ARTIKEL

Fünf häufige Fallen beim Drucken und wie sie sich umgehen lassen

A man presses the buttons on a Canon PROGRAF printer to adjust the settings.
Canon Druckproduktspezialist Jay Sinclair gibt fünf Tipps, mit denen du sicherstellen kannst, dass deine gedruckten Fotos genau so aussehen, wie du es erwartest.

Wenn du selbst ein besonderes Bild druckst, das du aufgenommen hast, erhältst du die vollständige Kontrolle über das Endergebnis; das kann ein äußerst befriedigendes und erfüllendes Erlebnis sein. Jay Sinclair, auf Druckprodukte spezialisierter Produktintelligenz-Experte bei Canon UK, ist der Ansicht, dass die Fertigung des Enddrucks der Höhepunkt des gesamten fotografischen Prozesses ist.

„Ein Bild mit der Kamera aufzunehmen, ist eine Sache, aber für mich wird das Bild erst dann wirklich zum Leben erweckt, wenn es gedruckt wird“, sagt er. „Es ist eine ganz andere Art, ein Bild zu erleben: Abgesehen von allem anderen, kannst du das Bild in einem viel größeren Maßstab sehen, als es auf der Rückseite der Kamera oder auf einem Laptop-Bildschirm angezeigt wird. Ich rege die Menschen leidenschaftlich dazu an, ihre Bilder zu drucken.“

Die Bilder genau so aussehen zu lassen, wie du es möchtest, kann technisch schwierig sein. Wenn du jedoch im Druckvorgang den richtigen Schritten folgst, kannst du schon bald Bilder anfertigen, die deine Erwartungen erfüllen oder sogar übertreffen.

Was sind also die häufigsten Druckfehler, die Anwender machen, wenn sie damit beginnen, Bilder zu drucken? Sinclair identifiziert fünf Probleme, die häufig auftreten, und zeigt die besten Möglichkeiten, um sie zu vermeiden.

Canon Professional Services

Besitzt du eine Canon Ausrüstung?

Registriere deine Ausrüstung, um Zugriff auf kostenlose Expertentipps, Gerätewartung, inspirierende Veranstaltungen und exklusive Sonderangebote mit Canon Professional Services (CPS) zu erhalten.

1. Nicht kalibrierte Monitor- und Bildschirmhelligkeit

Damit die Drucke genauso aussehen, wie du es möchtest, musst du unbedingt deinen Monitor kalibrieren. Dadurch wird sichergestellt, dass Farben und Farbtöne präzise und einheitlich angezeigt werden, damit die erzeugten Drucke mit der Wiedergabe auf dem Bildschirm übereinstimmen. „Einige High-End-Monitore bieten eine Selbstkalibrierungsfunktion, aber die meisten müssen mit einem Monitorkalibrierungstool richtig eingestellt werden“, sagt Sinclair. „Diese Tools sind nicht gerade billig und kosten zwischen 100 € und gut 200 €, aber du kannst sie ewig verwenden.

Wenn du einen Bildschirm kaufst, ist die Helligkeit in der Regel auf 100 % eingestellt. Häufig sind Bildschirme für Druckzwecke zu hell. Wenn du die Bildschirmhelligkeit auf 30 % reduzierst, wird die Helligkeit auf das richtige Niveau gebracht. Du musst allerdings auch noch den Bildschirm kalibrieren, um die Farben richtig einzustellen.

Wenn du deine Fotos wirklich drucken möchtest, musst du den Bildschirm jeden Monat neu kalibrieren. Das dauert etwa 10 bis 15 Minuten, aber dann sieht alles schön und klar aus. Wenn du den Bildschirm nur ein Mal pro Jahr neu kalibrierst, kann der Unterschied zwischen der Wiedergabe auf dem Bildschirm und der Darstellung auf einem vor kurzem neu kalibrierten Bildschirm schon enorm sein.“

A man points to a monitor with a colour profile chart on the screen.
Um dafür zu sorgen, dass die Drucke mit den auf dem Bildschirm angezeigten Farben übereinstimmen, musst du zunächst überprüfen, ob die Farben auf dem Bildschirm selbst präzise anzeigt werden. Das wiederum bedeutet, dass der Bildschirm kalibriert werden muss. Das muss kein langwieriger oder komplizierter Vorgang sein. Investiere ein wenig Geld in ein ordentliches Kalibrierungstool für Monitore. Das Dienstprogramm des Tools führt dich dann problemlos durch alle notwendigen Schritte.
A man stands in front of a screen giving a presentation on printing.
Manche Fotopapiere haben einen leichten Gelbstich, andere wiederum wirken etwas bläulich, noch bevor Tinte auf das Papier trifft. Daher ist es wichtig, das richtige ICC-Profil für das verwendete Papier auszuwählen. Dadurch werden die Druckeinstellungen wie Reflexionsgrad, Saugfähigkeit und Weißpunkt an die Merkmale des Papiers angepasst.

