AUSRÜSTUNG

„Ein großer Schritt nach vorn“: Den Wechsel zu Systemkameras meistern

Profis aus verschiedenen Genres verraten, wie ihnen der Wechsel zum EOS R System neue Möglichkeiten bot und wie es auch dein Handwerk revolutionieren kann.
Ein Mann fliegt mit einem Fallschirm über ein Tal, die Silhouette eines Flugzeugs ist in der Ferne erkennbar, aufgenommen von Samo Vidic mit einer Canon EOS R5.

Canon Ambassador Samo Vidic schaltet den Autofokus mit der AF-ON-Taste ein und aus. Er hat auch die Taste für Schärfentiefe auf seinen Kameras konfiguriert, sodass der Autofokus zwischen One-Shot AF und Servo AF wechselt. „Wenn das Motiv nicht mehr in Bewegung ist, kannst du ändern, wie der Autofokus reagiert“, sagt er. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 mit einem Canon Adapter EF-EOS R und einem Canon EF 14mm f/2.8L II USM Objektiv, Verschlusszeit 1/1000 Sek., Blende 1:5,6 und ISO100. © Samo Vidic

Canon EOS Spiegelreflexkameras und EOS R Systemkameras haben viele Gemeinsamkeiten. Sie haben ein ähnliches, intuitives Bedienlayout und die vertrauten Menüs. Und mit dem Adapter EF-EOS R kannst du sogar deine bevorzugten EF DSLR-Objektive am RF Mount der Systemkamera anbringen.

Das EOS R System ist jedoch fortschrittlicher. Kameras aus dieser Reihe verfügen über führende Technologien wie den äußerst reaktionsschnellen elektronischen Sucher (EVF), die kamerainterne Bildstabilisierung (IBIS) und den intelligenten AF, der verschiedene Motive erkennen und diese automatisch verfolgen kann.

Wenn das System Neuland für dich ist, kann es überwältigend sein, wenn du dir seine Möglichkeiten zum ersten Mal ansiehst. Daher haben wir Canon Ambassadors verschiedener Genres gefragt – Tier-, Porträt- und Reisefotograf Pie Aerts, Abenteuer-Sport-Profi Samo Vidic und die Hochzeitsfotografen Carmen und Ingo Leitner – wie sie sich mit den neuen Funktionen vertraut gemacht und ihre Kameras individuell konfiguriert haben, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Ein Brautpaar in Hochzeitskleidung küsst sich, während es auf Felsen steht, mit Wasser und Bergen im Hintergrund. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5, von Carmen and Ingo Photography.

Hochzeitsfotograf Ingo Leitner hat viele Tasten seiner Kameras individuell konfiguriert, damit er schneller auf Situationen reagieren kann. „Ich habe die Funktion der Taste für die AF-Messfeldwahl geändert, damit ich schnell die Betriebsart von Höchstgeschwindigkeit zu Einzelbild ändern kann. Ich habe auch die Multifunktionstaste eingerichtet, um zwischen Fotos und Videoaufnahmen zu wechseln“, sagt er. Aufgenommen mit einer Canon EOS R mit Canon Steuerungsring Adapter EF-EOS R und einem Canon TS-E 24mm f/3.5L II Objektiv, Verschlusszeit 1/640 Sek., Blende 1:3,5 und ISO 320. © Carmen and Ingo Photography

Tasten und Menüs individuell konfigurieren

Canon EOS R Systemkameras bieten ein enormes Potenzial an Personalisierung, du kannst Tasten und Wahlräder wie gewünscht für Fotos oder Videos festlegen. Im Menü für benutzerdefinierte Funktionen kannst du sogar noch mehr Kamerafunktionen individuell anpassen und so bei den Aufnahmen Zeit sparen.

Ingo Leitner empfiehlt, über das Register „Mein Menü“ einen schnellen Zugang zu den am meisten angepassten Menüelementen und benutzerdefinierten Funktionen zu erstellen. „Diese Funktion verwende ich oft“, sagt er. „Ich speichere alle Funktionen, die ich häufig verwende, darunter Verschlussmodus, Steuerung externer Speedlites und Korrektur-/Seitenverhältnis, sodass ich schnell einen Formfaktor von 1,6 anwenden kann.“

Die Steuerungen der EOS R Systemkamera lassen sich auf vielfältigere Weise als bei DSLR-Gehäusen konfigurieren. Aber RF Objektive – wie das Canon RF 24-70mm F2.8L IS USM, das RF 28-70mm F2L USM und das RF 15-35mm F2.8L IS USM – können auch individuell konfiguriert werden, sodass du die Aufnahmeparameter mit dem Dreh des Steuerungsrings anpassen kannst.

