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„Ich muss Grenzen überschreiten“ –
Naturfotografie in aller Welt mit Canon Objektiven mit Festbrennweite

Two seals rear up and display to each other by the waterside in the Antarctic.
Die Reise- und Naturfotografin Lucia Griggi ist bereits um die ganze Welt an abgelegene Orte wie die Antarktis gereist. Dort entstand auch diese Aufnahme. Hier erklärt sie, warum für sie die Canon Teleobjektive mit Festbrennweite bei keinem Auftrag fehlen dürfen. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1D Mark II (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EOS-1D X Mark III) mit einem Canon EF 400mm f/2.8L IS III USM Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/3200 Sek., Blende 1:2,8 und ISO 100. © Lucia Griggi

„Ich war auf den Fijis und machte gerade Aufnahmen von einem Jet-Ski aus, als einer der Surfer unterging. Wir mussten ihm zu Hilfe kommen, als sich unsere Ski plötzlich überschlugen. Das nächste, was ich wusste, war, dass ich inmitten einer neun Meter hohen Welle über das Riff geschwemmt wurde – und Wildwasser von den Ausmaßen eines Hauses kam direkt auf mich zu.“

Niemand könnte Lucia Griggi vorwerfen, zu vorsichtig zu leben. „Adrenalin gehört für mich zum Leben“, gesteht die britisch-italienische Natur- und Reisefotografin. „Ich muss Grenzen überschreiten und mich immer wieder neu anspornen, um mit meinen Leistungen zufrieden zu sein.“ Ihre Aufträge führen Griggi an Orte in aller Welt. Ursprünglich hatte sie als Surf-Fotografin angefangen, bevor sie zur Naturfotografie wechselte. Seit Kurzem hat sie dabei die tropischen Strände auf Fiji und Hawaii gegen die Eiswüsten in Alaska, der Antarktis und Sibirien eingetauscht.

Griggi ist ständig auf der Suche nach der echten Wildnis und erkundet die letzten Grenzgebiete an Bord von Expeditionsschiffen – manchmal ganze sechs Monate am Stück. Ihre Motive sind im wahrsten Sinne des Wortes wild, aber Griggi weiß, dass sie nur durch behutsames Vorgehen an ihre Aufnahmen gelangt. In feindlichen Umgebungen, die ein hohes Risiko darstellen, muss sie nach Möglichkeit stets alle Unbekannten in der Gleichung unter Kontrolle halten.

Die Natur mit der Kamera bändigen

Tiere und Natur funktionieren nicht auf Knopfdruck. Griggi muss schnell denken und handeln – und dafür muss sie nach Möglichkeit alle Unbekannten in der Gleichung unter Kontrolle halten. „Porträts von Wildtieren sind schön – aber was, wenn gerade ein Beutetier gerissen wurde? Was passiert, wenn sich ein Seeleopard gerade auf eine Gruppe Zügelpinguine stürzt?“ In diesen Moment, in denen es um alles oder nichts geht, muss Griggi ihre Ausrüstung in- und auswendig kennen.

Aus diesem Grund arbeitet sie für Aufnahmen besonders gerne mit Canon Objektiven mit Festbrennweite. „Teleobjektive mit Festbrennweite bieten mir vielleicht nicht die Flexibilität, meine Aufnahme neu auszurichten, aber dafür wird mein Blick fokussiert“, meint sie. „Ich mag es, den Rahmen sofort zu sehen und dann das gewünschte Motiv in den Sucher aufzunehmen. Wenn es nicht passt, ist es nicht die perfekte Aufnahme.“

Künstlerische Vision unterscheidet eine herausragende von einer guten Aufnahme. Und Griggi hat Jahre in den Wellen Hawaiis oder inmitten von Pinguinen in der Antarktis verbracht, um ihre Vision zu vervollkommnen. Ihre eindrucksvollsten Naturaufnahmen vermitteln subtil die dramatische Landschaft, während die Pracht ihres Motivs hervorgehoben wird.

