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Canon EOS-1D X Mark III und EOS-1D X Mark II im Vergleich: 12 wichtige Verbesserungen und Innovationen

The Canon EOS-1D X Mark III and its predecessor, the EOS-1D X Mark II.
Die Canon EOS-1D X Mark III wurde radikal modernisiert und bietet eine verbesserte AF-Verfolgung und Aufnahmegeschwindigkeit, verbesserte Videoaufzeichnung und eine noch längere Akkulaufzeit.

Die Canon EOS-1D X Mark III löst die Canon EOS-1D X Mark II als Spitzenmodell unter den EOS Kameras für professionelle Sport-, Action- und Naturfotografen ab. Wo aber liegen die Unterschiede zwischen der EOS-1D X Mark III und ihrem Vorgängermodell?

Die neue Kamera verfügt über einige wichtige Neuerungen, darunter die Deep-Learning-Technologie und den neuen DIGIC X-Prozessor, bietet aber auch mehr als 100 kleinere Neuerungen.

Hier vergleichen wir die wichtigsten Unterschiede zwischen der Mark III und Mark II mit Expertenkommentaren von Mike Burnhill, dem European Technical Support Specialist von Canon Europe.

1. Mehr AF-Messfelder

Die Canon EOS-1D X Mark III bringt die Leistung des Autofokus auf eine neue Stufe. Während das Vorgängermodell ein AF-System mit 61 Messfeldern besaß, bietet die neue Kamera 191 individuell wählbare AF-Messfelder, von denen 155 Kreuzsensoren sind (im Vergleich zu 41 Kreuzsensoren bei der Canon EOS-1D X Mark II).

„Der alte Sensor war ein so genannter Zeilensensor. Er hatte also viele feste 1-Pixel-Zeilen, ein bisschen wie bei einem Flachbettscanner“, erklärt Burnhill. „Jetzt haben wir einen AF-Sensor, der aus einem Raster mit kleineren Pixeln besteht, weshalb er eher wie ein herkömmlicher Bildsensor funktioniert. Dadurch kann er viel mehr Details als der alte AF-Sensor erkennen und auflösen, sodass er in einem breiter gefächerten Spektrum von Situationen genauer ist.“

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2. Deep-Learning-Technologie für intelligenteren Autofokus

Neben dem neuen AF-Sensor verfügt die Canon EOS-1D X Mark III über einen intelligenteren AF-Algorithmus als ihr Vorgängermodell und präsentiert erstmals die Deep-Learning-Technologie in einer EOS Kamera.

„Beim Deep Learning geht es im Grunde genommen darum, einem Computer einige grundlegende Parameter mithilfe eines sehr großen Datenpools beizubringen“, erklärt Burnhill. „Indem man ihm zehntausende Bilder mit Beispielen dafür zeigt, was falsch und was richtig ist, lernt er, wie er eine Szene richtig analysieren muss.“

„Fotografen werden bemerken, dass sie durch Deep Learning eine höhere Fokusgenauigkeit erreichen. Der Fokus verfolgt Motive besser und lernt nicht nur, was er fokussieren soll, sondern auch wo. Wenn man beispielsweise einen Sprinter fotografiert, wählen andere Kameras die großen schwarzweißen Zahlen auf der Brust des Läufers als Fokuspunkt aus. Das erste, was man auf einem Bild sieht, ist jedoch das Gesicht. Im Grunde genommen bringt diese Technologie also der Kamera bei, so zu fokussieren, wie es ein Fotograf auch tun würde.“

A close-up of a hand inserting a card into one of the CFexpress slots on a Canon EOS-1D X Mark III.
Die Canon EOS-1D X Mark III bietet Unterstützung für den superschnellen CFexpress-Standard mit Geschwindigkeiten, die etwa dreimal schneller sind als die CFast 2.0™-Technologie ihrer Vorgängerin. © Fergus Kennedy

3. Ultraschnelle Reihenaufnahmegeschwindigkeiten

Die Canon EOS-1D X Mark II war in der Lage, bei Verwendung des Suchers ca. 14 Bilder pro Sekunde mit voller AF/AE-Nachführung zu erreichen, und setzte damit neue Maßstäbe für die Reihenaufnahmegeschwindigkeit. Ihr Nachfolger stellt sie jedoch weit in den Schatten. Die neue Kamera bietet Geschwindigkeiten von ca. 16 Bildern pro Sekunde mit voller AF/AE-Nachführung. „Das ist eine enorme Verbesserung“, sagt Burnhill. „Früher galten 12 Bilder pro Sekunde als das Maximum, das man mit dem Autofokus in einem SLR-System jemals würde erreichen können. Hier bieten wir jedoch 16 Bilder pro Sekunde und zudem einen leistungsstärkeren Autofokus bei dieser Bildfrequenz.“

Die beiden CFexpress-Kartensteckplätze sind zweifelsohne nützlich, da selbst die einfachsten CFexpress-Karten Geschwindigkeiten bieten, die etwa dreimal schneller sind als die CFast 2.0™-Technologie in der Canon EOS-1D X Mark II.

