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„Träume nicht davon, sondern tu es“ – 5 Tipps für angehende Abenteuerfotografen von Ulla Lohmann

Two scientists silhouetted against the lava lake inside the Benbow crater on the volcanic island of Ambrym.
Die Abenteuer-Fotojournalistin Ulla Lohmann leitete Expeditionsteams, um Wissenschaftlern dabei zu helfen, den Vulkankomplex von Vanuatu besser zu verstehen. Hier untersuchen zwei Wissenschaftler einen Lavasee mit einer Temperatur von mehr als 1.000 °C im Inneren des Benbow-Kraters auf der Vulkaninsel Ambrym im Südpazifik. Aufgenommen mit einer Canon EOS 7D Mark II mit einem Canon EF 70-200mm f/4L II USM Objektiv mit 126 mm, Verschlusszeit 1/125 Sek., Blende 1:8 und ISO 500. © Ulla Lohmann

Die deutsche Abenteuer-Fotojournalistin und Dokumentarfilmerin Ulla Lohmann begann ihre Karriere auf außergewöhnliche Weise. Im Alter von 18 Jahren ließ mit einer Rekonstruktion eines Fossils mehr als 8.000 Konkurrenten hinter sich und gewann sie bei Jugend forscht. Das Preisgeld hat ihr Leben verändert.

„Ich habe meinen Preis im Wert von 1.500 € in eine eineinhalbjährliche Reise rund um die Welt investiert, und so habe ich angefangen, meine ersten Fotos zu machen“, erzählt Lohmann. „Es hat meine Zukunft geprägt, weil ich Fotografin und Geschichtenerzählerin geworden bin.“

Lohmann arbeitet jetzt regelmäßig für Zeitschriften und Fernsehsender wie GEO, die BBC und National Geographic. Hier lässt sie uns an Schlüsselmomenten ihrer Karriere teilhaben und erteilt Ratschläge an angehende Abenteuer-Fotografen, die in ihre Fußstapfen treten möchten.

Men in traditional grass skirts dance in a circle on Tanna Island, Vanuatu.
Nachdem sie sich ihren Kindheitstraum auf Vanuatu erfüllt hatte, beschloss Lohmann, sich auf das Fotografieren von indigenen Kulturen zu spezialisieren, insbesondere Gemeinschaften, die um aktive Vulkane leben. Die Menschen auf Tanna Island leben im Schatten des Mount Yasur, der mindestens seit dem 18. Jahrhundert fast ununterbrochen ausbricht. Ihre Tänze haben eine tiefe spirituelle Bedeutung und stehen oft im Zusammenhang mit dem Vulkan. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 24-70mm f/2.8L II USM Objektiv bei 24 mm, Verschlusszeit 1/160 Sek., Blende 1:13 und ISO 200. © Ulla Lohmann
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1. Schaffe dir eine Nische

Auf ihrer lebensverändernden Reise reiste Lohmann zu den Vulkaninseln von Vanuatu im Pazifischen Ozean, um einen aktiven Vulkan zu sehen – und sich einen Kindheitstraum zu erfüllen. „Alles, was ich damals wollte, war, einen aktiven Vulkan zu sehen“, erinnert sie sich. „Zufälligerweise war bereits ein Team von National Geographic vor Ort, also habe ich sie davon überzeugt, dass ich kochen konnte, und sie haben mich eingestellt. Ich war stolz darauf, von den Besten zu lernen – aber es hat mir auch bewusst gemacht, wie viel mehr ich lernen musste, um veröffentlicht zu werden.“

Inspiriert von diesem Team – das aus vielen Wissenschaftlern bestand – kehrte Lohmann zurück, um Natural Resources Management und Fotojournalismus zu studieren. „Mit diesen Abschlüssen war ich viel besser vorbereitet, aber ich brauchte eine Nische, also spezialisierte ich mich auf indigene Kulturen, insbesondere Gemeinschaften, die um aktive Vulkane leben.

„Es ist ein sehr kleines Feld, aber es war mein Durchbruch – viele Zeitschriften kontaktierten mich. Ich habe mir diese Nische geschaffen, indem ich die richtigen Geschichten vorschlug. Du musst deine Zeit, Geld und Energie in etwas investieren, für das du dich leidenschaftlich begeisterst. Ich tue einfach, was ich liebe. Mein Motto lautet: Träume nicht davon, sondern tu es.“

An active volcano on Ambrym Island, Vanuatu.
Der Vulkankomplex auf Ambrym ist der weltweit größte Emittent von vulkanischen Gasen – sein erster Ausbruch gehörte zu den 10 größten Ausbrüchen der Welt. Die Bilder von Lohmann helfen bei der Finanzierung von Forschungsarbeiten, um den Vulkan besser zu verstehen. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark III (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EOS 5D Mark IV) mit einem Canon EF 24-70mm f/2.8L II USM Objektiv mit 24 mm, Verschlusszeit 1/125 Sek., Blende 1:16 und ISO 640. © Ulla Lohmann
A climber ascending the Totem Pole, a vertical sea stack in the Tasman National Park, Australia.
Lohmann scheut sich nicht davor, ihren Körper an seine Grenzen zu bringen, um die perfekte Aufnahme zu machen – nachdem sie ein Bild vom Totem Pole gesehen hat, einer Klippe im Tasman-Nationalpark, Australien, beschloss sie, ihn zu erklimmen. Mit einer Höhe von 70 Metern und einer Breite von stellenweise nur zwei Metern ist er als einer der schwierigsten Anstiege der Welt bekannt. Aufgenommen mit einer Canon PowerShot G7 X (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon PowerShot G7 X Mark III) bei 12 mm, Verschlusszeit 1/800 Sek., Blende 1:5 und ISO 250. © Ulla Lohmann

