Wie du deine Actionsportfotografie aufwerten kannst – Einblicke vom Experten

Actionfotograf Lorenz Holder verrät, mit welchen Techniken er unverwechselbare Actionsport-Bilder aufnimmt, von der Belichtungssteuerung bis zum Ausgleich von Blitz- und Umgebungslicht.
Eine minimalistische Schwarz-Weiß-Komposition, die einen einzelnen Baum und in der Ferne einen Skateboarder zeigt, der einen Trick ausführt. Actionfoto, aufgenommen von Lorenz Holder mit einer Canon EOS R5 Mark II mit einem Canon RF 70-200mm F2.8 L IS USM Objektiv.

Handelt es sich um ein Sport- oder ein Landschaftsfoto? Lorenz Holder ist dafür bekannt, fesselnde Bilder zu schaffen, die beides sind, wie diese minimalistische schwarzweiße Komposition. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II mit einem Canon RF 70-200mm F2.8 L IS USM Objektiv bei 135 mm, Verschlusszeit 1/1.000 Sek., Blende 1:5,6 und ISO 250. © Lorenz Holder

Fotos von Actionsportarten sind eine technisch anspruchsvolle Angelegenheit. Wenn ein Skateboarder oder BMX-Fahrer einen der Schwerkraft trotzenden Trick versucht, muss der Fotograf den Autofokus, die Belichtung und das Blitzlicht im Handumdrehen einstellen. Aber wenn ein paar Schlüsseltechniken beherrscht werden, lassen sich diese intensiven Momente viel besser einfangen – und daraus ergeben sich neue kreative Möglichkeiten.

Wie gelingt das Lorenz Holder? Der Fine-Art-Actionsportfotograf und Canon Ambassador hat einen unverwechselbaren visuellen Stil entwickelt, bei dem das Motiv relativ klein im Bild festgehalten wird, während es an einem beeindruckenden Ort einen Trick ausführt. Doch Lorenz probiert ständig neue Techniken aus, um seine Arbeit auf dem neuesten Stand zu halten, sei es, dass er in Schwarz und Weiß fotografiert, mit Blitzlicht kreativ wird oder Spiegelbilder einbaut, bei denen man zweimal hinschauen muss. Hier verrät er seine Techniken für bessere Fokussierung, Timing, Komposition und Belichtung.

Ein Spiegelbild von den Beinen eines Skateboarders und seinem Skateboard, das mitten im Trick gedreht wird. Actionfoto, aufgenommen von Lorenz Holder mit einer Canon EOS R5 Mark II und einem Canon RF 28-70mm F2 L USM Objektiv.

Durch Spiegelung und Zuschnitt eines Spiegelbildes hat Actionsportfotograf Lorenz Holder ein faszinierendes Bild geschaffen, das einen zweiten Blick erfordert. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II mit einem Canon RF 28-70mm F2 L USM Objektiv bei 70 mm, Verschlusszeit 1/1.250 Sek., Blende 1:5 und ISO 640. © Lorenz Holder

Ein Fisheye-Bild eines Skateboarders, der einen Trick vor einem kunterbunten Gebäude ausführt, das sich in einem Spiegel spiegelt. Actionfoto, aufgenommen von Lorenz Holder mit einer Canon EOS R5 Mark II und einem Canon RF 7-14mm F2.8-3.5L FISHEYE STM Objektiv.

Ein weiteres Spiegelbild, diesmal mit einem Fisheye Objektiv aufgenommen. Durch die Platzierung eines Spiegels auf dem Boden vor ihm fing Lorenz ein Spiegelbild ein, das die lebendigen Farben des Ortes verstärkte. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II mit einem Canon RF 7-14mm F2.8-3.5 L FISHEYE STM Objektiv bei 14 mm, Verschlusszeit 1/1.000 Sek., Blende 1:6,3 und ISO 640. © Lorenz Holder

Die richtigen Kameraeinstellungen für Actionfotografie – Lorenz‘ Profi-Tipps

Bei so vielen Variablen, die bei einem Foto abgewogen werden müssen, verlässt sich Lorenz normalerweise auf den manuellen Belichtungsmodus, um seine Einstellungen von Aufnahme zu Aufnahme beizubehalten. „Bei Porträts von Sportlern verwende ich immer die Verschlusszeitautomatik, damit ich die Blende voreinstellen kann, um die Schärfentiefe zu steuern“, sagt er. „Bei Porträtaufnahmen ist die Verschlusszeit nicht so wichtig, also ist die automatische Einstellung gar nicht verkehrt.

