuweisen. Damit lassen sich Anpassungen im Handumdrehen vornehmen, während du die Kamera ans Auge hältst.

3. Lerne die Auswirkungen von Blende, Verschlusszeit und ISO

Bei deinen ersten Schritten im manuellen Modus bist du vielleicht noch unsicher, ob du Blende, Verschlusszeit oder ISO zuerst einstellen sollst. Diese drei Aspekte legen nicht nur die Belichtung fest, sondern wirken sich auch auf verschiedene Weise auf das Bild aus.

Stelle zunächst die Blende ein, wenn die Steuerung der Schärfentiefe für dich Priorität genießt. Damit regelst du, welcher Anteil der Szene im Fokus scharfgestellt wird, was besonders für Porträtaufnahmen wichtig ist. Große Blendenöffnungen (also kleine F-Zahlen) reduzieren die Schärfentiefe, während kleine Blendenöffnungen (große F-Zahlen) sie vergrößern. Wenn du eine große Blendenöffnung einstellst, hebt sich dein Motiv besser vom Hintergrund ab.

Die Verschlusszeit legt fest, wie Bewegungen im Bild eingefangen werden – ob sich das Motiv bewegt, oder ob du bei Aufnahmen aus der freien Hand die Kamera bewegst. Bei Actionaufnahmen solltest du daher die Verschlusszeit zuerst einstellen. Eine kürzere Verschlusszeit sorgt für schärfere Bilder. Nachdem du die Blende für ein Porträt eingestellt hast, lege eine Verschlusszeit fest, mit der du aus der Hand scharfe Bilder aufnehmen kannst. Dazu eine Faustregel: Beginne mit einer Verschlusszeit, die dem Kehrwert der verwendeten Brennweite entspricht – also 1/100 Sek. bei einer Brennweite von 100 mm. Die Bildstabilisierung bietet dir schärfere Aufnahmen bei langsameren Verschlusszeiten, dabei werden aber nur deine Bewegungen stabilisiert, nicht die Bewegungen des Modells. Wenn sich das Modell während der Belichtung bewegt, kann das Bild immer noch unscharf werden. Um eine sichere Verschlusszeit zu bestimmen, machst du am besten Testaufnahmen bei verschiedenen Verschlusszeiten und siehst dir die Ergebnisse an.

Stelle dir ISO als Steuerung vor, mit der du unter den Lichtverhältnissen die gewünschte Kombination aus Blende und Verschlusszeit auswählen kannst. Diese Einstellung passt Samuel zuerst an, wenn sich das Licht ändert. „Ich versuche den ISO-Wert zwischen 100 und 1.600 zu halten“, bemerkt er, „doch ich kann bei Bedarf noch höher gehen, wegen der Qualität der RAW-Datei und weil ich beim Nachbearbeiten eine Rauschreduzierung verwenden kann.“

Je nach verfügbarem Licht kannst du den ISO-Wert erhöhen oder reduzieren. Alternativ setzt du ISO auf „Auto“ und lässt die Kamera die Anpassung an das sich verändernde Licht vornehmen. Beim Einsatz von „Auto ISO“ kannst du die Belichtungskorrektur verwenden, um bestimmen zu können, wie hell oder dunkel die Gesamtbelichtung ausfällt.

Das dreh- und schwenkbare Display einer Canon EOS R5 Mark II Kamera zeigt ein Modellfoto, bei dem zahlreiche Informationen angezeigt werden, darunter das Histogramm des Bildes.

Da das Live-Histogramm auf dem elektronischen Sucher oder am Bildschirm auf der Rückseite angezeigt wird, behältst du die Belichtung bei deinen Aufnahmen immer im Auge. Mit vielen spiegellosen Canon EOS R Systemkameras kannst du außerdem den Fokus auf das linke oder rechte Auge der Person legen. So wird es noch einfacher, bei Porträtaufnahmen eine präzise Fokussierung zu erhalten.

