Tipps zur Sportfotografie

Expertentipp: Sportfotografie

Großartige Bewegungsaufnahmen

In den nächsten Monaten werden Zeitungen, Magazine und das Fernsehen zahlreiche Sportaufnahmen zeigen. Werden auch Ihre Fotoalben den Sportsommer 2012 widerspiegeln?

Auch wenn Sie bei den Großveranstaltungen vielleicht nicht direkt dabei sein können, bieten die örtlichen Parks, Laufbahnen und Spielfelder tolle Motive für Sportaufnahmen. Diese Übung zeigt Ihnen anhand folgender Themen, wie Sie mit Ihrer Canon Kamera bessere Ergebnisse erzielen:

  • Planung
  • Veranstaltungen besuchen
  • Objektive
  • Fokussieren des Motivs
  • Manuelles Fokussieren
  • Der entscheidende Augenblick
  • Einfrieren oder Schwenken
  • Komposition
  • Abschließender Rat

Sports-Boys-Rugby

© Jan van de Meerakker

Planung

Zunächst sollten Sie sich ein gewisses Know-how der Sportarten aneignen, die Sie fotografieren möchten. Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind die meisten Fotografen auf bestimmte Sportarten spezialisiert. Lernen Sie die Spielregeln, um auf die nächste Bewegung oder Aktion der Sportler vorbereitet zu sein. Wenn Sie ein Team begleiten, lernen Sie die Spieler und deren Reaktionen in bestimmten Situationen nach und nach kennen. Versuchen Sie zunächst, die Teamdynamik zu erfassen, und konzentrieren Sie sich dann auf einen oder zwei Einzelspieler.

Veranstaltungen besuchen

Beginnen Sie bei örtlichen Veranstaltungen oder Vereinen, zum Beispiel bei Fußball- oder Rugby-Spielen. Diese Sportarten werden oft auf Spielfeldern mit freiem Eintritt für Zuschauer ausgetragen, und Sie können sich entlang der Seitenlinien positionieren, um Ihre Aufnahmen zu machen. Stellen Sie sich bei den Managern oder Trainern beider Teams vor, um ihre Erlaubnis einzuholen. Bieten Sie kostenlose Fotos der Veranstaltung an, einschließlich einfacher Teamfotos.

Leichtathletikveranstaltungen sind relativ einfach zu fotografieren. Bei Laufwettbewerben sollten Sie sich am besten an einer Kurve positionieren, wo Sie die Athleten von vorne aufnehmen können, bevor sie die Kurve durchlaufen. Aufnahmen an der Ziellinie müssen Sie vermutlich von der Seite aus machen. Wenn Sie sich auf der Höhe der Ziellinie befinden, können Sie den Endspurt der Wettläufer festhalten, wenn sie die Ziellinie überqueren. Bei Leichtathletikereignissen wie dem Stabhochsprung oder dem Weitsprung bleiben die Athleten innerhalb eines begrenzten Bereichs. Da es mehrere Durchläufe gibt, können Sie Ihre Fähigkeiten mit jedem Versuch verbessern.

Bei Motorsportveranstaltungen besteht die Hauptschwierigkeit darin, eine gute Aussichtsposition zu finden. Jede Rennstrecke ist anders, also sollten Sie so früh wie möglich dort sein und die Runde ablaufen. Im Interview mit Canon Botschafter Frits van Eldik erhalten Sie Tipps von einem professionellen Fotografen.

Objektive

Professionelle Sportfotografen verwenden Superteleobjektive. Objektive mit Brennweiten von 400 mm, 600 mm oder sogar 800 mm ermöglichen bildfüllende Aufnahmen von Motiven, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind.

Vielleicht haben Ihre aktuellen Objektive eine geringere Brennweite. Doch auch ein Standard-Zoomobjektiv, zum Beispiel das EF-S 18-55 mm 1:3,5-5,6 IS II, das oft im Lieferumfang einer EOS-Kamera enthalten ist, kann Motive näher heranholen – wählen Sie einfach eine Sportart oder Veranstaltung, bei der das Motiv nicht so weit entfernt ist. In diesem Fall sind Objektive mit besonders langer Brennweite zu stark, und das Standard-Zoomobjektiv reicht vollkommen aus.

Sports-Football

Mein Ball, © Kevin Evans-Jones 2011, Canon EOS 40D

Für Sportarten, bei denen sich die bewegten Motive weiter entfernt befinden, eignet sich ein Teleobjektiv mit einer längeren Brennweite, zum Beispiel das EF 70-300 mm 1:4-5,6 IS USM.

Objektive mit einer größeren maximalen Öffnung (z. B. 1:2,8 oder schneller) bieten eine Reihe von Vorteilen. Wenn mehr Licht durch den Sensor Ihrer EOS fällt, können Sie eine breitere Auswahl von Verschlusszeiten verwenden. Zudem haben Aufnahmen mit großer Blendenöffnung den Vorteil, dass sich das Motiv vor dem Hintergrund isolieren lässt. Sie können eine geringe Schärfentiefe erzielen, sodass sich Ihr Motiv vor dem Hintergrund abhebt.

Weitere Informationen finden Sie im Lernprogramm zu Sportobjektiven im EOS Wissensbereich von EOS Adventure.

Fokussieren des Motivs

Ihre EOS ermöglicht eine schnelle, genaue Fokussierung, doch für die Sportfotografie empfiehlt es sich, vom AF-Modus in den AI Servo AF-Modus zu wechseln. Wenn Sie den Auslöser dann halb herunterdrücken, passt die Kamera den Fokus kontinuierlich an, während Sie Ihr Motiv verfolgen.