Wenn ich aber Action fotografiere, bevorzuge ich den manuellen Modus, damit ich uneingeschränkten Zugriff auf alle Einstellungen habe. Ich weiß, dass meine Verschlusszeit bei, sagen wir, 1/2.000 Sek. bleibt und kann die Schärfentiefe mit der Blende verändern, um mehr oder weniger vom Vordergrund zu zeigen.“

Schärfentiefe ist ein wichtiger Faktor, wenn viel von der Umgebung in den Bildausschnitt einbezogen werden soll. Wie schafft Lorenz also ein Gleichgewicht zwischen den kurzen Verschlusszeiten, die erforderlich sind, um Bewegungen einzufrieren und der kleinen Blende, die für eine größere Schärfentiefe notwendig sein kann? „Es muss eine Entscheidung getroffen werden, wie viel vom Vordergrund gezeigt werden soll“, sagt er. „Wenn es nicht ganz so wichtig ist, lässt sich das Objektiv etwas weiter öffnen – wodurch ein geringerer ISO-Wert eingestellt werden kann.“

Obwohl eine niedrigere ISO-Einstellung zu einer besseren Bildqualität führt, scheut Lorenz nicht, die Einstellung zu verändern, wenn er eine kleinere Blende verwenden möchte, um die Schärfentiefe zu erhöhen, oder eine kürzere Verschlusszeit zu wählen, um die Action besser einzufangen.

Seinen Angaben zufolge lag in der Blütezeit der Printmedien normalerweise die Grenze bei ISO 800, aber wenn es nötig war, wählte er auch mal ISO 1600.

„Inzwischen ist das Rauschen bei den Kameras so minimal, dass man es fast ignorieren kann“, sagt er – wodurch er noch mehr Freiheit genießt, die optimale Kombination aus Verschlusszeit und Blende für seine Aufnahmen zu wählen.

Diese Flexibilität ist in der Actionsportfotografie von unschätzbarem Wert. So kann der Fokus darauf liegen, Bewegungen einzufrieren oder die Schärfentiefe zu vergrößern, ohne die Bildqualität im Auge behalten zu müssen.

Ein Techniker mit lilafarbenen Handschuhen arbeitet an einem Tisch an der Schaltung einer Canon Kamera.

Besitzt du eine Canon Ausrüstung?

Registriere deine Ausrüstung, um mit Canon Professional Services (CPS) Zugang zu Expertentipps, Gerätewartung, inspirierenden Veranstaltungen und exklusiven Sonderangeboten zu erhalten.
Das rückseitige Display der Canon EOS R5 Mark II des Actionsportfotografen Lorenz Holder mit aktivierter Gitteranzeige.

Lorenz passt den Sucher und das rückseitige Display seiner EOS R5 Mark II mit der Gitteranzeige an. „Das hilft mir bei der Komposition und dabei, den Überblick zu behalten“, sagt er – das ist durchaus ein wichtiges Kriterium bei der zügigen Arbeit in städtischen Umgebungen.

Actionfotograf Lorenz Holder drückt sein Auge auf den Sucher seiner spiegellosen Kamera Canon EOS R5 Mark II.

Die Canon EOS R Systemkameras bieten eine Belichtungssimulation im Sucher. Diese Funktion lässt Lorenz aktiviert, weil er so leicht erkennen kann, ob er seine Aufnahme unter- oder überbelichtet. „Ich schalte diese Funktion einfach aus, wenn ich den Blitz verwende, denn meistens sorge ich für eine Unterbelichtung des Hintergrunds um 1-2 Stufen, und mit dieser Einstellung wären das Display und der Sucher zu dunkel“, erklärt er.