4. Bringe Balance in das Belichtungsdreieck

Wenn du mit Blende, Verschlusszeit und ISO die gewünschte Belichtung eingestellt hast, entscheidest du dich vielleicht, eine dieser Einstellungen zu ändern. Unter Umständen möchtest du mit einer größeren Blendenöffnung eine geringere Schärfentiefe erreichen, oder eine schnelle Verschlusszeit verwenden, um ein Motiv in der Bewegung einzufrieren.

Wenn du nur eine Einstellung änderst, machst du das Bild damit aber auch heller oder dunkler. Es gibt ein Zusammenspiel der drei Belichtungselemente: Wenn du z. B. die Blende um eine weitere Stufe öffnest, um mehr Licht hereinzulassen, musst du das mit einer geringeren Verschlusszeit oder einem kleineren ISO-Wert kompensieren, damit die Belichtung gleich bleibt.

Diese Entscheidungen schnell zu treffen – wie bei einer dynamischen Porträtaufnahme – kann für Einsteiger ganz schön einschüchternd wirken, aber es gibt Wege, selbstbewusst an die Sache heranzugehen. Wenn du ein Canon RF Objektiv mit Steuerungsring und eine EOS R Systemkamera mit zwei Wahlrädern kombinierst, kannst du Blende, Verschlusszeit und ISO verschiedenen Steuerelementen zuweisen.

„Ich verwende den Steuerungsring für ISO und stelle Blende und Verschlusszeit am Gehäuse ein“, erklärt Samuel. „So kann ich alles im Handumdrehen anpassen.“ Weil er jeden Tag Bilder aufnimmt, sind ihm die Einstellungen in Fleisch und Blut übergegangen. „Ich denke gar nicht mehr darüber nach“, sagt er. „Das ist ein bisschen so wie bei Videospielen. Wenn du ein Spiel spielst, denkst du nicht an die Knöpfe, deine Finger bewegen sich einfach. Wenn du deine Kamera kennst, kannst du jeden Aspekt deiner Bilder steuern.“

Der dreh- und schwenkbare Bildschirm an einer Canon EOS R5 Mark II zeigt ein vollformatiges Porträt eines Modells in einem hellen Mantel. Darüber werden die verschiedensten Bildinformationen angezeigt.

Wenn sich das Histogramm im Diagramm zu weit rechts befindet, erscheinen einige Bereiche des Bildes vielleicht zu hell. Das kannst du korrigieren, indem du die Blendenöffnung verkleinerst, eine kürzere Verschlusszeit verwendest, den ISO-Wert reduzierst – oder mit einer Kombination dieser Einstellungen.

Porträtfoto von Samuel Sarfati, aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II. Darauf ist ein Modell in einem dunklen Mantel vor einem roten Hintergrund zu sehen. Die Züge der Frau sind gut belichtet, und die Details am Mantel sind ebenfalls klar zu erkennen.

Wenn dunkle Kleidung einen großen Teil des Bildes einnimmt, versucht die automatische Belichtung vielleicht, die Szene aufzuhellen. Schwarz erscheint dann grau und Hauttöne werden heller dargestellt. Im manuellen Modus kannst du die Belichtung sperren, um beides naturgemäß darzustellen. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II und einem Canon RF 28-70mm F2L USM Objektiv, Verschlusszeit 1/800 Sek., Blende 1:5 und ISO 250. © Samuel Sarfati

5. Nutze den Belichtungsmesser

Selbst wenn du die Belichtung im manuellen Modus selbst festlegst, bleibt der Belichtungsmesser der Kamera aktiv. Wenn du Blende, Verschlusszeit und ISO anpasst, bewegt sich die Belichtungswertmarkierung entlang der unteren Skala am Sucher und auf dem rückseitigen Display nach links und nach rechts. Wenn die Markierung in der Mitte ist, wird der gemessene Bereich mit mittlerer Helligkeit aufgezeichnet. Bewegt er sich auf die linke Seite der Skala, erscheint der gemessene Bereich dunkler. Und wenn er sich nach rechts bewegt, heller.