Das Never Break Your Flow Logo des EOS R Systems.

Um dich herum gebaut. Für dich.

Das preisgekrönte EOS R System bietet einen äußerst intuitiven Ansatz für Foto- und Videoaufnahmen – damit kannst du dich ganz auf dein Motiv und dein Handwerk konzentrieren.
Abenteuer-Sportfotograf Samo Vidic steht neben Felsen oberhalb eines reißenden Flusses und fotografiert einen Kanufahrer.

Mit der intelligenten Motiverkennung der hochwertigen EOS R Systemkameras kannst du Menschen, Tiere oder Fahrzeuge priorisieren. „Für Porträts funktioniert die Augenerkennung unglaublich gut“, sagt Vidic.

Autofokus-Kurzwahlbefehle einrichten

Mit dem Steuerungsknopf auf der Rückseite einer EOS R Systemkamera oder durch Antippen des dreh- und schwenkbaren Touchscreens kannst du ein AF-Messfeld manuell auswählen. Du kannst auch Touch & Drag AF aktivieren und so das rückseitige Display in ein großes Touchpad verwandeln. Mit dem Daumen kannst du den Fokusbereich auf dem Display verschieben, während du dein Auge an den elektronischen Sucher drückst. Wenn an der Canon EOS R3 der Autofokus mit Augensteuerung eingeschaltet ist, kannst du das zu fokussierende Objekt einfach auswählen, indem du es anguckst.

Der Autofokus mit Motiverkennung und Nachführung der fortschrittlicheren EOS R Systemkameras kann das Motiv erkennen, das du im AF-Menü im Voraus ausgewählt hast, und es präzise verfolgen, während es sich in der Szene bewegt. „Das hat komplett verändert, wie ich fokussiere“, sagt Aerts. „Ich habe immer mit einem einzelnen Fokuspunkt gearbeitet, aber jetzt verwende ich in der Canon EOS R5 jedes Mal die Tiererkennung.“ Durch Betätigen der Einstelltaste kann Aerts den Fokuspunkt wieder auf den Mittelpunkt zurücksetzen. „Aber ich bewege den Fokuspunkt nie mit meinem Daumen“, sagt er weiter. „Ich wechsle einfach schnell zwischen Tiererkennungsmodus und zentralem Fokus.

„Wenn du dir keine Gedanken darüber machen musst, ob ein Auge gestochen scharf ist, hast du mehr Freiheit, unterschiedliche Kompositionen auszuprobieren. Du kannst so länger darüber nachdenken, etwas Einzigartiges zu schaffen.“


Entdecke, wie andere Canon Fotografen das Potenzial des EOS R Systems voll ausschöpfen

Aufnahmen mit elektronischem Sucher

Im elektronischen Sucher einer Canon EOS Systemkamera kannst du dir eine Vorschau der Bilder in Echtzeit ansehen, genauso wie die Anwendung von Belichtung, Weißabgleich, Bildstil und anderer Effekte. „Im Gegensatz zum optischen Sucher einer DSLR kannst du die Informationen, die im elektronischen Sucher angezeigt werden, im Setup-Menü anpassen“, erklärt Canon Europe Product Marketing Manager John Maurice. „Du kannst auch auf die Kameramenüs zugreifen und Bilder direkt im Sucher anzeigen. Das ist vor allem bei Aufnahmen in sehr hellem Licht von Vorteil.“

Vidic nutzt diese Funktion, um seine Bilder durchzusehen, wenn sich eine kurze Pause ergibt. „Ich überprüfe meine Bilder im Sucher, wenn ich fünf oder zehn Minuten Zeit habe“, sagt er. „In dieser Zeit kann ich 20–50 Bilder ansehen, sie vergrößern, um zu sehen, ob sie scharf sind und sie dann bewerten. Das spart später viel Zeit.“

Fotograf Pie Aerts steht in einem Feld, seine Canon EOS R5 vor seinem Gesicht.

Aerts verwendet seine Canon EOS R5 für Tiervideos für seine Social Media-Seiten. Er macht auch Aufnahmen hinter den Kulissen, die er dann später nachbearbeitet. Oft wechselt er zu Full HD, wenn er Speicherplatz sparen muss.