„Laut unseren ersten Tests lassen sich damit über 1.000 RAW-Dateien mit 16 Bildern pro Sekunde aufnehmen“, fährt Burnhill fort. „Selbst wenn es gelingt, diese Anzahl von Bildern aufzunehmen, muss man nur zwei Sekunden warten, bis der Puffer leer ist, und kann dann erneut die volle Menge aufnehmen.“

Auch der Livebild-Modus wurde deutlich verbessert – von 16 Bildern pro Sekunde auf 20 Bilder pro Sekunde bei der Canon EOS-1D X Mark III. Im Gegensatz zum Vorgängermodell, bei dem Belichtung und AF im ersten Bild fest eingestellt werden mussten, bietet die Canon EOS-1D X Mark III für jedes Bild die volle AF-Nachführung und -Messung.

A surfer in a wetsuit photographed inside a breaking wave.

Die Surf-Action mit der Canon EOS-1D X Mark III festhalten“

Surf-Fotograf Ben Thouard fotografiert die Action in den dramatischen Gewässern von Tahiti mit dem Flaggschiff unter den professionellen DSLR-Kameras von Canon.

4. Neuer CMOS-Bildsensor mit höherem Dynamikumfang

Der Bildsensor der Canon EOS-1D X Mark III hat zwar ein völlig neues Design, behält aber die ähnliche Auflösung von 20 MP wie bei der Canon EOS-1D X Mark II bei. „Diese Auflösung ist mehr oder weniger der ideale Punkt für Auslesegeschwindigkeit, Dynamikumfang und ISO-Leistung“, erklärt Burnhill. „Von den Agenturen wissen wir, dass sie sich keine Dateien mit sehr hoher Auflösung wünschen, da dies die Übertragung in ihre Systeme verlangsamt.“

„Wir konnten den Dynamikumfang des Sensors erhöhen und so etwa eine Stufe mehr erreichen als bei der Mark II. Auch die ISO-Empfindlichkeit wurde um eine Stufe erhöht, und wir haben uns auch mit der Rauschleistung im Bereich von ISO 3200 bis 6400 beschäftigt – einem Bereich, der von Sport- und Naturfotografen häufig genutzt wird.“

5. Innovativer Tiefpassfilter

Vor dem Sensor der Canon EOS-1D X Mark III befindet sich ein einzigartiges Tiefpassfiltersystem. „Normalerweise lässt ein Tiefpassfilter das Bild verschwimmen, um Moiré-Effekte zu vermeiden, was die Schärfe verringert“, fährt Burnhill fort. „Aber bei diesem neuen System führen wir 16-mal Subsampling durch und verwenden einen komplizierten Algorithmus, um dies auszugleichen. Das liefert uns einen guten Kompromiss zwischen dem Fotografieren mit Tiefpassfilter und ohne Tiefpassfilter. Das neue Design führt zu einer etwas höheren Auflösung als bei der Mark II, da es mehr Details auflöst, reduziert aber gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit von Moiré-Effekten.“

A Canon EOS-1D X Mark III and EOS-1D X Mark II side-by-side.
Von außen sind die Unterschiede zwischen der Canon EOS-1D X Mark III und der Canon EOS-1D X Mark II fast nicht wahrnehmbar, und das Steuerungslayout bietet eine vertraute Erfahrung.

6. Debüt des DIGIC X

Die beiden DIGIC 6+-Bildprozessoren der Canon EOS-1D X Mark II werden durch einen leistungsstarken DIGIC X-Prozessor abgelöst. Dass nur noch ein Prozessor statt zwei vorhanden ist, ist einer der Gründe für die deutlich bessere Akkulaufzeit der neuen Kamera.