Für diesen Effekt verlässt sich Griggi auf die Möglichkeit, Aufnahmen bei wenig Licht zu machen. Aus diesem Grund ist ihr Lieblingsobjektiv „ein Teleobjektiv mit einer Blende von von 1:2,8, weil ich auf Geschwindigkeit setze. Ich nehme gerne etwas Licht aus der Umgebung meines Motivs heraus, unterbelichte es und bringe es dann wieder ein. Ich nutze Bänder aus natürlichem Licht, um Teile meines Motivs hervorzuheben und so Emotionen zu erzeugen.“

A young seal rests its head on the snow by the waterside in the Antarctic.
Obwohl Griggi actionreiche Aufnahmen liebt, nimmt sie auch gerne bewegende Porträts ihrer tierischen Motive auf. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1D X Mark II mit einem Canon EF 300mm f/2.8L IS II USM Objektiv (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EF 300mm f/2.8L IS II USM mit einer Verschlusszeit von 1/800 Sek., Blende 1:7,1 und ISO 200. © Lucia Griggi
A yellow-billed hornbill standing on a log and eating an insect.
Die AF-Nachführung der Canon EOS-1D X Mark III eignet sich ideal für Naturaufnahmen, vor allem von sich schnell bewegenden Tieren wie fliegenden Vögeln oder dieser Gelbschnabeltoko, der gerade ein Insekt gefangen hat. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1D X Mark II mit einem Canon EF 300mm f/2.8L IS USM Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/1000 Sek., Blende 1:6,3 und ISO 640. © Lucia Griggi

Die Arbeit auf Expeditionsschiffen bietet Griggi die Möglichkeit, eine Menge Ausrüstung mitzunehmen. So ist sie auf alle Eventualitäten vorbereitet. Luftaufnahmen macht sie normalerweise mit einer Canon EOS 5DS, Unterwasseraufnahmen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit wasserdichtem Gehäuse und Naturaufnahmen am Boden mit einer Canon EOS-1D X Mark III.

Wenn sie jedoch ein einziges Objektiv mitnehmen könnte, „wäre es das Canon EF 300mm f/2.8L IS USM mit Festbrennweite“ [mittlerweile ersetzt durch das Canon EF 300mm f/2.8L IS II USM], sagt sie. „Als Naturfotograf ist es wichtig, die Tiere nicht zu stören. Und dieses Objektiv bietet ein gutes Gleichgewicht. Die Brennweite reicht aus und ich kann dabei immer noch etwas von der Landschaft rund um mein Motiv mit aufnehmen.“

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Auf ihren Lebensstil angesprochen meint Griggi: „Ich mag es, die Schönheit der Welt einzufangen. Und die Arbeit an abgelegenen Orten ermöglicht mir genau das. Zugang zu einigen dieser Orte zu haben, die Arbeit auf Expeditionsschiffen, Arbeiten auf hoher See – durch all das komme ich dem näher, was ich am allerliebsten aufnehme, nämlich die Natur.“

Selbst am richtigen Ort, mit der passenden Ausrüstung, perfekten Bedingungen und einem vermeintlich einfachen Motiv gibt es immer Dinge, die Griggi nicht steuern kann ... „Ich bin einem Polarfuchs auf den Kurilen im Osten Russlands gefolgt“, erzählt sie. „Ich war in Position und bereit für die Aufnahme, als er sich auf einmal umdrehte und direkt auf mich zukam. Als ich mich auf den Boden legte, kam er zu mir. Er legte seine Schnauze direkt auf meine Finger, berührte kurz meine Nase und schlief ein.“

„Habe ich die Aufnahme bekommen? Nein, zu diesem Zeitpunkt nicht. Aber manchmal geht es darum auch überhaupt nicht. Sondern darum, sich darauf einzulassen und mit allen Sinnen zu erleben.“