Sports-High-Jump

Jamie springt, © Simon Moore 2011, Canon EOS 1000D

Manuelles Fokussieren

Bei einigen Sportarten sollten Sie am besten manuell frühzeitig fokussieren. Wenn Sie beispielsweise Hochsprung fotografieren, wissen Sie genau, wann der Athlet die Latte überspringt. Sie können das Objektiv auf manuellen Fokus einstellen und auf die Latte fokussieren. Drücken Sie dann den Auslöser, wenn der Athlet diesen Punkt durchquert.

Der entscheidende Augenblick

Im Sport ist es noch wichtiger als in anderen Bereichen, den „entscheidenden Augenblick“ festzuhalten.

Etwa, wenn ein Wettläufer den Endspurt einlegt oder der Tennisschläger den Ball berührt. Manche Fotografen nutzen den Reihenaufnahmemodus ihrer Kamera, um den entscheidenden Augenblick festzuhalten.

Sports-Handball

Tor! © Torben Andresen 2011, Canon EOS-1D Mark IV

Trotzdem ist es ein tolles Gefühl, den entscheidenden Augenblick in einer einzigen Aufnahme festzuhalten. Das Geheimnis liegt darin, sich auf diesen Augenblick vorzubereiten, und das gelingt am besten durch Übung. Bitten Sie einen Freund, einen Tennisball auf einem Schläger springen zu lassen, und versuchen Sie, möglichst oft den Augenblick aufzunehmen, in dem der Ball den Schläger berührt. Gehen Sie dann zu schwierigeren Situationen über, zum Beispiel zum Kicken eines Fußballs. Können Sie den Augenblick festhalten, in dem der Fuß den Ball berührt?

Einfrieren oder Schwenken?

Bei der Fotografie bewegter Motive scheint es auf der Hand zu liegen, dass schnelle (kurze) Verschlusszeiten erforderlich sind, um den Augenblick „einzufrieren“. Eine Aufnahme mit einer Verschlusszeit von 1/1000 Sekunde ist sehr viel schärfer als eine Aufnahme mit einer Verschlusszeit von 1/100 Sekunde.

imSports-Car

Schwenken, © Enrico Bogetto 2011, Canon EOS 30D

Aber wollen Sie das Bild denn „einfrieren“? Das kann künstlich und emotionslos wirken. Durch Unschärfe kann in Fotografien der Eindruck von Bewegung erweckt werden. Die erforderliche Verschlusszeit hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Planung
  • Veranstaltungen besuchen
  • Objektive
  • Fokussieren des Motivs
  • Manuelles Fokussieren
  • Der entscheidende Augenblick
  • Einfrieren oder Schwenken
  • Komposition
  • Abschließender Rat

Stellen Sie Ihre EOS mit dem Modus-Wahlrad auf die Blendenautomatik AE (Tv) ein, und experimentieren Sie mit verschiedenen Verschlusszeiten. Sehen Sie jedes Bild an, während Sie es aufnehmen, um den Effekt zu überprüfen.

Sie können das Bild auch „einfrieren“, indem Sie eine relativ lange Verschlusszeit (z. B. 1/30 Sekunde) verwenden und die Kamera nachführen, um der Bewegung des Motivs zu folgen. Diese Technik nennt man „Schwenken“. Das Ziel ist, das Objekt in derselben Position im Sucher zu halten, sodass es als scharfes Bild aufgenommen wird. Das Schwenken der Kamera sorgt für eine unscharfe Darstellung des Hintergrunds und erweckt so den Eindruck starker Bewegung.

Wenn Ihr Objektiv über einen Bildstabilisator verfügt, können Sie Ihre geschwenkten Aufnahmen verbessern, indem Sie diesen je nach Modell mithilfe eines Schalters an der Seite des Objektivtubus aktivieren. Normalerweise befindet sich der Schalter im Modus 1, mit dem Stabilisierung sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Richtung gegeben ist. Im Modus 2 findet die Stabilisierung nur in vertikaler Richtung statt, was ideal für Aufnahmen mit Schwenkbewegungen geeignet ist.

Komposition

Obwohl in der Sportfotografie viele wichtige Punkte zu beachten sind, sollten Sie eine der Grundlagen nicht aus den Augen verlieren – die Komposition.

Sports-Kite-Surfing

Meer, Wind, Leidenschaft, © Zsuzsanna Acs 2011, Canon EOS 50D

Wählen Sie eine geeignete Aussichtsposition, und platzieren Sie Ihr Motiv sorgfältig im Bild, um Aufnahmen mit der gewünschten Wirkung zu erzielen. Fotografieren Sie aus der Ferne, um dem Ereignis einen Kontext zu geben, oder gehen Sie näher heran (bzw. zoomen Sie mit dem Objektiv), um einen kleinen Bereich des Geschehens zu isolieren. Fotografieren Sie den Veranstaltungsort und seine Details. Nehmen Sie Eckfahnen oder Startblocks, Basketballkörbe oder einen Haufen Tennisbälle auf. Versuchen Sie, wichtige Elemente des Sports zu isolieren.

Abschließender Rat

Respektieren Sie den Sport. Respektieren Sie die Spieler. Drücken Sie den Auslöser nicht, wenn das Kamerageräusch ablenken könnte. Seien Sie ganz leise, wenn ein Tennisspieler zum Aufschlag ansetzt oder ein Golfspieler zum Schlag ausholt. Doch üben Sie weiter, und bald werden Sie hervorragende Aufnahmen machen.

Galerie aufrufen

Jedes Wochenende finden zahlreiche Sportveranstaltungen statt. Durch die Expertentipps haben Sie Ratschläge für bessere Bewegungsfotos erhalten. Jetzt können Sie großartige Bilder aufnehmen und die besten in die Galerie hochladen. Vielleicht werden sie im nächsten Monat gezeigt.

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