PORTRÄTFOTOGRAFIE

Die besten Tipps für großartige Porträtaufnahmen

Verbessere deine Fähigkeiten in der Porträtfotografie mit unserer umfassenden Liste der besten Tipps und Techniken für die Porträtfotografie.
Canon Camera
Eine wirklich großartige Porträtaufnahme zu machen, kann eine Herausforderung sein. Es hängt von vielen Faktoren ab – sie reichen vom passenden Licht, über den richtigen Abstand zum Motiv, bis hin zum schnellen Umgang mit der Kamera. Ansprechende Porträts lassen sich mit jeder Kamera einfangen, allerdings bevorzugen viele Fotografen eine spiegellose Systemkamera wie die Canon EOS R6 oder eine DSLR wie die Canon EOS 850D, mit der sie mehr Kontrolle über ihre kreativen Möglichkeiten haben.

Welche Kamera du auch immer hast, wir hoffen, dass diese fünf Tipps dir helfen, bessere Porträts zu machen – sei es von Freunden, der Familie, interessanten Menschen, denen du unterwegs begegnest oder deinen Haustieren

Mit dem richtigen Objektiv wirkt dein Motiv noch besser

Porträt einer Frau in einem senffarbenen Rollkragenpullover mit blauer Jacke, die ihre Hand hoch hält und so einen Schatten auf ihr Gesicht wirft.

Wähle das richtige Porträt-Objektiv für die Bildkomposition: längere Brennweiten für Aufnahmen, auf denen nur der Kopf zu sehen ist und Weitwinkel für Bildkompositionen, bei denen die Umgebung einbezogen ist. Aufgenommen mit einer Canon EOS RP und einem Canon RF 50mm F1.8 STM Objektiv bei 1/1.250 Sek., F4 und ISO 100. © Ejiro Dafé

Eine Frau sitzt mit schwarz-violett karierter Jacke mit weißen Ärmeln seitlich auf der Treppe und schaut durch das weiße Holzgeländer.

Du musst nicht nur die richtige Ausrüstung für deine Aufnahme auswählen, sondern auch die passenden Utensilien oder Umgebungen für die Bildkomposition – wie diese Treppe hier, die das Motiv schön einrahmt. Aufgenommen mit einer EOS 5D Mark III (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EOS 5D Mark IV) und einem Canon EF 24-70mm f/2.8 L II USM Objektiv bei 24mm, 1/180 Sek., F2.8 und ISO 100.

Wenn du mit einer Canon EOS Kamera mit Wechselobjektiven fotografierst, wie z.B. der Canon EOS M200 oder der Canon EOS RP, hilft die Wahl eines lichtstarken Objektivs wie dem Canon EF-M 32mm f/1.4 STM oder dem RF 50mm F1.8 STM dabei, das Motiv vor einem unscharfen Hintergrund hervorzuheben. Objektive mit einer festen Brennweite von 50 bis 100mm eignen sich perfekt für Porträts, aber du kannst natürlich auch ein Zoomobjektiv verwenden. Am besten wählst du die Zeitautomatik (Av) oder den Manuellen Modus (M) in Verbindung mit Auto ISO, um eine optimale Belichtung zu erzielen.

Die Verwendung einer Standard- oder Weitwinkelfestbrennweite anstelle eines Zoomobjektivs zwingt dich dazu, näher an dein Motiv heranzugehen und mit ihm zu interagieren. Dabei wirst du feststellen, dass ein kleineres Objektiv weniger einschüchternd wirkt.