2. Auswahl falscher Papierprofile

Ein ICC-Profil (International Color Consortium) enthält Informationen, mit denen von einem Drucker präzise Farben auf einem bestimmten Papiertyp reproduziert werden können. Daher ist es wichtig, beim Drucken das richtige ICC-Profil auszuwählen. Sinclair erläutert: „Ein ICC-Profil teilt dem Drucker im Grunde mit, welche Papiersorte eingelegt wird, welche Art von Tinte im Drucker verwendet werden muss und wie viel Tinte auf das Papier aufgebracht werden muss, damit das Foto gedruckt werden kann.

„Alle Fotopapiere haben unterschiedliche Weißpunkte. So können zwei Papiertypen weiß sein, aber das eine Papier ist hochweiß, und das andere geht mehr ins Gelbliche. Wenn nun die falsche Tinte zum falschen Zeitpunkt aufgebracht wird und mit dem Papier dieser Farbigkeit reagiert, kommt es zu Problemen.

Wenn du nicht das richtige ICC-Profil auswählst, kann das gedruckte Bild ganz anders aussehen. Auch wenn du den Bildschirm richtig kalibrierst und alles andere richtig machst, aber das falsche Profil auswählst, wird das Bild trotzdem nicht so gedruckt, wie du es haben möchtest.“

A Canon imagePROGRAF PRO-1000 printer outputting a colourful print.

15 Druckerbegriffe, die jeder Profi kennen sollte

Wenn du dich für das Thema Drucken interessierst, aber von den Fachbegriffen abgeschreckt wirst, lies dir einfach unseren Leitfaden zu Fotodruck-Begriffen durch, der alle Aspekte vom automatischen Tintenwechsel bis hin zum Softproofing abdeckt.

3. Verzicht auf Softproofing von Bildern

Wenn du mit den kostenlosen Plug-ins Professional Print & Layout (PPL) und Print Studio Pro (PSP) von Canon ein Softproofing deines Bildmaterials durchführst, siehst du dir eine Simulation an, die zeigt, wie ein Bild aussehen wird, wenn es auf Papier gedruckt wird. „Ohne Softproofing besteht die Gefahr, dass die Bilder kontrastarm aussehen, wenn du sie auf FineArt-Papier und mattem Papier druckst“, so Sinclair.

„Außerdem wirst du durch die Farbskala-Warnung der Programme benachrichtigt, wenn der Drucker nicht in der Lage ist, eine von dir gewünschte Farbe zu reproduzieren. Im Grunde wird durch das Softproofing sichergestellt, dass das Papierprofil genau auf den Druck ausgelegt wird. Außerdem siehst du, wie das Bild aussehen wird, bevor du es tatsächlich druckst.“

A close-up shot of the display on a Canon PROGRAF printer showing the ink levels.
Es scheint offensichtlich, aber es lohnt sich zu überprüfen, ob der Füllstand der Druckertinte nicht zu niedrig ist. Du denkst vielleicht, dass eine bestimmte Farbe zum Drucken eines bestimmten Bilds nicht nötig ist, aber alle Druckfarben werden durch das Mischen verschiedenfarbiger Tinten auf dem Papier erzeugt, und die perfekte Farbgenauigkeit hängt möglicherweise von einer subtilen Nuance genau der Farbe ab, die bereits leer ist.
A selection of Canon pro photo papers.
Das Drucken auf verschiedenen Papiertypen erfordert unterschiedliche Mengen und sogar verschiedene Arten von Tinte. So wird auf dem Drucker Fotoschwarz-Tinte verwendet, wenn du Bilder auf glänzendem, seidenmattem oder auf einigen FineArt-Medien wie Baryta-Papier druckst. Auf FineArt-Papier aus Baumwolle und den meisten Papierarten mit matter Oberfläche, die ganz andere Absorptionseigenschaften aufweisen, wird jedoch Mattschwarz-Tinte benötigt.