A number of penguins waddle towards the edge of an ice shelf to dive into the water.
Bei einer riesigen Pinguinkolonie in der Antarktis musste Griggi ihre Komposition vor der Aufnahme genau planen. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 300mm f/2.8L IS USM Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/1000 Sek., Blende 1:7,1 und ISO 100. © Lucia Griggi
The tail of a humpback whale breaching the water, causing spray across the water.
Nicht selten gelingt die eigentliche Aufnahme innerhalb weniger Sekunden, während die Planungen dafür Wochen in Anspruch genommen haben. Dank der Geschwindigkeit und der Bildstabilisierung ihrer Canon Objektive mit Festbrennweite konnte Griggi den Wal auf Bild bannen, als er die Wasseroberfläche durchbrach. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1D X Mark II mit einem Canon EF 800mm f/5.6L IS USM Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/4000 Sek., Blende 1:5,6 und ISO 400. © Lucia Griggi

Fotografieren in extremen Umgebungen

Monatelang auf Schiffen in einigen der extremsten Umgebungen der Welt auszuharren, erfordert Leidenschaft und Verzicht. Ihr Engagement für die perfekte Aufnahme hat Griggi Partnerschaften mit Marken wie Red Bull, Patagonia und Jeep eingebracht. Ihre Fotos wurden in National Greographic und Condé Nast Traveller gedruckt.

Manchmal ist man aber auch einfach schier überwältigt. Sie erinnert sich an einen ihrer ersten Trips in die Antarktis, auf dem sie eine Kolonie Kaiserpinguine fotografieren sollte: „Da waren so viele Pinguine und so viel Durcheinander, dass ich gar nicht wusste, wo ich anfangen sollte“. Umgeben von einer riesigen Menge dieser Tiere war Griggi wie erstarrt. „Wie kann ich diese Geschichte erzählen?“, überlegte sie.

Für die nötigen Aufnahmen durfte sie sich nur auf die als Nächstes anstehende Aufgabe konzentrieren – und sie durfte sich nicht davon abbringen lassen, ganz egal um welchen Preis. Sie erinnert sich, dass die Temperaturen an jenem Tag bei -40 °C lagen. „Ich hätte eigentlich nur drei Stunden im Freien verbringen sollte. Letztendlich war ich aber so von dieser unglaublichen Erfahrung eingenommen, dass ich 12 Stunden draußen war und eine Unterkühlung riskierte.“

An emperor penguin standing next to a fluffy penguin chick.
Nicht nur Griggi sondern auch ihre Ausrüstung mussten Extremtemperaturen von -40 °C widerstehen, um eine Kolonie Kaiserpinguine in der Antarktis zu fotografieren. Dieses Porträt eines Pinguins mit Küken zeigt die rauen Bedingungen, in denen diese Tiere leben. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5DS mit einem Canon EF 800mm f/5.6L IS USM Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/1250 Sek., Blende 1:5,6 und ISO 320. © Lucia Griggi
Two otters swimming on their backs along a river.
Mit Hilfe ihrer Reihe von Teleobjektiven mit Festbrennweite konnte Griggi eine sichere Entfernung zu ihren Motiven wahren, damit sie sie ungestört in ihrem natürlichen Lebensraum aufnehmen konnte. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1D X Mark II mit einem Canon EF 800mm f/5.6L IS USM Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/5000 Sek., Blende 1:5,6 und ISO 800. © Lucia Griggi
A seal emerges from the water on its back, one paw raised as if in greeting.

Mein schwierigster Einsatz als Naturfotograf

Fünf der besten Naturfotografen erzählen die Geschichte hinter ihren schwierigsten Aufnahmen und verraten, wie ihnen schließlich das gewünschte Bild gelang.

Nach einer so langen Zeit des Positionierens und Vorbereitens kann es sich Griggi nicht leisten, den perfekten Moment zu verpassen. „Es dauert nur eine Sekunde, um eine fantastische, hinreißende Aufnahme dieses Buckelwals im Sprung zu machen. Aber es dauert Tage, Wochen, sogar Monate, damit man an der richtigen Stelle ist und dieses Foto machen kann. Ich brauche eine robuste Kamera, und die Zuverlässigkeit der Canon EOS-1D X Mark III ist einfach klasse.“

Die Technologie im Inneren von Griggis Kameras und Objektiven hat großen Anteil am Erfolg der Fotografin, die sich sämtliche Fähigkeiten selbst angeeignet hat. „Es passiert wahnsinnig viel, wenn man ein Foto macht. Wenn ich auf den richtigen Moment warte, sorgen die Bildstabilisierung und Fokusnachführung dafür, dass ich die perfekte Aufnahme bekomme“, erklärt sie.