Aufnahme vorbereiten

Lorenz rät, die Kamera nicht nur für kreative Actionfotografie einzurichten, sondern sich auch auf die Umgebung des Fotomotivs einzustellen. Wenn eine Aufnahme schon vorab visualisiert wurde, sollte darüber nachgedacht werden, was dazu beitragen kann, dass die Aufnahme reibungsloser verläuft.

Lorenz nimmt zum Beispiel einen Besen mit, um kleine Steine von der Straße zu fegen, damit sie mit dem Skateboard befahrbar ist. Außerdem hat er Gummistiefel in seinem Auto, falls die Bedingungen schlammig sind.

Bei seiner Kameraausrüstung ist er genauso gut vorbereitet, sagt er. „Ich möchte ein Stativ dabei haben und überlege, welches Objektiv ich brauche. Ich baue meine Kamera auf dem Stativ auf und bereite meine Komposition vor. Wenn ich alles vorbereite, bevor die Action beginnt, kann ich mich einfach darauf konzentrieren, den richtigen Moment einzufangen.“

Der Kamerarucksack des Actionfotografen Lorenz Holder, in dem die Canon EOS R5 Mark II Kameras und drei Canon RF Objektive zu sehen sind.

Mit drei Canon Zoomobjektiven kann Lorenz 90 % seiner Arbeit abdecken: Canon RF 70-200mm F2.8 L IS USM, RF 28-70mm F2 L USM und RF 15-35mm F2.8 L USM. Für die anderen 10 % greift er zu einem Fisheye Objektiv oder einem über 200 mm langen Objektiv – obwohl die Bilder mit 45 MP seiner EOS R5 Mark II ihm die Möglichkeit zum Zuschnitt bieten, wenn er mit seinem 70-200 mm Objektiv zu weit weg ist.

Der Actionfotograf Lorenz Holder hält eine Canon EOS R5 Mark II mit einem Fisheye Objektiv. Er nimmt aus der Nähe die Füße eines Skateboarders auf, der im Park einen Trick vorführt. Ein anderer Fotograf steht an der Seite und fotografiert aus einem eher konventionellen Winkel.

Klassische Fotografen schaffen eher eine etwas größere Distanz, um einen Skateboarder bei einem Trick zu fotografieren. Lorenz wagt sich dagegen gerne mit einem Fischaugenobjektiv ganz nah heran, um eine ungewöhnliche Perspektive auf die Action auszuwählen. Für ihn ist das dreh- und schwenkbare Display seiner EOS R5 Mark II von unschätzbarem Wert, um Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln zu komponieren. Das ist ein riesiger Vorteil beim Wechsel von seiner vorherigen Spiegelreflexkamera zur Canon EOS R Systemkamera.

Um die Action einzufangen, musst der Moment perfekt abgepasst werden

Lorenz fotografiert mit der Canon EOS R5 Mark II, einer Kamera, die dank ihrer schnellen Bildrate von bis zu 30 B/s mit elektronischem Verschluss und ihrem Back-Illuminated Stacked CMOS-Sensor mit 45 MP, der Verzerrungen bei sich bewegenden Motiven minimiert, seine kreativen Actionfotos ergänzt.

Von einem Actionsport-Spezialisten würde man erwarten, dass er seine Kamera routinemäßig auf die schnellste Geschwindigkeit für Reihenaufnahmen einstellt. Lorenz ist aus praktischen Gründen aber wählerischer.

„Bei einer Skateboard-Aufnahme kann ich einfach mit 30 B/s loslegen und erwische sicher den richtigen Augenblick. Man beginnt dabei etwas eher mit der Aufnahme, dann dreht sich das Skateboard und der perfekte Moment ist irgendwann da.“

Die Verwendung eines Blitzes erfordert allerdings einen sparsameren Ansatz, da ein Blitzgerät zwischen den Aufnahmen wieder aufgeladen werden muss – obwohl einige Canon Speedlites, wie das Canon Speedlite EL-5 und das Speedlite EL-1 (Ver.2), schnell wieder aufgeladen werden können. Dies schränkt die Verwendung von schnellen Reihenaufnahmen mit Blitz ein. Die schnellsten Geschwindigkeiten für Reihenaufnahmen werden in der Regel mit dem elektronischen Verschluss einer spiegellosen Kamera erreicht, aber auch wenn die EOS R5 Mark II in diesem Modus den Blitz unterstützt, stellt der Blitz in der Praxis immer noch eine Einschränkung dafür dar, wie schnell Reihenaufnahmen gelingen können.