Auf der anderen Seite sind Zoomobjektive wie das Canon RF 70-200mm F4 L IS USM unglaublich vielseitig, weil sie dir die Möglichkeit geben, deine Porträts mit verschiedenen Brennweiten zu gestalten – und das mit nur einem Objektiv. Wenn du die Grundlagen der Festbrennweiten beherrschst, solltest du ein Objektiv mit großem Zoombereich wie das Canon RF 24-105 F4 L IS USM mit optischem Bildstabilisator ausprobieren. Es ist ideal für Aufnahmen aus der Hand, damit du dich frei um dein Motiv herum bewegen kannst, und du kannst jederzeit die Brennweite verändern, um verschiedene Effekte zu erzielen. Der Telebrennweitenbereich sorgt für schmeichelhafte Porträts, und die maximale Brennweite von 105mm eignet sich perfekt für Nahporträts vom Kopf deines Models.

Schwierige Lichtverhältnisse meistern

Profilbild einer junge Frau mit Rollkragenpullover beim Blick in die Kamera.

Mach dir Gedanken zur Lichtquelle – z.B. direktes Sonnenlicht, Schatten, innen oder am Fenster. Positioniere das Model so, dass du das Beste aus dem natürlichen Licht machst. Wenn das Licht zu hell ist, reduziere einfach die Blendenöffnung oder verkürze die Belichtungszeit. Bei bedecktem Wetter kannst du bei Innenaufnahmen eine künstliche Lichtquelle verwenden – schau dir dazu unsere Tipps zu selbstgemachtem Beleuchtungs-Zubehör an. Aufgenommen mit einer Canon EOS RP und einem Canon RF 85mm F2 Macro IS STM Objektiv bei 85mm, 1/100 Sek., F5.6 und ISO 100.

Porträts in der Nacht können schwierig sein, weil du wahrscheinlich einen Blitz für die Ausleuchtung brauchst. Allerdings ist das Umgebungslicht um dein Motiv oft sehr stimmungsvoll und sollte für das Porträt genutzt werden. Die spiegellosen Vollformatkameras von Canon wie die Canon EOS R6 mit Dual Pixel CMOS AF II Fokussiersystem sind in der Lage, bis -6,5 LW zu fokussieren – damit kannst du auch bei extrem wenig Licht ohne Blitz fotografieren.

Wenn du ein Blitzlicht verwenden musst, vereinfacht der Modus [Nachtporträt], der bei den meisten Canon EOS Kameras, einschließlich der Canon EOS M200 und der Canon EOS RP vorhanden ist, deine Arbeit, weil die Kamera sich automatisch an die Gegebenheiten anpasst. Der Modus aktiviert das integrierte Blitzgerät oder ein Speedlite auf dem Blitzschuh zur Ausleuchtung des Motivs und das Umgebungslicht setzt die Szene für dein Bild ins passende Licht. Hierbei wird eine längere Belichtungszeit verwendet und die Intensität des Blitzes automatisch angepasst. Positioniere dein Motiv so, dass es vom Blitz beleuchtet wird anstatt vom Umgebungslicht – für die besten Ergebnisse verwendest du ein Stativ, um verwackelte Aufnahmen zu vermeiden.

In einer sehr hellen Lichtsituation haben Porträts möglicherweise zu viel Kontrast. Falls du dein Motiv gegen die Sonne fotografierst, ist ein Aufhellblitz sehr hilfreich. Bringe am Blitzschuh (sofern verfügbar) ein Speedlite an oder aktiviere für die Aufnahme den integrierten Blitz. Deine Kamera wird das Umgebungslicht und das Blitzlicht zueinander in das richtige Verhältnis setzen und du erhältst ein ausdrucksstarkes Bild mit perfekt ausgeleuchteter Balance von der Person und dem Hintergrund.

Wenn du einen teilautomatischen Aufnahmemodus wie Zeitautomatik (Av) verwendest oder Auto ISO einstellst, kannst du mit der Belichtungskorrektur schnell auf wechselnde oder schwierige Lichtverhältnisse reagieren. Die Belichtungskorrektur mag kompliziert klingen – aber sie ist ein einfacher Weg, deine Aufnahmen heller oder dunkler zu machen. Sie ist besonders nützlich bei der Erfassung von hellen Hauttönen und stellt sicher, dass die Farben im Motiv nicht verwaschen aussehen. Sie sorgt auch bei dunklen Hauttönen für ein natürliches Aussehen. Fast alle Canon Kameras verfügen über eine Einstellung zur Belichtungskorrektur. Schau einfach mal im Handbuch nach.