Hervorragende Videoqualität erkunden

Canon EOS R Systemkameras sind mit hochmodernen Videowerkzeugen ausgestattet. „Mit der Autofokus-Technologie wird das Filmen viel einfacher“, sagt Maurice. „Die RF Objektive sind auch besser für Videos als ihre EF Gegenstücke. Das Canon RF 24-105mm F4L IS USM ist beispielsweise ein exzellentes Crossover-Objektiv mit gleichmäßiger, geräuschloser Fokussierung für Video.“

Die Canon EOS R7 und die EOS R6 Mark II besitzen Wahlräder, mit denen du im Nu zwischen Foto und Video wechseln kannst. Und mit den C1-/C2-/C3-Einstellungen des Modus-Wahlrads kannst du außerdem individuelle, benutzerdefinierte Modi sowohl für Fotos als auch für Videos einstellen.

Aerts empfiehlt, Einstellungen im Voraus zu programmieren, um Zeit zu sparen. „Bei Tieraufnahmen wechsle ich ständig zwischen Foto und Video“, sagt er. „Ich habe meine bevorzugten Videoeinstellungen von 4K/50 B/s und eine Verschlusszeit von 1/100 Sek. vorprogrammiert, sodass alles ganz einfach ist, wenn ich zu Video wechsle. Und auch, wenn ich Videos aufnehme, verwende ich oftmals die Option zur Extraktion von Einzelbildern aus Filmen. Du bekommst zwar nur Bilder mit 45 MB, keine RAW-Dateien, aber trotzdem ist es eine tolle Funktion.“

Alle EOS R Systemkameras können 4K-Videos aufnehmen, aber mit einigen Kameragehäusen kannst du Aufnahmen mit einer höheren Auflösung machen, die dann durch Oversampling ein 4K-Bild mit besserer Qualität erzeugen. Mit dem 4K Fein-Modus der EOS R7 macht die Kamera beispielsweise ein Oversampling des Videos von 7K, damit detailliertere 4K-Videoclips entstehen.

Fünf Elefanten gehen auf die Kamera zu, aufgenommen in Schwarz-Weiß von Pie Aerts mit einer Canon EOS R5.

Aerts verwendet oftmals Kamerafallen mit Fernbedienung, um Bilder von Elefanten aus einem tiefen Winkel zu machen, wie auf diesem Foto, aufgenommen im Amboseli National Park in Kajiado County, Kenia. Der elektronische, geräuschlose Verschluss seiner Canon EOS R5 erweist sich in Situationen dieser Art als Vorteil. „Dadurch existiert die Kamera in der Welt der Tiere so gut wie gar nicht“, sagt Aerts. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 mit einem Canon Adapter EF-EOS R und einem Canon EF 16-35mm f/2.8L II USM Objektiv bei 23 mm, Verschlusszeit 1/500 Sek., Blende 1:11 und ISO 640. © Pie Aerts

Sieben Brautjungfern blicken zu einer Braut, die einen Blumenstrauß hält, aufgenommen mit einer Canon EOS R6, von Carmen and Ingo Photography.

Ingo Leitner macht die Aufnahmen meist mit dem mechanischen Verschluss seiner Kamera. „Menschen sind daran gewöhnt, bei Fotos ein Klicken zu hören, was bei einem elektronischen Verschluss nicht immer der Fall ist“, sagt er. „Wenn ich eine Hochzeitszeremonie aufnehme oder in der Nähe eines Mikrofons bin, wechsle ich zum geräuschlosen Verschluss.“ Aufgenommen mit einer Canon EOS R6 mit einem Canon Steuerungsring Adapter EF-EOS R und einem Canon EF 35mm f/1.4L II USM Objektiv, Verschlusszeit 1/2000 Sek., Blende 1:1,8 und ISO160. © Carmen and Ingo Photography

Möglichkeiten des elektronischen Verschlusses

Mit dem äußerst schnellen elektronischen Verschluss einer EOS R Systemkamera lässt sich der entscheidende Moment leichter einfangen. Beispielsweise kann die Canon EOS R7 mit dem mechanischen Verschluss Aufnahmen bis zu 15 B/s machen, mit dem elektronischen Verschluss hingegen bis zu 30 B/s. Aufnahmen mit der hohen Geschwindigkeit eines elektronischen Verschlusses bietet der kreativen Fotografie ganz neue Möglichkeiten.