Wenn die Blitzleistung eingeschränkt wird, lassen sich die Wiederaufladezeiten verkürzen und schnellere Sequenzen aufnehmen, aber bei hellen Bedingungen wird oft eine höhere Blitzleistung benötigt, um das Umgebungslicht auszugleichen oder zu überstrahlen. Je weiter ein Speedlite vom Motiv entfernt ist, desto mehr Leistung wird benötigt. Lorenz kommentiert: „Reihenaufnahmen gelingen eigentlich nur, wenn eine geringe Blitzleistung eingestellt wird. Aber das hilft nicht viel, wenn der Blitz zu weit vom Motiv entfernt ist.“

Deshalb empfiehlt er, zu lernen, den Moment vorherzusehen, anstatt einfach loszuknipsen. „Sich nur auf den Auslöser zu verlassen, reicht nicht aus, um einen perfekten Moment einzufangen, wenn der Blitz im Einsatz ist.“

Einige Canon EOS Kameras wie die EOS R6 Mark III und EOS R7 verfügen über eine Funktion oder Option zur Voraufnahme. Das ist ein echter Vorteil, wenn unvorhersehbare Action oder plötzliche Bewegungen aufgenommen werden, denn so lässt sich mit der Aufnahme beginnen, bevor der Auslöser ganz durchgedrückt wird, und die Bilder lassen sich dann speichern, wenn er gedrückt wird.

„Das ist für mich eine wirklich nützliche Funktion für die Wildlife-Fotografie, vor allem wenn ein Vogel im Bild ist und nicht klar ist, wann er abhebt“, bemerkt Lorenz. „Wenn man nicht genau in dem Moment reagiert, in dem es passiert, weißt man, dass die Kamera ihn trotzdem eingefangen hat.“

Der Fine-Art-Actionsportfotograf Lorenz Holder bringt seine Canon Kamera nah an einen Spiegel auf dem Boden heran, um das Spiegelbild eines Skateboarders gegen eine gestreifte Wand einzufangen.

Spiegelbilder können Actionfotos eine unerwartete Dimension verleihen – zum Beispiel durch Heranzoomen mit einem Teleobjektiv, um ein Spiegelbild zu isolieren, bevor das Bild so gedreht wird, dass es richtig herum erscheint – oder wenn ein Sportler neben seinem Spiegelbild abgelichtet wird. Lorenz passt seinen Aufnahmewinkel sorgfältig an, damit sein Motiv und dessen Spiegelbild perfekt aufeinander ausgerichtet sind, und wählt eine Blende, durch die beide Elemente scharf erscheinen.

Die Reflexion eines Skateboarders im Wasser; das Bild wurde dann richtig herum gespiegelt. Actionfoto, aufgenommen von Lorenz Holder mit einer Canon EOS R5 Mark II und einem Canon RF 28-70mm F2 L USM Objektiv.

Gespiegelte Ganzkörperaufnahme in einer Pfütze, die dann so gedreht wurde, dass der Skateboarder richtig herum steht. Lorenz erklärt: „Ich hatte meine Komposition festgelegt und den Autofokus auf Servo AF mit Menschen als zu erkennendem Motiv eingestellt, und sobald mein Sportler ins Bild kam, sprang der Autofokus vom Wasser auf ihn.“ Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II mit einem Canon RF 28-70mm F2 L USM Objektiv bei 68 mm, Verschlusszeit 1/1.250 Sek., Blende 1:5 und ISO 640. © Lorenz Holder

Intelligenten Autofokus für bessere Actionfotos verwenden

Die Fokussierung stellt eine weitere Herausforderung beim Actionsport dar, aber Lorenz sagt, dass die intelligente Motiverkennung in den neuesten spiegellosen Kameras des EOS R Systems eine große Veränderung darstellt.