„Wir haben enorm viel in diese neue Prozessorgeneration gesteckt“, sagt Burnhill. „Der DIGIC X ermöglicht nicht nur die Aufnahme von hochwertigen Videos, sondern bietet auch Unterstützung für die Deep-Learning-Technologie, die Verarbeitung neuer Bildformate wie HEIF und die gleichzeitige Ausführung mehrerer Netzwerkfunktionen.“

7. Neues Bildaufnahmeformat

Die Canon EOS-1D X Mark III stellt erstmals das HEIF-Format (High Efficiency Image Format) als Option für die Bildqualität bereit. Dieser Dateityp wird theoretisch auf ein Viertel der Größe eines JPEG-Bilds komprimiert, und das mit weniger Artefakten. „Wir haben bei der Mark III darauf geachtet, dass die Dateigröße einer JPEG-Datei entspricht, dass dank der 10-Bit-Bilder aber ein höherer Dynamikumfang und eine größere Farbtiefe im Bild möglich sind“, so Burnhill.

8. Interne 12-Bit-RAW-Videoaufzeichnung mit 5,5 K

Die Videoaufnahme wurde bei der Canon EOS-1D X Mark III erheblich verbessert. DIGIC X und CFexpress bieten die Datenraten, die für die interne Aufzeichnung von 12-Bit-RAW-Videos mit 5,5 K bei 50/60 Bildern/Sekunde erforderlich sind. „Abgesehen von High-end-Camcordern bietet keine andere Kamera auf dem Markt eine vergleichbare Leistung“, sagt Burnhill. Neben der neuen RAW-Option kann die Canon EOS-1D X Mark III auch intern H265 HEVC 4:2:2 10-Bit mit Canon Log aufzeichnen.

Während die 4K-DCI-Ausgabe des Vorgängermodells zugeschnitten wurde, nutzen die 4K-DCI- (17:9, 4096 x 2160) und RAW-Videos der Canon EOS-1D X Mark III Oversampling mit der vollen Sensorbreite. Die 4K-UHD-Option wird an beiden Enden leicht zugeschnitten, um ein TV-freundliches Seitenverhältnis von 16:9 zu erreichen. Darüber hinaus gibt es eine 4K-Zuschnittoption, die eine Punkt-für-Punkt-Auslesung vom Sensor durchführt, um ein Gesichtsfeld in Super 35 zu erhalten.

„In allen diesen Modi sind auch Aufnahmen mit 60 oder 50p möglich“, fügt Burnhill hinzu. „Der einzige Nachteil von Aufnahmen mit 50 oder 60p ist, dass der Dual Pixel AF dann nicht verwendet werden kann. Das ist nur bei 30, 25 oder 24p möglich. Mit der 4K-Zuschnittoption kann der Dual Pixel AF jedoch bei 50 und 60p verwendet werden.“

„Motion JPEG verwenden wir diesmal nicht. Alles wird in MP4-Wrappern aufgezeichnet. Wenn Canon Log deaktiviert ist, verwenden wir den H.264-Codec, wenn Canon Log aktiviert ist stattdessen HEVC/H.265. Die RAW-Option nutzt denselben Cinema RAW Light-Container wie die Canon EOS C200 und bietet die Möglichkeit, gleichzeitig eine 4K-Proxydatei zu speichern.“

Removing the battery at the bottom-left of a Canon EOS-1D X Mark III.
Die Canon EOS-1D X Mark III verwendet denselben bewährten LP-E19-Lithium-Ionen-Akku wie das Vorgängermodell, besitzt aber eine mehr als doppelt so lange Akkulaufzeit. © Fergus Kennedy

9. Längere Akkulaufzeit

Obwohl sie den gleichen LP-E19-Lithium-Ionen-Akku wie ihre Vorgängerin nutzt, bietet die Canon EOS-1D X Mark III eine 2,3-mal längere Akkulaufzeit als das ältere Modell. „Dazu tragen eine ganze Reihe von Dingen bei“, erklärt Burnhill. „Ein neuer Prozessor, neue Schaltkreise, eine völlig neue Software in der Kamera. Sie ist einfach durch und durch viel energieeffizienter als die Mark II.“

10. Messsensor mit höherer Auflösung

Ein 360.000-Pixel-RGB+IR Messsensor war das Herzstück der Belichtungssteuerung in der Canon EOS-1D X Mark II, wurde jedoch bei ihrem Nachfolger auf 400.000 Pixel erweitert. „Farben und Infrarotlicht werden weiterhin erkannt, aber in Verbindung mit dem AF-Sensor erhalten wir viel mehr Details, um Menschen und Gesichter erkennen zu können“, erklärt Burnhill.