2. Zeige etwas, was noch nie zu sehen war

„Die Geschichte, die mir zum Durchbruch verholfen hat, war über einen Stamm in Papua-Neuguinea, die noch immer Mumifizierung betreiben und noch nie fotografiert wurden“, sagt Lohmann. „Zeitschriften sind auf der Suche nach Fotos, die noch nie zuvor gesehen wurden – etwas visuell Interessantes, das eine Geschichte erzählt. Werde ein Experte in einem bestimmten Bereich, und erzähle diese Geschichte mit einem einzigartigen Fotografiestil. Wähle ein Thema aus, das ein breites Publikum anspricht und neue Dinge offenbart.“

Adventurer Laura Bingham stands chest-deep in a river, wielding a machete.

Eine lebensgefährliche Dschungelexpedition, gefilmt mit Canon Ausrüstung

Wie Filmemacher Peiman Zekavat mit einer Canon EOS C300 Mark II das Dschungelabenteuer von Laura Bingham trotz Hitze, Erschöpfung und Piranhas auf Film bannte.

3. Entwickle Fähigkeiten für Abenteuerexpeditionen

„Wenn du Expeditionsfotograf werden möchtest, solltest du die Fähigkeiten dafür erlernen – mache Abenteuersport oder lerne Expeditionsfertigkeiten. Du musst über Eisklettern und Skitouren Bescheid wissen und, wann immer es geht, dahin gehen, wo andere nicht hintrauen“, sagt Lohmann. „Du wirst einen Vorteil als Fotograf haben und gebucht werden, weil du über bestimmte Fähigkeiten verfügst.

„Ich muss ein vollwertiges Teammitglied sein: Ich muss das gleiche Gewicht wie die anderen tragen, die gleichen Entfernungen gehen und meine Arbeit erledigen – es spielt keine Rolle, ob ich Mann oder Frau bin. Ich möchte gerne glauben, dass das Geschlecht keine Rolle spielt, aber wo sind alle anderen Fotografinnen? Es gibt so viele großartige Frauen [die fotografieren], aber nur sehr wenige viele von ihnen sind Abenteuerfotografinnen.“

A wooden walkway traverses rocky cliffs beside the sea.
Lohmann braucht eine Ausrüstung, auf die sie sich bei ihrer Abenteuerfotografie verlassen kann. Die leichte, aber robuste Canon EOS R hat sich als ideale Kamera für diese Aufgabe bewährt. Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit einem Canon RF 24-70MM F2 8L IS USM Objektiv bei 24 mm, Verschlusszeit 1/160 Sek., Blende 1:8 und ISO 100. © Ulla Lohmann

4. Mach deine Ausrüstung zu einer Erweiterung von dir

„Ich kann meiner Ausrüstung vertrauen, sie ist sehr zuverlässig, und ich weiß, dass ich an abgelegenen Orten keine technischen Probleme haben werde“, sagt Lohmann. „In bestimmten Situationen verlange ich manchmal viel von mir, aber auch von meiner Ausrüstung.“

Neben einer Canon EOS 5D Mark IV und einer Canon EOS 5DS R verwendet Ulla die spiegellose Vollformat-Systemkamera Canon EOS R, wenn sie Berge erklimmt und vulkanische Eruptionen fotografiert. Dank des leichten Gehäuses und des Touchscreens kann sie sich im wichtigen Moment auf die Aufnahme von Bildern konzentrieren – z. B. wenn sie von einer Klippe an einem Seil hängt und nicht durch einen Sucher schauen kann.

Canon RF-Objektive haben ihr auch dabei geholfen, neue Möglichkeiten zu entdecken. „Bei einem Auftrag für GEO France, bei dem ich einen ausbrechenden Vulkan in Indonesien fotografierte, hatte ich eine Canon EOS R als Back-up-Kamera zusammen mit einem Canon RF 15-35 MM F2.8L IS USM Objektiv und einem Canon RF 24-70 MM F2.8L IS USM. Ich habe mich wirklich in die RF-Objektive verliebt – sie fotografieren unglaublich scharf und schnell. Letztendlich habe ich die Kamera nicht als Ersatz, sondern als Hauptkamera verwendet.