„Als ich noch Spiegelreflexkameras benutzt habe, habe ich bei wirklich wichtigen Aufnahmen oft den Vorfokus eingesetzt, anstatt dem Autofokus zu vertrauen. Jetzt lässt sich die Art des Motivs auswählen, das fotografiert werden soll, und die Motivnachführung der Kamera übernimmt den Rest.“

Die ausgeklügelte durch Deep Learning unterstützte Nachführung ist besonders für Actionfotografie nützlich, bei der sich das Motiv mit hoher Geschwindigkeit bewegt, klein im Bild ist oder einen Helm und eine Schutzbrille trägt. Unter diesen Umständen kann die Kamera eine Person oder ein Motiv auch auf dem Kopf stehend erkennen und weiter verfolgen. Sie sagt voraus, dass es sich immer noch um dasselbe Motiv handelt, auch wenn das Merkmal, das sie ursprünglich verfolgt hat – wie ein Auge oder das Gesicht der Person – nicht mehr sichtbar ist.

Lorenz nimmt manchmal Spiegelungen – etwa von einer Pfütze oder einem Schaufenster – in seine Bilder auf, die mehr Überlegungen bei der Fokussierung und der Schärfentiefe erfordern.

„Wenn man die Reflexion direkt als Spiegelbild aufnimmt, funktioniert der Autofokus der Kamera wie gewohnt“, sagt er. Schwieriger wird es, wenn sowohl das Motiv als auch sein Spiegelbild einbezogen werden sollen. „Wenn ich die Person direkt fokussieren und die Kamera auf ihr Spiegelbild in einer Pfütze richten würde, wäre der Fokus falsch. Würde der Fokus auf die Pfütze gerichtet, wäre die Person nicht mehr scharf.”

Lorenz‘ Lösung: er stellt die Motiverkennung im AF-Menü seiner EOS R5 Mark II auf Menschen, wodurch der Autofokus der Kamera das Problem für ihn überwindet. „Die Kamera erkennt die Person, die sich in der Pfütze spiegelt, und erfasst sie.“

Er empfiehlt, zum manuellen Fokus zu wechseln, wenn eine selektivere Fokussierung ausprobiert werden soll. „Für einen verträumteren Ausdruck, bei dem die Person im Hintergrund ein wenig verschwommen ist, sollte die Pfütze direkt vorfokussiert werden.“

Mehrere EOS R Systemkameras – darunter die EOS R5 Mark II – bieten auch einen AF in flexibler Zone, mit dem ein bestimmter Bildbereich für den Autofokus festgelegt werden kann. Wenn der Autofokus auf einen bestimmten Bildbereich eingeschränkt wird, kann die Kamera entweder das Motiv oder sein Spiegelbild in den Fokus nehmen. Der Bereich lässt sich zum Beispiel über den oberen oder unteren Rand des Bildes legen, je nachdem, wo das Motiv erscheint.

Der Fotograf Lorenz Holder positioniert zur Vorbereitung eines Actionfotos von einem Skateboarder seine Canon EOS R5 Mark II tief am Boden und hält ein Speedlite EL-5 Blitzgerät in der anderen Hand.

Um über die kreative Kontrolle über das Aufhelllicht und den Schattenwurf auf den Skateboarder zu verfügen, hielt Lorenz ein Canon Speedlite EL-5 außerhalb der Kamera. Er löste es mit einem Speedlite Transmitter ST-E3-RT (Version 3) aus, der am Multifunktions-Zubehörschuh seiner Kamera befestigt war.

Ein mit Blitzlicht beleuchtetes Actionfoto von einem Skateboarder in einem Park, aufgenommen aus nächster Nähe von Lorenz Holder mit einer Canon EOS R5 Mark II mit einem Canon Fisheye Zoomobjektiv und einem Canon Speedlite EL-5 Blitzgerät.