„Meine eigenen Möglichkeiten, Aufnahmen zu stabilisieren, sind auf dem Ozean nur begrenzt, insbesondere bei Weitwinkelaufnahmen mit extrem kleinem Fokusbereich. Wenn ich auf dem Meer bin und gleich ein Wal aus dem Wasser springt, weiß ich, dass ich mit dem Canon EF 300mm f/2.8L IS II USM Objektiv durch die Bildstabilisierung auch handgeführt das perfekte Bild bekomme.“

A sea lion on a rock in Alaska, outlined in the sunlight.
Griggi fotografiert gerne bei wenig Licht und umrahmt ihr Motiv mit natürlichem Licht – so wie in dieser Aufnahme eines Seelöwen –, um ihren Naturfotos emotionale Tiefe zu verleihen. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 300mm f/2.8L IS USM Objektiv mit einer Verschlusszeit von 1/800 Sek., Blende 1:2,8 und ISO 160. © Lucia Griggi

Griggi nutzt AF-Nachführung, um flüchtige Momente wie fliegende Vögel festzuhalten. „Du wartest, bis der Vogel aus seinem Nest kommt. Diese Bewegung musst du mitverfolgen und dabei den Fokus immer auf das Auge gerichtet halten. Mit der AF-Nachführung gelingt dir diese Schwenkaufnahme, ohne dass der Hintergrund in den Fokus rückt oder irgendetwas anderes die Aufnahme stört.

„Für mich bedeutet dieses Vertrauen in die Funktionen, dass ich mich auf die Kreativität konzentrieren kann, die für die Aufnahme nötig ist, also darauf, wie ich diese Aufnahme erzeugen kann. Dabei kann ich mich darauf verlassen, dass mich Canon nicht im Stich lässt.“

Es steht außer Frage, dass es für Griggi in der Fotografie um mehr geht als bloße Bilder. Fotografie gibt ihr selbst einen Sinn, aber der Sinn ihrer Fotografie ist es, die Welt über das Leben zu informieren, das an den extremen Orten herrscht, an die ihre Aufnahmen sie führen. „Etwas zu sagen zu haben und auch die Mittel zu haben, sich Gehör zu verschaffen, ist enorm wichtig“, sagt sie. „Nur sehr wenige Menschen haben die Möglichkeit, diese abgelegenen Orte zu sehen. Ich habe dieses Privileg, also ist es meine Pflicht, meine Eindrücke festzuhalten und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.“

Verfasst von Matthew Bowen


Lucia Griggis Ausrüstung

Die Ausrüstung, die Profis für ihre Fotos verwenden

Lucia Griggi with her Canon kit in front of a group of penguin chicks.

Kameras

Canon EOS-1D X Mark III

Der Nachfolger der Kamera, die Griggi verwendet. Das Leben ist voll von einzigartigen Momenten. Mit der EOS-1D X Mark III kannst du viel mehr davon festhalten. „Ich brauche eine robuste Kamera, und die Zuverlässigkeit der Canon EOS-1D X Mark III ist einfach klasse“, so Griggi.

Objektive

Canon EF 300mm f/2.8L IS II USM

Die neuste Version von Griggis Lieblingsobjektiv. Professionelle Supertele-Festbrennweite der L Serie mit Lichtstärke 1:2,8.und Bildstabilisator. „Wenn ich auf dem Meer bin und gleich ein Wal aus dem Wasser springt, weiß ich, dass ich mit dem Canon EF 300mm f/2.8L IS II USM Objektiv durch die Bildstabilisierung auch handgeführt das perfekte Bild bekomme“, erzählt Griggi.

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