„Viele der von den Redakteuren ausgewählten Fotos wurden mit der Canon EOS R aufgenommen.“ Ein großer Teil dieses Auftrags wurde unter schlechten Lichtverhältnissen aufgenommen und ich kann mit den neuen Objektiven auch mehr handgeführte Aufnahmen machen. Die ISO war großartig, die Stabilisierung perfekt, und sie waren schnell. Die Qualität der Kamera entspricht der Qualität, die Zeitschriften benötigen.“

A geologist abseiling into an active volcano.
Der Geologe Basti Hofmann – Ullas Ehemann – seilt sich in den Mount Yasur auf Tanna ab, um Proben zu entnehmen. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 24-70mm f/2.8L II USM Objektiv bei 38 mm, Verschlusszeit 0,5 Sek., Blende 1:9 und ISO 1250. © Ulla Lohmann
Three tents erected on the side of an active volcano.
Campen im Inneren des Benbow-Kraters auf Ambrym Island, Vanuatu. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark III mit einem Canon EF 11-24mm f/4L USM Objektiv bei 15 mm, Verschlusszeit 2,5 Sek., Blende 1:6,3 und ISO 2000. © Ulla Lohmann

5. Lass dein Portfolio von Redakteuren prüfen

„Fotografiere eine Geschichte, und lege sie Zeitschriften vor“, sagt Lohmann. „Ich treffe mich gern mit Redakteuren auf Fotofestivals wie Visa pour l'Image. Es ist immer besser, sich persönlich vorzustellen, weil sie sich dadurch deine Fotos anschauen werden – achte nur darauf, dass du deine Geschichte in einem Satz erklären kannst.“

„Auch das Versenden von drei ausgewählten Fotos per E-Mail zur Überprüfung an Redakteure kann funktionieren“, sagt sie. „Sende deine drei stärksten Bilder, und versuche dann, einen Termin oder eine Antwort zu bekommen. Redakteure haben nicht viel Zeit, aber deine Bilder werden gesehen, und du erhältst Feedback. Ich erstelle jedes Jahr ein Portfolio neuer Geschichten, stelle sie Redakteuren vor, und normalerweise wird jede 10. angenommen. Das ist der ganze Trick.“

„Fesselnde Inhalte in den sozialen Medien sind ebenfalls wichtig“, sagt Lohmann. „Es hilft, ein gutes Portfolio zu haben, aber viele Redakteure durchsuchen soziale Medien und Webseiten nach Fotografen. Stelle also sicher, dass nur deine besten Aufnahmen veröffentlich sind.“

Verfasst von Lorna Dockerill


Ulla Lohmanns Ausrüstung

Die Ausrüstung, die Profis für ihre Fotos verwenden

Canon Ambassador Ulla Lohmann standing at the edge of a lava-filled crater, holding a Canon camera attached to a tripod.

Kameras

Canon EOS 5D Mark IV

Speziell für beste Leistung in jeder Situation konzipiert, ist die EOS 5D Mark IV eine erstklassig konstruierte Allround-Kamera, die in jeder Hinsicht überzeugt. „Es begleitet mich überall hin, vom Inneren eines aktiven Vulkans bis in Gletscherhöhlen und auf hohe Gipfel“, sagt Lohmann.

Canon EOS R

30,3-Megapixel-Vollformatsensor mit beeindruckender Detaildarstellung, hoher ISO-Empfindlichkeit und Dual Pixel CMOS AF. In Kombination mit den neuen RF Objektiven bietet die Canon EOS R die ultimative Aufnahmeerfahrung, die jedes Storytelling auf eine neue Stufe hebt. „Die Qualität der Kamera entspricht der Qualität, die Zeitschriften benötigen“, sagt Lohmann.

Canon EOS 5DS R

Speziell für die ultimative DSLR-Bildqualität konzipiert, bietet die Kamera 50,6 Megapixel Auflösung und einen Tiefpass-Aufhebungsfilter für eine erhöhte Schärfeleistung des Sensors. „Eine großartige zweite Kamera für die Arbeit unterwegs“, sagt Lohmann.

Canon EOS 7D Mark II

Genau richtig für alle, die Geschwindigkeit lieben. Sei der erste, der das Außergewöhnliche einfängt, und halte die Momente fest, die andere Fotografen verpassen. Ob Fotos oder Videos – du kannst deine Kreativität wie nie zuvor zum Ausdruck bringen.

Objektive

Canon EF 70-200mm f/4L USM

Ein leistungsstarkes Telezoom-Objektiv für eine exzellente Bildqualität in vielfältigen Aufnahmesituationen. Seine kompakte Konstruktion und das geringe Gewicht machen es zum praktischen Reisebegleiter.

Canon RF 15-35mm F2.8L IS USM

Das Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv mit Lichtstärke 1:2,8 der RF Serie mit 5-Stufen-Bildstabilisator bietet selbst bei wenig Licht noch mehr Einsatzmöglichkeiten – ideal für innovative Blickwinkel, die alles entscheiden können. „Ich habe mich wirklich in die RF-Objektive verliebt – sie sind fotografieren scharf und schnell“, schwärmt Lohmann.

Canon RF 24-70mm F2.8L IS USM

Dieses Zoomobjektiv für eine spiegellose Vollformatkamera wird alle Erwartungen übertreffen. Die erstklassige optische Konstruktion, die hohe Lichtstärke von 1:2,8 und der 5-Stufen-Bildstabilisator ermöglichen in allen Situationen ein kreatives Arbeiten.

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