„Wenn der Messsensor mit dem AF verbunden ist, verfügt er über einen eigenen DIGIC 8-Prozessor. Dies ist der gleiche Prozessor, den wir in der Canon EOS R nutzen. Damit hat ein Prozessor, der in einer anderen Kamera für alles zuständig ist, in der Canon EOS-1D X Mark III nur eine einzige, dafür aber eine wichtige Aufgabe. Der DIGIC X-Prozessor erledigt alles andere und bietet AF-Unterstützung, wenn der Deep-Learning-Algorithmus erforderlich ist.“

11. Umfangreiche Anschlussmöglichkeiten

Die Canon EOS-1D X Mark III ist eine vollständig vernetzte Kamera, die im Vergleich zum Vorgängermodell WLAN und Bluetooth Low Energy sowie GPS bietet. „Aufgrund des eingebauten WLAN wird die Reichweite immer begrenzt sein“, sagt Burnhill, „kommt aber vor allem Nachrichten- und Hochzeitsfotografen zugute.“

Eine weitere Verbesserung besteht darin, dass die Canon EOS-1D X Mark III eine Verbindung zu zwei Netzwerken herstellen und mehrere Netzwerkfunktionen gleichzeitig ausführen kann. „Wenn man beispielsweise über ein Fußballfinale berichtet und per LAN-Kabel verbunden ist, kann man das Kabel herausziehen, sobald man sich aufs Spielfeld begibt, um den Jubel am Ende einzufangen. Die Kamera wechselt dann automatisch ins WLAN“, erklärt Burnhill. „Alternativ kann man zwei WLAN-Netzwerke nutzen. Wenn die Signalstärke also je nach Netzwerkanbieter oder an den unterschiedlichen Enden des Stadions variiert, wechselt die Kamera automatisch zum besseren Netzwerk.“

Alle Netzwerkfunktionen der Canon EOS-1D X Mark III wurden unter einer neuen Menüoption zusammengefasst. Benutzer können sogar eine Verknüpfung für eine Funktionstaste erstellen, um direkt in das Menü zu gelangen und so schneller auf die Netzwerkeinstellungen zuzugreifen.

„Sobald die Netzwerkdaten eingegeben wurden, speichert die Kamera sie in einer Liste“, fügt Burnhill hinzu. „So entsteht eine Liste aller häufig verwendeten Netzwerke und Funktionen, die sich beliebig kombinieren lassen.“

A view of the Canon EOS-1D X Mark III at dusk, showing the buttons illuminated.
Die Tasten auf der Rückseite der Canon EOS-1D X Mark III sind beleuchtet, um die Bedienung bei schlechten Lichtverhältnissen weiter zu verbessern. © Fergus Kennedy

12. Höhere Bedienerfreundlichkeit, intelligentere AF-Messfeldwahl

Die Canon EOS-1D X Mark III und ihr Vorgängermodell haben das gleiche vertraute Steuerungslayout. „Wir führen bei jedem Modell innovative Kleinigkeiten ein. Im Grunde genommen kann man diese Kamera zur Hand nehmen und wie eine Mark II oder sogar eine 1D X bedienen, erzielt aber bessere Ergebnisse“, so Burnhill. „Im Inneren hat sie jedoch nur noch wenig mit der Mark II gemeinsam. Sie verfügt über neue Platinen, neue interne Komponenten, einen neuen Sucher, ein neues Prisma, neue LCD-Bildschirme und vieles mehr.“

Aber auch außen gibt es einige bemerkenswerte Änderungen: beleuchtete Tasten an der Rückseite der Kamera und der neue intelligente AF-Messfeld-Controller, der in die AF-ON-Tasten integriert ist.

„Er funktioniert im Grunde wie eine umgekehrte Lasermaus. Anstatt die Maus zu bewegen, bewegt man stattdessen die Oberfläche, in diesem Fall den Daumen“, sagt Burnhill. „Wenn man mit dem Daumen über die Taste fährt, bewegt sich das AF-Messfeld mit derselben gleichmäßigen Bewegung, die man von einer Maus gewohnt ist. Um im AF-Messfeld-Array von einem Rand zum anderen zu wechseln, muss man die Bewegung möglicherweise zweimal ausführen. Wenn man sich jedoch in der Mitte bewegt, genügt es, den Daumen auf der Taste zu halten und leicht zu bewegen.“

„Viele mögen die Berührungsautomatik des Fokus der Canon EOS R, aber dabei handelt es sich um ein kapazitives Touch-System. Daher benötigt man spezielle Handschuhe, wenn man in der Kälte fotografiert, und es funktioniert auch nicht bei Regen. Dieses neue System kann jedoch mit praktisch allen Handschuhen bedient werden, die wir getestet haben. Wer sehr dicke Handschuhe trägt, hat auch die Möglichkeit, den herkömmlichen Joystick zu verwenden, der ein etwas besseres Tastgefühl bietet.“

Verfasst von Marcus Hawkins


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