Eine lange Belichtungszeit – also eine langsamere Verschlusszeit zu wählen, um bei der Verwendung eines Blitzgeräts Bewegungsunschärfe zu erzeugen – ist eine kreative Methode, um einer Aufnahme realistische Energie zu verleihen. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 Mark II mit einem Canon RF 7-14mm F2.8-3.5 L FISHEYE STM Objektiv und einem Canon Speedlite EL-5 bei 14 mm, Verschlusszeit 1/50 Sek., Blende 1:16 und ISO 100. © Lorenz Holder

Den Blitz bei der Actionfotografie mit dem Umgebungslicht in Einklang bringen

Im Rückblick auf die Zeit, als er anfing, sich mit der Actionsportfotografie zu beschäftigen, gibt Lorenz an, dass es für ihn am schwierigsten war, mit Blitz zu arbeiten.

„Wenn man mit dem vorhandenen Licht fotografiert, lässt sich mit Verschlusszeit, Blende und ISO alles kontrollieren. Dann wird der Szene ein externes Licht hinzugefügt. Wie hell sollte es sein? Wie kontrolliere ich die Mischung aus Blitz- und Umgebungslicht?“

Viele Fotografen werden das nachempfinden können. Ein Blitz kann der Actionfotografie eine dynamische Dimension verleihen, vor allem wenn er mit einer relativ langen Verschlusszeit kombiniert wird, um eine beeindruckende Mischung aus Schärfe (durch den Blitz) und Unschärfe zu erzielen. Aber für die perfekte Mischung braucht es Übung.

Lorenz empfiehlt, es anfangs einfach zu halten. Ein Speedlite auf Manuell statt auf E-TTL II einzustellen, bietet eine gleichmäßige, vorhersehbare Leistung, um mit den Belichtungseinstellungen der Kamera zu experimentieren, damit das gewünschte Gleichgewicht zwischen Blitz und Umgebungslicht erreicht wird.

„Es lässt sich tatsächlich alles mit der Verschlusszeit steuern“, so Lorenz. „Wird der ISO-Wert erhöht, wird alles heller. Wird er verringert, wird alles dunkler. Dasselbe gilt auch für die Blende. Wenn man die Blende schließt, wird alles dunkler – sowohl das mit Blitzlicht beleuchtete Motiv als auch das Umgebungslicht in der Szene.“

Bei der Verschlusszeit verhält es sich aber anders. Der Blitz ist so schnell, dass die Verschlusszeit nur die Belichtung des Umgebungslichts beeinflusst. „Wird nun eine längere Verschlusszeit verwendet, kommt mehr verfügbares Licht in die Kamera und der Hintergrund wird heller. Wird eine kürzere Verschlusszeit eingestellt, fällt weniger verfügbares Licht ein und der Hintergrund wird dunkler. Der Blitz ist aber in beiden Fällen gleich stark.“

Um das richtige Gleichgewicht zwischen Belichtung und Unschärfe zu erreichen, müssen möglicherweise alle drei Einstellungen angepasst und die Hochgeschwindigkeits-Synchronisation des Speedlite aktiviert werden, wenn eine kürzere Verschlusszeit als die maximale Blitzsynchronzeit eingestellt wurde.


Sieh dir im Canon Club das Video-Tutorial von Lorenz Holder zur Aufnahme von Spiegelungen in Bewegung an.

Ähnliche Artikel

Ideen für kreativere Actionfotografie

Lorenz Holder verrät, wie er seine Actionfotos mit viel Kreativität aus der Masse abhebt, indem er auf Distanz geht, Spiegelungen aufnimmt und vieles mehr.

Weitwinkelobjektive für die Sportfotografie

Weitwinkel- oder Fisheye-Objektive bieten einen frischen Blickwinkel für die Sportfotografie. Atiba Jefferson erläutert die Wirkung der Ultraweitwinkel-Perspektive.

Das beste Canon Kit für die Sportfotografie

Die Profi-Sportfotografen Jorge Ferrari und Richard Heathcote verraten im Detail, auf welche Ausrüstung sie sich bei ihren herausragenden Actionaufnahmen verlassen.

Porträts und Bewegungen mit dem Speedlite EL-5

Der professionelle Canon Fotograf David Newton spricht darüber, wie er mit dem Canon Speedlite EL-5 Blitzgerät dynamische Porträts von urbanen Tänzern aufgenommen hat.

Newsletter sichern

Hier klicken, um inspirierende Geschichten und interessante Neuigkeiten von Canon Europe Pro zu erhalten.