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8 Expertentipps für die Schwarz-Weiß-Fotografie

Kontrast bietet eine bessere Farbtonunterscheidung bei Schwarz-Weiß-Fotos, wie Canon Botschafterin Helen Bartlett erklärt. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1D X Mark II mit einem Canon EF 35mm f/1.4L USM Objektiv. © Helen Bartlett

In der farbenprächtigen Welt von heute konzentriert sich Canon Botschafterin Helen Bartlett darauf, unvergessliche Momente ausschließlich in Schwarz-Weiß-Fotos festzuhalten. Bartlett ist auf Porträts von Familien und Kindern spezialisiert und baut ihre erfolgreiche Karriere auf Aufnahmen auf, die geschätzt werden. Hier verrät sie die Tipps und Techniken, die sie im Laufe der Jahre gelernt hat, und welche Canon Kamera am besten für Schwarz-Weiß-Fotografien geeignet ist, damit du noch eindrucksvollere Schwarz-Weiß-Bilder aufnehmen kannst.

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Bartlett ist Self-made-Profifotografin. Ihre Mutter betrieb zu Hause eine Kindertagesstätte, und Bartlett sah ihre Chance: als Teenagerin begann sie, Kinder zu fotografieren und die Schwarz-Weiß-Drucke an die Eltern zu verkaufen. „Mir wurde klar, dass die Menschen Farbbilder und Schwarz-Weiß-Bilder unterschiedlich betrachten“, erklärt Bartlett. „Bei Farbbildern lautet ihre Reaktion oft ‚Ah! Was hatte ich denn da an?‘ Bei Schwarz-Weiß-Bildern habe ich das noch nie gehört. Auf Schwarz-Weiß-Bildern betrachtet man nur die Situation, die Emotionen und die Beziehungen.“

Dies ist eine traditionelle Betrachtungsweise, die man eher von Fotojournalisten vergangener Jahrzehnte erwartet, aber sie enthält Prinzipien, die sich auf Motive von der Landschaftsfotografie bis zur Makrofotografie anwenden lassen. Welche Ratschläge erteilt Bartlett also, um bessere Schwarz-Weiß-Fotos aufzunehmen?

A boy emerges from a pool of water, his arms spread out like wings.
Bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen ist es nützlich, nach verschiedenen Texturen zu suchen, um mehr Kontrast zu erreichen. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1D X mit einem Canon EF 35mm f/1.4L USM Objektiv. © Helen Bartlett

1. Aktiviere den Schwarz-Weiß-Modus der Kamera

Schwarz-Weiß-Fotografie unterscheidet sich sehr stark von der Farbfotografie. Nutze daher alle Einstellungen, die deine Kamera bietet, um in diese Welt der Fotografie besser einzutauchen. „Ich habe alles auf Schwarz-Weiß eingerichtet“, sagt Bartlett. Es helfe nicht nur bei der Aufnahme, im Display ein monochromes Bild zu sehen, sondern „es beschleunigt auch meine Verarbeitung“, erklärt sie.

2. Hol dir die beste Kamera für Schwarz-Weiß-Fotografie

Bartlett verwendet vor allem eine Canon EOS-1D X Mark II, aber ihre aktuelle Lieblingskamera ist die Canon EOS R, da sie ihr einen einzigartigen Vorteil bietet. „Bei der EOS-1D X ist das Bild [wie bei den meisten Kameras] auf der Rückseite im monochromen Modus ebenfalls monochrom. Das ist fantastisch, aber wenn man durch den Sucher schaut, sieht man das Bild dennoch in Farbe. Im Laufe der Jahre habe ich mir ein „Schwarz-Weiß-Auge“ angeeignet, aber bei der EOS R kann man den [elektronischen] Sucher auf Schwarz-Weiß einstellen, was für mich eine völlig neue Art der Fotografie ist.“ Besonders Fotografen, die mit Schwarz-Weiß-Fotografie weniger vertraut sind, empfiehlt Bartlett die EOS R. „So viel dreht sich um das Licht und die Art und Weise, wie man das Licht um das Motiv herum formt. Es ist wirklich hilfreich, im Sucher zu sehen, was man gerade tut.“

A portrait of young boy wearing a puffa jacket looking away from the camera.
„Ich schaue mir an, wohin das Licht fällt, um zu sehen, ob ich etwas mehr Dramatik und eine gewisse grafische Intensität erreichen kann. Gleichzeitig möchte ich sicherstellen, dass ich das Bild bekomme, das den Vorstellungen der Familie entspricht“, sagt Bartlett. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1D X Mark II mit einem Canon EF 85mm f/1.4L IS USM Objektiv. © Helen Bartlett

3. Nutze das Licht

A mother playfully dangles her laughing baby by the foot at home.

So nimmst machst du ungekünstelte Familienfotos wie Helen Bartlett

Helen Bartlett erklärt, wie du an alltäglichen Orten unvergessliche Schwarz-Weiß-Familienfotos aufnimmst – und wie die EOS R dich dabei unterstützt.