Ungestellte Aufnahmen brauchen Übung

Ein lachendes Kind schaukelt mit strampelnden Beinen im Park in einem farbenfrohen Mantel und einem Fuchshut.

Bemühe dich, dass dein Model bei der Aufnahme das Interesse nicht verliert und entspannt ist. So ergeben sich viel mehr ungestellte Momente. Ein unauffälligeres Objektiv wird auf das Model weniger einschüchternd wirken, als ein großes Objektiv. Aufgenommen mit einer Canon EOS M50 (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EOS M50 Mark II) und einem Canon EF-M 15-45mm f/3.5-6.3 IS STM Objektiv bei 15mm, 1/800 Sek., F3.5 und ISO 100.

Viele Canon Kameras wie auch die Canon PowerShot G1 X Mark III lassen sich vom Smartphone über das WLAN fernsteuern – hierfür gibt es die Canon Camera Connect App.

Bei einigen Modellen bietet die Fernsteuerung eine Livebildansicht davon, was die Kamera gerade sieht und es besteht die Möglichkeit, durch einfaches Tippen auf das Display des Smartphones die Aufnahme auszulösen. Stelle die Kamera auf eine stabile Oberfläche und beobachte die Szene auf dem Display des Smartphones – im richtigen Moment machst du dann die Aufnahme. Diese Technik trägt dazu bei, dass sich die aufgenommene Person entspannter verhält, weil sie sich nicht beobachtet fühlt.

Um natürlich aussehende und authentische Porträts zu erhalten, solltest du auch ein paar Aufnahmen machen bevor und nachdem dein Motiv bereit ist. Menschen fühlen sich dann wohler und du hast eine bessere Gelegenheit, ihr natürliches Lächeln oder einen schelmischen Blick genau dann einzufangen, wenn sie nicht erwarten, fotografiert zu werden. Wenn du eine spiegellose Kamera wie die Canon EOS R6 verwendest, kannst du auch den elektronischen leisen Verschluss verwenden. Hat deine Kamera eine Funktion für Reihenaufnahmen, probiere es damit. Du kannst auch ein Zoomobjektiv nehmen und fotografierst damit aus einiger Distanz – deine Porträts sehen dann weniger gezwungen und natürlicher aus.

Bitte deine Familie oder Freunde, für dich zu posieren, um mehr Übung zu bekommen. Wenn du Porträts von Fremden machst, frage sie um Erlaubnis – oft sind sie dadurch geschmeichelt, und außerdem gibt es dir etwas Zeit, dich vorzubereiten.

Das Experimentieren mit Selbstporträts ist eine gute Möglichkeit, um sich mit Einstellungen und Kompositionsstilen vertraut zu machen.

Die Person im Umfeld zeigen und eine Geschichte erzählen

Ein Straßenverkäufer in einem weißen Kittel serviert Essen.

Dieses Bild eines Straßenverkäufers, der Essen serviert, ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man bei einer Porträtaufnahme den Kontext berücksichtigt. Weitere Tipps und Informationen findest du in dazu unserem Leitfaden für Porträtaufnahmen von Menschen in ihrer Umgebung. Aufgenommen mit einer Canon EOS M5 und einem Canon EF-M 32mm f/1.4 STM Objektiv bei 1/4.000 Sek., F2 und ISO 200. © Richard Walch

Eine Braut in einem traditionellen Sari, geschmückt mit Goldschmuck und mit dekorativen Hennaornamenten auf der Hand.