„Wenn ich bei einem etwas langsameren Sport wie Motocross Aufnahmen mache, dann fange ich mit dem elektronischen Verschluss den kurzen Moment ein, in dem sich die Fahrer in der perfekten Position in einer Kurve oder im Sprung befinden“, sagt Vidic. Dank Aufnahmen von 30 B/s mit seiner Canon EOS R3 gelingt ihm immer das gewünschte Bild. „Davor war es immer ein bisschen wie Lotto spielen“, sagt er.

Geräuschlose Aufnahmen sind nützlich, wenn du keine Aufmerksamkeit auf die Kamera lenken möchtest. „Kamerafallen mit Fernbedienung nutze ich oft für Elefanten oder Löwen“, erklärt Aerts, „und der elektronische Verschluss der Canon EOS R5 ist für diese Art von Arbeit einfach perfekt. Tiere reagieren unterschiedlich auf Geräusche, aber das Geräusch des mechanischen Verschlusses einer DSLR verscheucht sie üblicherweise.

An die Geschwindigkeit der EOS R Systemkameras muss man sich jedoch erst einmal gewöhnen. „Sei vorsichtig mit dem Burst-Modus. Da kannst du ganz leicht mehr Fotos aufnehmen, als du eigentlich vorhattest“, sagt Ingo Leitner. „Bei der ersten Hochzeit, die wir mit dem EOS R System aufgenommen haben, hatten wir hinterher 12.000 Bilder statt der üblichen 8.000.“

Eine Schellente, die auf die Kamera zuschwimmt, und deren Reflexion im Wasser zu sehen ist.

Entwicklung des AF mit Augenerkennung von Tieren

Erfahre, wie Canon einen Autofokus entwickelt hat, der die Augen fliegender Vögel erkennt, und wie sich die Arbeit des Vogelfotografen Jonas Classon dadurch verändert hat.
Zwei Löwen reiben ihre Gesichter aneinander, aufgenommen von Pie Aerts mit einer Canon EOS R5.

Aerts sagt, dass er dank der ausgefeilten Bildstabilisierung der Canon EOS R5 freier mit langen Objektiven arbeiten kann. „Dadurch kann ich schneller reagieren“, sagt er. Aufgenommen mit einer Canon EOS R5 mit einem Canon Adapter EF-EOS R und einem Canon EF 200-400mm f/4L IS USM Extender 1.4x Objektiv bei 560 mm, Verschlusszeit 1/200 Sek., Blende 1:5,6 und ISO500. © Pie Aerts

Freiere Aufnahmen dank Bildstabilisierung

Viele EOS R Systemkameras haben eine kamerainterne Bildstabilisierung (IBIS), die je nach Objektiv eine Stabilisierung von bis zu8 Stufen bietet. So profitieren auch Objektive ohne IS von den Vorteilen der Bildstabilisierung (IS). Für Videoaufnahmen kann die IBIS sowohl mit Objektiv-IS als auch mit Movie Digital IS kombiniert werden, damit Aufnahmen eine Gimbal-ähnliche Stabilität erlangen.

„IBIS ist im Vergleich zu vorherigen Kameras ein echter Game-Changer für Videoaufnahmen“, sagt Leitner, der jetzt alle Aufnahmen aus der freien Hand macht, statt bei der Spiegelreflexkamera wie vorher ein Einbeinstativ zu verwenden.

Auch Aerts geht es ähnlich. Er beschreibt die Stabilisierung der Canon EOS R6 Mark II für Videos als außergewöhnlich. „Ich arbeite gerne mit Stativen, aber es gibt viele dynamische Variablen, wenn du Tiere von einem Fahrzeug aus aufnimmst“, sagt er. „Doch meine Canon EF 400mm f/2.8L IS III USM und die RF 600mm F4L IS USM Objektive sind so leicht und ihre IS-Leistung so beeindruckend, dass ich jetzt mehr aus der freien Hand aufnehmen möchte.“

Canon EOS R Systemkameras bieten so eine Fülle an zeitsparender Technologie und kreativen Funktionen, dass es sich auszahlt, die Funktionen und möglichen Konfigurationen deiner neuen Ausrüstung in Ruhe kennenzulernen.

„Ich habe mein Leben lang mit Canon fotografiert, und EOS DSLR-Kameras sind im Grunde Teil meines Körpers geworden, weshalb ich etwas gezögert hatte, zum EOS R System zu wechseln“, gibt Aerts zu. „Aber es hat sich als ein solcher Fortschritt erwiesen, dass ich auch andere ermutigen möchte, sich die Möglichkeiten unvoreingenommen anzusehen.“

Verfasst von Marcus Hawkins


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