4. Auswahl einer nicht geeigneten Wiedergabepriorität

Drucker können nicht so viele Farben wiedergeben, wie du mit deiner Kamera aufnehmen kannst. Im Rahmen eines Farbmanagement-Workflows kannst du im Dialogfeld [Print] (Drucken) mit der Einstellung [Rendering Intent] (Renderpriorität) festlegen, wie der Drucker mit Farben verfahren soll, die außerhalb des druckbaren Bereichs oder Farbraums liegen.

Perceptual (Perzeptuell) zielt darauf ab, den allgemeinen visuellen Eindruck von Farben in einem Bild zu bewahren. Dabei werden Farben, die außerhalb des Farbraums liegen oder beschnitten sind, den druckbaren Farben zugeordnet, die am ehesten mit der Farbe übereinstimmen. Dann werden die anderen Farben so angepasst, dass die Beziehungen zwischen ihnen erhalten bleiben. „Das bedeutet, dass sich viele Farben ändern können, aber wenn dein Bildschirm richtig kalibriert ist, kannst du dies beurteilen, indem du dein Soft-Proof-Bild mit dem Original vergleichst“, sagt Sinclair.

Mit Relative Colorimetric (Relativ farbmetrisch) werden Farben, die sich außerhalb des Farbraums befinden, den nächsten reproduzierbaren Farben des Druckers zugeordnet. Die innerhalb des Farbraums liegenden Farben werden jedoch nicht geändert. In der Regel werden so mehr Originalfarben im Bild beibehalten als mit der Einstellung [Perceptual], wobei davon ausgegangen wird, dass nicht zu viele Farben im Bild außerhalb des Farbraums liegen. „Die Farben sind dabei möglicherweise etwas weniger gesättigt, aber die Helligkeitswerte fallen mit dieser Wiedergabepriorität am stabilsten aus“, meint Sinclair. „Damit ist diese Option die ideale Wahl für nahezu neutrale Bilder und Schwarz-Weiß-Bilder.“

A man looks at two versions of the same image on-screen as part of the process of soft proofing.
Beim Softproofing siehst du eine Bildschirmsimulation des Drucks, die du dann mit dem Original vergleichen und nach Bedarf anpassen kannst. Der Vorgang ist nicht komplett narrensicher, denn die Farbe auf dem Bildschirm wird durch das Mischen von Licht verschiedener Farben erzeugt – eine additive Farbmischung (bei der die volle Intensität aller Farben Weiß erzeugt) –, während Farbe auf Papier durch das Mischen von Tinten in verschiedenen Farben erzeugt wird – eine subtraktive Farbmischung (die volle Intensität aller Farben erzeugt ein immer dichteres, tieferes Superschwarz). Mit einem kalibrierten Bildschirm und den richtigen Druckeinstellungen (einschließlich Tinte und Papiertyp) erhältst du dank Softproofing jedoch eine nützliche Orientierungshilfe, und du kannst es vermeiden, wertvolle Tinte und teures Papier mit unzähligen Testdrucken zu verschwenden.

5. Probleme durch konkurrierende Software

Damit du von der bestmöglichen Ausgabequalität auf den Druckern der imagePROGRAF PRO Serie von Canon profitierst, solltest du die Plug-ins Print Studio Pro oder Professional Print & Layout von Canon verwenden. „Diese Programme wurden von Canon zur Vereinfachung des Druckvorgangs entwickelt“, sagt Sinclair. „Wir stellen die Tools für das komplette Farbmanagement, vom Hardproofing bis hin zum Softproofing, bereit.

Das Drucken in Adobe Lightroom oder Adobe Photoshop kann zu Problemen führen. Das Problem entsteht dabei nicht durch diese Softwareprogramme selbst, sondern dadurch, dass diese Programme beim Farbmanagement mit dem Druckertreiber konkurrieren. Beide Programme versuchen gleichzeitig, das Farbmanagement und die jeweils eigenen Funktionen zur Farbverarbeitung auszuführen. Da sowohl Print Studio Pro als auch Professional Print & Layout von Canon für Canon Drucker entwickelt wurden, wird dieses Problem umgangen, sodass der gesamte Vorgang vereinfacht wird.“

Verfasst von David Clark


Ähnliche Artikel

Alle anzeigen

Holen Sie sich den Newsletter

Klicken Sie hier, um inspirierende Geschichten und interessante Neuigkeiten von Canon Europe Pro zu erhalten.

Jetzt registrieren