Wenn das Bild (im wörtlichen Sinne) farblos ist, dreht sich alles um Licht und Schatten. Bartlett nutzt meist natürliches Licht oder sonstige verfügbare Lichtquellen. „Manchmal verwende ich meine LED-Dauerleuchte, die ich durchaus besitze, aber eigentlich ich nutze alles, was ich vorfinde. Ich schaue mir an, wohin das Licht fällt, um zu sehen, ob ich etwas mehr Dramatik und eine gewisse grafische Intensität erreichen kann. Gleichzeitig möchte ich sicherstellen, dass ich das Bild bekomme, das den Vorstellungen der Familie entspricht.“

„Meiner Erfahrung nach sind für unterschiedliche Altersgruppen unterschiedliche Lichtquellen geeignet. Ein wirklich schönes, aber starkes Licht eignet sich zum Beispiel gut für ältere Kinder, da man ihnen sagen kann, in welche Richtung sie sich drehen sollen. Aber ich fotografiere bei jedem Wetter, und auch ein grauer Tag kann ein großartiges sanfteres, diffuses Licht bieten.“

4. Suche nach Licht an unerwarteten Orten

„Wenn ich ein Haus betrete, streune ich umher. Ich schaue mich in den Schlafzimmern oder auf dem Dachboden der Leute um, um die Stelle zu finden, an der das Licht am besten ist. Und oft entscheide ich mich nicht für die Stelle, die meine Kunden erwarten würden. Das Wohnzimmer kann beispielsweise dunkel und höhlenartig sein, während oben im Haus das Schlafzimmer, in dem die Großmutter wohnt, möglicherweise ein Dachfenster mit fantastischem Licht hat.“

A close-up of a smiling, young boy wearing a hood with fur around the edges.
„Auf Schwarz-Weiß-Bildern betrachtet man nur die Situation, die Emotionen und die Beziehungen“, so Bartlett. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1D X mit einem Canon EF 35mm f/1.4L USM Objektiv. © Helen Bartlett
A baby is looking up, their eyes bright and curious.
Ein grauer Tag kann ein großartiges sanfteres, diffuses Licht bieten. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1D X Mark II. © Helen Bartlett

5. Lerne, in Graustufen zu sehen

„Beim Fotografieren in Schwarz-Weiß muss man etwas vorsichtig sein, da es keine starke Farbabstufung gibt, sodass ähnliche Töne ineinander übergehen können. Wenn z. B. ein Kind in einem leuchtend roten T-Shirt in einem Garten herumrennt, in dem alles grün ist, und man mit seinen „Farbaugen“ schaut, treten die Farben ganz klar hervor. In Schwarz-Weiß sind sich die beiden Töne jedoch ziemlich ähnlich. Man muss sich also daran gewöhnen, diese Dinge zu sehen.“

6. Arbeite mit Kontrast

„Man muss zwischen Licht und Schatten unterscheiden können“, fährt Bartlett fort. „Wenn man eine dunkelhaarige Person in einem schattigen Bereich fotografiert, kann sich diese schnell mit dem Hintergrund vermischen. Man muss sie daher an einen Ort bringen, an dem sie ein wenig von hinten beleuchtet wird, um eine größere Differenzierung zu erreichen.“

In a woodland clearing, a young boy and girl are standing facing each other.
Bartlett sucht immer nach der Stelle mit dem besten Licht. Diese kann sich in einem Loft mit einem großen Oberlicht, unter einem Fenster oder im Freien befinden. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1D X Mark II mit einem Canon EF 35mm f/1.4L II USM Objektiv. © Helen Bartlett

7. Achte auf ablenkende Punkte

Bartlett sagt jedoch auch: „Wenn du in Schwarz-Weiß fotografierst, achte auf ablenkende Lichtquellen. So kann beispielsweise ein Bilderrahmen das Licht einfangen und zu einem lästigen Punkt im Hintergrund werden. Achte also darauf und auch auf Reflexionen. Im Gegenzug musst du dir nicht so viele Sorgen um das rote Spielzeugfeuerwehrauto machen!“

8. Kümmere dich nicht um Trends und Moden

Bartlett empfiehlt aus verschiedenen Gründen einfache Aktionen für die Nachbearbeitung. Wenn du deine Technik weiterentwickelst, wirst du feststellen, was eine ansprechende Ausgabe erzeugt (Schwarz-Weiß-Drucke können sich auf dem Bildschirm stark von den digitalen Bildern unterscheiden). Dies hilft dir auch dabei, Endergebnisse zu erreichen, die deinem Stil entsprechen, damit deine Bilder nicht aufgrund von einzelnen Trends veraltet wirken. „Ich halte die Dinge gerne sehr einfach und klassisch, und meine Verarbeitung hat sich im Vergleich zu meinen Anfangsjahren nicht sehr geändert, daher weiß ich, dass die Bilder gut zusammenpassen.“

Verfasst von Erlingur Einarsson


Helen Bartletts Ausrüstung

Die Ausrüstung, die Profis für ihre Fotos verwenden

Two Canon EOS-1D X Mark II camera bodies, a Canon EOS R body, and various lenses, batteries and memory cards, plus a child’s toy train and gingerbread man.

Kameras

Canon EOS R

Die wegbereitende spiegellose Vollformat-Kamera, die neue Standards setzt. Bartlett sagt: „Jetzt kann man einfach während der Aufnahme auf den Sucher schauen und sofort sehen, was man falsch macht, um in Echtzeit Änderungen auf der Kamera vorzunehmen.“

Canon EOS-1D X Mark II

Hochempfindlicher Vollformat-CMOS-Sensor mit 20,2 Megapixel, ein erweitertes 61-Punkt-Dual Pixel-AF-System und 4K-Videoaufnahmen. „Mit ihrer robusten Bauweise ist sie allem gewachsen: Sandburgen, Schaumbädern, klebrigen Fingern und all den anderen Gefahren, die beim Fotografieren von kleinen Kindern auf einen warten“, so Bartlett.

Objektive

Canon EF 35mm f/1.4L II USM

Ein Weitwinkel-Festbrennweiten-Objektiv mit hoher Lichtstärke von 1:1,8 und Makro-Eigenschaften. Bartlett sagt: „Die Qualität des 35-mm-Objektivs ist einfach hervorragend. Es verfügt über eine Makrofunktion, die sich perfekt für mich eignet, wenn ich Neugeborene oder jüngere Kinder fotografiere.“

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