Die Belichtung so einzustellen, dass die Position der Belichtungswertmarkierung zu dem Farbton des Modells passt, das du fotografieren möchtest – das ist ein guter Ausgangspunkt.

Vergiss nicht, dass die Messung an der Kamera nur zur Orientierung dient. Sie sagt dir, welchen Farbton eine Belichtung in deinem Bild kreiert, kennt aber nicht die Stimmung, die du gerne erschaffen möchtest.

6. Nimm Feinanpassungen an deiner Belichtung vor

Du musst dich nicht auf die Belichtungsstufenanzeige im Sucher verlassen – und auch nicht auf die Helligkeit der Anzeige selbst. Aktiviere das Live-Histogramm, und du kannst schon vor der Aufnahme genau sehen, wie das Bild belichtet wird.

Dadurch wird es einfach, sich nicht auf der Standardbelichtung auszuruhen. Du kannst kreative Entscheidungen treffen und den Look deines Porträts mit einer helleren oder dunkleren Belichtung aufwerten.

Samuel lässt das Histogramm die ganze Zeit aktiviert. „Ich achte immer darauf, dass die Belichtung im richtigen Bereich liegt, um die gewünschte Stimmung zu erzeugen“, bemerkt er. „Außerdem weiß ich, dass die RAW-Datei alles erfasst, was ich möchte. Ich kann also ganz einfach sicher sein, dass das Bild gut belichtet ist.“

Man muss nicht jedes Bild mit der Standardbelichtung aufnehmen. Vielleicht willst du dunkle Farbtöne verwenden, um dein Porträt unaufdringlich erscheinen zu lassen, oder mit hellen Farbtönen einen stärkeren Eindruck hinterlassen. In diesen Fällen bringst du das Histogramm mit der Belichtung näher an die linke Seite (für eine dunklere kontrastarme Aufnahme) oder an die rechte Seite (für eine hellere kontrastreiche Aufnahme).

Achte unbedingt auf das Histogramm, wenn du Porträts aufnimmst, die du ausdrucken möchtest. Bilder können auf dem Bildschirm heller erscheinen, als später auf Papier. Daher ist es entscheidend, wichtige Details in den Highlights und Schatten zu bewahren, um mehr Flexibilität zu haben, wenn du die Bilder zum Drucken vorbereitest. Verwende das RAW-Format, um die Belichtung weiter anpassen zu können.

Je sicherer du wirst, desto weniger geht es beim manuellen Modus darum, Blende, Verschlusszeit und ISO einzustellen – du beschäftigst dich dann mehr mit dem kreativen Effekt, den die Einstellungen auf das endgültige Bild haben. Für Porträtfotografen wie Samuel liegt genau da der eigentliche Vorteil: Seine Vision mit Konsistenz und kreativer Steuerung von Aufnahme zu Aufnahme aufrechterhalten zu können.

Weitere Beleuchtungstipps von Samuel findest du im Canon Club.
Written by Marcus Hawkins

Ähnliche Artikel

Techniken für die Porträtfotografie bei natürlichem Licht

Samuel Sarfati erläutert, wie er mit einfachem Zubehör das natürliche Licht formt und mit Location und Stimmung zu beeindruckenden Porträts kombiniert.

Mode und Blitz: fünf Tipps für dramatische Aufnahmen

Haute-Couture-Fotograf Ian Hippolyte zeigt, wie mit passender Beleuchtung dramatische Aufnahmen voller Tiefe gelingen.

Tipps für beeindruckende Headshots

Vom Beherrschen der Beleuchtung bis hin zum Beherrschen der Nervosität des Motivs – Fotograf Ivan Weiss über moderne Headshots mit dem EOS R System von Canon.

28 Oct 2021

Die besten Objektive für die Porträtfotografie

Guia Besana, Félicia Sisco, Helen Bartlett, James Musselwhite und Ilvy Njiokiktjien verraten, welche Profi-Objektive sie für die Porträtfotografie am liebsten nutzen.

Newsletter sichern

Hier klicken, um inspirierende Geschichten und interessante Neuigkeiten von Canon Europe Pro zu erhalten.