Wenn du mit einem weiteren Bildwinkel den Kontext zum Model herstellen willst, solltest du deine Aufnahmeposition gut auswählen. Schau dir den Hintergrund vor der Aufnahme an und achte darauf, ablenkende Elemente zu vermeiden. Aufgenommen mit einer Canon EOS R und einem Canon RF 28-70mm F2 L USM Objektiv bei 70mm, 1/1.000 Sek., F2 und ISO 1.600. © Sanjay Jogia

Ein Porträt von jemandem in seiner gewohnten Umgebung erzählt oft eher eine Geschichte als eine Aufnahme nur vom Gesicht. Mit einem Weitwinkelobjektiv wie dem Canon EF-M 11-22mm f/4-5.6 IS STM oder dem Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM kannst du zum Beispiel einen Koch bei der Arbeit in der Küche oder einen Landwirt zusammen mit seinen Kühen fotografieren. Warum nicht mal einen musikalisch talentierten Freund vor einem unscharf abgebildeten Gitarrenladen im Hintergrund fotografieren? Überlege dir, was im Hintergrund deines Fotos sein kann und warum. Ziel ist es, ein optisch stark ansprechendes Bild zu machen – mit einer zusätzlichen Bedeutung, die den Betrachter dazu anregt, mehr zu erfahren.

Experimentieren und mit Konventionen brechen

Eine von oben herab gemachte Schwarzweiß-Aufnahme einer Mutter mit Kind, die ein Buch liest. Das Kind blickt nach oben in die Kamera, während es nach vorne greift, um die Seite umzublättern.

Experimentiere bei deinen Porträtaufnahmen auch mit verschiedenen Bildstilen. Dieses Bild in Schwarzweiß ist mindestens so ausdrucksstark wie ein Farbbild – wenn nicht sogar noch mehr. Aufgenommen mit einer Canon EOS R und einem Canon RF 50mm F1.2 L USM Objektiv bei 1/1.250 Sek., F2.2 und ISO 1.000. © Helen Bartlett

Profilbild einer Frau mit dunkelrotem Lippenstift beim Blick in die Kamera. Die hinter ihr hängenden Lichterketten sind schön verschwommen.

Überlege ganz genau, welche Effekte die Kameraeinstellungen auf z.B. Belichtung und Schärfentiefe haben – das kann den Look deines Bildes enorm beeinflussen. Experimentiere damit herum, um verschiedene Looks zu erhalten. Versuche auch mal, dem Bild mit Bokeh ein dynamisches Element zu geben, wie es mit den Lichtern hier geschehen ist. Wenn alle Porträtaufnahmen gleich aussehen würden, wäre die Welt ganz schön langweilig. Aufgenommen mit einer Canon EOS R6 und einem Canon RF 50mm F1.8 STM Objektiv bei 1/125 Sek., F1.8 und ISO 1.250. © Ejiro Dafé

Neben der Anpassung der Kamera-Einstellungen gibt es einige einfache Möglichkeiten, das Interesse des Betrachters zu stärken und deine Porträtaufnahmen interessanter zu gestalten. Du kannst dein Model auffordern, nicht direkt in die Kamera zu schauen, sondern auf ein Objekt im Bildausschnitt oder in der Ferne. Oder warum steigst du nicht auf eine Leiter und fotografierst von oben nach unten? Oder du bückst dich etwas und fotografierst aus der Hüftperspektive? Breche auch mal die Regeln der Bildkomposition und positioniere das Motiv vollständig in der Mitte des Bildausschnittes. Oder du setzt eine Lichtquelle im Hintergrund ein, betonst die Schatten und wählst eine lange Belichtungszeit, um mehr Stimmung im Porträt zu erzeugen.

Du kannst sogar dein eigenes Studio Zuhause einrichten, um mit verschiedenen Techniken zu experimentieren, oder mehr über den Aufbau kreativer Kulissen für Porträts* zu lernen. Das Ziel ist es, zu experimentieren, zu lernen und Ergebnisse zu erzielen, mit denen du zufrieden bist.



Verfasst von Peter Wolinski und Tamzin Wilks



*Nur in englischer Sprache verfügbar.

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